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Depression in theoretischer Perspektive von Psychotherapie und Philosophie

Title: Depression in theoretischer Perspektive von Psychotherapie und Philosophie

Diploma Thesis , 2010 , 88 Pages , Grade: 2

Autor:in: Roger Künkel (Author)

Psychology - Consulting and Therapy
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Summary Excerpt Details

Ausgangspunkt und Movens dieser Arbeit war die Datenlage zum Störungsbild der Depression. Die Zahlen gaben zur Verwunderung Anlass. Ein Störungsbild, das so viele Menschen betrifft, und dies in zunehmendem Maß, erfährt, wenn man die gesamten Zahlen zugrunde legt, marginale Abhilfe. Hier tat sich die Fragestellung auf, inwieweit dies störungsbildimmanent bedingt ist oder unter Umständen an den Methoden liegt, die zu dessen Abhilfe herangezogen werden.
Eine Weiterung war das Bedenken, ob vielleicht nicht nur die hier aufgeführten Methoden eine Abhilfe unter Umständen sogar verhindern, sondern ob eine generell verfehlte Betrachtungsweise auf die Depression als solcher wirkliche Hilfeleistungen verstellt, und ob diese Frage dadurch bedingt wird, auf welches Menschenbild die Psychologie bzw. Psychotherapie zurückgreift. Um diese Gedanken zu diskutieren, wird zuerst die oben erwähnte Datenlage herangezogen und diskutiert. Ebenso wird der diagnostische, schulübergreifende Umgang mit Depressionen und ihre Klassifikation im Praxisalltag angesprochen.
Für die weiteren Erwägungen zur Depression im Folgenden ist es erheblich, ebenso eine Begriffsgeschichte zu versuchen und auf das Konzept der Melancholie zu verweisen.
Das Thema der Psychopharmakologie in Bezug auf das Störungsbild der Depression ist insofern relevant, als die philosophisch basierte Kritik hier vehement ansetzt.
Die erste Therapiemethode soll dann die kognitive Verhaltenstherapie sein. Ihre theoretische Grundlage im besonderen Bezug zum Störungsbild der Depression soll dargestellt und expliziert werden. Hier schließt sich eine erste Kritik im Positiven wie im Negativen in Hinblick auf diese Theorie an.
Als zweite Therapiemethode folgt dann die Psychoanalyse in ihrer historischen Entwicklung bzw. Theoriegeschichte in Hinblick auf die Depression und in ihrer praktischen Anwendung. Auch hier schließt sich eine analysierende Kritik in Pro und Contra an.
Das Ende, aber auch das Ziel, stellt der Versuch eines philosophischen Ansatzes zur Depression dar. Dieser Ansatz versucht sich auf Grund einer veränderten Perspektive auf das Subjekt Mensch dem Störungsbild der Depressionen effektiver zu nähern und möchte hiermit auch eine grundsätzliche Kritik am Menschenbild in Psychologie und Psychotherapie vermitteln.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorrede

1. Zur Lage der Depression

Parenthese I: Begriffsgeschichte – Von der Melancholie zur Depression

Parenthese II: Psychopharmaka

2. Depression in der kognitiven Verhaltenstherapie

3. Kritik an der Position der kognitiven Verhaltenstherapie

4. Depression in der psychoanalytischen Therapie

5. Kritik an der Position der psychoanalytischen Therapie

6. Ein philosophischer Ansatz

Parenthese III: Die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie

Epilog

Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Störungsbild der Depression kritisch aus der Perspektive von Psychotherapie und Philosophie. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit die therapeutische Datenlage und Behandlungsmethoden durch ein verengtes Menschenbild beeinflusst sind und ob ein philosophischer Ansatz zur effektiveren Annäherung an das Leid Depressiver beitragen kann.

  • Kritische Analyse aktueller therapeutischer Methoden und ihrer theoretischen Grundlagen.
  • Begriffsgeschichtliche Einordnung des Wandels von der Melancholie zur modernen Depression.
  • Untersuchung der Rolle der Psychopharmakologie und deren philosophische Implikationen.
  • Gegenüberstellung von kognitiver Verhaltenstherapie und psychoanalytischer Therapie.
  • Entwurf eines philosophisch fundierten Ansatzes für ein humaneres Menschenbild in der Psychologie.

Auszug aus dem Buch

Ein philosophischer Ansatz

Was bringt nun die Philosophie?

Von der Philosophie zu sprechen, wäre verfehlt. Allein die europäische Philosophiegeschichte mit ihrer 2800jährigen Tradition beherbergt unzählige Richtungen, Schulen und Meinungen, die vielmals äußerst konträr zueinander stehen. Hier soll aber nun – jenseits der verschiedenen philosophischen Perspektiven - zweierlei vermittelt werden:

1. Philosophie lehrt eine bestimmte Form des Denkens, Kombinierens und Argumentierens. Ebenso kann eine kritische bzw. skeptische Grundhaltung angenommen werden. Auch wenn diese Qualitäten eher idealiter zu verstehen sind, nicht als ein Ist-, sondern immer als ein Soll-Zustand, kann man berechtigt von bestimmten Ausbildungsinhalten in der Philosophie bzw. im philosophischen Denken ausgehen. Und es ist sicherlich nicht zutreffend, diese Kompetenzen in gleichem Maße für alle Wissenschaftsdisziplinen einzufordern. Zwar unterliegen alle akademischen Disziplinen bestimmten methodologischen Grundannahmen. Diese antworten jedoch lediglich auf Vorannahmen und Setzungen, die sich geistesgeschichtlich dem Wissenschaftsverständnis der Aufklärung und dem naturwissenschaftlich mathematischem Denken verpflichtet sehen. Über Empirie und bloße Kausallogik hinaus lassen sich ohne philosophisches Rüstzeug keine begriffliche Tiefe und keine größeren Zusammenhänge erdenken. Eben diese philosophischen Kompetenzen könnten der Psychologie und der Psychotherapie dahingehend helfen, ihre starren Denkgebäude auch einmal aus selbstdistanzierter Perspektive neu zu überdenken, unter Einbezug der Folgerungen aus ihren Theorien.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorrede: Einführung in die Motivation der Arbeit und die kritische Hinterfragung der aktuellen Datenlage und Methoden zum Störungsbild Depression.

1. Zur Lage der Depression: Darstellung der epidemiologischen Situation und der verschiedenen Erscheinungsformen und Klassifikationen depressiver Störungen.

Parenthese I: Begriffsgeschichte – Von der Melancholie zur Depression: Untersuchung des historischen Wandels und der begrifflichen Verschiebung zwischen Melancholie und Depression.

Parenthese II: Psychopharmaka: Kritische Beleuchtung der biologischen Modelle und der Rolle moderner Psychopharmaka in der Behandlung.

2. Depression in der kognitiven Verhaltenstherapie: Erklärung der theoretischen Grundlagen und therapeutischen Strategien der kognitiven Verhaltenstherapie.

3. Kritik an der Position der kognitiven Verhaltenstherapie: Philosophische Reflexion und Kritik am mechanistischen Menschenbild der kognitiven Verhaltenstherapie.

4. Depression in der psychoanalytischen Therapie: Analyse der tiefenpsychologischen Perspektiven und der psychodynamischen Ätiologiemodelle.

5. Kritik an der Position der psychoanalytischen Therapie: Kritische Auseinandersetzung mit der psychoanalytischen Theorie und ihrer Pathologisierung des Individuums.

6. Ein philosophischer Ansatz: Plädoyer für die Philosophie als notwendige Ergänzung und kritische Instanz für die Psychologie.

Parenthese III: Die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie: Vorstellung dieses humanistischen Ansatzes als mögliche Antwort auf die zuvor geäußerte Kritik.

Epilog: Ausblick auf die Notwendigkeit einer engen Kooperation zwischen Philosophie und Psychologie zur effizienteren Behandlung von Depressionen.

Bibliographie: Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen.

Schlüsselwörter

Depression, Melancholie, Psychotherapie, Philosophie, Menschenbild, Psychoanalyse, kognitive Verhaltenstherapie, Psychopharmakologie, Bio-psychosoziales Modell, Ethik, Subjektivität, Psychiatrie, Seelenkrankheit, Existenz, Psychopathologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit widmet sich einer kritischen theoretischen Untersuchung der Depression. Sie beleuchtet, wie aktuelle psychologische und psychiatrische Ansätze das Störungsbild interpretieren und behandeln.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft klinische Perspektiven (Verhaltenstherapie, Psychoanalyse, Psychopharmakologie) mit geisteswissenschaftlichen und philosophischen Überlegungen zur Natur des Menschen und seines Leidens.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die oft rein technokratische und mechanistische Betrachtungsweise der Depression zu hinterfragen und zu prüfen, ob philosophische Perspektiven helfen können, den Menschen wieder als Subjekt und nicht nur als "Reparaturobjekt" wahrzunehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die primär auf Literaturanalyse, phänomenologischen Ansätzen und der kritischen Reflexion bestehender klinischer Theorien basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die klinischen Hauptströmungen (kognitive Verhaltenstherapie und Psychoanalyse) und ihre jeweiligen Kritiken gegenübergestellt, ergänzt um die Rolle der Psychopharmaka und die historische Herleitung des Melancholie-Begriffs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Depression, Melancholie, Philosophie, Menschenbild, Psychotherapie, Subjektivität und Ethik geprägt.

Warum kritisiert der Autor die heutige Psychotherapie?

Er kritisiert, dass Psychotherapie zunehmend zu einer "Heiltechnik" verkommt, die den Menschen auf messbare Symptome reduziert und dabei die seelische, existenzielle Qualität des leidenden Subjekts verliert.

Welche Rolle spielt die Philosophie laut Autor?

Die Philosophie soll als "Königin der Wissenschaften" wieder ethische Grundlagen und ein tieferes Verständnis für das menschliche Sein in die psychologische Ausbildung und Praxis zurückbringen.

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Details

Title
Depression in theoretischer Perspektive von Psychotherapie und Philosophie
College
Free University of Berlin  (Institut für Psychologie)
Grade
2
Author
Roger Künkel (Author)
Publication Year
2010
Pages
88
Catalog Number
V272486
ISBN (eBook)
9783656641155
ISBN (Book)
9783656641131
Language
German
Tags
depression perspektive psychotherapie philosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Roger Künkel (Author), 2010, Depression in theoretischer Perspektive von Psychotherapie und Philosophie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272486
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