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Schweigespirale 2.0? Eine empirische Studie zur öffentlichen Meinung und Redebereitschaft der Menschen im Netz

Titel: Schweigespirale 2.0? Eine empirische Studie zur öffentlichen Meinung und Redebereitschaft der Menschen im Netz

Masterarbeit , 2013 , 223 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Victoria Schulz (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die in der Kommunikationswissenschaft bekannte und vielseitig diskutierte Theorie der Schweigespirale von Elisabeth Noelle-Neumann untersucht die öffentliche Meinung seit Jahren. Schwerpunkt der Theorie ist, dass die Redebereitschaft der Gesellschaftsmitglieder im öffentlichen Diskurs abhängig ist, sowohl von der individuellen Furcht vor sozialer Isolation, als auch von der ständigen Umweltbeobachtung durch die Massenmedien. Nur wenn die eigene Meinung im Einklang mit der beobachteten Mehrheitsmeinung steht, wird diese öffentlich geäußert, sonst wird geschwiegen. Es entsteht ein Spiralprozess, in dem die Mehrheitsmeinung an Anhänger gewinnt und die Minderheitsmeinung an Boden verliert. Es wurden damit grundlegende soziale Aspekte der Gesellschaft erforscht.

In meiner Masterarbeit beschäftigte ich mich mit der Frage, ob und wie sich die Grundannahmen und Menchanismen der Schweigespirale vier Jahrzehnte später und unter veränderten Rahmenbedingungen der digitalen Gesellschaft verändert haben. Die Frage, ob sich die Redebereitschaft hinsichtlich politischer Themen in der digitalen Sphäre verändert hat, steht im Fokus meiner Arbeit. Aus diesem Forschungsinteresse ergeben sich zwei Teilprojekte, bei denen mit unterschiedlichen Methoden systematisch und intersubjektiv nachvollziehbar vorgegangen wird. Durchgeführt werden qualitative Experteninterviews (n=8) sowie eine quantitative Online-Befragung (n=718). Die Wahl eines ereignisbezogenen Stimulus, mit dem die Redebereitschaft hinsichtlich eines schweigespiral-geeignetem und demnach kontroversen Thema getestet wurde, fiel auf den Fall des NSA-Überwachungsskandals um den Wistleblowers Edward Snowden.

CD ist nicht im Lieferumfang enthalten!

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I Forschungssystematik

1 Einleitung

1.1 Relevanz des Themas

1.2 Erkenntnisinteresse

1.3 Forschungsleitende Fragen

1.4 Dramaturgie

2 Öffentliche Meinung

2.1 Meinung und Öffentlichkeit

2.2 Die Definition Noelle-Neumanns

2.3 Öffentliche Meinungsäußerung

3 Die Theorie der Schweigespirale

3.1 Die Theorie

3.1.1 Empirischer Ursprung

3.1.2 Sozialwissenschaftliche Aspekte

3.2 Die Hypothesen

3.2.1 Isolationsfurcht

3.2.2 Meinungsklima

3.2.3 Artikulationsfunktion der Massenmedien

3.2.4 Redebereitschaft der Gesellschaftsmitglieder

3.3 Die Kommunikationstypen

3.4 Rezeption der Theorie

4 Das digitale Zeitalter

5 Redebereitschaft im Social Web

5.1 Politische Information

5.2 Social Web Angebote

5.3 Einfluss auf die Redebereitschaft

5.4 Politische Partizipation

6 Forschungsstand

II Methodik

7 Mehrmethodendesign

8 Forschungsmodule

8.1 Projektmodul I: Experteninterviews

8.1.1 Methodik

8.1.2 Forschungsablauf

8.1.3 Ergebnisdarstellung

8.1.4 Methodenkritik

8.2 Projektmodul II: Online-Befragung

8.2.1 Methodik

8.2.2 Forschungsablauf

8.2.3 Ergebnisdarstellung

8.2.4 Methodenkritik

III Fazit

9 Befunde

9.1 Zusammenfassung der Forschungsergebnisse

9.2 Diskussion

9.3 Kritik

10 Ausblick und Anregung für weitere Forschung

Zielsetzung & Themen

Die Masterarbeit untersucht, inwieweit das Internet und seine digitalen Angebote die Redebereitschaft von Menschen im öffentlichen Diskurs im Vergleich zu klassischen Massenmedien beeinflussen, wobei insbesondere die Anwendbarkeit der Theorie der Schweigespirale auf den digitalen Raum geprüft wird.

  • Theorie der Schweigespirale und ihre Relevanz im Web 2.0
  • Einflussfaktoren wie Anonymität, digitale Identität und soziale Bezugsgruppen
  • Politisches Kommunikationsverhalten im Social Web
  • Vergleich zwischen traditionellen Medien und digitalen Diskursräumen
  • Empirische Analyse durch Experteninterviews und quantitative Online-Befragungen

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Theorie

Elisabeth Noelle-Neumann ist Gründerin des ersten deutschen Meinungsforschungsinstituts, das Institut für Demoskopie in Allensbach, und gilt als Pionierin der Demoskopie in Deutschland. Die Theorie der Schweigespirale wurde von ihr Anfang der 70er Jahre bei einer Wahlforschung entwickelt und bis in die 80er Jahre verfeinert. Der Begriff „Schweigespirale“ oder „Schweige-Hypothese“ wurde erstmals 1973 veröffentlicht (vgl. Noelle-Neumann 1980: 145). Die Schweige-Hypothese untersucht sowohl die Entstehung bzw. die Entwicklung von öffentlicher Meinung als auch die Medienwirkung und ist somit neben der Sozialpsychologie vor allem in der Kommunikationswissenschaft von wichtiger Bedeutung. Mehrere Forscher haben sich seitdem mit der Theorie auseinandergesetzt und sie mit deutsch- und englischsprachigen Publikationen ergänzt (vgl. Donsbach / Stevenson 1986: 7).

Grundlage der Theorie der Schweigespirale ist die Isolationsfurcht des Individuums, welches die individuelle Meinungsäußerung in der Öffentlichkeit hemmt. Aus Angst vor sozialer Abweisung beobachtet der Einzelne seine Umwelt, um sich ein Bild über die Meinungsverteilung zu machen. Dies geschieht entweder über den Kontakt mit seinen Mitmenschen oder indirekt über die Massenmedien, die das herrschende Meinungsklima vermitteln. Das Ergebnis dieser Beobachtung wird eine Gruppenzuordnung sein, entweder zur Mehrheit oder zur Minderheit der Meinungsverteilung in der Gesellschaft (vgl. Scherer et al. 2006: 108). Dementsprechend würde sich das Individuum öffentlich äußern oder eben nicht und es entsteht der Spiralprozess der Theorie: „Wer feststellt, daß sich seine Meinung ausbreitet, fühlt sich dadurch gestärkt und äußert seine Meinung sorglos, redet, ohne Isolation zu fürchten. Wer feststellt, daß seine Meinung an Boden verliert, wird verunsichert und verfällt ins Schweigen“ (Noelle-Neumann 1989: 419f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Relevanz des Themas im digitalen Zeitalter und definiert das Erkenntnisinteresse sowie die zentralen Forschungsfragen zur Redebereitschaft.

2 Öffentliche Meinung: Hier werden theoretische Grundlagen des Begriffs „Öffentliche Meinung“ nach Noelle-Neumann und Tönnies erarbeitet und die Relevanz der Meinungsäußerung für die Gesellschaft hervorgehoben.

3 Die Theorie der Schweigespirale: Dieses Kapitel fundiert die Arbeit theoretisch, indem es die Hypothesen Isolationsfurcht, Meinungsklima, Artikulationsfunktion der Medien und Redebereitschaft detailliert analysiert.

4 Das digitale Zeitalter: Es werden die Merkmale des Web 2.0 beschrieben und die Auswirkungen auf Kommunikation, Interaktion und Partizipation im Internet aufgezeigt.

5 Redebereitschaft im Social Web: Dieser Teil untersucht die spezifischen Bedingungen im Social Web, wie Anonymität, digitale Identität und Shitstorms, und ihren Einfluss auf die Kommunikationsbereitschaft.

6 Forschungsstand: Hier werden aktuelle Studien und Projekte vorgestellt, die sich mit politischer Kommunikation und Diskursen im Internet befassen.

7 Mehrmethodendesign: Das methodische Vorgehen wird begründet, wobei die Kombination aus qualitativen Experteninterviews und einer quantitativen Online-Befragung dargestellt wird.

8 Forschungsmodule: Beschreibung der Durchführung und Methodenkritik der beiden Teilprojekte (Experteninterviews und Online-Befragung).

9 Befunde: Zusammenfassung und kritische Diskussion der empirischen Ergebnisse im Hinblick auf die aufgestellten Hypothesen.

10 Ausblick und Anregung für weitere Forschung: Die Arbeit schließt mit Empfehlungen für zukünftige Forschungsschwerpunkte in diesem dynamischen Feld.

Schlüsselwörter

Schweigespirale, Social Web, Redebereitschaft, Online-Befragung, Experteninterview, Meinungsklima, Internet, Anonymität, Digitale Identität, Politische Kommunikation, Partizipation, Meinungsäußerung, Shitstorm, Medienwirkung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Masterarbeit analysiert, ob das Internet die Redebereitschaft der Menschen beeinflusst und ob die klassische Theorie der Schweigespirale im digitalen Zeitalter unter veränderten Bedingungen noch Bestand hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Veränderung des Diskussionsverhaltens durch Web 2.0-Angebote, der Einfluss von Anonymität und digitaler Identität auf die Meinungsäußerung sowie die Dynamiken politischer Teilhabe im Netz.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Untersuchung, ob das Internet mit seinen interaktiven Möglichkeiten die Redebereitschaft im öffentlichen Diskurs gegenüber klassischen Medien verstärkt oder hemmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt ein Mehrmethodendesign, das qualitative Experteninterviews (basierend auf der Grounded Theory) mit einer quantitativen Online-Befragung (CASI) kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben der theoretischen Fundierung der Schweigespirale die Chancen und Risiken des Web 2.0, die empirische Umsetzung der Studien und die Diskussion der Ergebnisse bezüglich der aufgestellten Hypothesen behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Schweigespirale, Social Web, Online-Befragung, Anonymität, Meinungsklima und politische Kommunikation.

Welche Rolle spielen Experteninterviews bei der Auswertung?

Die Experteninterviews lieferten qualitative Einblicke und dienten dazu, Einstellungen zur Internetnutzung und Redebereitschaft zu eruieren, die anschließend zur Hypothesenbildung für die Online-Befragung genutzt wurden.

Was ist das zentrale Ergebnis der Studie?

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass das Internet zwar die Diskussionsmöglichkeiten erhöht, aber bestimmte Faktoren wie die "digitale Identität" und soziale Kontrolle im Netz eine Redebereitschaft auch hemmen können; die Schweigespirale findet in abgewandelter Form im Netz statt.

Ende der Leseprobe aus 223 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Schweigespirale 2.0? Eine empirische Studie zur öffentlichen Meinung und Redebereitschaft der Menschen im Netz
Hochschule
Universität Passau  (Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft)
Note
1,3
Autor
Victoria Schulz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
223
Katalognummer
V271956
ISBN (eBook)
9783656762355
ISBN (Buch)
9783656762348
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schweigespirale Kommunikationswissenschaft Theorie der Schweigespirale Elisabeth Noelle-Neumann Öffentliche Meinung Redebereitschaft Digitalisierung NSA-Skandal Edward Snowden Qualitatives Experteninterview Quantitative Onlineumfrage Social Web Social Media
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Victoria Schulz (Autor:in), 2013, Schweigespirale 2.0? Eine empirische Studie zur öffentlichen Meinung und Redebereitschaft der Menschen im Netz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271956
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