In dieser Arbeit möchte ich den Anlass und die Ursachen darstellen, die im Jahre 432/431 v. Chr. zum Ausbruch des Peloponnesischen Krieges zwischen Athen und Sparta geführt haben.
Ich werde versuchen zu erklären, warum der auf dreißig Jahre festgelegte Friedensvertrag zwischen Athen und Sparta bereits nach 15 Jahren gebrochen wurde.
Ich habe mich dazu entschlossen, die Ereignisse um Epidamos, Potaida und Megara als Anlass des Krieges zusammenzufassen und diesen zuerst zu behandeln. Dadurch kann ich bei der Behandlung der Ursachen direkt auf die bereits vorher erwähnten Ereignisse eingehen.
Als Grundlage meiner Arbeit benutze ich das von Thukydides verfasste Werk „Der Peloponnesische Krieg“. Thukydides erlebte den Krieg als aktiver Teilnehmer und sein Werk gilt heute als der Beginn der wissenschaftlichen Geschichtsschreibung.
Im Laufe der Arbeit möchte ich versuchen folgende These zu bestätigen oder zu verneinen:
These: Die Hauptschuld für den Kriegsausbruch liegt bei den Athenern und ihrem übertrieben Selbstbewusstsein.
Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung und These
3. Der Anlass des Peloponnesischen Krieges
3.1 Der Konflikt um Epidamnos
3.2 Der Konflikt um Poteidaia
3.3 Das Megarische Psephisma
3.4 Kriegsbeschluss der Spartaner
4. Die Ursachen des Peloponnesischen Krieges
4.1 Korinths Eingreifen in Epidamnos
4.2 Die Kriegsbefürworter in Sparta
4.3 Athens und Spartas Abhängigkeit von ihren Mitgliedsstaaten
4.4 Das Machtstreben der Athener
4.5 Das athenische Selbstbewusstsein
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Anlässe und tieferliegenden Ursachen, die zum Ausbruch des Peloponnesischen Krieges im Jahr 432/431 v. Chr. führten, mit dem Ziel, die These zu prüfen, ob die alleinige Schuld für den Konflikt bei dem übertriebenen Selbstbewusstsein Athens liegt.
- Analyse der unmittelbaren Kriegsanlässe (Epidamnos, Poteidaia, Megara)
- Untersuchung der politischen Machtdynamiken zwischen Athen und Sparta
- Rolle und Einflussnahme der jeweiligen Mitgliedsstaaten der Bündnissysteme
- Bewertung des athenischen Imperialismus und des Auftretens von Perikles
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Konflikt um Epidamnos
Die Ereignisse die zum Peloponnesischen Krieg führten begannen in Epidamnos, weit außerhalb des von Athen und Sparta dominierten Bereiches. Epidamnos lag an der Ostküste der Adria und war über 100 Meilen von Kerkyra entfernt. Epidamnos war unumstritten eine Kerkyraische Kolonie, wobei Kerkyra selbst eine ehemalige Kolonie der Korinther war. Im Jahre 437 oder 436 v. Chr. kam es in Epidamnos zu sozialen Unruhen. Die demokratische Fraktion verbannte die Aristokraten aus der Stadt, die sich nun mit den Barbaren zusammenschlossen und die Stadt angriffen. Die Demokraten sandten Botschafter nach Kerkyra und baten um Unterstützung. Als die Kerkyraier sich weigerten zu helfen, übergaben die Demokraten Epidamnos an die Korinther und erklärten, dass die Gründer ihrer Stadt aus Korinth und nicht aus Kerkyra gekommen wären. Die Korinther nahmen diese Einladung an und schickten Wachtruppen zur Unterstützung nach Epidamnos.
Doch die Intervention der Korinther war eine Provokation für die Kerkyraier, welche diese nicht hinnehmen konnten, und sie begannen daraufhin Epidamnos zu belagern.
Zusammenfassung der Kapitel
2. Einleitung und These: Vorstellung der Forschungsfrage und der Hypothese, dass das athenische Selbstbewusstsein die Hauptursache für den Krieg war.
3. Der Anlass des Peloponnesischen Krieges: Darstellung der auslösenden regionalen Konflikte um Epidamnos, Poteidaia und Megara sowie des resultierenden Kriegsbeschlusses in Sparta.
4. Die Ursachen des Peloponnesischen Krieges: Untersuchung der tieferliegenden Motive, darunter Machtpolitik, Abhängigkeiten von Verbündeten und das imperiale Streben Athens.
5. Fazit: Kritische Reflexion der These unter Berücksichtigung, dass der Krieg ein komplexes Resultat vielfältiger Entwicklungen und kein gewolltes Ereignis beider Mächte war.
Schlüsselwörter
Peloponnesischer Krieg, Athen, Sparta, Thukydides, Perikles, Epidamnos, Poteidaia, Megara, Attischer Seebund, Peloponnesischer Bund, Imperialismus, Hegemonie, Antike, Kriegsschuldfrage, Diplomatie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die historischen Gründe für den Ausbruch des Peloponnesischen Krieges im 5. Jahrhundert vor Christus.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die diplomatischen Spannungen, die militärischen Anlässe in den Kolonien und die innen- wie außenpolitische Entwicklung der Großmächte Athen und Sparta.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Es wird untersucht, ob die Hauptschuld für den Kriegsausbruch tatsächlich bei den Athenern und deren übertriebenem Selbstbewusstsein liegt.
Welche wissenschaftliche Quelle dient als Basis?
Die Arbeit stützt sich primär auf das grundlegende Werk „Der Peloponnesische Krieg“ des zeitgenössischen Historikers Thukydides.
Welche Rolle spielen die Bündnispartner im Konflikt?
Die Arbeit verdeutlicht, dass sowohl Athen als auch Sparta unter dem Druck ihrer jeweiligen Verbündeten standen, die eigene Interessen verfolgten und die Großmächte zum Handeln drängten.
Welche Methode wird für die Untersuchung verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die Ereignisabfolgen rekonstruiert und politische Entscheidungsstrukturen der Antike kritisch bewertet.
Warum war das Megarische Psephisma für den Kriegsausbruch so entscheidend?
Das Psephisma stellt eine gezielte wirtschaftliche Sanktion Athens dar, die den Konflikt mit dem Peloponnesischen Bund weiter eskalierte und als Zeichen athenischer Dominanz wahrgenommen wurde.
Wie bewertet der Autor die Rolle des athenischen Staatsmannes Perikles?
Perikles wird als treibende Kraft dargestellt, der Athen durch eine harte Linie und die bewusste Inkaufnahme von Eskalationen in den Krieg führte.
- Arbeit zitieren
- Max Meier (Autor:in), 2008, Anlass und Ursachen des Peloponnesischen Krieges, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272378