Vergleich zwischen familienpolitsichen Maßnahmen: Deutschland/Frankreich
Die Familienpolitik wird grundsätzlich als ein Teilbereich der Sozialpolitik gesehen und zielt mit ihren vielseitigen Leistungen auf die Unterstützung der Familien ab. Aufgrund des demographischen Wandels und den veränderten Arbeits-und Lebensbedingungen gewinnt die Familienpolitik in Europa zunehmend an Bedeutung. Als Vorbild im europäischen Vergleich, in Sachen Familienpolitik und familienpolitischen Maßnahmen wird oft Frankreich genannt. In welchen Punkten unterscheiden sich die beiden Ländern diesbezüglich voneinander?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Familienpolitik in Deutschland
2.1 Einführung und Bedeutung
2.2 Familienpolitische Maßnahmen in Deutschland
2.3 Betreuungssituation in Deutschland
3. Familienpolitik in Frankreich
3.1 Einführung und Bedeutung
3.2 Familienpolitische Maßnahmen in Frankreich
3.3 Betreuungssituation in Frankreich
4. Vergleich einiger familienpolitischen Maßnahmen: Deutschland und Frankreich
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die unterschiedlichen Systeme der Familienpolitik in Deutschland und Frankreich vergleichend zu analysieren, um Gemeinsamkeiten, Unterschiede sowie Vor- und Nachteile der jeweiligen Maßnahmen herauszuarbeiten und den Handlungsbedarf insbesondere im Bereich der Kinderbetreuung aufzuzeigen.
- Vergleich der familienpolitischen Leistungskataloge beider Länder
- Analyse der Kinderbetreuungssituation und deren Ausbaustand
- Untersuchung des Einflusses der Familienpolitik auf die Erwerbstätigkeit von Frauen
- Betrachtung von Transferleistungen im Vergleich zu infrastrukturellen Angeboten
- Diskussion aktueller politischer Zielsetzungen und Reformpläne
Auszug aus dem Buch
2.1 Einführung und Bedeutung
Der Familienpolitik in Deutschland wurde lange Zeit kaum Beachtung und Aufmerksamkeit geschenkt. Sie wurde oft nur als einer der Teilbereiche der Sozialpolitik betrachtet und in der Öffentlichkeit wenig thematisiert. In den letzten Jahren gewann sie jedoch zunehmend an Bedeutung z.B. in Pateiprogrammen, in Wahlkämpfen sowie in den Medien (vgl. Wenzler, 2009, S.1). Auch die Grundhaltung der Gesellschaft gegenüber der Familie erfuhr einen stätigen Wandel, aktuell orientiert man sich jedoch immer noch zu stark an dem traditionellen Modell des männlichen Alleinernährers der Familie (siehe Erwerbstätigkeit von Frauen, Gleichberechtigung am Arbeitsplatz, fehlende Betreuungseinrichtungen, Ehegattensplitting, die Mitversicherung nicht erwerbstätiger Haushaltsmitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung, die Hinterbliebenenrente etc.) (vgl. Boden 2007, S.193).
Grundsätzlich bildet in Deutschland Mann, Frau und ein Kind, die Kleinfamilie. Großfamilien, in denen mindestens zwei Generationen unter einem Dach leben sind in heutzutage eher eine Ausnahme. Alleinerziehende mit Kind(er), uneheliche Partnerschaften, Patchworkfamilien und gleichgeschlechtliche Partnerschaften ergänzen die Vorstellung bzw. Definition einer Familie von Heute (vgl. Boden 2007, S. 185). Die grundlegende Orientierung und Basis allen familienpolitischen Handelns der Regierung in Deutschland, bilden im Kern die gesetzlichen Regelungen des Artikels 6 Abs. 1, 2 und 4 des Grundgesetztes.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Familienpolitik aufgrund des demographischen Wandels und stellt den strukturellen Aufbau der Untersuchung vor.
2. Familienpolitik in Deutschland: Hier wird der Stellenwert der Familie in Deutschland analysiert, die gängigen Maßnahmen wie Elterngeld und Kinderlastenausgleich kritisch beleuchtet sowie der Mangel an Betreuungseinrichtungen erörtert.
3. Familienpolitik in Frankreich: Dieses Kapitel beschreibt das französische System als Vorbild mit Fokus auf hoher Erwerbsquote von Frauen und einem stark ausgebauten, staatlich geförderten Betreuungssystem.
4. Vergleich einiger familienpolitischen Maßnahmen: Deutschland und Frankreich: Ein direkter Vergleich zeigt die unterschiedlichen Schwerpunkte: Deutschland setzt stärker auf monetäre Transferleistungen, während Frankreich einen Fokus auf infrastrukturelle Betreuungsangebote legt.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Kernaussagen zusammen und fordert ein Umdenken in der deutschen Familienpolitik, insbesondere bei der flächendeckenden Betreuung von Kleinkindern.
Schlüsselwörter
Familienpolitik, Sozialpolitik, Deutschland, Frankreich, Kinderbetreuung, Elterngeld, Kindergeld, Familienlastenausgleich, Geburtenrate, Erwerbstätigkeit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, demographischer Wandel, Betreuungseinrichtungen, Koalitionsvertrag, Familienförderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt einen vergleichenden Überblick über die familienpolitischen Systeme und Maßnahmen in Deutschland und Frankreich.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Ausgestaltung von finanziellen Unterstützungsleistungen, das jeweilige Betreuungssystem für Kinder sowie die Auswirkungen dieser Politik auf die Erwerbsbeteiligung von Eltern.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Länder aufzuzeigen, um Lehren für die deutsche Familienpolitik aus dem als Vorbild geltenden französischen Modell zu ziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die aktuelle Gesetzeslagen, Statistiken und wissenschaftliche Publikationen heranzieht.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Systeme beider Länder getrennt dargestellt, gefolgt von einem direkten Vergleich, der die unterschiedliche Priorisierung zwischen Geldleistungen und Infrastruktur verdeutlicht.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Familienpolitik, Kinderbetreuung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie demographischer Wandel charakterisieren.
Warum wird Frankreich in der Arbeit häufig als Vorbild genannt?
Frankreich wird aufgrund seiner historisch gewachsenen, familienfreundlichen Strukturen, der hohen Erwerbsquote von Müttern und des umfassenden Betreuungsangebots als Vorbild angeführt.
Welchen Stellenwert nimmt die Kinderbetreuung für unter Dreijährige ein?
Das Kapitel zur Betreuungssituation unterstreicht den massiven Ausbaubedarf in Deutschland für diese Altersgruppe im Vergleich zum deutlich besser ausgebauten französischen Angebot.
Wie unterscheidet sich die Familienbesteuerung in den beiden Ländern?
Die Arbeit hebt hervor, dass in Frankreich das gesamte Haushaltseinkommen als Besteuerungseinheit zählt, was kinderreichen Familien durch das Familiensplitting steuerliche Vorteile verschafft.
- Arbeit zitieren
- Marcel Schnieber (Autor:in), 2010, Familienpolitik und familienpolitische Maßnahmen in Deutschland und Frankreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271914