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Die Konstruktion einer homogenen indischen Identität

Transfergeschichte und Konstruktionsbeispiel anhand von Madhav Sadashiv Golwalkars' Buch "We Or Our Nationhod Defined"

Titel: Die Konstruktion einer homogenen indischen Identität

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 27 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Christoph Kohls (Autor:in)

Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit steht die Wechselwirkung zwischen Europa und Indien im Fokus. Innerhalb der Forschung gibt es eine breite Diskussion über den Begriff des Hinduismus1 und seine Entstehung. Für diese Arbeit hat diese Diskussion insofern einen Wert, da sie die Problematik mit der Beschäftigung des Hinduismus wiedergibt und die große Unterschiedlichkeit verschiedener Strömungen innerhalb des Hinduismus darlegt. Im zweiten Unterkapitel der Einleitung wird daraufhin dargestellt, inwiefern Religion und Identität zusammenhängen. Da diese Arbeit innerhalb des Rahmens der Beschäftigung mit der „Schaffung von kollektiver Identität in Indien und Sri Lanka“ entstanden ist, soll zunächst skizziert werden, wie Identität überhaupt entsteht und ob es sich dabei um ein starres oder ein flexibles Gebilde handelt. Im zweiten Kapitel wird näher auf die Beziehung zwischen Indien und der etablierten Kolonialmacht der Briten eingegangen. Des Weiteren wird die Geschichte der muslimischen „Fremdherrschaft“ kurz skizziert, um die Veränderungen in der Religion darzulegen und Rolle von Religion und Identität in dieser Zeit zu betrachten. Der Fokus liegt auf dem Wissenstransfer zwischen Indien und Großbritannien, sowie der Entwicklung der hinduistischen Religion zu dieser Zeit. Dabei soll auch kurz auf eine weitere hinduistische Erneuerungsbewegungen, den Ārya Samāj eingegangen werden, um das Blickfeld innerhalb der hinduistischen Bewegungen zu diversifizieren. Im dritten Teil der Arbeit steht Madhav Sadashiv Golwalkar, dessen Schrift „We or our Nationhood Defined“ innerhalb dieser Arbeit untersucht werden soll, im Fokus. Zunächst wird sein Leben dargestellt, woraufhin eine kurze Quellenkritik bezüglich seiner Schrift vorgenommen wird. Im vierten Teil der Arbeit steht nun die eigentliche Fragestellung der Arbeit im Vordergrund: Woher kommen die Ideen von Madhav Sadashiv Golwalkar und wie konstruiert dieser die indische Nation unter genauerer Betrachtung von Identität, Rasse und Religion? Bei der Beantwortung dieser Frage spielt der Hinduismus eine besondere Rolle, was innerhalb dieser Arbeit gezeigt werden soll: Zum einen dient es als Grundlage der Argumentation um die Bevölkerung zu mobilisieren und zum anderen soll deutlich werden, dass die Religion in diesem Falle instrumentalisiert wird, um ersteres zu erreichen. Abschließend wird ein Fazit bezüglich dieser Frage gestellt, das die Ergebnisse dieser Arbeit noch einmal zusammenfasst.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Was ist „der Hinduismus“?

1.2 Identität, Religion und Rasse

2. Islamische und britische „Fremdherrschaft“ in Indien

2.1 Die Zeit vor der Etablierung der britischen Herrschaft

2.2 Die Auswirkung der britischen Herrschaft auf Indien

3. Madhav Sadashiv Golwalkar

3.1 Leben und Wirken

3.2 Die Schrift „We or Our Nationhood Defined“

4. Die Rolle von Religion und Rasse bei der Schaffung von Identität

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen Europa und Indien im Kontext der Identitätskonstruktion, mit einem spezifischen Fokus auf die Schriften von Madhav Sadashiv Golwalkar und die Instrumentalisierung von Religion und Rasse für den Hindunationalismus.

  • Konstruktive Entstehung und Flexibilität von Identität
  • Historische Auswirkungen der britischen Kolonialherrschaft auf die indische Gesellschaft
  • Analyse der Schrift „We or Our Nationhood Defined“ von M. S. Golwalkar
  • Zusammenspiel von Religion, Rasse und Kultur bei der Definition einer Kulturnation
  • Einfluss europäischer Ideologien und Faschismus auf den hindunationalistischen Diskurs

Auszug aus dem Buch

Die Schrift „We or Our Nationhood Defined“

Die Schrift „We or Our Nationhood Defined“ erschien zum ersten Mal im Jahre 1939 und enthielt zu diesem Zeitpunkt noch ein Vorwort, welches durchaus kritisch an diesen Text herangetreten ist. Dieses Vorwort wurde jedoch in den folgenden Ausgaben aus der Schrift entfernt. Veröffentlicht wurde das Werk im Verlag Bharat Publications, einem anscheinend heute noch aktiven Verlag. Es wurde in englischer Sprache verfasst und veröffentlicht, was viel über die möglichen Adressaten aussagt: Das Buch war nicht an die breite Bevölkerung gerichtet, sondern an die Eliten. Die Frage ist nun, wie eine Nation erschaffen werden soll, wenn die Bevölkerung nicht in der Lage ist, die Schrift zu verstehen - es handelt sich somit um ein elitäres Projekt.

Bezüglich der Rezeption ist, wie eben angedeutet, zu sagen, dass diese Schrift von Golwalkar heutzutage nicht mehr populär ist. Diese wird als zu offensichtlich bezüglich Faschismus und Rassismus angesehen wird. Gleichzeitig wird dieser Kurs weiterhin verfolgt, wenn auch weniger offensichtlich. Bereits zu Lebzeiten von Golwalkar wurde seine Schrift „We or Our Nationhood Defined“ als „Bibel der RSS“ bezeichnet, in den 1990er Jahren wurden seine Thesen bezüglich der Aryas sogar in die Geschichtsbücher übernommen, insofern in den dortigen Bundesstaaten die Bharatiya Janata Party regierte. Ein weiterer Beweis für seinen großen politischen Einfluss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Wechselwirkung zwischen Europa und Indien und skizziert die methodische Untersuchung von Identität, Religion und Golwalkars politischer Ideologie.

1.1 Was ist „der Hinduismus“?: Das Kapitel erörtert die wissenschaftliche Debatte um den Begriff „Hinduismus“ und verdeutlicht, dass es sich um kein monolithisches Konstrukt handelt, sondern um eine diverse Sammlung von Strömungen.

1.2 Identität, Religion und Rasse: Hier werden sozialwissenschaftliche Identitätstheorien dargelegt, insbesondere die Rolle der „Negativfolie“ des Fremden bei der Konstruktion eigener Gruppenidentität.

2. Islamische und britische „Fremdherrschaft“ in Indien: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Kontext, von der muslimischen Herrschaft bis hin zur Etablierung des britischen Kolonialregimes.

2.1 Die Zeit vor der Etablierung der britischen Herrschaft: Es wird die Zeit zwischen dem 7. und 16. Jahrhundert beleuchtet, in der sich lokale Kulte und religiöse Identitäten in Abgrenzung zum Fremden formten.

2.2 Die Auswirkung der britischen Herrschaft auf Indien: Das Kapitel analysiert die institutionellen, ideologischen und sozio-politischen Folgen der britischen Herrschaft und den Aufstieg hindunationalistischer Bewegungen.

3. Madhav Sadashiv Golwalkar: Der Abschnitt widmet sich der Biografie Golwalkars und seiner zentralen Rolle innerhalb der Rashtriya Swayamsevak Sangh (RSS).

3.1 Leben und Wirken: Darstellung des Lebenslaufs von Golwalkar, seiner Prägung durch das britische Bildungssystem und seinem Aufstieg zum charismatischen Anführer der RSS.

3.2 Die Schrift „We or Our Nationhood Defined“: Untersuchung der Entstehung und der elitären Adressatenstruktur von Golwalkars Hauptwerk sowie dessen Rezeption.

4. Die Rolle von Religion und Rasse bei der Schaffung von Identität: Kernkapitel zur inhaltlichen Analyse von Golwalkars Werk unter Berücksichtigung der Konstruktion von Identität, Rasse und Religion.

5. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse, die Identität als flexibles Konstrukt und Golwalkars Werk als Instrument zur Schaffung einer exklusivistischen Hindu-Nation identifiziert.

Schlüsselwörter

Hinduismus, Identität, Religion, Rasse, Golwalkar, Nation, Nationalismus, Kolonialismus, RSS, Hindunationalismus, Diskurs, Fremdherrschaft, Ideologie, Kultur, Integration

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Konstruktion indischer Identität unter besonderer Berücksichtigung der Schriften von Madhav Sadashiv Golwalkar und dem Einfluss westlicher Ideologien auf den Hindunationalismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Kernbereichen gehören das Zusammenspiel von Religion, Rasse und Kultur, die Rolle des Kolonialismus sowie die Instrumentalisierung von Geschichte für nationalistische Ziele.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage lautet: Woher kommen die Ideen von Madhav Sadashiv Golwalkar und wie konstruiert dieser die indische Nation unter genauerer Betrachtung von Identität, Rasse und Religion?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine diskursanalytische Herangehensweise, um die Schriften Golwalkars in ihren historischen und ideengeschichtlichen Kontext einzubetten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung Indiens unter muslimischer und britischer Herrschaft, Golwalkars Biografie und eine tiefgehende inhaltliche Analyse seines Werks „We or Our Nationhood Defined“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Identitätskonstruktion, Hindunationalismus, Golwalkar, Religion und Rasse, sowie die kritische Auseinandersetzung mit nationalistischen Diskursen.

Inwiefern hat das britische Bildungssystem Golwalkars Denken beeinflusst?

Golwalkar war selbst Akademiker im britischen System und übernahm – trotz seiner Ablehnung gegenüber den Briten – zahlreiche Konzepte europäischer Staatstheoretiker und nationalistischer Denker.

Warum wird das Werk „We or Our Nationhood Defined“ heute oft kritisch betrachtet?

Die Schrift wird aufgrund ihrer deutlichen Nähe zu faschistischen und rassistischen Ideologien der 1930er Jahre sowie der expliziten Minderheitenfeindlichkeit heute als hochgradig kontrovers eingestuft.

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Details

Titel
Die Konstruktion einer homogenen indischen Identität
Untertitel
Transfergeschichte und Konstruktionsbeispiel anhand von Madhav Sadashiv Golwalkars' Buch "We Or Our Nationhod Defined"
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (CERES)
Veranstaltung
Konstruktionen kollektiver Identität in Indien und Sri Lanka
Note
1,3
Autor
Christoph Kohls (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
27
Katalognummer
V271925
ISBN (eBook)
9783656639404
ISBN (Buch)
9783656639381
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konstruktion identität transfergeschichte konstruktionsbeispiel madhav sadashiv golwalkars buch nationhod defined
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Kohls (Autor:in), 2013, Die Konstruktion einer homogenen indischen Identität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271925
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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