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Über den wissenschaftlichen Charakter des Marxismus

Titel: Über den wissenschaftlichen Charakter des Marxismus

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2014 , 128 Seiten

Autor:in: Heinz Ahlreip (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Dialektik der maschinellen Großindustrie ist im Marxismus erstrangig, denn aus dieser eruiert sich eine sich überkreuzende Entwicklungsparallelität zwischen Kapitalismusentwicklung einerseits und die sich aus ihr ergebenden Vergesellschaftung der Arbeit und Nivellierung der Produktion bei gleichzeitiger Verproletarisierung der Gesellschaft und proletarischer Interessen und andererseits ermöglicht sie erst die Erkenntnis der Entwicklungsgesetze der menschlichen Gesellschaft bei gleichzeitiger Hervorbringung der materiellen Bedingungen des Sozialismus. In der Industrie gründet der Doppelkonflikt zwischen den beiden Hauptklassen und zwischen den Produktivkräften und Produktionsverhältnissen und die Hervorbringung der Konfliktlösungsmittel für beide Widersprüche. In Lenins „Kommunismus ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes“ klingt das nach.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

ÜBER DEN WISSENSCHAFTLICHEN CHARAKTER DES MARXISMUS

WIRKLICHKEIT UND IDEOLOGIE

FETISCHCHARAKTER DER WARE

PRODUKTION UND ERKENNTNIS

DIALEKTIK ALS ERKENNTNIS

ÜBER DEN PERSONENKULT

DIALEKTIK NACH STALIN

HEGEL UND MARX

KOMMUNISMUS UND WISSENSCHAFTSGESCHICHTE

DER WISSENSCHAFTLICHE CHARAKTER DES MARXISMUS

DIALEKTIK UND EKLEKTIZISMUS

AUFSTIEG UND FALL DER SOWJETUNION

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den wissenschaftlichen Charakter des Marxismus unter besonderer Berücksichtigung seiner dialektischen Methode und deren Abgrenzung zur bürgerlichen Ideologie und Metaphysik. Ziel ist es, die interne Logik des Marxismus als Prozesswissenschaft freizulegen und aufzuzeigen, wie sich diese von idealistischen Ansätzen unterscheidet und warum die revolutionäre Praxis als Kriterium für die wissenschaftliche Erkenntnis der gesellschaftlichen Entwicklungsgesetze unabdingbar ist.

  • Die Dialektik als materialistische Erkenntnistheorie
  • Analyse des Fetischcharakters der Ware als ökonomisch-theologisches Manuskript
  • Die kritische Aufarbeitung der Basis-Überbau-Dialektik
  • Das Verhältnis von Wissenschaft, Geschichte und politischer Praxis
  • Die Problematik des Personenkults innerhalb der marxistischen Tradition

Auszug aus dem Buch

FETISCHCHARAKTER DER WARE

Die die Prozesse durchwaltenden dialektischen Gesetze sind nicht formalistisch bzw. in formallogisch-mechanistischer Form abzubilden. Aufschlußreich hierzu sind zwei Briefe von Karl Marx an Friedrich Engels: der erste vom 9. Dezember 1861, in dem er mitteilt, daß Hegel nie die Subsumtion einer Masse von 'Cases' under a general principle Dialektik genannt habe, und vom 8. Januar 1868, der die spöttischen Bemerkungen über Steins „hölzerne Trichotomien“ enthält. Die „Elemente“ der Dialektik sind vielmehr sich wechselseitig durchdringende. Die immanenten Wechselbeziehungen bedingen die untereinander und umgekehrt. Durch das Ineinander und Auseinander all seiner Wechselbeziehungen ist der Prozess ein Ineinander und Auseinander seiner selbst. Die Akkumulation des Kapitals zum Beispiel beinhaltet wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit und Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander zugleich.

Nicht nur, dass jedes Ding mit seinem Gegenteil schwanger geht, und ohne Gegensatz gäbe es keinen Fortschritt, vielmehr: die Gegensätze durchdringen sich wechselseitig zu einer höheren Einheit. In einem Brief an Engels vom 24. August 1867 bezeichnete Marx die Entdeckung des Doppelcharakters der Arbeit, die sich je in Gebrauchswert oder Tauschwert ausdrücken kann, als das Beste des Kapitalbuches. In einem Brief an Engels vom 8. Januar 1868 weist er darauf hin, dass die Ökonomen nicht konsequent genug kontrovers gedoppelt gedacht haben: „Den Ökonomen entging ohne Ausnahme das Einfache, daß, wenn die Ware das Doppelte von Gebrauchswert und Tauschwert, auch die in der Ware dargestellte Arbeit Doppelcharakter besitzen muß, während die bloße Analyse auf Arbeit sans phrase wie bei Smith, Ricardo etc. überall auf Unerklärliches stoßen muß. Es ist dies in der Tat das ganze Geheimnis der kritischen Auffassung“.

Zusammenfassung der Kapitel

WIRKLICHKEIT UND IDEOLOGIE: Dieses Kapitel thematisiert die wissenschaftsgeschichtliche Neubegründung der Erkenntnistheorie durch Descartes und setzt diese in Kontrast zum marxistischen Ansatz, der die richtige Übereinstimmungserkenntnis von Subjekt und Objekt an die revolutionäre Weltveränderung bindet.

FETISCHCHARAKTER DER WARE: Das Kapitel analysiert den Doppelcharakter der Arbeit und die daraus resultierende Fetischverblendung, um den Prozess aufzuzeigen, durch den gesellschaftliche Beziehungen als Dingverhältnisse erscheinen.

PRODUKTION UND ERKENNTNIS: Hier wird die Dialektik als notwendiger Prozess erörtert, in dem sich der Revolutionär und das Proletariat durch die Überwindung des Bestehenden selbst transformieren.

DIALEKTIK ALS ERKENNTNIS: Die Untersuchung befasst sich mit der Erstarrung dialektischen Denkens im stalinistischen Kontext und plädiert für die notwendige Wiederbelebung einer kritisch-revolutionären Dialektik.

ÜBER DEN PERSONENKULT: Dieses Kapitel kritisiert die Fixierung auf "geniale" Einzelpersonen und betont stattdessen die kollektive Natur der proletarischen Revolution und der Theoriebildung.

DIALEKTIK NACH STALIN: Es wird die Dominanzverschiebung weg vom urtypischen Kampf der Gegensätze hin zu einer statischen Sichtweise unter Stalin und später Gorbatschow analysiert.

HEGEL UND MARX: Das Kapitel arbeitet den fundamentalen Unterschied zwischen der idealistischen Dialektik Hegels und der materialistischen Methode von Marx heraus.

KOMMUNISMUS UND WISSENSCHAFTSGESCHICHTE: Abschließend wird das Verhältnis von Philosophie, Natur- und Gesellschaftswissenschaften im Hinblick auf den Kommunismus und die Überwindung der Entfremdung beleuchtet.

DER WISSENSCHAFTLICHE CHARAKTER DES MARXISMUS: Das Kapitel resümiert, dass die Wissenschaftlichkeit des Marxismus untrennbar mit der revolutionären Praxis verbunden ist.

DIALEKTIK UND EKLEKTIZISMUS: Dieses Kapitel entwickelt anhand der Gewerkschaftsdebatte in Russland eine klare Abgrenzung der Dialektik vom Eklektizismus.

AUFSTIEG UND FALL DER SOWJETUNION: Abschließend wird der Versuch der Sowjetunion als weltgeschichtlicher Prozess analysiert und kritisch hinterfragt, warum dieser in einer Restauration des Kapitalismus mündete.

Schlüsselwörter

Marxismus, Dialektik, Materialismus, Fetischcharakter der Ware, Revolutionäre Praxis, Klassenkampf, Produktivkräfte, Produktionsverhältnisse, Ideologie, Entfremdung, Kapitalismus, Sozialismus, Kommunismus, Basis und Überbau, Personenkult.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den wissenschaftlichen Charakter des Marxismus und dessen Anwendung als materialistische Dialektik zur Analyse geschichtlicher Prozesse und ökonomischer Bedingungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören das Verhältnis von Denken und Sein, die Analyse der Warenform, der Klassenkampf als Triebkraft der Geschichte sowie die Kritik an idealistischen und revisionistischen Deformationen der marxistischen Lehre.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Marxismus als eine lebendige, kritische und revolutionäre "Prozesswissenschaft" zu verteidigen, die sich von einer bloßen Weltinterpretation abhebt und stattdessen die Praxis als Kriterium der Wahrheit in den Mittelpunkt stellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die Methode des historischen und dialektischen Materialismus angewandt, die den Zusammenhang von ökonomischen Produktionsbedingungen und dem ideologischen Überbau analysiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der Ware, der Kritik an hegelscher Idealistik, der Rolle der revolutionären Kampfpartei, dem Problem des Personenkults sowie den Ursachen für den Niedergang des sowjetischen Sozialismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Marxismus, Dialektik, Fetischcharakter, Klassenkampf, revolutionäre Praxis, Entfremdung, Basis-Überbau-Dialektik.

Welche Rolle spielt die Kritik an Sahra Wagenknecht im Buch?

Der Autor nutzt die Analyse der politischen Schriften von Sahra Wagenknecht als Fallbeispiel, um aufzuzeigen, wie das methodische Zurückfallen hinter das wissenschaftliche Niveau von Marx zu revisionistischen und "konterrevolutionären" Schlussfolgerungen führen kann.

Warum betont der Autor die Ablehnung des Personenkults?

Der Autor betont, dass der Personenkult ein Zeichen für eine ungenügende Widerspiegelung der objektiven Entwicklungsgesetze ist und den kollektiven Charakter der proletarischen Bewegung untergräbt, was letztlich einem "Geniekult" und damit einem Rückfall in bürgerliche Denkmuster entspricht.

Ende der Leseprobe aus 128 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Über den wissenschaftlichen Charakter des Marxismus
Autor
Heinz Ahlreip (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
128
Katalognummer
V272102
ISBN (eBook)
9783656642978
ISBN (Buch)
9783656642961
Sprache
Deutsch
Schlagworte
über charakter marxismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Heinz Ahlreip (Autor:in), 2014, Über den wissenschaftlichen Charakter des Marxismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272102
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