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Die Verantwortung des deutschen Fernsehens gegenüber Kindern während der Berichterstattung zu den Anschlägen des 11. September

Schürung von Existenzängsten anstatt altersgerechter Aufklärung?

Title: Die Verantwortung des deutschen Fernsehens gegenüber Kindern während der Berichterstattung zu den Anschlägen des 11. September

Seminar Paper , 2003 , 17 Pages , Grade: 2

Autor:in: Timo Uhlenbrock (Author)

Pedagogy - Media Pedagogy
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"Im Grunde sah die Wirklichkeit so schrecklich unprofessionell aus, daß wir nicht an sie glauben mochten. Man hatte das - man verzeihe den Ausdruck - tausendmal besser gesehen."

Die Ereignisse vom 11. September 2001 kamen einen zu weilen wirklich wie ein schlechter Katastrophenfilm vor. Wackelnde Kameras, um die Bilder authentischer wirken zu lassen, schreiende, weglaufende Menschen und dann erst der Plot: Böse Islamisten kapern Flugzeuge, um damit das World Trade Center zum Einsturz zu bringen. Das Drehbuch hätte es wahrscheinlich nicht bis nach Hollywood geschafft. Jedoch ist dies alles, wie wir wissen, tatsächlich passiert und der Katastrophenfilm, wie schlecht er einem auch vorgekommen mag, war die Realität. Absolut live und spektakulär. Reality-TV.

Mit der Thematik des medienpädagogischen Umgangs und der Verantwortung des deutschen Fernsehens bei der Berichterstattung zu den Anschlägen am 11. September beschäftigt sich der Autor Timo Uhlenbrock.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung, Begriffsbestimmung, Abgrenzung

Exkurs: Zu den Ereignissen vom 11.09.01 in den USA

2. Das Fernsehen und der 11. September 2001

2.1. Verarbeitung der Anschläge im Fernsehen; Der Terror als Medienevent

2.2. Angst und Hilflosigkeit als Produkt der Berichterstattung vom 11.09.01?

3. Wirkung der Bilder vom 11.09.01 auf Kinder

3.1. Fernsehnutzung und Fernsehwirkung von Kindern

3.2. Verantwortlichkeit des Informationsfernsehens gegenüber Kindern: Gewaltvolle sich wiederholende Bilderflut statt ausreichende Informationen und Aufklärung?

3.3. Die Ereignisse des 11.09.01 in den Nachrichten: Wie gehen unsere Kinder damit um?

4. Fazit, Konkretion, Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Berichterstattung des deutschen Fernsehens anlässlich der Terroranschläge vom 11. September 2001. Das primäre Ziel ist es, die medienpädagogischen und medienethischen Herausforderungen bei der Vermittlung von Katastrophenbildern an Kinder zwischen 6 und 13 Jahren zu beleuchten und zu hinterfragen, ob die Sender ihrer Verantwortung gegenüber dieser jungen Zielgruppe gerecht wurden.

  • Mediale Inszenierung von Terror und die Rolle des Fernsehens
  • Entstehung von Angst und Hilflosigkeit durch Nachrichtenberichterstattung
  • Fernsehnutzung und psychologische Wirkungsmechanismen bei Kindern
  • Verantwortungspflicht von Fernsehanstalten im Kontext der Kindermedienpädagogik
  • Bedeutung der elterlichen und erzieherischen Begleitung bei der Medienrezeption

Auszug aus dem Buch

2.1. Verarbeitung der Anschläge in den visuellen Medien; Der Terror als Medienevent.

Die Anschläge vom 11.09 haben die Dimensionen, nicht nur gesellschaftlich, sondern auch für das Medium Fernsehen vollkommen gesprengt, „denn das Fernsehen war, ohne Möglichkeit der „Gegenwehr“ konsequent in die teuflische Dramaturgie der Terroristen eingebunden, mit dem alleinigen Zweck nahezu weltweit Angst und Schrecken zu erzeugen.“3 Nachdem das erste Flugzeug in den Nordturm des World Trade Centers geflogen war und es sich um eine mittlere Katastrophe zu handeln schien, war es klar und von den Terroristen so kalkuliert, dass die Kameras auf die „Unglücksstelle“ gerichtet sein würden und die große Katastrophe, der zweite Angriff, nun von Millionen Menschen mitverfolgt werden konnte. So startete ab dem Zeitpunkt des ersten Angriffs ein Medienevent sondergleichen, welches sich „über Stunden hinzog und in seiner Dramaturgie an eine griechische Tragödie erinnerte.“4

Angefangen mit den Abstürzen der Flugzeuge in die Türme, über die folgenden Abstürze ins Pentagon und der vierten Passagiermaschine, dem Einsturz der beiden Türme und die in dem Zusammenhang stehende „Gewalt der Bilder“ hinsichtlich oft gezeigter Wiederholungsschleifen der Ereignisse und verletzter, paralysierter Menschen war „die Trennung zwischen Realität und Fiktion… nicht mehr gegeben und gerade für Kinder wirkt eine derartige Situation besonders bedrohlich.“5 Ebenso konnte man sich den Bildern vom 11. September nur schwer entziehen, da fast alle Fernsehanstalten ihr laufendes Programm unterbrachen und sozusagen nahezu gleichgeschaltet die neusten Bilder aus den USA zeigten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung, Begriffsbestimmung, Abgrenzung: Der Autor führt in die Thematik ein und erläutert die emotionale sowie mediale Wucht der Anschläge, wobei der Fokus auf der kritischen Betrachtung der Berichterstattung liegt.

2. Das Fernsehen und der 11. September 2001: Dieses Kapitel analysiert, wie die mediale Dramaturgie den Terror als globales Ereignis inszenierte und welche Ängste dies bei den Rezipienten auslöste.

3. Wirkung der Bilder vom 11.09.01 auf Kinder: Hier wird untersucht, wie Kinder Medieninhalte wahrnehmen, wie sie durch Gewaltdarstellungen beeinflusst werden und welche Rolle die Verantwortung der Sender spielt.

4. Fazit, Konkretion, Ausblick: Der Autor resümiert, dass die Verantwortung für den Umgang mit diesen traumatischen Inhalten primär bei Eltern und Erziehern liegt, um Kindern eine Einordnung zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Medienethik, Medienkompetenz, 11. September 2001, Fernsehen, Terrorismus, Kindermedienpädagogik, Nachrichtensendungen, Gewalt, Kultivierungshypothese, Angst, Hilflosigkeit, Medienerziehung, Verantwortung, Bildgewalt, Katastrophenberichterstattung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die ethische Verantwortung des deutschen Fernsehens bei der Berichterstattung über die Terroranschläge vom 11. September 2001 im Hinblick auf die kindlichen Zuschauer.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Medienethik, der Einfluss von Katastrophenbildern, die mediale Inszenierung von Terror sowie die medienpädagogische Begleitung von Kindern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob die Art der Berichterstattung bei Kindern eher Ängste schürte oder altersgerechte Aufklärung bot und wie die Verantwortung der Sender zu bewerten ist.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit medienpädagogischen Modellen wie der Kultivierungshypothese und der Theorie der gelernten Hilflosigkeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der TV-Verarbeitung der Anschläge, der Wirkung auf Kinder unter Berücksichtigung von Fernsehnutzungsgewohnheiten und der Rolle der FSF.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Medienethik, Kindermedienpädagogik, Angstbewältigung, Katastrophenbilder und die Verantwortung der Massenmedien.

Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung von Gewalt zwischen Erwachsenen und Kindern in diesem Kontext?

Kinder lernen im Grundschulalter zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden, reagieren jedoch emotionaler, wenn ihnen suggeriert wird, dass Katastrophen auch ihre eigene unmittelbare Lebenswelt bedrohen könnten.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor in Bezug auf die Verantwortung?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass neben der Verantwortung der Sender vor allem Eltern und Erzieher gefordert sind, das Gesehene mit den Kindern zu reflektieren, um psychische Belastungen zu vermeiden.

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Details

Title
Die Verantwortung des deutschen Fernsehens gegenüber Kindern während der Berichterstattung zu den Anschlägen des 11. September
Subtitle
Schürung von Existenzängsten anstatt altersgerechter Aufklärung?
College
University of Marburg  (Erziehungswissenschaften)
Course
Medienethik und Medienkompetenz - von der ethischen Herausforderung der Medienerziehung und Medienpädagogik
Grade
2
Author
Timo Uhlenbrock (Author)
Publication Year
2003
Pages
17
Catalog Number
V27182
ISBN (eBook)
9783638292993
ISBN (Book)
9783640858583
Language
German
Tags
Verantwortung Fernsehens Kindern Berichterstattung Anschlägen September Schürung Existenzängsten Aufklärung Medienethik Medienkompetenz Herausforderung Medienerziehung Medienpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Timo Uhlenbrock (Author), 2003, Die Verantwortung des deutschen Fernsehens gegenüber Kindern während der Berichterstattung zu den Anschlägen des 11. September , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27182
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