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Unheimliche Schulgeschichten

Entwicklung von japanischen Schauermärchen in japanischen Schulen mit besonderer Berücksichtigung auf Geschichten mit Toilettenbezug

Titel: Unheimliche Schulgeschichten

Seminararbeit , 2012 , 15 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Bernhard Stern (Autor:in)

Orientalistik / Sinologie - Japanologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen meines zweiten japanologischen Proseminars befassten sich die Kursteilnehmer mit japanischer Volks- und Völkerkunde. Der Ausgangstext meiner Arbeit befand sich in einem Standardwerk zur japanischen Volkskunde, herausgegeben vom renommierten Soziologen Shintani Takanori. In dem betreffenden Artikel befasst sich der Volkskundler Tsunemitsu Tōru mit der Frage, wieso sich kaidan in Schulen an so großer Beliebtheit erfreuen. Diese Fragestellung möchte ich im Rahmen meiner Arbeit übernehmen und mit der Frage nach der Herkunft der kaidan ergänzen, um so vielleicht einen Bezug zum alten Volksglauben finden zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Geister und Fabelwesen in der japanischen Mythologie

1.1. Bakemono

1.1.1. Yūrei

1.1.2. Yōkai

1.2. Mizuki Shigeru

1.3. Der Fall und die Wiederauferstehung der kaidan

2. Informationsaustausch

3. Schauplatz Schule

3.1. Das japanische Bildungssystem

3.1.1. Das Bildungssystem vor 1600

3.1.2. Das Bildungssystem nach 1600

3.2. Schulbezogene kaidan

3.2.1. Entstehung von „Toilettengeistern“

3.3. Weitere unheimliche Orte

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herkunft und Entwicklung japanischer Schauermärchen (kaidan), insbesondere im Kontext von Schulgebäuden und hier vorrangig die Legenden um „Toilettengeister“ wie Hanako. Ziel ist es, die kulturellen Hintergründe dieser Phänomene im Wandel des Bildungssystems und des Volksglaubens zu beleuchten.

  • Evolution der japanischen Geisterwelt (Bakemono, Yūrei, Yōkai)
  • Einfluss des historischen japanischen Bildungssystems auf die Verbreitung von Legenden
  • Kulturelle und soziale Funktionen von Gruselgeschichten unter Schülern
  • Die soziologische Bedeutung des „Toilettengeistes“ in der japanischen Populärkultur

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Entstehung von „Toilettengeistern“

Die ersten Verzeichnungen von ungebetenen Kreaturen in Toilettennähe, auf die ich gestoßen bin, waren die sog. Hungergeister (gaki). Laut den gaki zōshi, eine Bilderrolle, welche angeblich Kaiser Go-Shirakawa während der Heianzeit anfertigen ließ, sind gaki immer dort zur Stelle, wo es Tot, Blut, Krankheiten oder Schmutz gibt. Nach dem buddhistischen Glauben sind es Kreaturen, welche in ihrem früheren Leben Menschen waren aber durch ihre übermäßige Gier als Hungergeist wiedergeboren wurden (Scheid 2012c).

Toiletten wurden in Japan schon in früheren Zeiten mit Düsterkeit, Schmutz und Isolierung assoziiert. Man kann sich gut vorstellen, dass es für Frauen recht unangenehm war sich an einem damals düsteren, schmutzigen, isolierten Ort zu entblößen und sich so schutzlos hinzuhocken. Die Bauart der traditionellen japanischen Toiletten begünstigte zudem das Schaffen von dementsprechenden kaidan, da die Öffnung relativ groß war und Platz für yōkai bot (Kishi 2002:157).

Während die gaki eher Teil der höfischen Gesellschaft waren, entwickelten sich im gemeinen Volk nach und nach Legenden von kappa, Kreaturen, welche sich vorwiegend in Flussnähe aufhalten. Da sich in früheren Zeiten viele Toiletten in Flussnähe befanden, war die Angst vor Übergriffen eines kappa groß, vor allem bei Frauen. Legenden zufolge wurden unachtsame Frauen von kappa verschleppt und vergewaltigt. Nach altem Volksglauben wollen kappa vor allem die Leber ihrer Opfer essen, an die sie durch Entfernung des sog. „Arschjuwels“ (shirikodama), welches damals als Sitz der Lebenskraft angesehen wurde, gelangten (Foster 1998:6-8).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation durch J-Horror und definiert die Zielsetzung, kaidan im schulischen Kontext historisch und soziologisch zu hinterfragen.

1. Geister und Fabelwesen in der japanischen Mythologie: Dieses Kapitel klassifiziert japanische Geister in Bakemono, Yūrei und Yōkai und beleuchtet die Rolle von Mizuki Shigeru sowie die historische Entwicklung der kaidan.

2. Informationsaustausch: Der Abschnitt beschreibt, wie Nachrichten und Schauergeschichten vor der Einführung eines flächendeckenden Schulsystems durch mündliche Überlieferung in den Dorfgemeinschaften kursierten.

3. Schauplatz Schule: Hier wird die Entwicklung des japanischen Bildungswesens dargestellt und analysiert, wie Schulen zum neuen Nährboden für urbane Legenden wurden.

Schlussbetrachtung: Der Autor resümiert, dass die Entstehung der kaidan eng mit mangelnder Aufklärung und der mündlichen Tradition verknüpft ist, und hält fest, dass der Reiz des Unheimlichen auch heute noch besteht.

Schlüsselwörter

Japan, Kaidan, Yōkai, Yūrei, Gakkō no kaidan, Hanako, Schulgeschichten, Volksglaube, Mythologie, Shigeru Mizuki, Toilettengeist, J-Horror, Bildungssystem, Kulturwissenschaft, Legendenbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und Verbreitung von japanischen Geistergeschichten, den sogenannten kaidan, speziell in einem schulischen Umfeld.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die klassische japanische Mythologie, die Geschichte des japanischen Bildungssystems und die soziokulturelle Bedeutung von Schul-Grusellegenden.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Herkunft der kaidan zu ergründen und einen Bezug zwischen diesen modernen Schullegenden und dem alten Volksglauben herzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse volkskundlicher Standardwerke sowie auf Befragungen und Beobachtungen im Kontext der japanischen Populärkultur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Geisterwelt, die historische Analyse des Informationsaustausches in Japan und eine Untersuchung der Schule als Ort der Mythenbildung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Kaidan, Yōkai, Yūrei, Schultoiletten, Hanako und die Verbindung von Tradition zu modernen Schulgeschichten.

Warum gelten Toiletten in Japan als besonders unheimliche Orte für Legenden?

Toiletten wurden historisch mit Düsterkeit, Schmutz und Isolation verbunden; zudem bot die Bauart traditioneller Toiletten in der Vorstellung der Menschen Raum für Geistererscheinungen.

Welche Rolle spielt die Figur "Hanako" in dieser Studie?

Hanako fungiert als das bekannteste Fallbeispiel für einen Toilettengeist, dessen Legende dazu dient, die Transformation von volkskundlichen Motiven in den modernen Schulalltag zu veranschaulichen.

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Details

Titel
Unheimliche Schulgeschichten
Untertitel
Entwicklung von japanischen Schauermärchen in japanischen Schulen mit besonderer Berücksichtigung auf Geschichten mit Toilettenbezug
Hochschule
Universität Wien  (Ostasieninstitut)
Veranstaltung
Japanologisches Proseminar II – japanische Volks- und Völkerkunde
Note
2,0
Autor
Bernhard Stern (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V272027
ISBN (eBook)
9783656641599
ISBN (Buch)
9783656641582
Sprache
Deutsch
Schlagworte
horror geschichten japan toilette geist monster kaidan yokai klo
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bernhard Stern (Autor:in), 2012, Unheimliche Schulgeschichten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272027
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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