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Helden im Sport. Die Darstellung des Kletterers Wolfgang Güllich und die Rolle seines Todes

Titel: Helden im Sport. Die Darstellung des Kletterers Wolfgang Güllich und die Rolle seines Todes

Seminararbeit , 2012 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Michael Schmitt (Autor:in)

Sport - Sportsoziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Am 31. August 1992 erlag der Kletterer Wolfgang Güllich den Folgen eines Autounfalls. Nicht jeder kannte ihn. Gesehen haben ihn dennoch Millionen von Menschen – als Stallone-Stuntdouble in dem Film „Cliffhanger – nur die Starken überleben“, dessen Premiere er selbst nicht mehr miterlebte. Er war einer derjenigen, die das Klettern als einen Sport etablierten. Unter Seinesgleichen war er hochgeschätzt. Seine immer wieder erstaunlichen Leistungen wurden sehr bewundert, seine Persönlichkeit noch mehr. Mit seiner Bescheidenheit und seiner Zielstrebigkeit, seinem Umgang mit Menschen und seiner Lebenseinstellung beeindruckte er viele. Sein Leben war vorbildlich, sein Tod tragisch. Er ist als Held von uns gegangen. Oder doch nicht? Diese Frage versucht diese Arbeit nicht zu beantworten. Welche Frage sie jedoch behandelt, ist, ob er als Held dargestellt wurde, und ob es Anzeichen dafür gibt, dass sein früher Tod mit nur 31 Jahren (*23. Oktober 1960) zu einer heldenhafteren Darstellung führte als sie es vor dem 31. August 1992 war.

Um diese Frage beantworten zu können, benötigt es zunächst eine Idee des Heldenbegriffs und welche Rolle diese im Sportsystem spielt. Die Bedeutung des Todes – insbesondere eines frühen Todes – in diesem Zusammenhang wird anschließend erläutert.

Bevor die Analyse eines Kurzportraits zu Lebzeiten Güllichs und die Analyse des Dokumentarfilms „Jung stirbt, wen die Götter lieben“ erfolgen, wird noch auf die Besonderheit dieses audiovisuellen Mediums eingegangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Heldenbegriff

2.1 Helden in ihrer Geschichte und heute

2.2 Die Heldeninitiation

2.3 Helden im Sport

2.4 Heldentum und Tod

3. Der Dokumentarfilm als audiovisuelles Medium

3.1 Die Besonderheiten audiovisueller Medien

3.2 Die Funktionen audiovisueller Medien

3.3 Der Dokumentarfilm

4. Wolfgang Güllich – ein Held?

4.1 Wolfgang Güllichs Potential zum Helden

4.2 Darstellung Wolfgang Güllichs vor dessen Tod

4.3 Darstellung Wolfgang Güllichs nach dessen Tod

5. Resümee

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der Kletterer Wolfgang Güllich in den Medien als Held konstruiert wurde und welche spezifische Rolle sein früher Tod für diese heldenhafte Darstellung einnahm. Im Fokus steht dabei die Analyse, wie sich die mediale Wahrnehmung und Zuschreibung von heldentypischen Attributen vor und nach seinem tragischen Unfall veränderte.

  • Soziologische Analyse des Heldenbegriffs und dessen Bedeutung im Sportsystem.
  • Die Funktion und Besonderheit audiovisueller Medien bei der Heldenkonstitution.
  • Vergleichende Untersuchung von textlichen Kurzportraits und dem Dokumentarfilm "Jung stirbt, wen die Götter lieben".
  • Untersuchung der Heldeninitiation im Kontext des Klettersports.

Auszug aus dem Buch

4.1 Wolfgang Güllichs Potential zum Helden

Durch das Anforderungsprofil der Sportart Klettern und dem System der Schwierigkeitsgrade ergibt sich eine gewisse Vergleichbarkeit des Kletterkönnens. Da sich Wolfgang Güllich nicht in Turniersystemen bewegte, hatte er jedoch keine direkten Konkurrenten im Sinne dessen, wie es in der Literatur in Bezug auf Sporthelden in der Regel zur Sprache kommt. Güllichs dargestellte Einstellung zum Leistungsvergleich untereinander wird in folgendem Zitat aus dem Kurzportrait, das anschließend noch auf Hinweise auf ein etwaiges Heldentum analysiert wird, verdeutlicht:

„Im Gegensatz zur weitverbreiteten Meinung ist das Sportklettern völlig unabhängig von den gekletterten Schwierigkeitsgraden. Vielmehr ist allein die geistige Einstellung und die Zielsetzung über das ‚Wie‘ einer Kletterei von Bedeutung. Die erste und wichtigste Regel der Sportkletterer heißt freies Klettern. Dies bedeutet, daß man die Schwierigkeiten einer Felswand akzeptiert und versucht, sie ohne künstliche Hilfsmittel zur Fortbewegung zu bewältigen“.

Was stattdessen immer wieder offensichtlich gemacht wird, ist, dass es Güllich um das Verschieben der eigenen Leistungsgrenze und um das Menschenmögliche im Klettersport im Allgemeinen ging.

Dies gelang ihm laut der Darstellung über viele Jahre hinweg und damit zu einem großen Teil seines Lebens. Damit wäre eine Bedingung erfüllt, Güllich als einen „Langzeithelden“ zu bezeichnen.

Die Breite der Menschenmasse, auf die er wirkte, scheint nicht nennenswert über die Klettergemeinschaft hinauszugehen. Dafür waren seine öffentlichen Auftritte wie derjenige am 23. Januar 1988 in der Sendung „Wetten dass..?“ vermutlich zu selten. Die Massenmedien interessierten sich nur sehr eingeschränkt für diese damals noch junge Sportart. Falls Güllich als Held wirkte, dann wahrscheinlich auf eine „imagined community“ der Kletterer.

Was einem möglichen Heldenstatus zu Gute kommen könnte, wäre die Tatsache, dass es keine Anzeichen für eine absinkende Leistungskurve vor Güllichs Tode gibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den tragischen Unfalltod von Wolfgang Güllich und wirft die Forschungsfrage auf, inwiefern sein früher Tod eine heldenhafte mediale Konstruktion forcierte.

2. Der Heldenbegriff: Dieses Kapitel definiert den Helden als soziologische Figur, beleuchtet die Heldeninitiation und diskutiert, wie der Sport als System zur Heldenproduktion fungiert.

3. Der Dokumentarfilm als audiovisuelles Medium: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Mediums Film sowie dessen spezifische Möglichkeiten zur Bedeutungserzeugung und Heldeninszenierung analysiert.

4. Wolfgang Güllich – ein Held?: Im Hauptteil werden die mediale Darstellung Güllichs vor und nach seinem Tod sowie sein Potential zur Heldenfigur anhand von Porträts und filmischem Material untersucht.

5. Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass Güllich zahlreiche heldentypische Zuschreibungen erfuhr, wobei sein Tod die rückwirkende Mythisierung verstärkte.

6. Literatur: Das Verzeichnis listet alle verwendeten Quellen und Medienanalysen auf.

Schlüsselwörter

Wolfgang Güllich, Sportheld, Heldenbegriff, Heldeninitiation, Klettersport, Dokumentarfilm, Medienanalyse, Leistungsprinzip, Identifikation, mediale Konstruktion, Extremsport, Totenkult, Sportsoziologie, Heldenrethorik, Fremd- und Selbstwahrnehmung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit analysiert die mediale Darstellung des Kletterpioniers Wolfgang Güllich und untersucht, ob und wie er als Held rezipiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Soziologie des Heldentums, die Dynamik des Sportsystems sowie die Wirkweise audiovisueller Medien bei der Konstruktion von Idolen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob Güllich als Held dargestellt wurde und ob sein früher Tod zu einer heldenhafteren Darstellung führte, als sie zu seinen Lebzeiten existierte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine medienanalytische Arbeit, die einen Dokumentarfilm sowie schriftliche Kurzporträts mittels soziologischer Heldentheorien auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt die konkrete Anwendung der Heldentheorie auf die Person Güllich, unterteilt in seine Darstellung zu Lebzeiten und die retrospektive Betrachtung nach seinem Tod.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sportheld, Heldeninitiation, mediale Konstruktion, Klettersport und der Einfluss des Todes auf die Heldenmystifizierung.

Wie unterscheidet sich die Darstellung vor und nach Güllichs Tod?

Während die Berichterstattung zu Lebzeiten primär auf sportliche Leistungen fokussierte, findet nach seinem Tod eine stärkere moralische und mythische Aufwertung statt.

Welche Rolle spielen "imagined communities" für Güllich?

Da Güllich als Kletterer ein Randgebiet des öffentlichen Sports besetzte, wirkte er primär innerhalb einer speziellen Gemeinschaft Gleichgesinnter ("imagined community"), statt eine breite Massenidentifikation zu erzeugen.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Helden im Sport. Die Darstellung des Kletterers Wolfgang Güllich und die Rolle seines Todes
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Institut für Sportwissenschaft und Sportzentrum)
Veranstaltung
Sportwissenschaftliches Arbeiten/Forschen aus sozialwissenschaftlicher Perspektive
Note
1,0
Autor
Michael Schmitt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V271884
ISBN (eBook)
9783656641537
ISBN (Buch)
9783656641506
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sport Soziologie Sportsoziologie Helden Klettern Güllich Heldenmythos Tod Heldendarstellung Massenmedien Wolfgang Antike Heldeninitiation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michael Schmitt (Autor:in), 2012, Helden im Sport. Die Darstellung des Kletterers Wolfgang Güllich und die Rolle seines Todes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271884
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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