Seit den Achtzigern haben starke Umstrukturierungen die Wirtschaft in Großbritannien verändert. Diese bestanden daraus, dass Rationalisierungen im Großhandel, die Schließung von Fabriken, sowie die Entwicklung und Implementierung neuer Produktionstechnologien stattfanden. Dadurch veränderten sich die Arbeitsweisen, eine maßgebliche Verbreitung neuer und kleiner Unternehmen erfolgte und ausländische multinationale Konzerne tätigten bedeutende Inlandsinvestitionen in Großbritannien. In diesem Kontext spielte die hochtechnologische Industrie eine bedeutende Rolle. Sie wird von vielen Experten als Teil einer technologischen Revolution der westlichen Wirtschaftssysteme gesehen. Diese Revolution zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich auf den Erfindungen im Bereich der Mikroelektronik, Computer- und der neuen Informationstechnologien gründet und als neue fünfte lange Welle eines Kondratieff-Zyklus erklärt werden kann (vgl. KEEBLE 1991, S. 21). Als die Labour Partei 1997 die Regierung bildete, wurde diese Entwicklung dahingehend vorangetrieben, dass Universitäten von der Regierung nicht nur mehr Zuwendungen im Bereich der Forschung, sondern auch für unternehmerische Tätigkeiten erhielten. Ziel der vorliegenden Arbeit soll die Darstellung der Akteure und Faktoren des Zusammenspiels sein, welches zu den besonderen regionalen Mustern der Interaktion zwischen Firmen und der Universität Oxford in der Technologieregion Oxford führen (vgl. FROMHOLF-EISEBITH 2000, S. 4; STERNBERG 1995, S. 4f.).
Oxford wird hierbei als besonderer Standort untersucht, um herauszufinden, warum innovative Firmen aus der Technologiebranche externe Verbindungen, in diesem Falle zur Universität, pflegen und welche räumlichen Faktoren wichtig sind für regionalspezifische Verbindungen des Technologietransfers von Universitäten und Firmen, die sich in räumlicher Nähe befinden. Zunächst werden im nächsten Kapitel regionalwirtschaftliche Rahmenbedingungen in der Region abgesteckt. Im darauffolgenden Kapitel werden die maßgebenden Akteure in der Technologieregion Oxford dargestellt. sodass deutlich wird, welche Formen, Möglichkeiten und Barrieren es in der Interaktion zwischen diesen Akteuren gibt. Im vierten Kapitel wird sodann auf die messbaren Effekte der Universität auf die Technologieregion eingegangen. Hierbei werden wirtschaftsräumliche Prozesse dargestellt und analysiert, sodass in einem abschließenden Fazit ein Ausblick der Entwicklungen deutlich werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Rahmenbedingungen zu den regionalwirtschaftlichen Wirkungsmöglichkeiten in der Technologieregion Oxford
3 Die Akteure im Kontext der High-Tech Industrie
3.1 Die Universität Oxford
3.2 Die High-Tech Industrie
3.3 Politik
3.4 Formen, Möglichkeiten und Barrieren
4 Regionalwirtschaftliche Merkmale in der Technologieregion Oxford
4.1 Bewertung der Unternehmens-Universitäts-Interaktion durch die Unternehmer
4.2 Sektoren
4.3 Arbeitsplätze
4.4 Patentaktivität und Lizenzen
4.5 Spin-offs
4.6 Anziehung auswärtiger Investoren und Unternehmer
5 Fazit
5.1 Zusammenfassung und Schlussfolgerung
5.2 Ausblick
5.3 Herausforderungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Akteure und Einflussfaktoren des Zusammenspiels zu analysieren, die zu den spezifischen regionalen Mustern der Interaktion zwischen Unternehmen und der Universität Oxford innerhalb der Technologieregion Oxford führen.
- Historische Entwicklung der Technologieregion Oxford
- Die Rolle der Universität als unternehmerischer Akteur
- Strukturen der High-Tech Industrie und deren Standortfaktoren
- Politische Rahmenbedingungen und Förderprogramme
- Mechanismen des Technologietransfers und der Wissens-Spillover
Auszug aus dem Buch
3.2 Die High-Tech Industrie
Für die Branche und die Unternehmen der High-Tech Industrie gibt es keine einheitliche Definition. In England lässt sich die High-Tech Industrie durch mindestens vier Charakteristika beschreiben. Erstens bestehen schnelle Produktveränderungen, die zu kürzeren Produkt-Lebenszyklen führt. Zweitens wächst die Marktnachfrage sehr schnell in diesem Sektor. So haben sich Mikroelektronik und Computer sehr schnell in der westlichen Welt in den Achtzigern etabliert und sind seitdem in allen Lebensbereichen zu finden. Drittens ist die wissenschaftliche Forschung und Entwicklung sehr wichtig für die High-Tech Industrie. Die Verortung von Personal aus diesen Bereichen stellt einen wichtigen Standortfaktor da.
Viertens wird die High-Tech Industrie in Großbritannien durch eine „jüngere koorperative Umstrukturierung“ (KEEBLE 1991, S. 22) charakterisiert. Das zeigt sich dahingehend, dass große, multinationale, als auch kleine, einheimische Unternehmen in den Achtzigern stark expandierten (vgl. KEEBLE 1991, S. 22.). Zumeist handelt es sich hierbei um die Sektoren der Elektronik-, Halbleiter- und Computerindustrie, Luft- und Raumfahrt, Bio- und Medizintechnik, sowie Teile des Maschinen-, Anlagen- und Instrumentenbaus, als auch der Chemischen Industrie. Servicebereiche wie Software-Programmierung und Consultingfirmen können auch dazugezählt werden (vgl. FROMHOLD-EISEBITH 1992, S. 14).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den wirtschaftlichen Strukturwandel in Großbritannien seit den 1980er Jahren und die wachsende Bedeutung von High-Tech Industrien sowie der unternehmerischen Rolle der Universität.
2 Rahmenbedingungen zu den regionalwirtschaftlichen Wirkungsmöglichkeiten in der Technologieregion Oxford: Dieses Kapitel beschreibt die geographische Verortung von Oxford und Oxfordshire und analysiert die regionale Dynamik sowie die "räumliche Arbeitsteilung" im Kontext der Hochtechnologie.
3 Die Akteure im Kontext der High-Tech Industrie: Das Kapitel untersucht die zentralen Akteure – Universität, Industrie und Politik – sowie deren Motivationen und Interaktionsformen im Rahmen des Technologietransfers.
4 Regionalwirtschaftliche Merkmale in der Technologieregion Oxford: Hier werden die messbaren Auswirkungen der Kooperationen, wie Sektorenverteilung, Arbeitsplatzentwicklung, Patentaktivität und Spin-off-Gründungen, detailliert ausgewertet.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die wechselseitigen Beziehungen der Akteure zusammen und diskutiert zukünftige Herausforderungen sowie den Ausblick auf eine verstärkte regionale Vernetzung.
Schlüsselwörter
Technologieregion, Universität Oxford, High-Tech Industrie, Technologietransfer, Spin-offs, Wissens-Spillover, Forschung und Entwicklung, regionale Wirtschaft, Oxfordshire, Innovation, Intellectual Property, Standortfaktoren, unternehmerische Universität, Arbeitsmarkt, Wirtschaftsgeographie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die regionalwirtschaftlichen Strukturen und die Interaktionsmuster zwischen der Universität Oxford, der lokalen High-Tech Industrie und politischen Akteuren in der Technologieregion Oxford.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Rolle der Universität als Motor für Innovation, die Entstehung und Entwicklung von Spin-offs, die Bedeutung von Standortfaktoren für Technologieunternehmen sowie der Einfluss staatlicher Förderpolitik.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, welche Akteure und Faktoren das Zusammenspiel zwischen Unternehmen und der Universität Oxford prägen und wie diese Interaktionen zu den spezifischen regionalen Wachstumsmustern beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine deskriptiv-analytische Methode, die auf der Auswertung bestehender Fachliteratur, Wirtschaftsdaten, statistischer Erhebungen (z.B. zur Spin-off-Rate) und regionalwirtschaftlicher Fallstudien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen und aktuellen Rahmenbedingungen, die Rollen der Universität (inkl. Technologietransfer durch TTOs), der Industrie und der Politik sowie die quantitativen und qualitativen Effekte dieser Kooperationen auf die Region.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Typische Begriffe sind Technologieregion, Wissens-Spillover, unternehmerische Universität, Spin-offs, Innovationskultur und regionale Standortfaktoren.
Welche Rolle spielt das TTO 'Isis Innovation'?
Isis Innovation fungiert als zentraler Technologietransfer-Dienstleister der Universität Oxford, der die Lizenzvergabe von geistigem Eigentum steuert, Spin-offs unterstützt und Netzwerkarbeit zwischen Forschern und Investoren leistet.
Warum ist Oxford ein besonderer Standort für Spin-offs?
Aufgrund der hohen Dichte an hochqualifiziertem Personal, der exzellenten biomedizinischen Forschung der Universität und des aktiven Unterstützungsumfelds (Science Parks, Förderfonds) zieht Oxford überdurchschnittlich viel privates Kapital für neue Unternehmen an.
- Arbeit zitieren
- Alice Neht (Autor:in), 2011, Die Technologieregion Oxford, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271682