Im Bachelor-Studiengang Pädagogik ist an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg nach Wahl eines von drei Schwerpunkten ein Pflichtpraktikum von mindestens 240 Stunden angesetzt. Das Praktikum, welches im folgenden Bericht genauer analysiert wird, wurde im Bereich der Elementar- und Familienpädagogik durchgeführt. Die Auswahl einer geeigneten Stelle erfolgte bereits zu Beginn des vierten Semesters, als im Rahmen der universitären Praktikumsvorbereitung auf die Chance eines Forschungspraktikums hingewiesen wurde. Um diese Chance zu nutzen und zu entscheiden, ob der Master „Empirische Bildungsforschung“ eine geeignete Studienfachwahl nach dem Pädagogikstudium sein könnte, war ein Forschungspraktikum zweifelsfrei die beste Entscheidungshilfe. Institutionsvorschläge lieferte die in der Studienveranstaltung anwesende Dozentin. Die empfohlenen Einrichtungen im näheren Umfeld Bambergs waren bereits bis in den Winter hinein ausgelastet, aber die Anfrage bei dem persönlichen Favoriten stand noch offen. Und so kam die Zusage vom Deutschen Institut für internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt am Main, dem Institut, an dem bereits Heinrich Roth bewundernswerte Forschungsresultate zu Papier brachte.
Durch die universitäre Empfehlung ging der Bewerbungsprozess sehr zügig von der Hand. Ein erstes Kennenlernen, welches im Voraus telefonisch vereinbart wurde, fand an einem Samstag statt, an dem die Praktikums-Betreuerin vom DIPF eine Lehrveranstaltung an der Universität Bamberg hielt. In den Folgemonaten fiel lediglich etwas Formalie an, um die Verschwiegenheitspflicht, die Vergütungsabrechnung, den Aufenthalt etc. entsprechend zu regeln. Das Praktikum erstreckte sich vom 20.08.2013 bis zum 04.10.2013, der Arbeitstag startete täglich um 08:30 und endete um Punkt 17:00 Uhr (in der abschließenden Woche hingegen von 07:30 bis 18:00 Uhr). Aufgrund der Anwesenheiten der am Institut festangestellten Teamkollegen wurden die Praktikumszeiten im Wesentlichen auf die Wochentage Montag – Donnerstag verteilt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einführung in die Arbeit und inhaltlicher Aufbau
1.2 Benennung und Begründung der konkreten Fragestellungen
2 Hauptteil: Tätigkeitsbericht und Arbeitsbericht
2.1 Wissenschaftliche Bearbeitung des Tätigkeitsberichtes
2.1.1 Detaillierte Wiedergabe der ersten drei Arbeitstage
2.1.2 Nachskizzierung der Abschlusstage im Institut
2.1.3 Zusammenfassung, Quantifizierung, Klassifikation der Tätigkeiten
2.2 Wissenschaftliche Bearbeitung des Arbeitsberichtes
2.2.1 Anpassungsprozesse im Schnittpunkt weltweiter Vernetzung
2.2.2 Ergebnis der Adaptationen im Lehrerfragebogen
2.2.3 Stellenwert der Arbeit für die Angestellten
3 Theoretische Reflexion
3.1 Kritische Überlegungen zu PISA
3.1.1 Picht, Dahrendorf und die Verdienste der Studie
3.1.2 Schwachpunkte im Zusammenhang mit PISA
3.2 Bilanzierung / Fazit bezüglich PISA und des Praktikums
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die praktischen Erfahrungen der Autorin während eines Forschungspraktikums am Deutschen Institut für internationale pädagogische Forschung (DIPF) im Kontext der Vorbereitungen für die PISA-Studie 2015. Das primäre Ziel besteht darin, durch die wissenschaftliche Aufarbeitung der Tätigkeiten im PISA-Team und die theoretische Reflexion der PISA-Studie selbst, die Eignung der empirischen Bildungsforschung für den weiteren beruflichen Lebensweg zu evaluieren und ein differenziertes Bild des Projekts zu entwerfen.
- Einblicke in die Arbeitsabläufe des nationalen PISA-Konsortiums am DIPF
- Prozesse und Herausforderungen bei der Adaptation von Lehrerfragebögen
- Methodologische Grundlagen und Qualitätssicherung in der Schulleistungsforschung
- Kritische Auseinandersetzung mit den Zielen, dem Nutzen und der öffentlichen Wahrnehmung von PISA
- Berufliche Perspektiven und Anforderungen an Bildungsforscher im Kontext internationaler Studien
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Anpassungsprozesse im Schnittpunkt weltweiter Vernetzung
Fast erscheint es utopisch, ein bildungswissenschaftliches Großprojekt in Gang zu setzen, das den Kommunikationsrahmen zwischen dem internationalen Konsortium und den derzeit geplanten 74 Teilnehmerstaaten noch weiter aufspannen könnte. Denn der mit PISA verbundene Arbeitsaufwand ist gigantisch. Für Deutschland und besonders auch für das DIPF ist es eine große Ehre, als nationales Konsortium agieren zu dürfen, bereitet aber so manchen Kollegen schlaflose Nächte, denn der Masse der PISA-Teilnehmerstaaten gelingt es - wie die Erfahrung lehrt - nicht, die von der OECD oder dem internationalen Konsortium gesetzten zeitlichen Vorgaben bezüglich der Fragebogenanpassungen einzuhalten.
Die Teilnehmerstaaten durchlaufen derzeit drei Stadien der Anpassung der internationalen Fragebogen an nationale und kulturelle Besonderheiten: den Pre-Verification-Check (hier müssen Platzhalter wie <ISCED 1> für landeigene Ausprägungen in den Bildungssystemen angepasst werden), den Post-Verification-Check und den Final Check (Länder mit diesem Status bekommen „Grünes Licht“ und sind somit für die Erhebung zugelassen. Die wöchentliche Teamsitzung war deshalb stets gezeichnet durch die Einbringung neuer Ideen und Verbesserungsvorschläge; Makel und Unsicherheiten wurden in einem motivierten Miteinander sofort diskutiert und aus dem Weg geräumt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Praktikum im Bereich der Elementar- und Familienpädagogik ein und erläutert die Beweggründe für die Wahl eines Forschungspraktikums am DIPF zur beruflichen Orientierung.
2 Hauptteil: Tätigkeitsbericht und Arbeitsbericht: Dieser Teil beschreibt detailliert die täglichen Aufgaben der Praktikantin im PISA-Team, insbesondere bei der Adaptation der Lehrerfragebögen, und reflektiert die Arbeitsbedingungen sowie den Stellenwert der Arbeit für die Mitarbeiter.
3 Theoretische Reflexion: In diesem Kapitel werden kritische Stimmen zu PISA sowie die Verdienste der Studie diskutiert, um eine fundierte persönliche Haltung zur Bildungsforschung zu entwickeln und ein abschließendes Resümee über das Praktikum zu ziehen.
Schlüsselwörter
PISA-Studie, DIPF, Forschungspraktikum, Lehrerfragebogen, Bildungsforschung, Adaptation, empirische Bildungsforschung, Qualitätssicherung, Schulleistungsstudie, Lehrerbildung, pädagogische Fragestellungen, Bildungsmonitoring, internationale Vergleichsstudie, OECD, Kompetenzerwerb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist ein Praktikumsbericht, der die siebenwöchige Mitarbeit der Autorin am Deutschen Institut für internationale pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt am Main im Kontext des PISA-2015-Projekts dokumentiert und reflektiert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die Arbeitsabläufe in der internationalen Bildungsforschung, die komplexen Prozesse der Fragebogen-Adaptation an nationale Gegebenheiten, die kritische theoretische Auseinandersetzung mit PISA sowie die berufliche Selbsterkundung der Autorin.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die tägliche Arbeit im PISA-Team nachzuzeichnen, pädagogische Fragestellungen zur Rolle des DIPF und zur Bedeutung der Arbeit zu beantworten und zu prüfen, ob der Master „Empirische Bildungsforschung“ eine geeignete Wahl für die weitere akademische Laufbahn ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen reflexiven Bericht, der auf einer Kombination aus teilnehmender Beobachtung, der Auswertung institutionsinterner Arbeitsprozesse sowie einer Literaturanalyse zur theoretischen Einordnung von PISA basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden konkrete Arbeitstage und Aufgaben, insbesondere die Kategorisierung und Bearbeitung von Anpassungen in den Lehrerfragebögen durch die verschiedenen Teilnehmerstaaten, sowie die Arbeitsbedingungen und der Stellenwert der Tätigkeit für das Personal analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie PISA-Studie, DIPF, Forschungspraktikum, Lehrerfragebogen, empirische Bildungsforschung, Qualitätssicherung und internationale Vergleichsstudie charakterisieren.
Warum wurde der Lehrerfragebogen in PISA 2015 als neuer Fokus gewählt?
Der Lehrerfragebogen wurde neu integriert, um zusätzliche Hintergrundvariablen zu erfassen, die über die Schülerleistung hinausgehen, wie etwa persönliche Einstellungen von Lehrkräften, um so die Faktoren, die Schülerleistungen beeinflussen, besser zu verstehen.
Wie geht das DIPF mit Anpassungsfehlern der Länder um?
Das Institut bittet bei Fehlern um Überarbeitung; Daten, die nach umfangreichen Prüfungen inkonsistent bleiben oder den vorgegebenen Standards nicht entsprechen, werden von der Analyse ausgeschlossen, da sonst die Vergleichbarkeit der Ergebnisse gefährdet wäre.
- Quote paper
- Nadine Melzner (Author), 2013, In den Fußstapfen von Heinrich Roth, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272062