Tourismuspolitik und Weltkulturerbe

Fallbeispiel Heritage: Chichén Itzá, Yucatán, Mexiko


Hausarbeit (Hauptseminar), 2013
16 Seiten, Note: 81 von 100 Punkte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung, Methode und Quellen

2. UNESCO und die Welterbekonvention
2.1 Struktur, Aufgabe und Ziele der UNESCO
2.2 Die Welterbekonvention
2.2.1 Aufnahmeverfahren für Die Liste des Welterbes
2.2.2 Liste des gefährdeten Welterbes

3. Fallbeispiel Chichén Itzá
3.1 Geographie, Klima und Bevölkerung
3.2 Aufbau und Geschichte der Tempelstadt
3.3 Chichén Itzá als Weltkulturerbe
3.4 Tourismus und aktuelle Situation

4. Kritik
4.1 Vorteile des Tourismus für Yucatán und das Weltkulturerbe Chichen Itzá
4.2 Nachteile des Tourismus für Yucatán und das Weltkulturerbe Chichen Itzá

5. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung, Methode und Quellen

In dieser Hausarbeit beschreibe ich Chichén Itzá als Tempelstadt in der Welterbeliste der UNESCO. Chichen Itzá ist eines der wichtigsten Monumente der Welt der Maya und zählt jährlich Millionen von Besucher. Welche Vorteile und Nachteile diese große Anzahl von Touristen mit sich bringt, werde ich untersuchen und auf den Grund gehen.

Gereizt an dieser Thematik hat mich mein Besuch dieses Jahr auf der Halbinsel Yucatán, bei dem ich selbst für einen Tag nach Chichen Itzá gereist bin.

Diese überwältigende Tempelanlage hat viele Eindrücke bei mir hinterlassen und es war für mich sehr spannend, die Welt der Maya und der Bedeutung Chichen Itzás für deren Kultur und auch für die Bevölkerung der Halbinsel, zu erkunden.

2 UNESCO und die Welterbekonvention

2.1 Struktur, Aufgabe und Ziele der UNESCO

Die UNESCO ist eine von 16 rechtlich eigenständigen1 Organisationen der UNO. UNESCO steht für United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization, übersetzt ist sie die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur. „Die UNESCO hat die Aufgabe, "durch Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Völkern in Bildung, Wissenschaft und Kultur zur Wahrung des Friedens und der Sicherheit beizutragen".2 Während des zweiten Weltkrieges entstand auf der „Conference of Allied Ministers of Education (CAME)“ die Idee einer Weltorganisation für Bildung und Kultur. Am 04. November, 1945 trat die Verfassung für eine solche Organisation in Kraft und wurde am 16. November, 1945 von 37 Nationen unterzeichnet. Heute sind 195 Mitgliedsstaaten vertreten.

Der Hauptsitz ist in Paris. Als Generaldirektorin wurde die Bulgarin Irina Bokova 2009 gewählt.

2.2 Die Welterbekonvention

Da „das Kulturerbe und Naturerbe zunehmend von Zerstörung bedroht sind, nicht nur durch die herkömmlichen Verfallsursachen, sondern auch durch den Wandel der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse“3, wurde von der UNESCO auf der Welterbekonvention von 1972 ein Übereinkommen getroffen.

Irina Bokova beschreibt die Welterbekonvention als „das bedeutendste internationale Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes auf der ganzen Welt“. Das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt habe ich im Anhang hinzugefügt. Die Mitgliedsstaaten verpflichten sich, ihr Kultur- und Naturerbe besonders zu schützen, damit es in seinem Zustand erhalten bleiben kann.

2.2.1 Aufnahmeverfahren für die Liste des Welterbes

Auf der Liste des Welterbes stehen 981 Stätten aus 160 verschiedenen Staaten, davon sind 759 Stätten Kulturdenkmäler, 193 Naturerbe und 29 Denkmäler.

Es werden immer wieder neue Stätten in die Liste des Welterbes aufgenommen.

Vorher wird vom Welterbekomitee überprüft, ob sie „die Kriterien der „Einzigartigkeit“ oder „Authentizität“ (historische Echtheit)“ erfüllen. Sie müssen von „außergewöhnlichem universellem Wert“ sein, was in den Kriterien für die Aufnahme in die UNESCO Welterbeliste im Anhang nochmal genauer nachzulesen ist. Außerdem muss „neben dem aktuellen „Erhaltungszustand“ ein überzeugender Erhaltungsplan vorgelegt werden.“4

Anträge müssen bis zum ersten Februar für das darauffolgende Jahr gestellt werden. Experten von ICOMOS (Internationaler Rat für Denkmalpflege) und IUCN (Internationale Union zum Erhalt der Natur und ihrer Ressourcen) führen dann eine „eingehende Evaluierung durch, auf deren Grundlage das Welterbekomitee über die Aufnahme entscheidet.“5

Nach Anerkennung verpflichtet sich die zuständige Regierung „die Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen eigenständig zu finanzieren“6

2.2.2 Liste des gefährdeten Welterbes

Neben der UNESCO-Welterbeliste führt die UNSECO auch die Liste des gefährdeten Erbes der Welt.

Hierbei werden „Stätten des Welterbes aufgenommen, die durch ernste Gefahren bedroht sind und für deren Erhaltung umfangreiche Maßnahmen erforderlich sind. Derzeit stehen 44 Welterbestätte auf der "Roten Liste"“7

3. Fallbeispiel Chichén Itzá

Chichén Itzá ist einer der wichtigsten archäologischen Orte der Maya-Welt, wenn nicht sogar des präkolumbianischen Mexikos.8

3.1 Geographie, Klima und Bevölkerung

Gelegen ist die Mayastadt Chichén Itzá im nördlichen Teil des Tieflands der Halbinsel Yucatán in Mexiko. Chichén Itzá erstreckt sich über 3 km² mit zahlreichen Monumenten. Auf Yucatán herrscht allgemein tropisches Klima. Die Durchschnittstemperatur beträgt 33°C.

Die durchschnittlichen Höchsttemperaturen werden im Mai mit 36 °C erreicht, die kälteste Zeit des Jahres ist im Januar mit durchschnittlichen 28 °C.

Die Regenzeit ist von Juni bis Oktober, wobei starke Regenschauer zu erwarten sind.

Der höchste durchschnittliche Niederschlag ist im September mit 180,00 mm.

Da Chichén Itzá eine alte Tempelstadt ist, leben in ihr keine Einheimischen. Dennoch hat Chichén Itzá als Touristenattraktion einige hochwertige Hotels.

3.2 Aufbau und Geschichte der Tempelstadt

Die Mayas sind ein indigene Bevölkerungsgruppe, die sich über eine Gesamtfläche von etwa 350 000 km² über die Hauptinsel Yucatán, Petén mit Belize und das Hochland Südguatemalas erstreckten.

Die Itza waren höchstwahrscheinlich ein Volk der Maya, die sich aus Tabasco, Mexiko auf die Halbinsel Yucatán niedergelassen haben.

Der Name Chichén Itzá wird übersetzt als „Brunnen der Itza“.

Chichén Itzá ist die am besten erhaltene Ruinenlage auf der Halbinsel Yucatán. Sie wurde von etwa 300 v.Chr. bis ins 16. Jahrhundert besiedelt. Die Merkmale des Puuc-Stils (600-900), der die Architektur der Maya-Kultur beschreibt und die des mexikanisierten Baustils (900-1200) dominieren die heutige Architektur.

Sehr großen Einfluss hatten Invasoren aus Tula, einer toltekischen Stadt in der Nähe von Mexiko-Stadt. Vermutlich ist der toltekische König Ca Acatl Topilzin Quetzalcoatl 987 n.Chr. in Tula von seinem Bruder entthront und vertrieben worden und nach Yucatán geflohen.

Er kannte sich hervorragend in den Bereichen Kunst und Medizin aus und wurde von den Maya Kukulkán genannt, was übersetzt „gefiederte Schlange“ bedeutet. „Seine Kenntnisse, sowie die Kultur seiner Heimat mischten sich mit den in Chichén Itzá gültigen Vorstellungen und trugen wesentlich dazu bei, dass die Stadt und ihre

Nachbarn sich erneuerten und an Einfluss gewannen.“ 9 Weitere Tolteken flohen aus Tula und eroberten Chichén Itzá.

Chichén Itzá erlangte Ende des zehnten Jahrhunderts die Führungsposition auf Yucatán.

Zwar wurden in ganz Mesoamerika Rituale mit Menschenopfern betrieben, dennoch hatten die der

Tolteken außergewöhnliche Systematik und Grausamkeit.

Somit vereint die Architektur „Elemente der Mayakultur der klassischen Periode mit solchen des Puuc-Stils und Neuerungen, die auf die Tolteken zurückgehen“10

Wie in folgendem Schaubild zu erkennen ist, ist Chichén Itzá aufgebaut in 16 verschiedene Elemente.

Quelle: Longhena, S. 191

Das Haus der Nonnen (A) wurde - ebenso wie das Rote Haus (D) im Puuc-Stil - gebaut, also vor der Migration der Tolteken. Darin befindet sich ein Flachrelief, das ein mit gekreuzten Beinen sitzendes Wesen mit Federschmuck auf dem Kopf zeigt. Es soll sich um einen zum Gott gewordenen Herrscher handeln.

Die Cenotes (E und P) stellen unterirdische Gewässernetze dar, die den Regengott Chac-Tlaloc besänftigen sollten.

[...]


1 Vgl. Hompage der UNESCO

2 Zitat: http://www.unesco.de/ueber_die_unesco.html

3,Zitate: http://www.unesco.de/welterbe-konvention.html

4 Zitate: http://www.unesco.de/welterbe-konvention.html

5, Zitat: http://www.unesco.de/welterbe-aufnahmeverfahren.html

6 Zitat: http://www.unesco.de/welterbe-aufnahmeverfahren.html

7 Zitat: http://www.unesco.de/rote-liste.html

8 vgl. http://www.buenos-dias-mexico.de/reiseziel-mexiko/laenderinfo/klima.html http://es.wikipedia.org/wiki/Yucat%C3%A1n#Geograf.C3.ADa

9 Longhena, S. 192

10 Longhena, S. 192

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Tourismuspolitik und Weltkulturerbe
Untertitel
Fallbeispiel Heritage: Chichén Itzá, Yucatán, Mexiko
Hochschule
IB-Hochschule, Berlin
Note
81 von 100 Punkte
Autor
Jahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V272183
ISBN (eBook)
9783656637882
ISBN (Buch)
9783656637868
Dateigröße
586 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tourismuspolitik, weltkulturerbe, fallbeispiel, heritage, chichén, itzá, yucatán, mexiko
Arbeit zitieren
Anna Herrmann (Autor), 2013, Tourismuspolitik und Weltkulturerbe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272183

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