Indikatoren für pädagogische Qualität am Beispiel der Kindergarten-Einschätz-Skala


Hausarbeit, 2012
16 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1. Entwicklung des Qualitätsbegriffes in deutschen Kindertageseinrichtungen
2.2. Definitorische Annäherung an den Begriff ‚Qualität‘
2.3. Instrument um Qualitätskriterien in Kindertageseinrichtungen zu überprüfen – KES

3. Die Einteilung der Qualitätsbereiche nach Tietze
3.1. Allgemeine Übersicht über die Einteilung
3.2. Strukturqualität
3.3. Orientierungsqualität
3.4. Prozessqualität

4. Prozessqualität in der KES

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Frage nach Qualität in Kindertageseinrichtungen, was sie ausmacht, wie sie gemessen, entwickelt und gesichert werden kann, ist in den letzten zwei Jahrzehnten in Deutschland sehr bedeutend gewesen und ist es auch immer noch.

Diese Arbeit beschäftigt sich ebenfalls mit Qualität. Zu Beginn erfolgt eine Übersicht über die Entwicklung der Qualitätsfrage in Deutschland und eine definitorische Annäherung an den Begriff der Qualität. Ebenfalls soll exemplarisch ein Instrument zur Qualitätsmessung vorgestellt werden – die Kindergarten-Einschätz-Skala. Der Fokus der Arbeit liegt dabei vor allem auf der Frage, wie Qualität gemessen und festgestellt werden kann. Dafür wurde ein Modell von Wolfgang Tietze gewählt, der Qualität in die Qualitätsbereiche Strukturqualität, Orientierungsqualität und Prozessqualität einteilt. Neben einer Erläuterung der verschiedenen Bereiche und ihrer Teilbereiche in Kindertageseinrichtungen, wird die Kindergarten-Einschätz-Skala untersucht, welche ebenfalls die Einteilung nach Tietze verwendet. Dabei liegt der Fokus besonders auf der Prozessqualität.

Ziel der Arbeit ist es, herauszufinden, wie Qualität gemessen werden kann, nach welchen Indikatoren sie untersucht werden kann und ob die Kindergarten-Einschätz-Skala ein geeignetes Instrument ist, den Ist-Zustand der Qualität in Kindertageseinrichtungen herauszufinden.

Wissenschaftliche Grundlage für die Arbeit waren dabei verschiedene Werke über Qualität in Kindertageseinrichtungen, besonders Literatur von Wolfgang Tietze. Dazu zählt unter anderem das Buch „Kinder von 4 bis 8 Jahren – Zur Qualität der Erziehung und Bildung in Kindergarten, Grundschule und Familie“, aber auch das Buch „Pädagogische Qualität entwickeln“. Ebenfalls relevant war der die „Kindergarten-Einschätz-Skala“. Es wurde die Ausgabe von 1997 verwendet, da die neuere und überarbeitete Auflage nicht verfügbar war. Alle Angaben über die Kindergarten-Einschätz-Skala beziehen sich also auf den Stand von 1997.

2. Theoretische Grundlagen

2.1. Entwicklung des Qualitätsbegriffes in deutschen Kindertageseinrichtungen

Die frühe Pädagogik beschäftigt sich bereits seit ihrer Entstehung mit der Frage nach Qualität und Qualitätskriterien. Aber erst seit Beginn der Bildungsreform der 60-er Jahre des letzten Jahrhunderts kam es zu einer im engeren Sinne empirischen Analyse von Qualität“ (Roux, 2006, S. 129). Ein Grund dafür könnte sein, dass Möglichkeiten gesucht wurden, um die Effizienz von Kindertagesbetreuungen zu steigern.

Durch die Einführung des Rechtsanspruches auf einen Kindergartenplatz[1], wurde vor allem die Frage nach quantitativen Steigerungsmöglichkeiten wichtig. In den 1990er Jahren gewann die Frage nach Qualität in Kindertageseinrichtungen stark an Bedeutung. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Zum einen durch die sozial- und bildungspolitischen Neuorientierungen durch die Wiedervereinigung Deutschlands (vgl. Roux, 2006, S.129). Zum anderen gab es neuere entwicklungspsychologische Erkenntnisse und neue Bildungs- und Erziehungspläne. Dabei wurde sich nicht nur auf strukturelle Merkmale begrenzt, sondern die Frage nach Qualitätsmessung und - kriterien kam auf. Aufgrund der Initiative von Wolfgang Tietze und durch seine Studie „Wie gut sind unsere Kindergärten?“ entstand die Kindergarten-Einschätz-Skala (KES). „In Anschluss an die Veröffentlichung der KES begann eine kurze intensive Diskussion über Einschätzskalen. Diese Diskussion war geprägt von der grundsätzlichen Frage, ob und wie Qualität überhaupt „gemessen“ werden sollte“ (www.kindergartenpaedagogik.de/924.html, Zugriff am 27.02.2012, 21.06 Uhr).

Durch die bundesdeutsche Qualitätsdiskussion 1999 durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bekam die Qualitätsdebatte einen Aufschwung. 2002 wurde unter anderem der Nationale Kriterienkatalog veröffentlicht, durch den es möglich war, die Qualität in Kindertageseinrichtungen zu messen und zu bewerten, mit besonderem Hinblick auf die Bildungsbereiche.

In der Gegenwart wird sowohl ein quantitativer als auch ein qualitativer Ausbau der Kindertageseinrichtungen in Deutschland angestrebt, da es im Jahre 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für alle unter drei-jährigen Kinder geben soll. Inwiefern dieses Ziel erreicht werden kann, ist momentan noch nicht klar.

2.2. Definitorische Annäherung an den Begriff ‚Qualität‘

Für den Begriff der Qualität gibt es keine konkrete Definition, da eine begriffliche und theoretische Klärung von Qualität bislang nicht möglich war. Qualität ist immer vom jeweiligen Kontext, der Zeit und den beteiligten Akteuren abhängig. Aus diesem Grund enthält dieses Kapitel lediglich eine definitorische Annäherung.

Im Allgemeinen wird unter Qualität die Gesamtheit von Merkmalen und Merkmalswerten einer Einheit bezüglich ihrer Eignung, festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen, verstanden (vgl. http://www.quality.de/lexikon/qualitaet.htm, Zugriff am 21.02.2012, 13.17 Uhr). Qualität ist dabei ein multidimensionaler Gegenstand, da es nie nur ein Kriterium bzw. ein Merkmal gibt, welches zu erfüllen ist. Außerdem ist Qualität weder absolut noch unveränderlich, sondern immer im jeweiligen Kontext zu sehen.

Für diese Arbeit ist insbesondere eine Betrachtung pädagogischer Qualität von Bedeutung. Um pädagogische Qualität in Kindertageseinrichtungen zu definieren ist ebenfalls eine Beachtung des jeweiligen Akteurs wichtig. Dazu gehören unter anderem die Eltern des Kindes, die Pädagogen, der Träger, aber auch die Wirtschaft hat eine Sichtweise auf Qualität. Dennoch ist pädagogische Qualität in ihrer Definition und ihren Kriterien genauer vorgeschrieben: „Pädagogische Qualität rückt die Sichtweisen und das Interesse des Kindes in den Mittelpunkt und macht diese zum Maßstab für die Qualität in einer Kindertageseinrichtung“ (Tietze, 2005, S. 19). Pädagogische Qualität wird aus der Nutzerperspektive des Kindes gesehen und nimmt das Wohl und die Entwicklung des Kindes in den Blick. „Pädagogische Qualität ist in einer pädagogischen Umwelt dann gegeben, wenn diese dem Wohlbefinden sowie der gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklungsförderung des Kindes dient und (…) damit auch die Eltern in ihrer Erziehungsarbeit unterstützt“ (Tietze, 2005, S. 20).

[...]


[1] Der Rechtsanspruch wurde im Jahr 1996 eingeführt.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Indikatoren für pädagogische Qualität am Beispiel der Kindergarten-Einschätz-Skala
Hochschule
Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit Dresden (FH)
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
16
Katalognummer
V271671
ISBN (eBook)
9783656634430
ISBN (Buch)
9783656634416
Dateigröße
402 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Qualität, Kindergarten, Kindergarten-Einschätz-Skala, Qualitätsinstrumente, Kindertageseinrichtung
Arbeit zitieren
Juliane Kühn (Autor), 2012, Indikatoren für pädagogische Qualität am Beispiel der Kindergarten-Einschätz-Skala, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271671

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