Sprachen können sich in der Freiheit ihrer Wortstellung stark unterscheiden. Darum stellen die Wortstellungsregeln, die für das deutsche Mittelfeld existieren, sicherlich für einige Deutschlernende eine Herausforderung dar. Willkop (vgl. 2004: 134) stellt fest, dass Deutschlernende in diesem Bereich auf jeder Stufe häufig Fehler machen. Von Grammatikbuch-Autoren sollte dieses Thema darum aufgegriffen und adäquat vermittelt werden.
In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, wie genau die Autoren in den ausgewählten Grammatiken die Mittelfeldabfolge darstellen. Zuerst wird aufgezeigt, was man unter dem Mittelfeld versteht, welche Satzglieder/-funktionen darin auftreten können und welche Faktoren die Satzgliedabfolge im Mittelfeld beeinflussen (Kapitel 2). Der Hauptteil der Arbeit (Kapitel 3) beschäftigt sich damit, wie die Mittelfeldabfolge in den untersuchten Grammatiken – Eisenberg (2013), Fandrych (2012) und Kars/Häussemann (1997) – vermittelt und geübt wird. Abschließend (Kapitel 4) werden die Untersuchungsergebnisse vergleichend zusammengefasst, wobei auch auf Vor- und Nachteile der einzelnen Grammatikdarstellungen eingegangen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DAS MITTELFELD
2.1 Abfolgeregeln und -faktoren
2.2 Herausforderungen bei der Didaktisierung
3 DARSTELLUNG DER MITTELFELDABFOLGE IN AUSGEWÄHLTEN GRAMMATIKEN
3.1 Eisenberg (2013) – Grundriss der deutschen Grammatik: der Satz
3.2 Fandrych (2012) – Klipp und Klar
3.3 Kars/Häussermann (1997) – Grundgrammatik Deutsch
4 VERGLEICH UND ZUSAMMENFASSUNG
A ANHANG
A.1 Eisenberg (2013) – Grundriss der deutschen Grammatik: der Satz
A.2 Fandrych (2012) – Klipp und Klar
A.3 Kars/Häussermann (1997) – Grundgrammatik Deutsch
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie verschiedene Grammatikwerke die Satzgliedabfolge im deutschen Mittelfeld darstellen und vermitteln. Das primäre Ziel ist es, die didaktische Aufbereitung und die Verwendung grammatiktheoretischer Begriffe in ausgewählten Werken zu vergleichen und auf ihre Tauglichkeit für Deutschlernende zu prüfen.
- Analyse der Abfolgeregeln und -faktoren im Mittelfeld
- Didaktische Herausforderungen bei der Vermittlung von Wortstellungsregeln
- Vergleich der Darstellung in Eisenberg (2013), Fandrych (2012) und Kars/Häussermann (1997)
- Rolle der Terminologie (Valenzgrammatik vs. traditionelle Grammatik)
- Visuelle Gestaltung und lernpsychologische Aspekte der Vermittlung
Auszug aus dem Buch
2.1 ABFOLGEREGELN UND -FAKTOREN
Das Mittelfeld – das sich zwischen linker und rechter Satzklammer befindet – ist nicht nur das „am häufigsten realisierte Stellungsfeld“ (Zifonun et al., 1997: 1505), es ist auch das Stellungsfeld, in dem Reihenfolgebeziehungen überhaupt erst zutage treten. Denn im Gegensatz zum Vorfeld und zum Nachfeld, die meist von einem Element besetzt sind, können im Mittelfeld mehrere Satzglieder vorkommen (vgl. Eisenberg, 2013: 381; Fandrych, 2005: 15, Zifonun, 1997: 1505). Mit Ausnahme einiger syntaktischer Funktionen (wie bspw. dem Vorfeld-füllenden es) können im Mittelfeld grundsätzlich alle Satzglieder positioniert werden; bestimmte syntaktische Funktionen (z. B. Modalpartikeln) können sogar nur im Mittelfeld auftreten (vgl. Altmann/Hofmann, 2008: 98/99).
Sobald mehr als ein Satzglied im Mittelfeld realisiert wird, bestimmen zahlreiche Regeln und Faktoren die Abfolge dieser Satzglieder. Da es – wie Eroms (vgl. 2004: 460) treffend feststellt – einen enormen Aufwand erfordert, all diese Regeln vollständig zu erfassen und befriedigend zu systematisieren, finden sich in den Grammatiken die unterschiedlichsten Darstellungen der Mittelfeld-Abfolgeregeln. Einig ist man sich allerdings darüber, dass die Mittelfeld-Abfolge am besten erfasst werden kann, wenn man sich die Dichotomie von Ergänzungen und Angaben zu Nutze macht (vgl. Fandrych, 2005; Eroms, 2004; Willkop: 2004; Zifonun: 1997). Während Ergänzungen nämlich meist am linken oder rechten Rand des Mittelfelds stehen, wo die Abfolge relativ fest ist, treten Angaben im Zentrum des Mittelfelds auf, wo die Stellung freier wird (vgl. Vorderwülbecke, 2012 – Gesamtabfolge der Komplemente und Supplemente; Fandrych, 2005: 15).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Autorin erläutert ihre Motivation für die Arbeit, die aus praktischen Erfahrungen bei der Korrektur von Lehrbuchtexten für Deutschlernende resultiert.
2 DAS MITTELFELD: Dieses Kapitel definiert das Mittelfeld als zentrales Stellungsfeld und analysiert die komplexen Regeln und Faktoren, die die Abfolge von Satzgliedern beeinflussen.
3 DARSTELLUNG DER MITTELFELDABFOLGE IN AUSGEWÄHLTEN GRAMMATIKEN: Die Arbeit vergleicht detailliert, wie Eisenberg, Fandrych sowie Kars/Häussermann die Wortstellungsregeln im Mittelfeld darstellen und didaktisch vermitteln.
4 VERGLEICH UND ZUSAMMENFASSUNG: Abschließend werden die unterschiedlichen Ansätze der Grammatiken bewertet, wobei Vor- und Nachteile hinsichtlich Verständlichkeit und terminologischer Konsistenz hervorgehoben werden.
Schlüsselwörter
Mittelfeldabfolge, Satzgliedstellung, Deutsch als Fremdsprache, Grammatikographie, Ergänzungen, Angaben, Wortstellungsregeln, Didaktisierung, Valenzgrammatik, Linguistische Grammatik, Übungsgrammatik, Linearisierungsfaktoren, Thema-Rhema-Struktur, Sprachvermittlung, Termini.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert und vergleicht die Darstellung der Satzgliedfolge im Mittelfeld des Deutschen in drei ausgewählten Grammatikwerken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Abfolgeregeln für Ergänzungen und Angaben, die didaktische Vermittlung dieser Regeln sowie die verwendete grammatikalische Terminologie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie die gewählten Grammatiken die komplexe Thematik der Wortstellung im Mittelfeld aufbereiten und welche Unterschiede in der Qualität und Anwendbarkeit für Lernende bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin führt einen vergleichenden Analyseteil durch, der auf einer Auswertung der betreffenden Kapitel in den ausgewählten Fachbüchern basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil (Kapitel 3) werden die Grammatiken von Eisenberg, Fandrych sowie Kars/Häussermann jeweils einzeln hinsichtlich ihrer Struktur, Metasprache und Übungsangebote analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Mittelfeldabfolge, Deutsch als Fremdsprache, Grammatikographie, Valenzgrammatik sowie didaktische Aufbereitung.
Warum ist Eisenbergs Grammatik laut der Autorin kritisch zu betrachten?
Eisenberg mischt verschiedene Begriffssysteme ohne ausreichende Begründung, was die Verständlichkeit für den Nutzer erschwert und zu Ungenauigkeiten führt.
Was zeichnet die Darstellung von Kars/Häussermann aus?
Sie zeichnet sich durch den Einsatz visueller Metaphern (z. B. die Brücke) und eine lernpsychologisch sinnvolle Gestaltung aus, die Lernende entlasten soll.
- Arbeit zitieren
- Andrea Hahnfeld (Autor:in), 2014, Zwischen Freiheit und Ordnung - Satzgliedabfolge im deutschen Mittelfeld, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271750