Ziel dieser Arbeit ist, die Attraktivität des Standorts Deutschland im Vergleich zu anderen Industrieländern zu untersuchen und dabei mögliche Potenziale und Probleme zu identifizieren. Außerdem sollen die relevanten strategischen Sourcing-Alternativen für die deutschen Unternehmen analysiert und Handlungsempfehlungen für das Management abgeleitet werden.
Um diese Frage zu beantworten, wird zunächst die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Standorts anhand von geeigneten Kriterien untersucht und mit ausgewählten Industrieländern verglichen. Im Anschluss daran erfolgt eine Bewertung der Entwicklungs-, bzw. der Schwellenländer, die ihre wesentlichen Vorteile gegenüber den Industrieländern hervorhebt und somit Chancen für die deutschen Unternehmen bietet.
Desweiteren werden die demografischen, wirtschaftlichen und politisch-rechtlichen Voraussetzungen am Arbeitsmarkt analysiert.
Die Sourcing-Alternativen werden darauffolgend im Detail vorgestellt, denn es bietet sich für das deutsche Management die Alternative, ins Ausland zu gehen. Ob die lokalen Marktbedingungen mehr Vorteile mit sich bringen, als diejenigen in Deutschland, wird im Rahmen dieser Arbeit untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hintergrundinformationen
2.1 Standortfaktoren
2.1.1 Kriterien der Wettbewerbsfähigkeit
2.1.2 Bewertung konkreter Industrie- und Entwicklungsländer
2.2 Daten und Fakten über den deutschen Arbeitsmarkt
2.2.1 Statistische Daten über die deutsche Bevölkerung
2.2.2 Aktuelle politisch-rechtliche und sozio-kulturelle Probleme
3 Strategische Sourcing-Alternativen
3.1 Definition und Abgrenzung der Begriffe
3.2 Offshore Outsourcing
3.3 Captive Offshoring
3.4 Backshoring
3.5 Onshore Insourcing
3.6 Anwerbung ausländischer Fachkräfte
4 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Deutschland im internationalen Vergleich und analysiert, welche strategischen Sourcing-Alternativen inländische Unternehmen nutzen können, um Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel und hohen Lohnkosten zu begegnen.
- Analyse der Standortfaktoren Deutschlands mittels Global Competitiveness Index (GCI).
- Untersuchung der demografischen Entwicklung und des deutschen Arbeitsmarktes.
- Bewertung von Sourcing-Optionen wie Offshore Outsourcing, Captive Offshoring und Nearshoring.
- Strategische Handlungsempfehlungen für das Management zur Optimierung der Wertschöpfungskette.
- Integration und Anwerbung von ausländischen Fachkräften als Lösungsansatz.
Auszug aus dem Buch
3.2 Offshore Outsourcing
Die erste Beschaffungsstrategie, nämlich die Auslagerung von Unternehmenstätigkeiten an Drittunternehmen ins Ausland, ist eine typische Strategie im Rahmen der anhaltenden Globalisierung von Unternehmen und Warenströmen. Diese Strategie versucht, die klassischen Vorteile des Offshoring (größere Märkte, in der Regel niedrigere Lohnkosten, vorhandene Arbeitskräfte) und des Outsourcing (Konzentration auf Kernkompetenzen, Reduktion der Kosten und Risiken etc.) zu kombinieren.
Mit der Globalisierung hängen die zunehmende Vernetzung von Ländern und Unternehmen und die Entwicklung neuer Technologien zusammen, die die Konkurrenz auf Unternehmensebene und Länderebene verstärken. Um dem globalen Druck standzuhalten, benötigen immer mehr Unternehmen eine spezialisierte Erbringung von Leistungen, die nicht unmittelbar zu den Kernkompetenzen des Unternehmens gehören. Dadurch werden die Flexibilität erhöht und potenziell Kostenersparnisse realisiert. Insbesondere wenn die Unternehmensumwelt dynamisch ist, Nachfrageschwankungen auftreten und die Produktlebenszyklen (wie z.B. in der Telekommunikationsbranche) immer kürzer werden, lässt sich eine Auslagerung von Unternehmenstätigkeiten (oder sogar ganzen Geschäftsprozessen) nicht vermeiden (Shao & David, 2007; Kamann & Van Nieulande, 2010). Sind die Aufgaben standardisiert und einfach konzipiert, ist die räumliche Nähe des Anbieters kaum relevant (z.B. IT Support Call-Center). Notwendig sind lediglich der Einsatz kompatibler Medien und Kommunikationswege, sowie ein erfahrenes Projektmanagement (Shao & David, 2007).
Es haben sich in der Praxis bestimmte Unternehmensbereiche als besonders geeignet für Offshore Outsourcing erwiesen: Informationstechnologien (IT), Verwaltungsaufgaben, wie z.B. Buchhaltung, und Human Ressourcen (HR). Der Schwerpunkt in dieser Arbeit fällt auf die Auslagerung von IT-Aufgaben der Industrieunternehmen in andere Standorte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Standortwahl im Kontext der Globalisierung und Vorstellung der Zielsetzung sowie der methodischen Vorgehensweise.
2 Hintergrundinformationen: Untersuchung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands anhand von Standortfaktoren sowie Analyse der demografischen und arbeitsmarktpolitischen Rahmenbedingungen.
3 Strategische Sourcing-Alternativen: Detaillierte Darstellung und Bewertung von verschiedenen Sourcing-Strategien wie Outsourcing, Offshoring, Nearshoring, Backshoring, Onshoring und Insourcing.
4 Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Ergebnisse und Schlussfolgerung, dass keine universelle Sourcing-Strategie existiert, sondern individuelle unternehmensspezifische Entscheidungen notwendig sind.
Schlüsselwörter
Standortfaktoren, Wettbewerbsfähigkeit, Outsourcing, Offshoring, Nearshoring, Backshoring, Onshoring, Insourcing, Arbeitsmarkt, Demografie, Fachkräftemangel, Globalisierung, Sourcing-Strategien, Wertschöpfung, Produktionsverlagerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Deutschland für inländische Unternehmen und bewertet verschiedene strategische Optionen zur Verlagerung oder Erbringung von Leistungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Analyse von Standortfaktoren im internationalen Vergleich, die aktuelle Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt sowie die Bewertung von Sourcing-Alternativen in der globalisierten Wirtschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, Potenziale und Probleme des Standorts Deutschland zu identifizieren und dem Management Handlungsalternativen für strategische Sourcing-Entscheidungen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Auswertung von Wirtschaftsdaten (z.B. Global Competitiveness Index) sowie dem Vergleich von Migrations- und Arbeitsmarktstudien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung zu Standortfaktoren, eine detaillierte Faktenanalyse zum deutschen Arbeitsmarkt sowie die Vorstellung und kritische Bewertung von Sourcing-Strategien wie Offshore Outsourcing und Captive Offshoring.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Standortfaktoren, Sourcing-Alternativen, Outsourcing, Offshoring, Fachkräftemangel, globale Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung.
Warum ist der deutsche Arbeitsmarkt für die strategische Standortwahl so wichtig?
Der deutsche Arbeitsmarkt ist aufgrund von demografischem Wandel, hohen Personalkosten und regulatorischen Faktoren eine zentrale Herausforderung, die Unternehmen dazu bewegt, Sourcing-Alternativen in Betracht zu ziehen.
Welche Rolle spielt die Anwerbung ausländischer Fachkräfte?
Sie wird als strategische Möglichkeit diskutiert, um den Fachkräftemangel im Inland zu kompensieren, wobei jedoch bürokratische Hindernisse und Qualifikationsanforderungen die Umsetzung erschweren.
- Quote paper
- Katerina Zlateva (Author), 2011, Die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Strategische Sourcing-Alternativen für inländische Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272087