Die Bedeutung des Tanzes in der Sozialen Arbeit mit Jugendlichen


Hausarbeit, 2012

20 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Jugend
2.1 Definition
2.2 Probleme
2.2 Jugendkulturen

3. Tanz
3.1 Definition
3.2 Ursprung
3.3 Tanzformen

4. Tanz in der Soziale Arbeit
4.1 Wirkung
4.2 Tanzpädagogik
4.2.1 Definition
4.2.2 Tanzpädagogik in der Sozialen Arbeit
4.3 Tanzen in der Jugendarbeit

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Grundhaltungen in der Tanzarbeit
(Francisco, 2008, S. 17)

Abb. 1: Kriterien in der Tanzarbeit
(Francisco, 2008, S. 19)

1. Einleitung

In dieser Arbeit soll es um die Bedeutung des Tanzes in der Arbeit mit Jugendlichen gehen. Ich habe mich für das Thema entschieden, da ich selbst schon sehr früh angefangen habe zu tanzen und mich diese Erfahrung im positiven Sinne sehr geprägt hat. Auch in der Praxis ist mir bereits bewusst geworden, wie viel Tanz und Bewegung gerade bei Jugendlichen auslösen und beeinflussen können. Nun wollte ich mich näher mit dem Thema befassen und vor allem herausfinden, ob Tanz wirklich eine wichtige Rolle in der Sozialen Arbeit spielt.

Tanz hängt stark mit dem Medium Musik zusammen. Für viele Menschen ist Musik sehr wichtig. Ein Leben ohne wäre wohl unvorstellbar. Viele Jugendlichen definieren sich durch Musik und suchen sich Freunde, die einen ähnlichen Musikgeschmack haben. Zusätzlich kann Musik Menschen zum weinen oder lachen bringen und verbindet Personengruppen- so auch bei Musikfestivals oder Konzerten. Wenn man Musikstücke hört, die einem zusagen, kriegen viele Menschen Lust sich darauf zu bewegen und zu tanzen. Das ist ein natürliches Bedürfnis und ist schon bei kleinen Kindern im Alter von wenigen Monaten der Fall. Zudem gibt es kein Volk auf der Welt, das keinen Tanz hat. Somit kann man den Tanz als eine nonverbale Kommunikationsform jeder Kultur bezeichnen (vgl. Pleyer, 2006, S. 1).

In dieser Arbeit möchte ich mich näher mit dem Medium Tanz beschäftigen, aber auch auf die Frage eingehen, welche Methode dahinter steckt und was man mit dem Medium bewirken und erreichen kann.

2. Jugend

2.1 Definition

Die Jugend ist die Zeit zwischen der Kindheit und dem Erwachsenenalter. Als Jugendlichen bezeichnet man jeden jungen Menschen zwischen dem 13. und 21. Lebensjahr. In der Jugend gibt es zwei Phasen, die es zu erwähnen gilt. Zum einen die Pubertät und zum anderen die Adoleszenz. Unter der Pubertät versteht man die Zeitspanne, in der vor allem die körperliche Wandlung vom Kind zum geschlechtsreifen Menschen stattfindet. In dieser Zeit entwickeln sich äußere Merkmale wie die Körperbehaarung, die sekundären Geschlechtsmerkmale, die Menstruation sowie die Spermienproduktion.Mädchen kommen meist zwischen dem 10. und 18. Lebensjahr und Jungen zwischen dem 12. und 20. Lebensjahr in diese Phase. (Vgl. Behrens; Tiedt, 2012, S. 151f.)

Die Adoleszenz meint dagegen den Abschnitt zwischen dem Einsetzen der Geschlechtsreifung und dem „Erwachsensein". Rechtlich gesehen ist man Erwachsen, wenn man volljährig wird. Wirtschaftlich gesehen spielen Aspekte eine Rolle wie der Abschluss der ersten Ausbildung, die finanzielle Unabhängigkeit vom Elternhaus sowie die Möglichkeit einer Familiengründung. (Vgl. Wolf; Mulot; Seidl, 2002, S. 7)

2.2 Probleme

Die Jugend wird von vielen jungen Menschen als eine nicht nur schöne Zeit angesehen, also als eine Zeitspanne, in der man viele neue Erfahrungen macht, die erste Liebe kennenlernt und vielen wunderbaren Menschen begegnet, sondern vor allem auch als eine sehr schwierige Zeit. Das liegt daran, dass die Zeitspannevor allem durch viele Wandlungen und Umbrüche charakterisiert ist. Die Jugendlichen müssen ziemlich schnell lernen, mit Herausforderungen des täglichen Lebens umzugehen. Das ist nicht immer einfach. Außerdem fand aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen in den letzten Jahren ein Wegfall der traditionellen familiären Strukturen statt. Die Shell- Studie gab bekannt, dass vielen Jugendlichen der Blick in die Zukunft Angst macht. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass sie neben den Anforderungen die an sie gestellt werden, auch immer häufiger mit Krankheiten, Behinderungen, Migration, Gewalterfahrungen oder Vernachlässigungen umgehen müssen. (Vgl. Behrens; Tiedt, 2012, S.152)

Globalisierung, Migration, Umweltbedingungen und die Veränderungen in der Arbeitswelt machen es den Jugendlichen zusätzlich nicht wirklich einfacher, vor allem was den wichtigen Prozess der Identitätssuche betrifft. (Vgl. Behrens, Tiedt, 2012, S. 152) Seine eigene Identität hat ein junger Mensch gefunden, wenn er sich selbst als ein einzigartiges Individuum ansieht sowie davon ausgeht, dass dies auch in der Zukunft bestehen wird und unabhängig ist von innerpsychischen oder Umwelt- bedingten Veränderungen (vgl. Baumann, 2002, S. 477). Außerdem resultieren aus dem Identitätsprozess nicht selten Folgen (vgl. Giesen, 2002, S. 507). Das sind unter anderem Drogenmissbrauch, Gesellschaftliche Entfremdungen, Störungen und psychische Krankheiten (vgl. Giesen, 2002, S. 507). Natürlich gibt es auch Probleme, die bereits in der Kindheit entstehen und erst im Jugendalter zum Vorschein kommen (vgl. Zimmermann, 2002, S. 199). Diese verschwinden jedoch meist wieder im Erwachsenenalter oder verlieren an Intensität (vgl. Zimmermann, 2002, S. 199). Die Ausnahme sind Depressionen (vgl. Zimmermann, 2002, S. 199). Unter ihnen versteht man eine Gruppe verwandter und psychischer Zustände, die sich aber je nach Fall stark unterscheiden können und von normalen Reaktionen bis hin zu schweren psychiatrischen Erkrankungen gehen können (vgl. Zimmermann, 2002, S. 199). Typisch für Depressionen sind pessimistische und niedergedrückte Stimmungen sowie Lust- und Antriebslosigkeit(vgl. Zimmermann, 2002, S. 199).

Zusätzlich ist die Jugend auch eine Zeit, in der es massiv zu Streitereien und Zankereien kommt. Auch in noch so harmonischen Familien kommt es doch in der ersten Jugendhälfte oft zu nebensächlichen Konflikten Auslöser dafür sind beispielsweise die Kleiderwahl oder das Aufräumen des Zimmers. (Vgl. Giesen, 2002, S. 507).

2.3 Jugendkulturen

Um den Zusammenhang zwischen Jugend und dem Medium Tanz besser verstehen zu können, ist es wichtig auf die Jugendkulturen einzugehen, die in unserer heutigen Zeit existieren. Zuerst einmal: Freunde, Gleichaltrige sowie Jugendszenen spielen eine sehr wichtige Rolle im Leben jedes jungen Menschen. Sie orientieren sich stark an ihnen und definieren sich durch sie. Daher sind diese Gruppierungen unersetzbar. Jugendkulturen[1] sind heutzutage jedoch vielfältiger als früher und können nicht mehr eindeutig definiert sowie voneinander abgegrenzt werden. (Vgl. Behrens; Tiedt, 2012, S. 152)

Gerade in der Pop- Musik kann man beobachten, wie verschiedene Aspekte jugendopossitioneller sowie alltagskultureller Strebungen aufeinander treffen und durch Körpersprache, Tanz, Bilderwünsche sowie Interaktionsformen sichtbar gemacht werden (vgl. Richard, 2008, S. 51). Wenn man sich näher mit den Jugendkulturen beschäftigt, wird klar dass klassen- und schichtspezifische Aspekte oder subkulturelle Orientierungen eine wesentliche Rolle spielen (vgl. Richard, 2008, S. 51). Unter den subkulturellen Orientierungen versteht die Wissenschaft die abgegrenzten und sozialen Teilgruppen innerhalb einer beliebigen Gesellschaft (vgl. Richard, 2008, S. 51). In diesen Gruppen zeigen sich Merkmale wie Schicht, Einkommen, Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Verhalten und Lebensweisen, mit Hilfe derer sich die Jugendlichen von der Gesellschaft abgrenzen wollen (vgl. Hafeneger, 2002, S. 952). Allerdings habenForscher im Bereich der Jugendkulturen herausgefunden, dass diese Begriffe mit der Zeit durch Merkmale wie Lebensstil, Milieu, Auffassung von Individualität und Entfaltung von Subjektivität ergänzt und sogar abgelöst wurden (vgl. Hafeneger, 2002, S. 952).

In dieser Arbeit soll es um die Jugendkulturen gehen, die durch einen gleichen Musikgeschmack und die damit verknüpften Tanz- und Bewegungsstile verbunden sind (vgl. Behrens; Tiedt, 2012, S. 152)Dazu zählt zum einen der Rock' n Roll. Diese Jugendkultur hatte ihren Ursprung im den 50er in Amerika und galt damals „als Symbol jugendlicher Revolte" (Müller, 2009, S. 18) Das besondere an der Bewegung war, dass der Tanz stets Vordergrund stand. Die Tanzform wurde jedoch damals aufgrund ihrer wilden Tanzeinlagen als unmoralisch angesehen und so versuchte Amerikasie einzudämmen. In Deutschland fand die Rebellion erst einige Jahre später statt, als die Beatles und die Rolling Stones in Mode kamen. Rock' n' Roll wurde hier immer mit der Amerikanisierung in Verbindung gebracht und grenzte somit die Jugend von den Erwachsenen ab. Auch hier entstand irgendwann eine Massentanzhysterie und wurde ebenfalls als eine Bedrohung angesehen. Mit der Zeit gab es jedoch eine Akzeptanz der Gesellschaft. Heute findet man die Tanzform Rock'n' Roll in jeder Tanzschule. Allerdings spielt sie in den heutigen Jugendkulturen keine große Rolle mehr. (Vgl. Müller, 2009, S. 18)

Eine andere wichtige Jugendkultur, auf die es gilt einzugehen, ist Disco. Ursprünglich würde es als eine Kultur der Minderheiten angesehen. In den 70er veränderte sich dies jedoch und fand auch in höheren Schichten statt. Ab diesem Zeitpunkt wurde in dieser Jugendkultur vor allem Wert auf eine gepflegte Garderobe und Jugendlichkeit gelegt. Die Musik bestand aus alten Liedern, die von DJ' s durch Discobeats und Discobasslines ausgeschmückt wurden. Die Bedeutung in der Popmusik nahm immer mehr zu. Inzwischen ist Disco eine der wichtigsten Freizeitaktivitäten von Jugendlichen. Ihnen wird Raum für Bewegung sowie die Möglichkeit gegeben, dem Alltag zu entfliehen. Die Diskothek ist also fern derWelt der Erwachsenen und ein wichtiger Schritt der Emanzipation. Es spielt die Körpererfahrung genauso wie die Gemeinschaftlichkeit eine Rolle. Aus der DJ Kultur entwickelten sich im Laufe der Zeit die Richtungen Techno, House und Hip Hop. Die Tanzbewegungen wurden in diesen Richtungenum einiges wilder, exzentrischer und freier. In diesen Szenen treffen Jugendliche aus allen sozialen Milieus aufeinander.Vor allem stachen in diesem Bereich die House und die Techno Bewegung heraus. Diese beiden Formenentstanden um 1990 rum. Der DJ wurde zum Star und die Remixe der Lieder immer bedeutungsvoller. Es gibt auch heute keine einheitlichen Techno- Bewegungen, sondern eher einige Unterabteilungen. Sie alle verbindet jedoch ein Hang zu chemisch und technisch verursachten Sinnesreizen sowie zum extasischen Tanzen. Raven ist dabei die Tanzform, die ein neues Lebensgefühl übermitteln soll. Freiheit, Gleichheit und Spaß werden live erlebt. Hauptsächlich werden diese Tänze in der Disco oder Partys getanzt, also Choreographien nur selten eingeübt und Tanzschritte eher imitiert, um sie im spontanen Tanz umsetzen zu können. (Vgl. Müller, 2009, S. 18ff)

Auch sehr wichtig und unter den heutigen Jugendlichen immer noch sehr beliebt, ist der Hip- Hop und der Breakdance. Diese zwei Formen kann man nicht eindeutig voneinander abgrenzen. Hip Hop kann man heute in jeder Tanzschule tanzen. Er umfasst Gruppentänze mit Breakdance- Elemente, jedoch ohne akrobatische Einlagen. Es gibt auch einige Erweiterungen wie beispielsweise „Lyrical". Bei dieser Tanzform werden die Bewegungen genau dem Text angepasst und geben diesen wieder. Hip Hop gilt als ein wichtiges Genre der Popkultur und gilt als eine der populärsten Tanzformen für Jugendliche. Gerade auf MTV, Viva oder YouTube kannman oft Hip- Hop Choreographien sehen und die Tänzer werden zu Vorbildern. Dadurch entwickelt sich bei vielen Jugendlichen der Wunsch, auch tanzen zu lernen.(Vgl. Müller, 2009, S. 18f)

3. Tanz

Bevor es um die Thematik „Tanzpädagogik" in der Sozialen Arbeit gehen soll, ist es wichtig sich mit der Definition und dem Tanz auseinander zu setzen.

3.1 Definition

Der Tanz ist eine rhythmisch- musikalische Bewegungsform, die so alt ist, wie die Menschheit selbst (vgl. Francisco, 2008, S. 6) Im Universalduden wird der Tanz als eine geordnete Abfolge von Körperbewegungen beschrieben, die nach Musik oder anderer akustischer Tätigkeit wie Schlagen oder Stampfen zu einem Rhythmus ausgeführt wird (vgl. Rom, 2009 zit. n. Universalwörterbuch, S. 1661)Jeder Mensch besitzt die Fähigkeit und das Bedürfnis zuTanzen und verbindet es mit seinen eigenen Vorstellungen, Ansprüchen, Begriffen und Gefühlen. (Vgl. Francisco, 2008, S. 6)

Es gibt auf der Welt kaum jemanden, der noch nie getanzt hat. „Viele Menschen wippen, schaukeln oder bewegen sich dirigierend je nach körperlichem Vermögen und Temperament bis ins hohe Alter zu ihrer Lieblingsmusik" (Behrens; Tiedt, 2012, S. 145) Bewegung und Tanz sind also sehr eng mit unserem Körper und Leib verknüpft (vgl. Behrens; Tiedt, 2012, S. 145). Welche Art von Bewegung muss es also sein, damit man von einem Tanz sprechen kann? Der Unterschied zur Arbeit oder dem Sport besteht darin, dass man im Tanz in die Bewegungsaktion selbst eintaucht, während man bei dem anderen sich eher auf das praktische Ergebnis der Aktion konzentriert. Durch die Bewegungen lernen Menschen das Innere in Beziehung zur Außenwelt zu setzen (vgl. Rom, 2009 zit. n. Laban, 2001)Man kann also Emotionen wie Wut oder Aggressionen durch kraftvolles Stampfen ausdrücken und abbauen. (Vgl. Francisco, 2008, S. 6)

[...]


[1] In einer Jugendkultur haben Jugendliche die Möglichkeit sich zu definieren, sich eigene Ausdrucksformen zu geben und sich von der Erwachsenenwelt abzugrenzen (vgl. Hongler, 2007, S. 3)

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Details

Titel
Die Bedeutung des Tanzes in der Sozialen Arbeit mit Jugendlichen
Hochschule
SRH Fachhochschule Heidelberg
Veranstaltung
Erziehung und Bildung in der Sozialen Arbeit
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
20
Katalognummer
V272121
ISBN (eBook)
9783656632931
ISBN (Buch)
9783656632924
Dateigröße
791 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tanz, Soziale Arbeit, Tanzpädagogik
Arbeit zitieren
Anna Henning (Autor), 2012, Die Bedeutung des Tanzes in der Sozialen Arbeit mit Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272121

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