Die Gruppe 47 existierte von 1947 bis zum Herbst 1977, wo sie von Hans Werner Richter für aufgelöst erklärt wird. Die Ursprünge der Gruppe gehen aber in das Jahr 1945 zurück, denn dort haben die späteren Gründer Hans Werner Richter und Alfred Andersch in einem Internierungslager in den USA an der Nachkriegszeitschrift „Der Ruf“, eine Zeitschrift für Kriegsgefangene, mitgearbeitet, die sie ab 1946 in München publizierten. Im Rahmen des „re-education-Programms“ der USA beschäftigten sich die Inhalte des „Rufs“ mit der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation im Nachkriegsdeutschland . Ihre Intention war, die junge Generation über das diktatorische Hitler-Regime aufzuklären und ihnen demokratisches Gedankengut zu vermitteln. 1947 entzogen die amerikanischen Besatzungsbehörden dem „Ruf“ aufgrund von Nihilismus die Lizenz.2 Richter hatte aber schon Pläne für eine ähnliche Zeitschrift und infolgedessen kam es zu einem Treffen ehemaliger „Ruf- Mitarbeiter“ im Hause der Schriftstellerin Ilse Schneider-Lengyl am Bannwaldsee im September 1947, welches auch offiziell als 1.Tagung der Gruppe 47 bezeichnet wird.
Ziel dieser Arbeit soll sein, die einzelnen Entwicklungsstufen der Gruppe 47, von der Gründung 1947 bis zum Zerfall 1967, aufzuzeigen und Kennzeichen der jeweiligen Perioden herauszustellen. Auch soll darauf eingegangen werden, wie sich das politische Denken der 47 er im Laufe der Zeit gewandelt hat.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Konstitutionsperiode (1947-1949)
- Gründung der Gruppe 47 am Bannwaldsee
- Literarische Werkstatt und kollegiale Arbeitskritik
- Die Gruppe 47 und die Politik in der Anfangsphase
- Aufstiegsperiode
- Von kollegialer Arbeitskritik“ zu „professioneller Literaturkritik
- Preisverleihungen
- Hochperiode
- Merkmale der Hochperiode
- Entwicklung zu einer literarisch-kulturellen Institution
- Die Gruppe 47 und die Politik in der Spätphase
- Spätperiode und Zerfall
- Verfall der Gruppe 47
- Gründe für den Verfall der Gruppe 47
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der Gruppe 47 von ihrer Gründung 1947 bis zu ihrem Zerfall 1967. Sie zeichnet die einzelnen Entwicklungsstufen der Gruppe nach und beleuchtet die Kennzeichen der jeweiligen Perioden. Darüber hinaus wird untersucht, wie sich das politische Denken der Gruppe 47 im Laufe der Zeit gewandelt hat.
- Die Gründung der Gruppe 47 und ihre Anfänge
- Die Entwicklung der Gruppe 47 zu einer einflussreichen literarischen Institution
- Die Rolle der Politik in der Geschichte der Gruppe 47
- Die Gründe für den Verfall der Gruppe 47
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung stellt die Gruppe 47 vor und skizziert ihren Entstehungszusammenhang im Kontext der Nachkriegszeit. Sie beschreibt die Ursprünge der Gruppe in der Zeitschrift „Der Ruf“ und erläutert die Intention der Mitglieder, die junge Generation über das Hitler-Regime aufzuklären und demokratisches Gedankengut zu vermitteln.
Konstitutionsperiode (1947-1949)
Dieser Abschnitt beleuchtet die Zeit der Gründung der Gruppe 47 und ihre ersten Jahre. Es werden die ersten Tagungen, die Mitglieder und ihre Ziele sowie die Entstehung des Modus der Gruppe 47 beschrieben, der von Lesungen und anschließenden Kritikdiskussionen geprägt war.
Aufstiegsperiode
Dieser Teil der Arbeit analysiert die Entwicklung der Gruppe 47 von einer kollegialen Arbeitsgemeinschaft hin zu einer einflussreichen Institution in der deutschen Literaturlandschaft. Der Fokus liegt auf der professionellen Literaturkritik und den Preisverleihungen, die die Gruppe 47 immer bedeutender werden ließen.
Hochperiode
Dieser Abschnitt zeichnet die Hochphase der Gruppe 47 nach und beleuchtet die charakteristischen Merkmale dieser Zeit. Er untersucht die Entwicklung der Gruppe 47 zu einer literarisch-kulturellen Institution und ihre Rolle in der politischen Landschaft der Nachkriegszeit.
Schlüsselwörter
Gruppe 47, Literaturkritik, Nachkriegszeit, Politik, „Der Ruf“, Hans Werner Richter, Alfred Andersch, Literatur, Kultur, Entwicklung, Zerfall.
Häufig gestellte Fragen
Was war die Gruppe 47?
Die Gruppe 47 war eine der einflussreichsten literarischen Vereinigungen im deutschsprachigen Raum der Nachkriegszeit, die von 1947 bis 1977 existierte.
Wie entstand die Gruppe 47?
Ihre Wurzeln liegen in der Zeitschrift „Der Ruf“. Nach deren Lizenzentzug trafen sich ehemalige Mitarbeiter 1947 am Bannwaldsee zur ersten Tagung.
Wer waren die Gründungsfiguren der Gruppe?
Die zentralen Gründer waren Hans Werner Richter und Alfred Andersch.
Was war das Ziel der Gruppe 47 in der Anfangsphase?
Ziel war die literarische Aufklärung über das NS-Regime und die Vermittlung demokratischen Gedankenguts durch kollegiale Arbeitskritik.
Warum zerfiel die Gruppe 47 schließlich?
Die Arbeit untersucht die Spätperiode ab 1967 und nennt Gründe wie politische Differenzen und den Wandel der Literaturszene für den Verfall.
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- Henning Gädeken (Author), 2002, Die Entwicklungsstufen und das politische Denken der 'Gruppe 47', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27257