Bedingt durch die Globalisierung werden Unternehmen immer größer und die Strukturen unübersichtlicher. Arbeitsteilung und Spezialisierung dienen der Produktivitätssteigerung. Jedoch verbrauchen die damit verbundenen Austausch- und Abstimmungsprozesse Ressourcen. Die effektive und effiziente Nutzung der menschlichen Arbeitskraft stellt dabei ein schwieriges Problem dar (vgl. Schein, 1980, S. 10). Das Funktionieren eines Unternehmens setzt voraus, daß die Mitarbeiter wissen, welche spezialisierten Handlungen abgestimmt werden müssen, um eine Erreichung der Unternehmensziele zu gewährleisten. Motivation als Bereitschaft, die erwartete Leistung zu erbringen, steht in Zusammenhang mit der Erfüllung eigener Ziele (vgl. Milgrom/Roberts, 1992. S. 25ff.). Als Lösung dieser Koordinations- und Motivationsproblematik sollen Anreize einen gestaltenden Einfluß auf die Handelnden nehmen, daß diese ihre Rollenerwartungen erfüllen. Finanzielle und nicht-finanzielle Anreize wie z.B. Entgeltzahlungen, Karrierechancen, die Struktur der Tätigkeit, Zielvereinbarungen und Entscheidungsbefugnisse dienen dazu, das Leistungsverhalten in einem Unternehmen und damit das Unternehmen selbst positiv zu beeinflussen. Voraussetzung ist jedoch, daß das jeweilige Anreizsystem auf die Bedürfnisse und Anforderungen der jeweiligen Organisation optimal abgestimmt ist (vgl. Lindert, 2001, S. 2).
Demzufolge gewinnt das Controlling in Zusammenhang mit Anreizsystemen immer mehr an Bedeutung. Ziel dieser Arbeit ist, einen Überblick über Kennzahlen und Kennzahlensysteme zu geben, die geeignet sind, als Steuerungstool bei der Gestaltung von Anreizsystemen zur Anwendung zu gelangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Klassifizierung von Anreizen
2.1 Intrinsische und extrinsische Anreize
2.1.1 Intrinsische Anreize
2.1.2 Extrinsische Anreize
2.2 Materielle und immaterielle Anreize
2.2.1 Materielle Anreize
2.2.2 Immaterielle Anreize
3. Kennzahlen und Kennzahlensysteme
3.1 Überblick
3.2 Traditionelle Kennzahlen
3.2.1 Return on Sales (ROS)
3.2.2 Return on Investment (ROI)
3.2.3 Return on Equity (ROE)
3.3 Neue Controlling-Kennzahlen
3.3.1 Weighted Average Cost of Capital (WACC)
3.3.2 Discounted Cash Flow (DCF)
3.3.3 Economic Value Added (EVA)
3.3.3.1 Net Operating Profit After Taxes (NOPAT)
3.3.3.2 Investiertes Kapital (IC)
3.3.3.3 Return on Capital Employed (ROCE)
3.3.3.4 Berechnung des Economic Value Added (EVA)
3.3.4 Cash Flow Return on Investment (CFROI)
3.3.4.1 Brutto-Investitionsbasis
3.3.4.2 Nicht abschreibbare Aktiva
3.3.4.3 Brutto-Cashflow
3.3.4.4 Durchschnittliche Nutzungsdauer des Anlagevermögens
3.3.4.5 Berechnung des CFROI
3.4 Externe Marktkennzahlen
4. Leistungsbezogene Entlohnungssysteme
4.1 Überblick
4.2 Prinzipal Agent Konflikt
4.3 Moral Hazard
4.4 Gestaltung von Anreizsystemen
4.5 Bonusbank
4.6 Stock Option Plans
4.7 Vergütungssysteme bei nicht bösennotierten Unternehmen
4.7.1 DCF als Basis für ein Anreizsystem
4.7.2 EVA als Basis für ein Anreizsystem
4.7.3 CFROI als Basis für ein Anreizsystem
5. Schlußbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbindung zwischen wertorientierten Kennzahlensystemen und leistungsbezogenen Entlohnungssystemen. Ziel ist es aufzuzeigen, wie moderne Controlling-Kennzahlen als Steuerungsinstrumente genutzt werden können, um die Interessen von Management und Eigentümern in Einklang zu bringen und eine langfristige Unternehmenswertsteigerung zu fördern.
- Klassifizierung materieller und immaterieller Anreize
- Analyse traditioneller und moderner wertorientierter Kennzahlen
- Diskussion des Prinzipal-Agent-Konflikts in Anreizsystemen
- Gestaltungskriterien für nachhaltige Vergütungsmodelle
- Untersuchung von Instrumenten wie Bonusbanken und Stock Option Plans
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Weighted Average Cost of Capital (WACC)
Der gewichtete Kapitalkostensatz wird berechnet, um eine marktgerechte Verzinsung zu simulieren. Hiebei wird das Risiko, in eine Kapitalgesellschaft zu investieren durch einen Vergleich mit marktüblichen Zinssätzen quantifiziert. Das objektive Risiko stellt die Differenz zwischen einem risikofreien Zinssatz und der erwarteten Verzinsung des durchschnittlichen Aktienmarktes dar. Für die Beurteilung des subjektiven Risikos wird der sogenannte Beta-Faktor herangezogen. Dieser zeigt wie stark die Kurse des ausgewählten Titels variieren. Beta-Faktoren werden von Banken für die Beurteilung von kleinen und mittleren Unternehmen geschätzt.
Die Berechnung des WACC erfolgt in Anlehnung an International Group of Controlling (vgl. 2001, S. 118) in drei Schritten.
1. Schritt: Berechnung der geforderten Eigenkapitalverzinsung
2. Schritt: Berechnung der Fremdkapitalkosten
3. Schritt: Berechnung des WACC
Der Eigenkapitalanteil wird mit der geforderten Eigenkapitalverzinsung multipliziert. Ebenso wird der Fremdkapitalanteil mit den Fremdkapitalkosten multipliziert. Die sich aus diesen Multiplikationen ergebenden gewichteten Zinssätze werden addiert und ergeben den Kapitalkostensatz WACC.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit von Anreizsystemen im Kontext von Globalisierung und Unternehmenswachstum zur Koordination menschlicher Arbeit.
2. Klassifizierung von Anreizen: Dieses Kapitel differenziert zwischen intrinsischen und extrinsischen sowie materiellen und immateriellen Anreizen zur Mitarbeitermotivation.
3. Kennzahlen und Kennzahlensysteme: Hier werden traditionelle Rentabilitätskennzahlen den modernen wertorientierten Ansätzen wie WACC, DCF, EVA und CFROI gegenübergestellt.
4. Leistungsbezogene Entlohnungssysteme: Das Hauptkapitel diskutiert den Prinzipal-Agent-Konflikt und wie verschiedene Kennzahlen als Bemessungsgrundlage für Managementvergütungen fungieren.
5. Schlußbetrachtungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die Wahl des Anreizsystems unternehmensspezifisch erfolgen muss und die Kombination verschiedener Kennzahlen meist die effektivste Lösung darstellt.
Schlüsselwörter
Anreizsysteme, Controlling, Wertorientierung, Shareholder Value, Kennzahlen, WACC, DCF, EVA, CFROI, Prinzipal-Agent-Konflikt, Managementvergütung, Bonusbank, Stock Option Plans, Leistungsmessung, Unternehmenswert.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Verknüpfung von Controlling-Instrumenten, speziell wertorientierten Kennzahlen, mit Systemen zur leistungsbezogenen Vergütung von Führungskräften.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Klassifizierung von Anreizstrukturen, der Darstellung komplexer Kennzahlensysteme und der Lösung des Interessenskonflikts zwischen Managern und Eigentümern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über geeignete Kennzahlen zu geben, die als Steuerungstool für die Gestaltung von Anreizsystemen dienen können, um den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse auf Basis bestehender Literatur zur Unternehmensführung, zum Controlling und zur Anreiztheorie, um die Eignung verschiedener Kennzahlen zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen der Anreize und Kennzahlen erarbeitet, bevor spezifische Entlohnungssysteme wie Bonusbanken oder Aktienoptionen im Kontext der wertorientierten Unternehmensführung diskutiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Anreizsysteme, Shareholder Value, Controlling, Wertorientierte Kennzahlen (wie EVA oder CFROI) und Managementvergütung.
Wie unterscheidet sich der EVA als Basis für ein Anreizsystem von anderen Modellen?
Der EVA wird als sehr praxisnah angesehen, da er auf Bilanzdaten basiert und laut Literatur einen nur engen Manipulationsspielraum für das Management bietet.
Welche Herausforderung ergibt sich bei nicht börsennotierten Unternehmen bei der Entlohnung?
Da diesen Unternehmen oft objektive Marktmaßstäbe (wie ein Börsenkurs) fehlen, müssen interne wertorientierte Kennzahlen als Ersatz zur Erfolgsbemessung herangezogen werden.
- Arbeit zitieren
- Mag. Klaudia Blizek (Autor:in), 2004, Remunerationssysteme und Controlling, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27231