Die Deutsche Einheit und ihr Einfluss auf das Berufsleben für die Kohorten der Jahrgänge 1940-50 und 1960-70


Projektarbeit, 2011
59 Seiten, Note: 1,7
Sandra Neuner (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Theoretisches Konzept
1.1 geschichtlicher Hintergrund
1.2. Begriffsdefinition

2. Methodisches Design
2.1. abhängige, unabhängige Variable und Kausalmodell
2.2. Operationalisierung der Variablen
2.3. Beschreibung des Erhebungsinstruments
2.4. Art der Studie
2.5. Grundge samtheit und Sti chproben
2.6. Beschreibung der Erhebungsmethode
2.7. Überprüfung des Forschungsdesigns

3. Feldbericht
3.1. Pretest
3.2. Erhebungen
3.3. Deskriptiver Teil
3.4. Ausblick auf die Auswertung

4. Auswertung
4.1. erhobene Daten
4.2. Überprüfung der Hypothese
4.3. Kodi erbogen
4.4. Übersicht der Variablen
4.5. Werteausprägung
4.5.1. Mutterschaft
4.5.2. Alter
4.5.3. Arbeitsbranche
4.5.4. Abschlussanerkennung
4.5.5. Erinnerungsprobleme
4.6. Fehlerbericht
4.7. Fazit

5.Schlusswort

6. Anhang
6.1 Leitfragen
6.2 Interviews

7. Literaturverzeichnis

Einleitung

Die Wende ist mittlerweile 22 Jahre her, doch immer noch gilt sie als bedeutendes Ereignis, das sich tief in die Gedanken der deutschen Bevölkerung eingebrannt hat. Nach 40 Jahren, in denen Deutschland von den alliierten Siegermächten besetzt und durch die Mauer geteilt war, kam 1989 die Wende: Die Mauer fiel und Deutschland wurde wieder zu einem Land vereinigt. In wirtschaftlicher und politischer Hinsicht änderte sich für das wiedervereinte Deutschland eine Menge. So zum Beispiel, dass die sozialistische Planwirtschaft komplett zusammenbrach und das diktatorische Regime der SED sang- und klanglos unterging. „Die Deutschen haben Geschichte im Zeitraffer erlebt. Der Fall der Mauer, freie Wahlen in der DDR, Bildung neuer Länder, Währungsunion, Einheitsvertrag, Grundgesetz, erste gesamtdeutsche Parlamentswahlen für das vereinte Deutschland, Erlangung der vollen Souveränität - in kürzester Zeit folgte Zäsur auf Zäsur“ (Weidenfeld, 1993: 13). Für die Bürger der ehemaligen DDR vollzog sich dieser Prozess der Angleichung äußerst schnell. Änderungen trafen ein, die sowohl positiv als auch negativ empfunden wurden. Einige stehen dem Wandel optimistisch gegenüber und andere haben es schwer, sich mit dem neuen System zu arrangieren.

Die Nachkriegsgeneration, die die Wende aktiv miterlebt hat, hört man oft noch positiv von der Zeit vor der Wende, also der der DDR, reden, während die jüngere Generation die Wende eher als eine Chance für Freiheit und Selbstbestimmung für sich selbst ansah.

Für uns ist dieses Phänomen interessant und so kommen wir zur Frage: „Welche Bedeutung hat die Wiedervereinigung Deutschlands im Bezug auf das Berufsleben für die Generationen der Jahrgänge 1940-50 und 1960-70?“. Sieht die sogenannte „Nachkriegsgeneration“ aus den neuen Bundesländern die Wende eher als einen negativen Punkt in Bezug auf ihre berufliche Entwicklung und wenn ja, warum? Und waren die Chancen für die damals Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen, der „Wendegeneration“, nach der Wiedervereinigung wirklich besser?

1. Theoretisches Konzept

1.1. Historischer Hintergrund

"Wir erleben ein großes Abenteuer", erklärt der DDR-Wirtschaftswissenschaftler Heinz-Dieter Haustein im Hinblick auf den schnellen und historisch einzigartigen Wechsel von Planwirtschaft zu Marktwirtschaft. "Wir stoßen uns an einem Ufer ab, wissen aber nicht, ob und wann wir am anderen Ufer ankommen" (Stirn, 2010). Der deutsche Einigungsprozess vollzog sich rasch, voller Ungewissheit und ohne Zeit für ein allmähliches Hineinfinden in neue Lebensverhältnisse. „Sich radikal, bis in die Wurzeln hinab, zu wandeln wurde nicht der Bevölkerung des Westens, sondern der des Ostens auferlegt“ (Schluchter, 2001: 11). Nicht selten wird hier von Schock gesprochen. Schluchter selbst schreibt über den Übergangsprozess unter dem Titel „Der Vereinigungsschock“ und Werner Weidenfeld thematisiert den „Modernisierungsschock“, um den Angleichungsprozess zweier Länder zu beschreiben (vgl. Weidenfeld, 1993: 13ff).

Die revolutionäre Umwälzung von 1989/90 betraf das ökonomische System der DDR ebenso wie das politische. Im Spätherbst 1989 war klar, dass die ostdeutsche Planwirtschaft ohne Zukunft war. Es fand ein Prozess der Angleichung der DDR mit ihrer staatlich gelenkten Planwirtschaft an die Marktwirtschaft der Bundesrepublik und ihren ökonomischen Strukturen statt. Jedoch garantierte die Wirtschaftsform der DDR ihren Bürgern berufsbiographische Sicherheit und langfristige Planungsperspektive (vgl. Sackmann, 1996: 17f.). In der DDR herrschte vor der Wende Vollbeschäftigung. Grund dafür ist das Recht auf Arbeit, welches in der Verfassung im Artikel 24 zugesichert wurde. Nicht nur das Recht auf Arbeit ist in jenem Artikel verankert, sondern auch die Pflicht einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Tat man dies nicht, folgten Sanktionen. Vollzeiterwerbstätigkeit war das sozialistische Ideal. Arbeitslosigkeit war hier fremd. Der Arbeitsplatz war für jeden ostdeutschen Bürger garantiert und auch der Staat hatte sein Vorteile: er konnte die Gesellschaft formen und ökonomisch optimal planen. Dies lag daran, dass die SED die Berufs- und Studienwahl mitbestimmte, um die dann ausgebildeten erwachsenen Bürger auf offene oder wirtschaftlich notwendige Stellen zuzuweisen. Den damals Erwachsenen nahm man eine große Entscheidung und, für viele, eine große Last ab, denn für die Werktätigen war der Arbeitsplatz auf lange Sicht sicher. Nicht selten haben die DDR-Bürger ihre komplette erwerbsfähige Zeit in ein und demselben Betrieb verbracht. Dies bedeutete für sie eine enorme Sicherheit und die Fähigkeit planen zu können. Für die jüngere Generation bedeutete dies allerdings eine hohe Unfreiheit. Ein gewünschter Studiengang oder eine bestimmte Ausbildung konnte selten angestrebt bzw. umgesetzt werden. Erst mit der Wende sollte, aufgrund der ökonomisch und politisch tiefgreifenden Transformationsprozesse, sich auch diese Situation für die Generationen ändern.

Anders als im Westen sind die Ursachen der hohen Arbeitslosigkeit im Osten Deutschlands also vor allem auf der Seite des zurückgegangenen Angebots von Arbeitsplätzen zu finden. Hinzukommend ist die Nachfrage nach Erwerbstätigkeit von ostdeutschen Frauen sehr hoch, bedingt durch die Selbstverständlichkeit, dass auch Frauen das Recht auf Arbeit haben und diesem auch nachgehen wollen. (Hradil, 2006: 179f). In der DDR existierte das »Doppel-Versorger-Modell«. Die Vollzeiterwerbstätigkeit von Müttern war keine Seltenheit und folglich führte dies zu einer damit verbundenen hohen Selbstständigkeit in der Lebensführung von Frauen. Für die Frauen der ehemaligen DDR war es möglich zu arbeiten und gleichzeitig Kinder bzw. eine Familie zu haben. Ermöglicht wurde dies mithilfe einer Vielzahl von staatlichen Kinderbetreuungseinrichtungen. In Ostdeutschland wurde viel dafür getan, dass Männer und Frauen eine Familie gründen können, auch wenn sie nebenbei erwerbstätig sind. Im Gegensatz zur BRD: hier war der Mann vorrangig der Verdiener und Ernährer der Familie und die Frau blieb zu Hause. Eine Ursache dafür ist auch, dass in Westdeutschland eine geringe Anzahl von Kinderbetreuungseinrichtungen existent war. Im Zuge des ökonomischen Transformationsprozesses waren die ostdeutschen Frauen von der Angleichung an Westdeutschland stark betroffen, denn unter anderem vollzog sich auch ein Abbau von Betreuungseinrichtungen für Kinder (vgl. Wehling, 2002: 179).

Welche Veränderungen brachte der Transformationsprozess für die Menschen, besonders für die Frauen der DDR mit sich? Wie wirkte der Vereinigungsprozess auf die DDR-Bürger? Was brachte die Wende für die vielen Werktätigen Ostdeutschlands? Durch den Zusammenbruch der sozialistischen Gesellschaftsordnung mit der Wende wurde im Bezug auf die eigene Biographie mehr Planung und Selbstorganisation erfordert. Die Verantwortung für das eigene Leben war höher, da man sich selbst seinen Beruf und Studium aussuchen musste, was auch höhere sozioökonomische Risikolagen bedeutete. So hatten die Menschen der neuen Bundesländer Schwierigkeiten, sich in dem neuen Gesellschaftssystem zurecht zu finden, da neue gesellschaftlichen Normen wie Freiheit, Individualismus, Autonomie oder Beschränkung des Staates nun groß geschrieben wurden und neu für den DDR-Bürger waren. Neu, da das Kollektivbewusstsein ein wichtiger Faktor der DDR-Gesellschaft war und alles staatlich gelenkt wurde. Folglich blieb wenig Raum für Individualismus und Autonomie. Ein weiterer Punkt mit denen die Menschen der ehemaligen DDR zu kämpfen hatten, ist, dass in den alten Bundesländern oft die Studienabschlüsse der DDR nicht anerkannt wurden. Auch wurden in vielen Betrieben zahlreiche Angestellte entlassen. Schon kurz vor der Wiedervereinigung befasste sich das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V mit der Produktivität in der DDR. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden unter dem Titel „Verdeckte Arbeitslosigkeit in der DDR“ veröffentlicht. Aus den verwendeten Daten wurde geschlussfolgert, dass die Arbeitszeit nicht voll ausgenutzt wurde. Dieses wurde so gedeutet, dass in der DDR bei unveränderter Arbeitszeit gemessen an den Maßstäben einer Marktwirtschaft „eigentlich“ eine Arbeitslosenquote von 15 % - 30 % geherrscht hätte. Großbetriebe reduzierten nach 1990 nicht selten ihre Belegschaft um 90 %. Das führte bei vielen Bürgern Ostdeutschlands zu Langzeitarbeitslosigkeit und gesellschaftlicher Geringschätzung, denn in der DDR gab es keine (offizielle) Arbeitslosigkeit (Sackmann, 1996: 18). Vor allem die ältere Generation hatte es schwer mit dem neuartigen Phänomen umzugehen. Die Transformation des DDR-Arbeitsmarktes führten zum Schrumpfen der ostdeutschen Wirtschaft und zu einem Strukturwandel ( vgl. Ebd., 1996: 18). Es war für viele Vertreter der Nachkriegsgeneration schwer, sich wieder einzugliedern. Ursache hierfür ist, dass sich eine tiefgreifende Veränderung der Berufs­und Branchenstruktur vollzog. Mit dem Strukturwandel gingen Entwertungen von Ausbildungsqualifikationen und beruflichen Kompetenzen einher (vgl. Ebd., 1996: 18). Somit waren viele erwachsene Ostdeutsche gezwungen eine Umschulung oder Weiterbildungsmaßnahme wahrzunehmen, um in ihren Berufsbrachen zu bleiben. Die Wendegeneration jedoch hatte nur ihre Kindheit und Adoleszenz unter dem SED-Regime verbracht. So hatten sie leicht die Möglichkeit, sich an die neuen Erfordernisse des neuen Gesellschaftssystems anzupassen. Sie genoss die Freiheit über Wahl und Verfolgung eines Berufs- oder Studienweges, die sich mit Einkehr der Wende bot. Allerdings muss hier auch betrachtet werden, dass es auch unter den Vertretern der Wendegeneration Menschen gab, die sich auf ihren vorgezeichneten Weg verlassen haben und nach dem Umbruch 1990/1991 unsicher waren, wie sie ihren Weg weiter gehen sollten.

Wie sah es nun wirklich mit der Eingliederung für die jüngere Generation aus? Wie waren ihre Lebensverläufe vergleichend mit denen der Nachkriegsgeneration?

1.2. Begriffsdefinition

Bevor wir genauer auf unsere Forschungsarbeit eingehen, gilt es die Begriffe „Generation“, „kollektives Gedächtnis“, sowie „Kohorte“ zu definieren und zu erklären, inwiefern sie für unsere Thematik von Bedeutung sind.

Generationen werden als Geburtskohorten definiert, deren Mitglieder bewusste Akteure sind. Diese Mitglieder nehmen nur in einem zeitlich begrenzten Abschnitt an einem solchen Geschichtsprozess teil (vgl. Mannheim, 1964: 565). Die Entstehung von Generationen und Generationsverhältnissen sind Merkmale der Sozialstruktur und kennzeichnen moderne Gesellschaften mit einem schnellem sozialen Wandel, der die Lebensverhältnisse nachfolgender Geburtskohorten unterschiedlich prägt (vgl. Weymann, 2000: 35).

Eine Generation ist darüber hinaus eine Gruppe etwa gleichaltriger Personen mit ähnlichen Erfahrungen, Einstellungen und Verhaltensformen (vgl. Hikel, 2008: 79). Unterschieden werden kann zwischen zwei Arten von Generationen. Einerseits in der Mikroebene, dazu zählt beispielsweise die Familie mit Enkeln oder Großeltern, andererseits gibt es Generationen auch in der Makroebene, wo sie als eine Art gesellschaftliche Einheit auftreten. In unserer Forschungsarbeit beziehen wir uns auf die zuletzt genannte Art, zum einen auf die Nachkriegsgeneration, zum anderen auf die Wendegeneration.

Die Nachkriegsgeneration des Zweiten Weltkriegs war vor allem geprägt durch den Überlebenskampf zahlreicher Menschen, die im Krieg ihre gesamte Existenz verloren. Lebensmittelknappheit, Ungewissheit über die weitere Entwicklung im Land und der Wiederaufbau zerstörter Gebiete bestimmten den Alltag. Des Weiteren erlebte diese Generation die Gründung der DDR und wuchs mit ihren Idealen auf. „Berufliche Arbeit hatte einen überaus hohen Stellenwert in der sozialistischen Gesellschaft der DDR. Schon in der kindlichen und schulischen Erziehung wurden die Bürger mit dem zentralen Wert von Arbeit in der sozialistischen Ideologie vertraut gemacht. [...] Es war Grundrecht, aber auch Pflicht eines jeden DDR-Bürgers berufstätig zu sein. Arbeitslosigkeit gab es offiziell nicht.“ (Raiser, 2000: 219)

Die Wendegeneration erlebte 1989, ebenso wie die Nachkriegsgeneration, mit dem Mauerfall und der Wiedervereinigung Deutschlands einen kulturellen und sozialen Wandel. Die bis zu diesem Zeitpunkt bekannte berufliche Sicherheit war verschwunden und man musste sich auf dem Arbeitsmarkt behaupten. Gleichzeitig war dies aber auch eine Chance, sein Leben selbstbestimmter und staatsunabhängig zu gestalten.

Allgemein lässt sich zur Thematik „Gedächtnis“ sagen, dass z.B. auffällig Wahrgenommenes erinnert wird bzw. Geschehnisse, die einen tiefen Eindruck hinterlassen haben und als bedeutsam empfunden wurden (wie z.B. die Wende). Durch das Gedächtnis ist es auch möglich, Lernstoff, Erlebnisse, Eindrücke oder Erfahrungen abzuspeichern und diese Inhalte gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt wieder abzurufen, wir erinnern uns.

Das Phänomen, dass eine Generation ein gemeinsames Gedächtnis entwickelt, nennt man kollektives Gedächtnis. Es wird ein gemeinsames Wissen überliefert, welches auf verschiedene Art und Weise Einfluss auf die jeweilige Gruppe hat. Bei dem Begriff „kollektives Gedächtnis“ differenziert man in kommunikatives und kulturelles Gedächtnis (vgl. Erll, 2005: 27). Beim kommunikativen Gedächtnis wird eine Tradition bzw. eine Erfahrung mündlich weitergegeben und ist gebunden an bestimmte Personen. Durch die Weitergabe dieser Elemente werden die Geschehnisse in Erinnerung gehalten. Die ausschließlich mündliche Verbreitung hat zur Folge, dass die Informationsweitergabe entweder mit dem Tod des Informationsträgers stoppt oder zum Erliegen kommt, weil die Information nicht konsequent an nachfolgende Generationen weitervermittelt wird. Das kulturelle Gedächtnis zeichnet sich vor allem durch Erinnerungen aus, die für die Nachwelt erhalten bleiben. Diese Erinnerungen werden zum Beispiel durch Verschriftlichung festgehalten. Außerdem ist diese Art des Gedächtnisses nicht an bestimmte Menschen gebunden.

Bei beiden Gedächtnisarten besteht ein zirkulares Verhältnis zwischen Gruppenidentität und Erinnerung. Man erinnert sich vor allem an bedeutsame Erfahrungen, die hervorgerufenen Emotionen verstärken die Aufmerksamkeit und die Erinnerung festigt sich. Im Fall der Nachkriegsgeneration ist es die Erinnerung an die Zeit nach dem Krieg und die Wirkung der DDR, die Wendegeneration teilt Erinnerungen an die Wende und die in der DDR vorherrschenden politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Die gesammelten Erfahrungen, sowie die genannten Ereignisse, die die Wende- als auch die Nachkriegsgeneration prägten, haben unserer Vermutung nach unterschiedlichen Einfluss auf das Berufsleben der Personen nach der Wiedervereinigung Deutschlands.

Ergänzend ist zu sagen, dass die Teilhabe am kollektiven Gedächtnis durch Riten wie Fest- und Trauertage gefestigt wird. Im Fall der Wende feiert die deutsche Bevölkerung seit 1990 am 3.Oktober den Tag der deutschen Einheit, ein institutionalisierter Feiertag. Auch an den Mauerfall vom 9. November 1989 wird jährlich auf verschiedene Art und Weise erinnert. Durch die schriftliche Überlieferung und die anderer Medien, kann man sowohl die Wende, als auch die Nachkriegszeit dem kulturellem Gedächtnis zuordnen.

Der bisher verwendete Begriff „Generation“ weist Ähnlichkeiten mit dem Terminus „Kohorte“ auf. Unter einer Kohorte versteht man eine Menge von Individuen, „die zu einem bestimmten gemeinsamen Zeitpunkt, z.B. in einem bestimmten Kalenderjahr, ein bestimmtes Ereignis erfahren haben.“ (Huinink, Mayer, 1990: 445). Da man eine gesamte Generation nur mit erheblichem Zeitaufwand untersuchen kann, bildeten wir für unsere zeitlich begrenzte Forschungsarbeit zwei Geburtskohorten. Zum einen die Kohorte, die die Geburtsjahrgänge 1940-50 umfasst und der Nachkriegsgeneration zugeordnet werden kann und zum anderen die Kohorte der Geburtsjahrgänge 1960-70, die für die Wendegeneration steht.

Wir stellten uns nun die Frage „Welche Bedeutung hat die Wiedervereinigung Deutschlands in Bezug auf das Berufsleben für die Kohorten der Jahrgänge 1940-50 bzw. 1960-70?“.

Im Folgenden soll diesbezüglich die Hypothese „Je länger Personen in der DDR berufstätig waren, desto weniger haben sie von der Wiedervereinigung profitiert. Je kürzer die Zeit war, in der Personen in der DDR berufstätig waren, desto mehr haben sie von der Wiedervereinigung profitiert.“ untersucht werden.

2. Methodisches Design

2.1 Variablen und Kausalmodell

Ausgehend von der Fragestellung „Welche Bedeutung hat die Wiedervereinigung Deutschlands in Bezug auf das Berufsleben für die Kohorten der Jahrgänge 1940-50 bzw. 1960-70?“ soll folgende Hypothese untersucht werden : Je länger Personen in der DDR berufstätig waren, desto weniger haben sie von der Wiedervereinigung profitiert bzw. je kürzer die Zeit war, in der Personen in der DDR berufstätig waren, desto mehr haben sie von der Wiedervereinigung profitiert.

Die Bedeutung der Wiedervereinigung in Bezug auf die berufliche Situation stellt die abhängige Variable dar. Die unabhängige Variable ist das Alter bzw. die beiden von uns festgelegten Kohorten mit den entsprechenden Geburtsjahren. Da wir uns auf Kohorten beziehen, die durch unterschiedliche Geburtsintervalle definiert sind, liegt eine Kollektivhypothese vor.

Unser aufgeführtes Kausalmodell enthält eine unabhängige Variable und eine intervenierende Variable, die die abhängige Variable beeinflusst. Die intervenierende Variable umfasst den ausgeübten Beruf und die erlernte Ausbildung, die Höhe des verdienten Gehalts vor und nach der Wiedervereinigung, sowie die Dauer der Berufstätigkeit in der DDR.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Untersucht werden soll der Einfluss der unabhängigen Variable auf die abhängige Variable. Dabei spielt die intervenierende Variable eine entscheidende Rolle. Wir vermuten, dass Menschen, die in der DDR beruflich erfolgreich waren, nach der Wende schlechtere Chancen im Berufsleben hatten. Gründe dafür könnten sein, dass bestimmte Berufe oder Studienabschlüsse nach der Wiedervereinigung nicht mehr anerkannt oder in Bezug auf den Ausbildungsinhalt nicht mit denselben Berufen der BRD gleichgestellt wurden (z.B. Erzieherin).

2.2 Operationalisierung der Variablen

Die unabhängige Variable, das Alter, wird durch das Erfragen des Geburtsjahres erfasst. Für die Untersuchung wurden zwei Kohorten definiert. Zum einen die „Nachkriegskohorte“, geboren zwischen 1940-1950 (Personen, die die überwiegende Zeit in der DDR berufstätig waren) und zum anderen die „Wendekohorte“, geboren in der Zeitspanne 1960-1970 (Personen, die eine vergleichsweise kurze Zeit in der DDR gearbeitet haben). Um die abhängige Variable zu messen, wurden Indikatoren gebildet. Es wird der ausgeübte Beruf, die Berufsdauer sowie die finanzielle Situation vor und nach der Wende erfragt (Interviewfragen im Anhang).

Anhand der gewählten Indikatoren soll untersucht werden, inwiefern die Dauer der Berufstätigkeit und der erlernte Beruf in der DDR eine Auswirkung auf das Berufsleben bzw. die finanzielle Situation nach der Wende hatten.

2.3 Beschreibung des Erhebungsinstruments

Die Überprüfung der Kollektivhypothese erfolgt durch qualitative Interviews mit Hilfe von Leitfragen. Diese enthalten alle wichtigen Aspekte, die im Interview angesprochen werden sollen. Ziel ist es, die subjektiven Erfahrungen der Befragten zu erheben und anschließend mit den Erfahrungen der anderen befragten Personen zu vergleichen, sodass unsere Hypothese entweder falsifiziert oder nicht falsifiziert werden kann.

Die offenen Fragen ermöglichen es, die Befragten ausführlich zu Wort kommen zu lassen. Außerdem kann der Interviewer bei interessanten Aspekten gegebenenfalls um genauere Informationen bitten. Im Gesprächsverlauf kann es des Weiteren zu unerwarteten Antwortreaktionen und neuen Gesichtspunkten kommen, auf die reagiert und eingegangen werden kann.. Die Interviewsituation ist vergleichbar mit einem Alltagsgespräch, wodurch eine vertraute Gesprächsatmosphäre geschaffen und dem Befragten das Preisgeben von persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen erleichtert wird.

Bei der Befragung ist es wichtig den Antwortenden nicht zu beeinflussen, z.b. durch Suggestivfragen, da dies zu verzerrten Ergebnissen führt. Die Person könnte sich unter Druck gesetzt fühlen, da die Fragen in eine bestimmte Richtung zielen und nur eine Antwort zulassen. Der Interviewer sollte außerdem versuchen, affektive Reaktionen (Antworten oder Bezeichnungen wie „gut“, „schön“ usw.) zu hinterfragen, um tiefgründige Informationen zu erhalten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, den Befragten ausreden zu lassen und nicht zu unterbrechen.

Außerdem sollte der Interviewer versuchen sich so neutral wie möglich zu verhalten und keine Wertung der gegeben Antworten vornehmen (vgl. Diekmann, 2004: 376).

Bei der Formulierung der Fragen ist darauf zu achten, dass sie so kurz wie möglich und so lang wie nötig sind, um Probleme bezüglich der Verständlichkeit auszuschließen. Fremdwörter, die in den befragten Kohorten nicht üblich sind, gilt es zu vermeiden. Schweift der Befragte beim Antworten zu sehr ab, muss ihn der Interviewer im Gespräch wieder zum eigentlichen Thema zurück lenken. Die Befragung wird mit einer sogenannten „Eisbrecherfrage“ eröffnet (in unserem Fall die Erfragung des Ausbildungsberufes). Dies sind meist allgemeinere Fragen zur ersten Kontaktaufnahme und zum Vertrauensaufbau. Auch die Erklärung, dass erfragte Daten anonym behandelt und nur für die Projektarbeit verwendet werden, verringert das Misstrauen seitens des Befragten. Die nachfolgenden Fragen führen auf das eigentliche Thema hin und werden zunehmend spezieller. Da die Aufmerksamkeit der befragten Person zuerst steigt und mit zunehmender Interviewdauer absinkt, werden die wichtigsten Fragen im zweiten Drittel des Interviews gestellt. Eingebaute Filterfragen („Konnten Sie Ihren Beruf nach der Wende ohne Unterbrechung weiterhin ausüben oder haben Sie ihren Arbeitsplatz verloren?“) vermeiden überflüssige Fragen und reduzieren die Befragungszeit.

Der Nachteil an offenen Fragen gegenüber geschlossenen ist unter anderem der höhere Zeitaufwand bei der Auswertung der Interviews und die längere Dauer der Befragung. Außerdem können Schwierigkeiten auftreten, wenn der Befragte Verbalisierungsprobleme hat. Die Auswertung subjektiver Meinungen gegenüber quantitativen Analysen ist aufgrund mangelnder Vergleichbarkeit schwierig.

Allerdings erhält man mit geschlossenen Fragen nur Informationen in den vorgegebenen Kategorien und eventuell bedeutsame Aspekte jenseits des Kategoriesystems können nicht betrachtet werden. Da das Ereignis der Wende von jedem Menschen individuell bewertet wird, wollen wir subjektive Erfahrungen erfragen und für die Überprüfung unserer Hypothese auswerten. Aus diesem Grund haben wir uns für das Erhebungsinstrument „Leitfrageninterview“ entschieden.

2.4 Art der Studie

Zur Untersuchung der Hypothese wird eine Querschnittsstudie durchgeführt. Die Datenerhebung bezieht sich auf einen Messzeitpunkt, in dem einmalig Variablen einer bestimmten Untersuchungseinheit (die zwei definierten Kohorten) durch Indikatoren gemessen werden.

Eine Panel- oder Trendstudie wäre gegenüber einer Querschnittsstudie informativer, da Daten über einen längeren Zeitraum erhoben und miteinander verglichen werden könnten, sodass beispielsweise eine gewisse Entwicklung erkennbar wird. Eine solche Studie kann im vorgegebenen Zeitrahmen allerdings nicht durchgeführt werden.

2.5 Feststellung der Grundgesamtheit und Stichproben

Zur Grundgesamtheit zählen alle Personen, die den zwei definierten Kohorten zugeordnet werden können. Das sind demnach Menschen, die in der Zeitspanne von 1940-50 oder 1960-70 in der DDR geboren wurden beziehungsweise mindestens zehn Jahre dort berufstätig waren.

Da eine Befragung der Grundgesamtheit in diesem Fall nicht möglich ist, wird eine Stichprobe ausgewählt. Anhand der erfragten Ergebnisse wird auf die Meinung oder Einstellung der Grundgesamtheit geschlossen. Für zuverlässige Ergebnisse muss die Stichprobe in Abhängigkeit zur Grundgesamtheit eine entsprechende Größe haben.

Zur Überprüfung unserer Hypothese wird eine Stichprobe von acht bis zehn Personen gezogen. Diese lässt allerdings keine sicheren Schlussfolgerungen für die Grundgesamtheit zu. Aufgrund der vorgegebenen Zeit für das Anfertigen dieser Arbeit ist eine höhere Anzahl an Befragten nicht möglich, weil die Auswertung der Interviews zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde.

2.6 Beschreibung der Erhebungsmethode

Für die Auswahl der Stichprobe gibt es verschiedene Verfahren, wie z.B. die reine Zufallsstichprobe oder die Quotenstichprobe. Wir haben uns für das Schneeballprinzip entschieden.

Mit dieser Technik werden im Freundes- oder Verwandtenkreis Personen erfragt, die die Voraussetzungen für die Befragung erfüllen (in unserem Fall müssen sie in den entsprechenden Jahren geboren sein, nach denen die Kohorten definiert wurden). Dadurch kann die Stichprobe nicht nur auf die Stadt Halle begrenzt werden.

Die Befragung erfolgt persönlich durch ein „Face-to-face“-Interview. Dies hat gegenüber schriftlichen oder telefonischen Befragungen den Vorteil, dass auch Mimik und Gestik des Interviewten beobachtet und ausgewertet werden können.

Der Nachteil des Schneeball-Sampling ist, dass es sich nicht um eine Zufallsauswahl handelt, wodurch mit diesem Verfahren auch keine Zufallsstichprobe erzeugt wird. Dies kann zur Folge haben, dass die Ergebnisse in eine Richtung tendieren, da Freunde oder Verwandte oft nahezu gleiche Ansichten und Meinungen zu bestimmten Themen haben. Es kann folglich passieren, dass eine falsche Schlussfolgerung in Bezug auf die Hypothese gezogen wird. Bei der Auswertung der Interviews muss dieser Nachteil berücksichtigt werden.

Eine andere mögliche Erhebungsmethode ist die bereits erwähnte einfache Zufallsstichprobe durch Listenauswahl (vgl. Diekmann, 2004: 330). Hierbei wird eine Liste der Grundgesamtheit benötigt. In unserem Fall wäre das die Einwohnermeldeliste der Stadt, in der die Befragungen durchgeführt werden. Die Personenauswahl erfolgt dann entweder mit Hilfe von Zufallstabellen oder idealerweise mit einer Zufallszahlenfunktion, bei der ein Computer die Stichprobe zieht. Der Vorteil dieser Methode gegenüber dem Schneeball-Prinzip ist, dass die Stichprobe zufällig gezogen wird. Man kommt dadurch an Personen heran, die, verglichen untereinander, komplett andere Einstellungen und Erfahrungen haben können. Die Antworttendenz der Befragten in eine bestimmte Richtung ist dadurch unwahrscheinlich. Da das Beschaffen einer Einwohnermeldeliste zu zeitaufwendig ist, scheidet diese Erhebungsmethode für uns aus.

Auch mit den genannten Einschränkungen stellt das Schneeballverfahren im Gegensatz zur reinen Zufallsauswahl über die Einwohnermeldeliste eine effiziente Methode dar.

2.7 Überprüfung des Forschungsdesigns anhand der drei Gütekriterien

Erhebungen sollen so objektiv, zuverlässig und gültig wie möglich sein. Der Grad der Objektivität eines Messinstruments verdeutlicht, in welchem Ausmaß Ergebnisse unabhängig sind von der Person, die das Messinstrument anwendet. Die Personen sollten austauschbar sein, ohne dadurch die Messergebnisse zu verändern.

Unterschieden werden kann zwischen Durchführungs- und Auswertungsobjektivität (vgl. Diekmann, 2004: 216). Die Durchführungsobjektivität bezieht sich auf das Antwortverhalten. Unterschiedliche Interviewer sollten in etwa das gleiche Antwortverhalten beim Befragten auslösen. Dies trifft beim Leitfrageninterview zu, da es vorgegebene Leitfragen gibt, die abgearbeitet werden. Das gewählte Erhebungsinstrument ist außerdem objektiv, weil man Suggestivfragen bzw. Betonungen vermeidet, die den Interviewten in eine bewusste Richtung drängen könnten.

Die Auswertungsobjektivität ist beim Leitfrageninterview geringer als die Durchführungsobjektivität, da die Antworten des Befragten einer Inhaltsanalyse unterzogen werden müssen und einen Interpretationsraum lassen. Des Weiteren „sind durch Interviews erhobene Daten grundsätzlich als Reaktion auf ganz bestimmte Stimuli [...] und die spezifische Interviewsituation zu verstehen [...].“ (Atteslander, 2008: 160). Somit ist nicht nur die Auswertung der Daten abhängig von der subjektives Auffassung der Auswertenden, auch das Zustandekommen der Antworten ist situationsabhängig und kann vom Verhalten des Interviewers beeinflusst werden, z.B. durch genaueres Nachfragen.

Ein weiteres Gütekriterium ist die Reliabilität. Darunter ist das Maß für die Reproduzierbarkeit von Messergebnissen zu verstehen, wiederholte Messungen sollen zu gleichen Ergebnissen führen.

Dies ist bei der ausgewählten Erhebungsmethode der Fall, da sich die Fragen eindeutig formuliert wurden und sich immer auf ein konkretes Ereignis beziehen. Ein Vorteil des Leitfrageninterviews ist, dass der Befragte bei Unklarheiten nachfragen oder der Interviewer bei interessanten Antworten um ausführlichere Informationen bitten kann.

Überprüft werden muss auch, ob das gewählte Messinstrument valide ist. Unter Validität versteht man das Ausmaß, in dem ein Messinstrument das misst, was es messen soll. Hierbei spielt die Formulierung der Fragen eine wichtige Rolle. Diese müssen verständlich sein und dürfen den Befragten nicht schon im Voraus beim Antworten beeinflussen (z.B. durch Suggestivfragen).

Um Validität zu gewährleisten, wird vor den Interviews mit den Zielpersonen ein Pretest durchgeführt. Zeigen sich Probleme z.B. bezüglich der Verständlichkeit, muss das Messinstrument dementsprechend überarbeitet werden.

3. Feldbericht

3.1. Pretest

Um unser Untersuchungsintrument zu erproben und auf Erfüllung der Gütekriterien zu überprüfen, führten wir einen Pretest durch. Der Prestest, der auch Vortest genannt wird, ist ein Begriff aus der empirischen Sozialforschung und wird im Vorfeld der Hauptuntersuchung gemacht. Er dient zur Überprüfung des Forschungsdesigns, wobei eine oder einige Personen, die zur Ziel gruppe der Untersuchung gehören, untersucht werden. Dies soll die Eindeutigkeit und Verständlichkeit der Fragen, Kategorien usw. prüfen und die Validität des Messkonzepts absichern. Wichtig ist dieser Test, um das Risiko eines Misserfolges zu reduzieren und um vorab Gründe für ein eventuelles Versagen zu ermitteln. Fällt der Vortest negativ aus, das heißt, er läuft nicht wie hypothetisch angenommen ab, muss das Messinstrument, in unserem Fall der Fragebogen, nochmals überarbeitet werden, um die Qualität zu verbessern. Steht das Erhebungsinstrument, so kann man mit der Hauptuntersuchung beginnen.

Unser Pretest wurde am 05.06.2011 mit einer Person der Kohorte 1940-1950 von zwei Interviewern der Forschungsgruppe A-Team durchgeführt und fand bei dem Befragten zu Hause statt. Die Person war entspannt und aufgeschlossen, wodurch eine angenehme Interviewatmosphäre entstand. Nach eine kurzen Begrüßungsphase und Einleitung, folgte eine Aufklärung über die Erhebung. Daten, die wir mittels Tonbandgerät aufnehmen, werden nur für unsere Forschungszwecke verwendet. Die Person willigte ein, dass das ganze Interview aufgenommen wird. Die ersten fünf Fragen waren sehr schnell beantwortet, d.h. meist nur mit wenigen Worten bzw. mit ja oder nein. Im Gegensatz zu den letzten drei Fragen, denn diese wurde nach langen Überlegungen seitens des Befragten sehr umfangreich beantwortet. Nach dem 30-minütigen Interview stellten wir die für uns wichtigsten Fragen, nämlich wie die Befragung wirkte, ob die Fragen verständlich waren und ob die Eisbrecherfrage gut gewählt wurde. Es wurde uns keine Kritik entgegengebracht. Weiterhin erzielten unsere Interviewfragen, im Bezug auf unsere Leitfrage, gewünschte Antworten. Somit mussten wir unseren Fragebogen keiner Modifikation unterziehen. Jedoch entschieden wir uns, aus Mangel an Zeit, die Interviews alleine durchzuführen..

3.2. Erhebungen

Da wir das Schneeballverfahren angewendet haben, kamen die Probanden aus unserem Freundes­und Bekanntenkreis. Der Feldzugang war somit unkompliziert und problemlos. Wir fanden in kürzester Zeit zehn geeignete Personen, die einerseits im Osten geboren wurden und andererseits einer der zwei Kohorten (1940-1950 oder 1960-1970) zugeordnet werden können. Fünf von ihnen gehören der Nachkriegskohorte (1940-1950) an und weitere fünf Personen der Wendekohorte (1960­1970). In Bezug auf den Zugang zu den jeweiligen Befragten ist das Schneeball-Sampling eine geeignete Methode gewesen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 59 Seiten

Details

Titel
Die Deutsche Einheit und ihr Einfluss auf das Berufsleben für die Kohorten der Jahrgänge 1940-50 und 1960-70
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Soziologie)
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
59
Katalognummer
V271527
ISBN (eBook)
9783668551862
Dateigröße
694 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
deutsche, einheit, einfluss, berufsleben, kohorten, jahrgänge
Arbeit zitieren
Sandra Neuner (Autor), 2011, Die Deutsche Einheit und ihr Einfluss auf das Berufsleben für die Kohorten der Jahrgänge 1940-50 und 1960-70, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271527

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