In dieser Arbeit werden ausschließlich d-stabende Wörter des ganzen Heliand untersucht und die Formeln für die stabenden und mitstabenden Wörter des Stabreimverses verzeichnet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Untersuchung zu den d-stabenden Wörtern und Formeln im Heliand
2.1 Begriffserklärungen
2.2 Überblick zu den d-Stäben im Heliand
2.3 Analyse zu den einzelnen Wortstämmen in den d-stabenden Versen
3. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Vorkommen von d-stabenden Wörtern und deren Verknüpfung durch Formeln in der altgermanischen Bibeldichtung „Heliand“ systematisch zu untersuchen und zu verzeichnen. Dabei wird analysiert, wie Stabwörter und Mitstabwörter interagieren, welche Rolle sie in der poetischen Struktur einnehmen und wie sich ein umfassendes Verzeichnis dieser Begriffe für den Heliand erstellen lässt.
- Analyse der Stabreimstruktur in den Versen mit d-anlautenden Wörtern.
- Systematische Erfassung und Frequenzanalyse der stabenden Wortstämme.
- Untersuchung der syntaktisch-semantischen Bindungen zwischen Stabwörtern.
- Evaluation des Einflusses von Versbau-Regeln (wie des Abverses) auf die Stabstellung.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„27 drohtin diurie | eftho derb=i thing“(Sievers 1878: S. 8)
„53 uuið dernero duualm. | Than habda thuo drohtin god“(Sievers 1878: S. 9)
„83 diuridon ûsan drohtin: | ni uueldun derb=eas uuiht“(Sievers 1878: S. 10)
„116 hiet that hie im ni andriede: | `thîna dâdi sind,' quathie“ (Sievers 1878: S. 12)
„140 drohtines engil, | endi im thero dâdeo bigan“ (Sievers 1878: S. 14)
Die fünf Belege wurden aus der altgermanischen Bibeldichtung „Heliand“ zitiert. Auffällig ist, dass die fünf Beispiele Stabreimverse sind, und zwar haben sie die d- anlautenden Wörter miteinander gestabt. Hoffmann hat in seinem Aufsatz „Stabstellung, Hakenstil und Verstypenwahl in den Langzeilen des Heliand“ geschrieben, dass der Stabreim als das wichtigste Merkmal des altgermanischen Verses bekannt sei und zwei Kurzverse durch den gleichen Anlaut stark betonter Silben zur Langzeile verbinde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der d-stabenden Verse im Heliand ein, präsentiert erste Belege aus der Primärliteratur und erläutert den aktuellen Forschungsstand sowie die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2. Untersuchung zu den d-stabenden Wörtern und Formeln im Heliand: Das Hauptkapitel bietet eine methodische Grundlegung durch Begriffserklärungen, einen statistischen Überblick über die Verteilung der Stäbe sowie eine detaillierte linguistische und metrische Analyse der Wortstämme und ihrer Kombinationen.
3. Zusammenfassung: Dieses Kapitel rekapituliert die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung, insbesondere zur Frequenz und Stabstellung der d-Wörter, und zieht ein Fazit über die poetische Struktur im Heliand.
Schlüsselwörter
Heliand, Stabreim, d-Stäbe, Stabwort, Metrik, Versstruktur, Altsächsisch, Wortstamm, Formelverzeichnis, Alliteration, Hauptstab, Bibeldichtung, Sprachstil, Syntax, Verse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer metrisch-statistischen Untersuchung von d-stabenden Wörtern und den daraus resultierenden Formelbildungen innerhalb der altsächsischen Bibeldichtung Heliand.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die poetische Technik des Stabreimes, die Frequenzanalyse von Wortstämmen mit d-Anlaut sowie deren metrische Einordnung in den Anvers oder Abvers.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, ein systematisches Verzeichnis der d-stabenden Wörter zu erstellen und die Regeln zu identifizieren, nach denen diese Wörter miteinander staben und in den Versen platziert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus statistischen Methoden zur Erfassung der Häufigkeiten und syntaktisch-semantische Analysen zur Untersuchung der poetischen Struktur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Häufigkeit der Stabwörter, untersucht die Anziehungskraft bestimmter Wörter (wie drohtin) und analysiert die Verteilung der Stäbe auf die verschiedenen Verspositionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Heliand, Stabreim, Metrik, Stabwort und syntaktische Formelbildung geprägt.
Warum spielt das Wort „drohtin“ eine so zentrale Rolle?
„drohtin“ ist das mit 120 Belegen mit Abstand am häufigsten stabende Wort und fungiert oft als Hauptstab, was die Bedeutung der Christus-Thematik im Heliand unterstreicht.
Was bedeutet die Beobachtung, dass seltene Wörter meist nicht im Hauptstab stehen?
Die Untersuchung deutet darauf hin, dass die Belegfrequenz eines Wortes Einfluss auf seine metrische Verwendung hat, wobei sehr seltene Wörter eher in Nebenhebungen als im Hauptstab auftreten.
- Arbeit zitieren
- Wenjing He (Autor:in), 2010, Untersuchung zu d-stabenden Wörtern und Formeln im "Heliand", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272537