The Beatles: Eine Analyse ausgewählter Songtexte


Essay, 2014

21 Seiten


Leseprobe

Inhalt

Rock’n’Roller, die von Liebe singen

Von der Schülerband zu den Fab Four – Der Weg der Beatles in Kürze
Von Hamburg und Liverpool in die ganze Welt
Die Beatles werden zum Mythos und gehen daran kaputt
Die Bedeutung der Beatles für die Pop-Historie
Der Mythos „Beatles“

Ausgewählte Song-Interpretationen
I saw her standing there (1963)
We can work it out (1965)
All you need is love (1967)

Von der Schülerband zu den Fab Four – Der Weg der Beatles in Kürze

Als am 8. Dezember 1980 John Lennon von dem psychisch gestörten Attentäter Mark David Chapman ermordet wird, geht unwiederbringlich etwas zu Ende, was 1957 in Liverpool begonnen hatte und heute längst den Status einer Legende genießt.

Chapman hatte mit seiner Tat endgültig ein Quartett gesprengt, das weltweit jedes Kind kannte: Eine Wiederauferstehung der Original-Beatles, auf die mancher zu diesem Zeitpunkt vielleicht immer noch hoffte, würde es nicht mehr geben. Zwar hatte die Band schon seit zehn Jahren keine neue Platte mehr auf den Markt gebracht und existierte auch seit sechs Jahren offiziell nicht mehr. Ihr Ruf wurde jedoch mit jedem Tag größer, und der Tod Lennons dürfte endgültig dafür gesorgt haben, den Mythos „Beatles“ zu festigen.

Dabei hatte alles auch hier mal ganz klein angefangen. 1957 gründet John Lennon im Alter von 16 Jahren in Liverpool die Schülerband „The Quarry Men“, der Name eine Reminiszenz an Lennons High School „Quarry Bark“. Noch im gleichen Jahr traf er auf einer Gartenparty, bei der er mit seiner Band auftrat, den 15jährigen Paul McCartney, zu dem von Beginn an eine Art Seelenverwandtschaft bestand. Der erste Grundstein für die Beatles war spätestens zu diesem Zeitpunkt gelegt.

Lennon und McCartney befanden sich musikalisch auf Augenhöhe, beide waren typische Alphamännchen und trieben sich auf diese Weise gegenseitig zu Höchstleistungen. Zu Beginn des Jahres 1958 stieß George Harrison dazu, ein eher zurückhaltender Typ, der Lennon musikalisch nichtsdestotrotz überzeugte und aus den „Quarry Men“ ein Quintett machte, dem neben den drei später berühmten Beatles noch Colin Hanton und John Lowe angehörten.

Hanton und Lowe kennen wir heute nicht als Mitglieder der Band, genauso wenig wie die verschiedenen Namen der Band in ihrer Gründungsphase. Aus den „Quarry Men“ wurden „Johnny and the moondogs“, bevor man sich in „The Silver Beatles“ umbenannte und damit die Grundlage für den berühmten späteren Bandnamen schuf. Mitglied der „Silver Beatles“ war auch bereits Stuart Sutcliffe, der noch die Anfangszeit der „echten“ Beatles mitgestalten sollte. Drei Jahre nach Gründung der „Quarry Men“ und mehreren personellen Umbesetzungen schließlich, im August 1960, strichen die Musiker das „Silver“ aus dem Bandnamen, und wurden so zu den „Beatles“.

Von Hamburg und Liverpool in die ganze Welt

Jede Erfolgsgeschichte hat ihre Orte, an denen sie beginnt. Im Falle der Beatles heißen diese Orte Hamburg und Liverpool. Liverpool liegt nahe, kam die Band doch aus der Stadt an der Mündung des Mersey, und bis heute spielt die Nordwest-Metropole eine zentrale Rolle für den Mythos Beatles.

Der wirkliche Startpunkt für die Weltkarriere der Beatles jedoch liegt in Norddeutschland, genauer gesagt in Hamburg, oder um es mit John Lennons eigenen Worten zu sagen: „Ich bin in Hamburg erwachsen geworden, nicht in Liverpool.“ Die Hansestadt mit ihrem Kiez-Viertel rund um die berühmte Reeperbahn beherbergte in den sechziger Jahren eine Vielzahl von Clubs, in denen die Besucher Live-Musik hören konnten. Einige dieser Clubs gehörten Bruno Koschmider, einem Hamburger, der stets neue Bands suchte, vor allem aus dem englischsprachigen Bereich. Koschmider war gut vernetzt und hatte auch auf der Insel seine Zuträger. So empfahl ihm eines Tages Alan Williams, der sich ums Management der Gruppe kümmerte, die Beatles für ein Engagement in Hamburg. Koschmider griff zu und legte damit, ohne es zu ahnen, den Grundstein für den kometenhaften Aufstieg der Band.

Zu diesem Zeitpunkt bestanden die Beatles indes immer noch nicht aus jenem Quartett, an das wir heute denken, wenn von den „Fab Four“ die Rede ist. Als Schlagzeuger trat Pete Best mit Harrison, Lennon und McCartney auf, er sollte noch bis 1962 auf diesem Posten bleiben, bevor mit Ringo Starr endgültig die bekannte Formation komplett war.

Die Zeit in Hamburg begann mit dem ersten Engagement im Indra-Club, einem Strip-Laden auf der Großen Freiheit. Das Milieu blieb nicht ohne Einwirkung auf die Musiker, die Beatles spielten nicht nur ihre Songs, sondern nahmen auch sonst in jeder Hinsicht am Leben auf St. Pauli teil. Die Ungezwungenheit und Wildheit des Umfelds übertrug sich dabei durchaus auf die Bühnenshow der Band, mehr als einmal ging Mobiliar zu Bruch. Der Effekt jedoch blieb nicht aus: Man sprach über die Beatles, nach und nach wurde das Quartett zum heißesten Geheimtipp auf dem Kiez.

Die Hamburger Jahre, in denen neben dem Indra noch der Kaiserkeller, der Top Ten-Club sowie der legendäre Star Club als Locations dazu kamen, waren in vielerlei Hinsicht die Initialzündung für die den kommenden Erfolg der Band. Die Beatles spielten fast jeden Tag an den drei Monaten, die sie 1960 in der Hansestadt verbrachten, sie spielten laut, sie spielten im wahrsten Sinne des Wortes ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn sie nicht spielten, war das trotzdem nicht das Ende des Rockstar-Lebens. Denn in der heruntergekommenen Unterkunft, einem alten Kino namens „Bambi“, warteten schon die Groupies, und die vier Jungs taten alles, um dem Klischee eines Rockstars gerecht zu werden. Bei John Lennon klingt das dann so: „Hamburg war phantastisch. Zwischen all den Huren und Groupies fiel uns fast der Schwanz ab.“

Hatten sie Hamburg bereits im Sturm genommen, so fiel nach der Rückkehr in die Heimat auch die Heimatbastion Liverpool. Am 27. Dezember 1960 machte eine wahre Massenhysterie rund um den Auftritt im Litherland Town Hall Ballroom deutlich, dass man sich davon löste, nur eine unter vielen Bands dieser Zeit zu sein.

Apropos lösen: der nächste Karriereschritt ging schließlich mit der Etablierung der heute legendären Zusammenstellung des Quartetts einher. Ihr Manager, Brian Epstein, hatte der Band endlich eine Studioaufnahme bei der EMI besorgt, die allerdings nur unter einer Bedingung zustande kommen sollte: Man solle sich einen vernünftigen Drummer besorgen, der in der Lage sei, bei Studioaufnahmen zu spielen.

Für John, Paul und George war das die willkommene Gelegenheit, Pete Best loszuwerden, der ihnen vom Charakter her ohnehin nicht in die Gruppe zu passen schien. Man warf ihn kurzerhand aus der Band und entschied sich, Ringo Starr aufzunehmen, den die anderen Bandmitglieder Monate zuvor im Hamburger Kaiserkeller kennen gelernt hatten, als sie mit Starrs damaliger Band „Rory Storm and the Hurricanes“ gemeinsam auftraten.

Die Aufnahmen bei der EMI waren nicht die erste Chance, einen Plattenvertrag zu bekommen, bereits vorher hatten verschiedene Plattenfirmen die Band abgelehnt. Gleichwohl hätte es die letzte Chance sein können, wie George Martin, der damals für die Aufnahmen verantwortlich war, später einmal sagte. Wenn die Beatles ein weiteres Mal abgelehnt worden wären, hätte das einen echten Einschnitt bedeutet, denn Martins Wort galt etwas in der Branche. Dieser jedoch war der Band von Beginn an wohlgesonnen, hatte ihr Potenzial längst erkannt und dachte gar nicht daran, wegen kleiner Unzulänglichkeiten diese Lizenz zum Gelddrucken zu verpassen.

Wie wir heute wissen, war das der Beginn einer der größten und beeindruckendsten Erzählungen der Popgeschichte.

Die Beatles werden zum Mythos und gehen daran kaputt

Von Album zu Album wurden die Beatles größer, und zwar in jeder Hinsicht. Sie wuchsen in ihrem musikalischen Anspruch, sie entwickelten Bedeutung für gesellschaftliche Diskussionen, und nicht zuletzt wurden sie weltweit zu leuchtenden Symbolfiguren einer neuen Jugendbewegung. Dabei vollzogen sie in dem einen Jahrzehnt ihres Bestehens den Wandel dieser Bewegung mit. Zu Beginn ihrer Karriere ging es noch vorrangig um Rock’n’Roll als Protest gegen Mief und Spießigkeit der Nachkriegszeit. Doch je reifer und damit vielschichtiger die Musik der Band wurde, desto mehr bewegte sie sich in zum Teil mystische Sphären und vollzog damit die psychodelische Entwicklung der späten 60er-Jahre mit.

Da mutet es fast wie ein Treppenwitz der Geschichte an, dass parallel zu jenen friedensbewegten Zeiten, zu deren Sound bis heute die Beatles unbedingt dazu gehören, innerhalb der Band diverse Eifersüchteleien und Streitereien ausbrachen.

Zwar war es immer so gewesen, dass die gewaltigen Egos von Lennon und McCartney aufeinanderprallten und für Reibereien sorgten, doch hatten diese Konflikte im Ergebnis immer zu beeindruckenden Songs geführt. Dieser Effekt lässt sich im Grunde auch für die letzten Beatles-Produktionen, so besonders für das Album „Abbey Road“, noch feststellen, dessen Erscheinen lange Zeit kaum möglich schien, da die Band-internen Auseinandersetzungen eine Form angenommen hatten, die für Außenstehende beängstigend sein musste.

Diese Angst führte beispielsweise im Umfeld dazu, dass der Musikverleger Dick James, mit dem die Beatles all die Jahre zusammengearbeitet hatten, begann, seine Anteile an Northern Songs zu verkaufen. Bei Northern Songs waren all die Jahre die Songs der Band erschienen, und ein Teil der Firma gehörte bereits John Lennon und Paul McCartney, die nach James die größten Anteilseigner waren. Die Ereignisse um Northern Songs sind deshalb von Bedeutung, weil sie wohl der endgültige Sargnagel für die Beerdigung der Band waren.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
The Beatles: Eine Analyse ausgewählter Songtexte
Autor
Jahr
2014
Seiten
21
Katalognummer
V272008
ISBN (eBook)
9783656633150
ISBN (Buch)
9783656637394
Dateigröße
880 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rock’n’roller, liebe, ausgewählte, textinterpretationen, songs, beatles
Arbeit zitieren
M.A. Carsten Tergast (Autor:in), 2014, The Beatles: Eine Analyse ausgewählter Songtexte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272008

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