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Ockhams Rasiermesser in der Skeptikerbewegung

Titel: Ockhams Rasiermesser in der Skeptikerbewegung

Bachelorarbeit , 2014 , 45 Seiten , Note: 2,5

Autor:in: Kim Schlotmann (Autor:in)

Philosophie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts entstandene Skeptikerbewegung, deren prominenteste Vertreter das Committee for Skeptical Inquiry (CSI) und hierzulande die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Paraphänomenen (GWUP) sind, hat es sich zum Ziel gesetzt, mit vermeintlich wissenschaftlicher Methodik das Vordringen von Esoterik und Pseudowissenschaften in der Gesellschaft zu bekämpfen. Hierbei lässt sie allerdings selbst grundlegende wissenschaftstheoretische Regeln völlig außer Acht, wie die vorliegende Untersuchung anhand der Verwendung von Ockhams Rasiermesser in der Skeptikerbewegung nachweist. Dabei wird nicht nur die fahrlässige Arbeitsweise der Skeptiker analysiert, sondern auch aufgezeigt, dass das Rasiermesser seine großartige Reputation in der Wissenschaftstheorie oftmals zu Unrecht genießt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der falsche Gebrauch von Ockhams Rasiermesser

3. Ockhams Rasiermesser als methodologische Maxime

4. Platos Rettungsboot – eine notwendige Ergänzung zum Razor?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die wissenschaftstheoretische Geltung von Ockhams Rasiermesser und hinterfragt kritisch dessen Anwendung innerhalb der Skeptikerbewegung, um aufzuzeigen, dass das Prinzip häufig falsch als ontologisches Argument zur pauschalen Ablehnung von Anomalien missbraucht wird.

  • Historische Herleitung und wissenschaftstheoretische Einordnung von Ockhams Sparsamkeitsprinzip
  • Analyse der Fehlinterpretationen des Rasiermessers durch die moderne Skeptikerbewegung
  • Kritik an der reduktionistischen Ablehnung wissenschaftlicher Anomalien
  • Vorstellung und Diskussion von Platos Rettungsboot als komplementäres Instrument zur Wahrung von Phänomenen

Auszug aus dem Buch

4. Platos Rettungsboot – eine notwendige Ergänzung zum Razor?

Harald Walach und Stefan Schmidt gehen, was ihre Betrachtung des Ockham’schen Rasiermessers anbetrifft, einen gänzlich anderen Weg als Gernert und Beckmann. Dennoch ist die Route, die sie einschlagen, nicht weniger originell und verspricht, einige innovative Ideen in die Forschung zur Wissenschaftstheorie einzubringen: Die Autoren suchen Ockhams Rasiermesser mit einem Prinzip zu harmonisieren, das sie „Platos Rettungsboot“ nennen. Dieses Harmonisierungsvorhaben solle es ermöglichen, anomalistische empirische Befunde – also angebliche Daten und Nachweise für die Existenz etwa von Telepathie, Präkognition, Poltergeistphänomenen usw. – in ein übergeordnetes wissenschaftliches Weltbild zu integrieren.

Eines vorweg: Dem Autor dieser Bachelorarbeit ist nicht daran gelegen, für oder gegen die Existenz der genannten paranormalen Phänomene, die nach unserem heutigen materialistischen Weltbild als nicht existent gelten, zu argumentieren. Vielmehr soll die Intention dieses Kapitels sein, aufzuzeigen, wie Walach und Schmidt ihrem Vorhaben die notwendigen Konturen verleihen. Es soll nachgezeichnet werden, wie sich die beiden Autoren hierzu Ockhams Rasiermesser und Platos Rettungsboot, auf das noch zurückzukommen sein wird, bedienen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Ockhams Rasiermesser und Darlegung der zentralen Fragestellung bezüglich seiner problematischen Anwendung in der Skeptikerbewegung.

2. Der falsche Gebrauch von Ockhams Rasiermesser: Kritische Auseinandersetzung mit dem Aufsatz von Dieter Gernert, der den Missbrauch des Prinzips zur reduktionistischen Abwertung wissenschaftlicher Anomalien thematisiert.

3. Ockhams Rasiermesser als methodologische Maxime: Untersuchung von Jan Peter Beckmanns Analyse, die das Rasiermesser als methodologische Handlungsanweisung und nicht als ontologisches Seins-Prinzip charakterisiert.

4. Platos Rettungsboot – eine notwendige Ergänzung zum Razor?: Diskussion des Vorschlags von Walach und Schmidt, das Rasiermesser mit Platos Rettungsboot zu harmonisieren, um eine umfassendere Theoriebildung zu ermöglichen.

5. Fazit: Zusammenfassende Bilanz der Thesen, die die Ungeeignetheit des Rasiermessers zur Ablehnung von Anomalien unterstreicht und die Notwendigkeit einer ergänzenden Methodik bekräftigt.

Schlüsselwörter

Ockhams Rasiermesser, Parsimonieprinzip, Wissenschaftstheorie, Skeptikerbewegung, Anomalien, Platos Rettungsboot, Wilhelm von Ockham, methodologische Maxime, Reduktionismus, empirische Forschung, Erkenntnisfortschritt, ontologisches Prinzip, Sparsamkeitsprinzip, Anomalistik, Theorienbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die wissenschaftstheoretische Funktion und den korrekten Anwendungsbereich von Ockhams Rasiermesser, insbesondere im Kontext der Skeptikerbewegung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die historische Herleitung des Rasiermessers, seine Rolle als methodologische Maxime versus ontologisches Prinzip und die Debatte um den Umgang mit wissenschaftlichen Anomalien.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Ockhams Rasiermesser kein valides Werkzeug zur pauschalen Zurückweisung von Anomalien darstellt und eine zu strikte Anwendung den wissenschaftlichen Fortschritt behindern kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine methodische Literaturanalyse. Sie stützt sich auf zentrale fachwissenschaftliche Texte von Autoren wie Dieter Gernert, Jan Peter Beckmann sowie Harald Walach und Stefan Schmidt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Auseinandersetzung mit dem falschen Gebrauch des Razors bei der Ablehnung von Anomalien, eine philosophische Fundamentalanalyse seines Wesens bei Ockham und die Diskussion eines ergänzenden Konzepts, Platos Rettungsboot.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Parsimonieprinzip, methodologische Maxime, wissenschaftstheoretischer Reduktionismus, Anomalistik und die notwendige Differenzierung zwischen ontologischen und pragmatischen Prinzipien.

Warum ist die Formel „Entia non sunt multiplicanda...“ laut Autor problematisch?

Diese bei Ockham historisch nicht belegte Formel verleitet dazu, das Rasiermesser als ontologisches Prinzip zu missverstehen und damit vorschnell Annahmen über die Existenz von Dingen anstelle von theoretischen Konstrukten zu verwerfen.

Inwiefern ergänzt Platos Rettungsboot das Ockhamsche Rasiermesser?

Während das Rasiermesser zur Sparsamkeit bei Annahmen mahnt, dient Platos Rettungsboot als methodisches Gegengewicht, das sicherstellt, dass empirische Beobachtungen und Anomalien nicht aufgrund einer zu rigiden Sparsamkeitsforderung ignoriert oder „unter den Tisch fallen“ gelassen werden.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ockhams Rasiermesser in der Skeptikerbewegung
Hochschule
Universität Münster  (Philosophisches Seminar)
Note
2,5
Autor
Kim Schlotmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
45
Katalognummer
V272013
ISBN (eBook)
9783656640950
ISBN (Buch)
9783656641001
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ockhams rasiermesser skeptikerbewegung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kim Schlotmann (Autor:in), 2014, Ockhams Rasiermesser in der Skeptikerbewegung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272013
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Leseprobe aus  45  Seiten
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