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Qualitative Forschung und ihre Gütekriterien

Title: Qualitative Forschung und ihre Gütekriterien

Presentation (Elaboration) , 2011 , 14 Pages , Grade: 2

Autor:in: M.A. Pinar Kehribar Yorulmaz (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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In der Sozialforschung wurden lange Zeit vorzugsweise quantitative Methoden zur Datenerhebung und Auswertung verwendet, aber auch qualitative Methoden etablierten sich inzwischen zu einem wichtigen Bestandteil sozialwissenschaftlicher Forschung, vor allem wenn es um die Differenziertheit der Bedeutungen sozialer Handlungen geht.(...) Qualitative Forschung wird oft nicht, als für sich allein stehende Forschung anerkannt und ihr Anspruch auf Gültigkeit wird immer wieder mit Kriterien quantitativer Forschung bewertet und verglichen. Qualitative und quantitative Forschung sollten aber nicht als Konkurrenz zueinander gesehen werden, vielmehr stehen sie ergänzend zueinander und dienen einem besseren Verständnis der jeweils gewonnenen Informationen.

In der vorliegende Arbeit sollen Gütekriterien vorgestellt werden, anhand derer die Qualität der Forschungsergebnisse bewertet werden soll.


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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Kriterien qualitativer Sozialforschung

2. Gütekriterien qualitativer Sozialforschung

2.1. Die Anwendung quantitativer Gütekriterien für qualitative Forschung

2.2. Alternative Kriterien

2.3. Die Entwicklung von neuen Kriterien speziell für qualitative Forschung

2.3.1 Intersubjektive Nachvollziehbarkeit

2.3.2 Indikation des Forschungsprozesses

2.3.3 Empirische Verankerung der Theoriebildung und –prüfung

2.3.4 Limitation bzw. Verallgemeinerung

2.3.5 Reflektierte Subjektivität

2.3.6 Kohärenz

2.3.7 Relevanz

2.4 Postmoderne Ablehnung von Kriterien

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Bewertung qualitativer Forschung auseinander und untersucht, welche Gütekriterien geeignet sind, um die wissenschaftliche Qualität qualitativer Studien sicherzustellen und ihre methodische Anerkennung zu fördern.

  • Kritische Analyse der Übertragbarkeit quantitativer Gütekriterien auf qualitative Forschungsansätze.
  • Vorstellung alternativer Kriterienkonzepte, wie beispielsweise das Trustworthiness-Modell nach Lincoln und Guba.
  • Diskussion spezifischer Gütekriterien für die qualitative Forschung, darunter Nachvollziehbarkeit, Indikation und reflektierte Subjektivität.
  • Untersuchung der Rolle des Forschers als Erhebungsinstrument und dessen Einfluss auf den Forschungsprozess.
  • Bewertung der postmodernen Position zur Ablehnung jeglicher formaler Gütekriterien in der qualitativen Forschung.

Auszug aus dem Buch

2.3.1. Intersubjektive Nachvollziehbarkeit:

Die intersubjektive Nachvollziehbarkeit ist die Voraussetzung zur Prüfung anderer Kriterien. Eine Untersuchung ist ohne Dokumentation, wie diese Ergebnisse zustande gekommen sind, aus wissenschaftlicher Sicht wertlos. So soll durch die Dokumentation des Forschungsprozesses, der Weg wie der Forscher zu seinen Ergebnissen gekommen ist, transparent gemacht werden.

Damit haben Leser die Möglichkeit, den Forschungsprozess Schritt für Schritt zu verfolgen, nachzuvollziehen und die Ergebnisse nach eigenen Maßstäben zu bewerten. Dokumentiert werden sollten das Vorverständnis des Forschers, seine Erwartungen an den Forschungsgegenstand, die Auswahl seiner Methoden zur Datenerhebung und Informationen über deren Entwicklung. Es sollten alle Daten zur Verfügung gestellt werden, so dass Leser die Angemessenheit der gewählten Methoden selbst beurteilen können. Dazu kommt die Dokumentation der angewendeten Transkriptionsregeln und Auswertungsmethoden, sowie der Informationsquellen.

Wichtig ist auch die Dokumentation von methodischen Entscheidungen und Problemen und Widersprüchen, die im Verlauf der Forschung auftreten. Und schließlich sollte der Forscher auch die Kriterien darlegen, denen seine Forschung genügen soll.

Weitere Wege der Herstellung von Nachvollziehbarkeit, sind die Interpretation in Gruppen und die Anwendung kodifizierter Verfahren. Kodifizierte Verfahren dienen der Vereinheitlichung des methodischen Vorgehens. Obwohl qualitative Forschung selbst, nicht standardisierbar ist, liegen heute z.B. mit dem narrativen Interview, der Objektiven Hermeneutik, der Analytischen Induktion und der Methode der Grounded Theory, verschiedene kodifizierte Verfahren vor, die die intersubjektive Nachvollziehbarkeit erleichtern (vgl. Steinke, 1999, S.213).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung erläutert die zunehmende Bedeutung qualitativer Methoden in der Sozialforschung und stellt die Problematik der Qualitätsbewertung im Vergleich zu quantitativen Ansätzen dar.

1. Kriterien qualitativer Sozialforschung: Dieses Kapitel definiert qualitative Forschung als Sammelbegriff und benennt zentrale Kennzeichen wie Gegenstandsangemessenheit, Reflexivität und die Berücksichtigung von Perspektivenvielfalt.

2. Gütekriterien qualitativer Sozialforschung: Hier werden die drei Grundpositionen zur Bewertung qualitativer Forschung – Übernahme quantitativer Kriterien, Entwicklung neuer Kriterien und vollständige Ablehnung – eingeführt und differenziert betrachtet.

2.1. Die Anwendung quantitativer Gütekriterien für qualitative Forschung: Das Kapitel untersucht die Anwendbarkeit klassischer Kriterien wie Reliabilität, Validität und Objektivität auf qualitative Daten und diskutiert notwendige Reinterpretationen.

2.2. Alternative Kriterien: Dieses Kapitel präsentiert Konzepte wie das von Lincoln und Guba, die Begriffe wie Glaubwürdigkeit und Übertragbarkeit vorschlagen, um den Besonderheiten qualitativer Forschung gerecht zu werden.

2.3. Die Entwicklung von neuen Kriterien speziell für qualitative Forschung: Hier werden spezifische, für qualitative Studien entwickelte Kernkriterien vorgestellt, die eine transparente Dokumentation und methodische Angemessenheit fordern.

2.4 Postmoderne Ablehnung von Kriterien: Das Kapitel setzt sich mit der radikalen Position auseinander, die jegliche Gütekriterien ablehnt, und diskutiert die daraus resultierenden Gefahren der Beliebigkeit für die qualitative Forschung.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Debatte zusammen und plädiert für die Nutzung modifizierter oder spezifischer Gütekriterien, um die wissenschaftliche Anerkennung der qualitativen Forschung zu sichern.

Schlüsselwörter

Qualitative Forschung, Gütekriterien, Reliabilität, Validität, Objektivität, Intersubjektive Nachvollziehbarkeit, Indikation, Reflektierte Subjektivität, Forschungsprozess, Theoriebildung, Sozialforschung, Wissenschaftliche Qualität, Methodenwahl, Dokumentation, Triangulation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Fundierung und der wissenschaftlichen Bewertung von qualitativer Forschung durch die Anwendung geeigneter Gütekriterien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Abgrenzung zur quantitativen Forschung, die Diskussion unterschiedlicher Bewertungsansätze sowie die praktische Anwendung spezifischer Kriterien zur Sicherung der Qualität.

Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Status quo der Debatte um Gütekriterien abzubilden und aufzuzeigen, wie qualitative Forschung ihre Qualität systematisch absichern und anerkennen lassen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Ausarbeitung verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, bei der bestehende Ansätze und Positionen aus der Fachliteratur (u.a. von Steinke, Flick, Lincoln und Guba) gegenübergestellt und bewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Diskussion der Übernahme klassischer Kriterien, die Vorstellung alternativer Modelle sowie die detaillierte Ausarbeitung neuer, spezifischer Gütekriterien wie etwa die Indikation oder Kohärenz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie "Qualitative Forschung", "Gütekriterien", "Nachvollziehbarkeit" und "Forschungsprozess" charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die "kommunikative Validierung" von klassischen Validitätsbegriffen?

Im Gegensatz zu statistischen Validitätsprüfungen bezieht die kommunikative Validierung die interviewten Personen aktiv in den Forschungsprozess ein, um einen Konsens über die subjektiven Theorien zu erreichen.

Warum wird die "postmoderne Ablehnung" von Gütekriterien im Text als problematisch erachtet?

Der Autor argumentiert, dass eine konsequente Ablehnung jeglicher Kriterien die qualitative Forschung der Gefahr der Willkür aussetzt und ihre Etablierung als anerkannte, eigenständige Forschungsdisziplin erschwert.

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Details

Title
Qualitative Forschung und ihre Gütekriterien
College
University of Tubingen  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Course
Qualitative Erhebungsmethoden
Grade
2
Author
M.A. Pinar Kehribar Yorulmaz (Author)
Publication Year
2011
Pages
14
Catalog Number
V272485
ISBN (eBook)
9783656647157
ISBN (Book)
9783656647164
Language
German
Tags
Qualitative Forschung Quantitative Forschung Gütekriterien Sozialforschung Selektive Plausibilisierung Reliabilität Validität kommunikative Validierung Interview Objektivität Trustworthiness Member Check Triangulation Auditing Ines Steinke Intersubjektive Nachvollziehbarkeit analytische Induktion Sampling Theoriebildung Theorieprüfung Reflektierte Subjektivität Kohärenz Relevanz Forschungsmethode
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Pinar Kehribar Yorulmaz (Author), 2011, Qualitative Forschung und ihre Gütekriterien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272485
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