Der Apostel Paulus. Sein Leben, seine Theologie


Hausarbeit, 2012
21 Seiten, Note: 2.0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Mensch Paulus
2.1 Seine Biographie als Basis für seine Mission
2.2 Die Theologie des Paulus

3 Berufung oder Bekehrung?
3.1 Das Damaskuserlebnis in der Apostelgeschichte
3.2 Die Berufung im Galaterbrief

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Der Spruch „Von Saulus zu Paulus“ ist weithin geläufig und bekannt. Aber wie kam es zu dieser Redensart? Was genau steckt dahinter oder besser gesagt: wer? Wer war dieser Saulus beziehungsweise Paulus? Was hat er gemacht und wie wurde er zu dem, wie wir ihn heute kennen? Was hat er so Besonderes oder Außergewöhnliches vollbracht, dass man behaupten könnte, jeder kenne ihn oder habe zumindest schon einmal von ihm gehört?

Unter anderem diese Fragen werden im Laufe dieser Hausarbeit genauer durchleuchtet.

Zunächst wird unter dem zweiten Punkt dieser Arbeit auf die Person Paulus eingegangen, seine Biographie und Herkunft, seine Ansichten und seine Lehre, seine Erziehung und seine Bildung. Dabei werden dann bereits erste Bezüge geschlossen, wie es dazu gekommen ist, dass Paulus vom Christenverfolger zum Apostel der Völker wurde. Darauf folgt dann eine kurze Einführung in die Grundlagen der paulinischen Theologie, seine Ansichten und die Verkündigung.

Im dritten Punkt wird diese Thematik eingehender betrachtet. Handelt es sich um eine Bekehrung oder um eine Berufung? Gibt es überhaupt einen Unterschied dabei? Und wenn ja: wo liegt dieser und welche Quellen gibt es dafür jeweils? Besonders wird dabei das Damaskuserlebnis berücksichtigt, welches in der Apostelgeschichte, dem zweiten Teil des sogenannten lukanischen Doppelwerks, nachzulesen ist. Hierbei wird beschrieben, um was es sich grundlegend bei dem Damaskuserlebnis handelt und inwieweit dies Veränderungen mit sich brachte: für Paulus selber, aber auch für die Christengemeinde an sich.

Des weiteren wird dieses Erlebnis mit dem Galaterbrief verglichen, in dem sich Paulus als Verfasser selber an die Gemeinde wendet oder besser gesagt: an mehrere Gemeinden aus der Landschaft Galatien. In diesem selbst verfassten Brief nämlich spricht Paulus von seiner Berufung.

Im Laufe dieser Arbeit werden ein Großteil dieser vorangestellten Fragen beantwortet werden.

Letztendlich soll diese Arbeit auch versuchen zu helfen, eine Antwort darauf zu finden, inwiefern Paulus uns, den Christen geholfen und uns weitergebracht hat.

Wie sähe unsere Welt oder unser Glauben heute aus ohne ihn und seine Berufung beziehungsweise Bekehrung? Hätte dies einen Einfluss auf uns?

Mit diesem ersten Leitfaden an der Hand wird nun mit dem zweiten Punkt weitergearbeitet: dem Leben des Apostel Paulus´.

2 Der Mensch Paulus

Wie in der Einleitung bereits kurz erwähnt, wird nun auf die Person Paulus näher eingegangen. Zunächst einige Hintergrundinformationen zu seiner Herkunft und seinem Leben, und anschließend Wissenswertes über seine Mission, seine Ansichten, seine Theologie und die Verkündigung des Evangelium durch den Apostel Paulus.

2.1 Seine Biographie als Basis für seine Mission

Anfänglich kann erst einmal erklärt werden, wie es überhaupt dazu kommt, dass man sowohl von Saulus oder Saul als auch von Paulus spricht, und man dabei jeweils aber die gleiche Person meint.

Da er von Geburt an beide Namen besitzt, handelt es sich um eine Doppelnamigkeit. Zum einen den lateinischen Namen Paulus, den er als römischer Bürger und als Sohn eines römischen Bürgers innehat. Zum anderen den jüdischen Namen Saul, was der Erbetene heißt, aufgrund seines pharisäischen Elternhauses[1]. Demnach kennt er sich also in jüdischen und auch in griechisch-römischen Lebenskreisen aus, was ihn auch stark beeinflusst hat.

In der Apostelgeschichte ist dabei auffallend, dass von Saul die Rede ist, wenn er sich in jüdischen Gebieten aufhält, und der Name Paulus dann fällt, wenn er sich in hellenistischen Regionen befindet.

Paulus ist Anfang des ersten Jahrhunderts als Sohn eines Diasporajuden in Tarsus geboren worden. Tarsus ist die Hauptstadt der römischen Provinz Kilikien in Kleinasien[2]. Zudem ist Tarsus zu der damaligen Zeit eine wichtige Handelsstadt und liegt in der Mitte zweier Welten: der orientalischen und der griechisch-römischen. Außerdem handelt es sich bei Tarsus um den Mittelpunkt der hellenistischen Bildung und ist auch aus religiöser Sicht von großer Bedeutung, da sie sich am Synkretismus beteiligt hat[3].

Den eigenen Angaben nach stammt er aus dem Stamm Benjamin und ist deren Gesetz nach am achten Tag beschnitten worden. Wie in der Apostelgeschichte zu lesen ist, ist er von einem bekannten Lehrer in Jerusalem in der Tora ausgebildet worden, woraufhin er sich der pharisäischen Bewegung angeschlossen hat, welche auch schon seine Eltern eingeschlagen hatten[4].

Paulus ist in seiner Kindheit zweisprachig aufgewachsen, womit er sowohl hebräisch als auch griechisch beherrscht hat, weshalb er auch die Septuaginta lesen konnte. Seine häusliche Erziehung allerdings ist trotz beider Einflüsse gänzlich auf die jüdische Überlieferung zurückzuführen. Ab dem Alter von etwa zehn Jahren geht seine religiöse Erziehung weiter, er hat nun das ganze Gesetz aufgenommen und außerdem die Aufsätze der Ältesten gelesen. Man kann daher von einem sogenannten Gesetzesstudium sprechen[5]. Da Paulus in dieser Arbeit sehr begabt gewesen ist, kommt es aufgrund des Wunsches seiner Eltern und auch auf eigenes Bestreben hin, dass er nach Jerusalem gegangen ist, um dort weiter zu studieren und Rabbi zu werden[6].

Seinen Lebensunterhalt hat er sich tagsüber als Zeltmacher verdient, während ihm dann abends Zeit für seine Predigten geblieben ist[7].

Während seines tiefergehenden Studiums in Jerusalem, hat Paulus einiges an Erfahrungen und Eindrücken gewonnen, welche ihn stark geprägt und auch geistig geformt haben[8].

Paulus ist zunächst ein großer Christenverfolger gewesen und hat die Hellenisten bekämpft. Er hat bestritten, dass die Christen den Geist Gottes besitzen und ist auch zugegen gewesen bei der Steinigung des Stephanus, dem ersten christlichen Märtyrer[9]. Vorwegnehmend lässt sich hier bereits sagen, dass vollkommen im Gegensatz zu dieser Meinung, sich Paulus später nach seiner Bekehrung umso mehr an dem Heiligen Geist orientieren wird.

Zu dieser Zeit noch gilt Paulus mehr noch als Leiter der Verfolger, man spricht sogar von der Führernatur Paulus. Für ihn als Rabbi gelten die Geschichten um Jesu, dass er nach dem Tode auferstanden und seinen Anhängern erschienen sei und 40 Tage später in den Himmel aufgestiegen sei, um später erneut wiederzukommen, wie ein Märchen[10].

Nach der Steinigung des Stephanus ist es in Jerusalem allgemein zu einer großen Christenverfolgung gekommen, woraufhin viele Christen geflüchtet sind. Von daher ist es auch nicht zu der von Paulus gewünschten Ausrottung der Christen gekommen, sondern vielmehr sogar zu einer Ausbreitung und Bildung neuer christlicher Gemeinden, was zu einer noch größeren Wut und Enttäuschung auf Seiten des Paulus geführt hat[11].

Daraufhin hat Paulus die Vollmacht erhalten, auch in anderen Gebieten die Christen zu vertreiben, weshalb es dazu kommt, dass er nach Damaskus gezogen ist[12]. Dies zeigt auch die Gefährlichkeit des Paulus und seines Bestrebens, denn nun sind die Christen auch außerhalb von Jerusalem nicht mehr sicher[13].

Allerdings soll es auf dem Weg nach Damaskus zu einer entscheidenden Wende im Leben des Paulus kommen. Etwa im Jahre 33 n. Chr. begegnet ihm vor Damaskus der auferstandene Jesus Christus. Da Jesus circa im Jahre 30 n. Chr. gestorben ist und die Bekehrung des Paulus im Jahr 33 zu datieren ist, kann es sein, dass Paulus möglicherweise sogar Augenzeuge von Jesus gewesen ist, die Verhandlung und auch das Urteil über Jesu mitverfolgt hat[14].

Wie im Galaterbrief zu lesen, offenbart Gott ihm seinen Sohn. In der Apostelgeschichte ist die Rede von Licht und einer Stimme, die Paulus fragt, weshalb er ihn, Jesus, verfolgt[15]. Allerdings wird die Bekehrung oder aber die Berufung des Apostels hier nicht näher beschrieben oder durchleuchtet, da dies Inhalt des dritten Punktes sein wird.

Nach der Bekehrung kann bei Paulus von dem Apostel der Völker gesprochen werden. Denn durch ihn hat die christliche Botschaft seine Ausbreitung gefunden, weshalb er auch als bedeutendste Gestalt neben Jesus Christus selber angesehen wird. Deswegen sind das Leben des Paulus und seine Lehre auch von zentraler Bedeutung in der Forschung der Theologie[16].

[...]


[1] Vgl. Altmann (1947), S. 33

[2] Kertelge (1991), S. 11

[3] Vgl. a. a. O., S. 25-28

[4] Vgl. Berger (2005), S. 12

[5] Vgl. Altmann (1947), S. 34-37

[6] Vgl. a. a. O., S. 39

[7] Vgl. Berger (2005), S. 26

[8] Vgl. Altmann (1947), S. 54

[9] Vgl. Berger (2005), S. 13

[10] Vgl. Altmann (1947), S. 69 f.

[11] Vgl. a. a. O., S. 75

[12] Vgl. Berger (2005), S. 14

[13] Vgl. Hoppe (2009), S. 19

[14] Vgl. Altmann (1947), S. 61

[15] Vgl. Berger (2005), S. 14

[16] Vgl. Becker (2005), S. 125

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Der Apostel Paulus. Sein Leben, seine Theologie
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
2.0
Autor
Jahr
2012
Seiten
21
Katalognummer
V272356
ISBN (eBook)
9783656639107
ISBN (Buch)
9783656639077
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Paulus, Berufung, Bekehrung, Apostelgeschichte, Damaskuserlebnis
Arbeit zitieren
Johanna Wessely (Autor), 2012, Der Apostel Paulus. Sein Leben, seine Theologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272356

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