„Hochfrequenzhandel ist an den Börsen in Mode: Computer verschieben rasend schnell Aktien hin und her. So schnell kommt kein Mensch mit. Ist am Ende das ganze Finanzsystem in Gefahr?“
Wer sich zum Thema High-Frequency-Trading informiert, wird sehr schnell mit Zeitungsmeldungen, Kommentaren und Fragen, wie der oben genannten, konfrontiert werden. Es häufen sich Nachrichtenmeldungen, die den Hochfrequenzhandel kritisieren und eine Einschränkung dieses Teilbereichs des algorithmischen Handels fordern.
Schon während der Immobilienkrise in den USA im Jahr 2007/2008 häuften sich die Meldungen, der computergesteuerte Börsenhandel sei der Urheber dieser jüngsten Finanzkrise.
Dabei zeigte sich eine ziemlich einseitige Berichterstattung in Bezug auf dieses Thema gepaart mit einer allgemeinen Skepsis gegenüber automatisierten Vorgängen an Börsen.
Spätestens seit dem sogenannten „Blitz-Crash“ am 6. Mai 2010 in den USA, bei dem in kürzester Zeit einzelne Aktien, wie die von Procter & Gamble, mehr als 40 % ihres Wertes verloren und sich der Kurs in ebenso schneller Zeit wieder erholte, ist das Thema des High-Frequency-Trading und insbesondere auch das Bewusstsein für dessen Risiken in Deutschland angekommen. Bis heute streiten sich die Experten beider Seiten darum, ob der „blitzschnelle“ Einbruch des NASDAQ an diesem Datum entweder durch das High-Frequency-Trading verursacht und zusätzlich verstärkt wurde, oder doch sogar abgemildert wurde. Die Kritikerseite, die die Einführung elektronischer Börsensysteme, wie XETRA oder NASDAQ, immer wieder bekämpft hatte, und dem Präsenzhandel direkt am Börsenparkett nachtrauerten, bekam nun verstärkt die mediale und öffentliche Aufmerksamkeit.
Auch die Politik reagierte jetzt auf dieses umstrittene Thema und verabschiedete das „Gesetz zur Vermeidung von Gefahren und Missbräuchen im Hochfrequenzhandel“ oder kurz „Hochfrequenzhandelsgesetz“.
Auf den nachfolgenden Seiten soll nun zuerst die Entwicklung des High-Frequency-Trading ausgehend vom klassischen Börsenhandel aufgewiesen werden, die neuen gesetzlichen Regularien beleuchtet werden und sowohl die Chancen als auch die Risiken kritisch hinterfragt werden. Ziel ist es, die oftmals einseitige Berichterstattung der Populärmedien, ausgehend von der Beschreibung der Strategien im High-Frequency-Trading, um das eine oder andere Argument zu ergänzen, um eine ganzheitliche Betrachtung der Thematik zu gewährleisten.
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
1 Einleitung und Zielsetzung
2 Definitionen
3 Vom Börsenhandel zum High-Frequency-Trading
3.1 Geschichte und Entwicklung des Börsenhandels
3.2 Entwicklung des Programmhandels
3.3 Teilnehmer im High-Frequency-Trading
3.4 Strategien im High-Frequency-Trading
4 Kritische Würdigung
4.1 Chancen des High-Frequency-Trading
4.2 Risiken des High-Frequency-Trading
5 Aktuelle Entwicklung und Reaktionen der Politik
6 Fazit
Literaturverzeichnis
Verzeichnis der Gesetze
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter High-Frequency-Trading (HFT)?
HFT ist eine Form des algorithmischen Handels, bei der Computer Aktien und andere Wertpapiere in Bruchteilen von Sekunden mit extrem hoher Geschwindigkeit handeln.
Was war der "Blitz-Crash" vom 6. Mai 2010?
Ein Ereignis in den USA, bei dem Aktienkurse in kürzester Zeit massiv einbrachen und sich ebenso schnell wieder erholten, was die Risiken des automatisierten Handels verdeutlichte.
Welche Chancen bietet der Hochfrequenzhandel?
HFT kann die Marktliquidität erhöhen, die Geld-Brief-Spannen (Spreads) verringern und zu effizienteren Preisbildungen an den Börsen führen.
Welche Risiken sind mit HFT verbunden?
Zu den Risiken gehören eine erhöhte Marktvolatilität, die Gefahr von Systemfehlern (Flash Crashes) und potenzielle Marktmanipulationen durch schnelle Algorithmen.
Was regelt das deutsche Hochfrequenzhandelsgesetz?
Das Gesetz zielt darauf ab, Gefahren und Missbräuche im Hochfrequenzhandel zu vermeiden, indem es strengere Kontrollen und Anforderungen an die Marktteilnehmer stellt.
Wer sind die typischen Teilnehmer im HFT?
Teilnehmer sind meist spezialisierte Firmen, Hedgefonds oder Abteilungen großer Investmentbanken, die über die notwendige technologische Infrastruktur verfügen.
- Quote paper
- Valentin Haag (Author), 2013, High-Frequency-Trading. Entwicklung und kritische Würdigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272578