Unterschiedliche Einstellungsmerkmale von Eltern und Kinderlosen

Verantwortungsbewusstsein, Zufriedenheit, Zukunftsangst und Hygienebewusstsein


Hausarbeit, 2013

26 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Begriffserklärung

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

1. Methoden

2. Ergebnisse

3. Diskussionen der Ergebnisse

Literaturverzeichnis

Anlagen

Begriffserklärung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das Einstellungs-ABC

Abbildung 2: Transformation

Abbildung 3: Häufigkeitsverteilung des Alters

Abbildung 4: Häufigkeitsverteilung des Geschlechts

Abbildung 5: Mittelwerte auf der Likert-Skala

Abbildung 6: Mittelwerts Differenzen Einstellungen

Abbildung 7: Medianwertevergleich der Personengruppen

Abbildung 8: Effektgröße Cohens d

Abbildung 9: Interkorrelation der vier Indizes "ohne Kinder"

Abbildung 10: Interkorrelation der vier Indizes „Mit Kinder“

Abbildung 11 Korrelation Gruppenzugehörigkeit & Einstellungen

Einleitung

Zu unserer Einstellung werden wir immer wieder befragt. Dies kann in Einkaufszentren, im Internet oder auch durch Freunde und Bekannte geschehen. Es gibt eine riesige Anzahl an Personen oder Personengruppen in unserem gesellschaftlichen- und sozialen Umfeld, die unsere Einstellung zu bestimmten Themen erfahren wollen.

Wir denken in den meisten Fällen, dass wir meist eigenständig und unbeeinflusst von unserer Umwelt eine Einstellung entwickeln. Die Frage, die sich die Sozialpsychologie immer wieder stellt: „Wie frei sind wir in unserer Einstellung wirklich, was beeinflusst uns nun in unserer Einstellung und wie lassen wir uns beeinflussen?“ Ein großes Teilgebiet der Sozialpsychologie beschäftigt sich mit der Einstellung von Menschen in ihrem und zu ihrem sozialen Umfeld.

Einstellungen sind Gefühle, die auf unserer Überzeugung beruhen und uns dazu prädisponieren, gegenüber Menschen und Ereignissen in einer bestimmten Weise zu reagieren (Myers, D.G. 2008 S.639). Der Unterschied zwischen einer Meinung und einer Einstellung ist die Überzeugung oder Gedanke, der bei einer Einstellung mit Bewertung (gut – schlecht) Intensität (gar nicht – sehr) auftritt (Werth&Mayer, 2008 S. 206).

Einstellungen haben drei Komponenten (Werth&Mayer, 2008 S. 207)

1. „Affect“ (Affektive Komponente): Die emotionale Reaktion auf das Einstellungsobjekt (gut oder schlecht).
2. „Behavior“ (Verhaltenskomponente): Die Verhaltenskomponente beinhaltet die Handlung bzw. das beobachtbare Verhalten gegenüber oder im Zusammenhang mit dem Einstellungsobjekt (Annäherung oder Vermeidung).
3. „Cognition“ (Kognitive Komponente): Sie entsteht aus den Gedanken und Überzeugungen zum Einstellungsobjekt (Werth&Mayer, 2008 S. 206).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung1:Das Einstellungs-ABC-(Werth&Mayer, 2008 S 207)

Abbildung 1 verdeutlicht nochmal anhand einer metaphorischen Darstellung diese drei Komponenten.

Einstellungen entstehen oder ändern sich bei uns Menschen in vielerlei Hinsicht auf verschiedene Themen (Werth&Mayer, 2008 S. 212). So resümierte im Jahr 2004 Daniel Kahnemann darüber, dass Eltern tendenziell in Ihrer Einstellung zur privaten Lebenssituation unzufriedener bzw. unglücklicher sind als Kinderlose (Daniel Kahnemann, 2004).

Bei der Einstellung zu Verantwortungsbewusstsein wurden bei Eltern weitere Einstellungsveränderungen festgestellt. So ist nach einer repräsentativen Befragung vom Institut für Demoskopie in Allensbach die Einstellung zu Verantwortungsbewusstsein bei Eltern stärker ausgeprägt, als bei Kinderlosen (Institut für Demoskopie Allensbach, 2005).

Weitere Studien, von der Apotheker Zeitung „Baby und Familie“ in Auftrag gegeben, lassen annehmen, dass ein Großteil der Eltern größere Zukunftsängste haben, als Kinderlose.

Aufgrund dieser Unterschiede ist die Motivation dieser Untersuchung, die unterschiedlichen Einstellungen von Eltern und Kinderlosen anhand von Stichproben zu messen und aufzuzeigen. Hierzu werden folgende vier Einstellungen untersucht.

1. Verantwortungsbewusstsein
2. Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation
3. Zukunftsangst
4. Hygienebewusstsein

Diese Einstellungen sind von großer Bedeutung für diverse Stakeholder. Die Politik ist und wird die demografische Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland zu einem immer größeren Problem. Diese Probleme sind unter anderem in der Finanzierung des Sozialsystems zu finden. Deshalb gibt es Untersuchungen, die sich dem Thema Familie mit Kindern und kinderlosen Paaren annehmen. Sie untersuchen inwieweit sich diese beiden Gruppen in ihrer Einschätzung zu Kindern unterscheiden. So zeigt eine Befragung, die im Auftrag des Axel Springer Verlages und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt wurde, dass 47% der Befragten glauben, dass Kindern zu einem glücklichen Leben gehören(Institut für Demoskopie, Allensbach, 2011). Die oben erwähnte Studie von Kahnemann aus dem Jahr 2004 behauptet genau das Gegenteil. Deshalb werden in dieser Untersuchung folgende Hypothesen zur Überprüfung aufgestellt:

Alternativhypothese: Personen mit Kindern sind zufriedener mit ihrer Lebenssituation!

Nullhypothese: Es gibt keinen Unterschied in der Zufriedenheit der Lebenssituation von kinderlosen Personen und Personen mit Kindern!

Des Weiteren beschäftigen sich ganze Industriezweige mit der Frage, welche Unterschiede es in den Einstellungen von Eltern und Kinderlosen Kindern gibt. Für ein Versicherungsunternehmen wie die Allianz ist es von Interesse, wie intensiv die Zukunftsangst von Personen ist und wie die Zukunftsangst von Eltern erzeugt werden kann. Das Apothekermagazin „Baby und Familie“ hat im Jahr 2012 durch eine Umfrage ermittelt, dass Eltern größere Zukunftsängste haben als Kinderlose. Um diese Untersuchung kritisch zu betrachten wurden folgende Hypothesen aufgestellt:

Alternativhypothese: Eltern haben größere Zukunftsängste als Kinderlose!

Nullhypothese: Es gibt hinsichtlich Zukunftsangst keinen Unterschied zwischen Personen mit und ohne Kinder!

Für den Konzern Procter & Gamble ist das Hygienebewusstsein von großer Bedeutung, denn zu ihm gehören zahlreiche Kosmetikunternehmen, die das Segment Hygiene bedienen. Der Konzern wird deshalb großes Interesse daran haben zu erfahren, ob das Hygienebewusstsein von Eltern größer ist als das Hygienebewusstsein von Kinderlosen. Nur mit diesem Wissen können zukünftige Marketingstrategien ausgearbeitet werden. Um das Hygienebewusstsein der beiden Personengruppen zu untersuchen, wurden folgende Hypothesen aufgestellt.

Alternativhypothese: Eltern haben ein größeres Hygienebewusstsein als Kinderlose!

Nullhypothese: Es gibt keinen signifikanten Unterschied, hinsichtlich des Hygienebewusstseins bei Personen mit Kinder oder Kinderlose!

Ein weiterer Untersuchungsgegenstand dieser Forschung stellt die Einstellung zum Verantwortungsbewusstsein dar. Das Verantwortungsbewusstsein ist für eine Vielzahl von Industriezweigen relevant, sei es die Automobilindustrie, die Finanzindustrie oder die Versicherungsindustrie. All die dazugehörigen Unternehmen möchten weiterhin am Markt bestehen, weshalb es in deren Fall von existenzieller Bedeutung ist, zu wissen, wie oder ob es einen Unterschied in der Einstellung von Personen mit Kindern und Kinderlosen hinsichtlich des Verantwortungsbewusstseins gibt.

Nach einer repräsentativen Befragung vom Institut für Demoskopie in Allensbach ist die Einstellung zu Verantwortungsbewusstsein bei Eltern stärker ausgeprägt als die der Kinderlosen. (Institut für Demoskopie Allensbach, 2005). Es werden nun folgende Hypothesen überprüft.

Alternativhypothese: Eltern sind verantwortungsbewusster als Kinderlose!

und die

Nullhypothese: Es gibt keinen Unterschied von Eltern und Kinderlosen hinsichtlich des Verantwortungsbewusstseins!

1. Methoden

Das Design der Untersuchung ist rein korrelativ, d.h. es werden keine variierenden Bedingungen erzeugt und deren Auswirkung untersucht. Es werden Einschätzungen erhoben, zu denen die Befragten vor dem Hintergrund ihres Erfahrungshorizontes Angaben machen sollen.

Die Methode zur Überprüfung der Unterschiede der Gruppen in der Einstellung bzgl. der vier Themen ist die Befragung von Versuchspersonen mit einem Fragebogen. Er enthält zu jedem der ermittelnden Unterschiede jeweils fünf Items (Fragen). Zusätzlich werden das Geschlecht sowie das Alter der Versuchsperson erhoben. (Der Fragebogen befindet sich im Anhang zu diesem Bericht).

Die 20 Items enthalten Aussagen, welche auf einer fünfstufigen Likert Skala abgelehnt bzw. bestätigt werden. Der geringste auszuwählende Wert ist die 1, (trifft überhaupt nicht zu) und der Höchste ist die 5 (trifft voll und ganz zu). Der Mittelpunkt ist als 3 (teils/teils) markiert. Gemäß der Voraussetzung, dass die Intervalle zwischen den Skalenwerten, dem Versuchsteilnehmer gleich groß erscheinen, wird davon ausgegangen, dass die Antworten, Daten mit Intervallskalen-Qualität liefern. Das Geschlecht und die familiäre Situation[1] ist nominalskaliert und eine streng dichotome Variable, da sie nur 2 Ausprägungen hat und wir bei Auswahl einer Variable die Andere ausschließen können (Schäfer, T, 2012, S.19). Das Alter befindet sich auf einem Ordinalskalenniveau. Funktional stellt die familiäre Situation die unabhängige Variable dar und die Einschätzung der Personen zu Ihren Einstellungen die abhängige Variable.

Inhaltlich wurden die Items so konstruiert, dass sich eine Zustimmung (oberhalb des Mittelpunkts der Likert-Skala also >3) oder eine Ablehnung (unterhalb des Mittelpunktes der Likert-Skala also <3) des untersuchten Themengebietes zeigt. Die Items wurden mehr oder weniger nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und weder auf ihre Konsistenz noch auf Ihrer Validität überprüft. Aufgrund des Rahmens dieser Arbeit wurde eine Itemanalyse nicht durchgeführt.

Nach der Auswertung der Fragen mussten die vom Online-Anbieter[2] übermittelten Daten wie folgt transformiert werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Transformation

Diese Transformation war nötig, da die Antwort: „Trifft voll und ganz zu“ im Online-Fragebogen mit dem Datenpunkt 1 ausgegeben wurde und „Trifft überhaupt nicht zu“ mit dem Datenpunkt 5.

Jede Variable wird durch fünf Items abgebildet. Um zu einem Gesamtwert für jede Variable zu gelangen, wird aus den fünf betreffenden Antworten das arithmetische Mittel gebildet. Auf diese Weise erhalten wir einen Index für jede der vier Variablen.

Die Stichprobe wurde aus dem erweiterten Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis des Untersuchers gezogen. Die Stichprobenziehung aus dem Familienkreis (Eltern und Verwandte) wurde gezogen, um eine möglichst breite Streuung bei der Variable „Alter“ zu erzeugen. Es wurden zudem noch Studenten der Europäischen Fernhochschule, Fachrichtung BWL& Wirtschaftspsychologie, befragt.

Die Stichprobe besteht aus 40 Personen davon sind je 20 Personen mit Kindern und 20 Personen ohne Kinder. Die Befragung wurde ausschließlich online durchgeführt. Der Online-Fragebogen war 3 Tage[3] aktiv, wobei aus der Stichprobe nur die ersten 20 Eltern und die ersten 20 Kinderlosen für die Untersuchung berücksichtigt wurden. Der Fragebogen wurde mithilfe des Online-Dienstleistungsanbieter Goldecker GmbH erstellt und online gestellt. Die Anonymität kann bestätigt werden, da keinerlei persönliche Angaben im Fragebogen oder von der Goldecker GmbH erhoben wurde.

Formuliert man nun die in der Einleitung skizzierten Hypothesen eng an der Operationalisierung der Items, kommt man zu den nachfolgenden Aussagen.

Nullhypothese H0: Es gibt keinen Unterschied in der Zufriedenheit der Lebenssituation von Kinderlosen. Dies zeigt sich darin, dass die arithmetische Mittelwertsdifferenz der beiden Personengruppen kleiner als 0,5 Skalenpunkte im Index ist.

[...]


[1] Ob Eltern oder nicht.

[2] Goldecker GmbH

[3] 3 Tage in Stunden: 72 Stunden

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Unterschiedliche Einstellungsmerkmale von Eltern und Kinderlosen
Untertitel
Verantwortungsbewusstsein, Zufriedenheit, Zukunftsangst und Hygienebewusstsein
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,5
Autor
Jahr
2013
Seiten
26
Katalognummer
V272589
ISBN (eBook)
9783656640264
ISBN (Buch)
9783656640257
Dateigröße
531 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einstellung, Einstellungen, Eltern, Kinderlose, Unterschiede, Hygiene, Zukunft, Angst, Verantwortung, Verantwortungsbewusstsein, Hygienebewusstsein, Zukunftsangst, Zufrieden, Glücklich, Lebenszufriedenheit
Arbeit zitieren
Klaus Bauschert (Autor:in), 2013, Unterschiedliche Einstellungsmerkmale von Eltern und Kinderlosen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272589

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