Ich verließ die Hauptschule, Werkrealschule und das Gymnasium mit ein und demselben Hitler-Geschichtsbild: ein armer Junge, dessen Mutter durch die Verweigerung eines jüdischen Arztes gestorben ist und in Wien schreckliche Dinge erleben musste. Nach jedem Geschichtsunterricht hatten ich und meine Klassenkameraden immer wieder Mitleid mit Adolf Hitler und uns wurde all die Jahre suggeriert, dass nur dieses große Leid und die Abweisung des Arztes zu Hitlers Grausamkeit führen konnten. Man sprach nicht von Ideologie und wissenschaftlichen Fakten, sondern in der heutigen Retroperspektive, aus der Sicht eines ehemaligen Anhängers, der versuchte, uns diese Geschichte zu erklären. Die Behauptung meiner Mitmenschen, dass es an der Schulart gelegen hatte, kann ich zurückweisen. Die Erfahrungen aus meinem Praxissemester und die Erfahrung mit Schülern aus anderen Schulen in meiner Freizeit zeigten mir, dass alle Schulen und Lehrer den gleichen Inhalt unterrichteten, nur die Intensität der Auseinandersetzung mit dem Thema variierte. Dieser grobe Verstoß lag also nicht am System. Doch wo liegt die Ursache für die immer wieder auftauchende Fehlinformation zu Adolf Hitler im Geschichtsbild vieler Menschen?
Kritisch wird es auch bei der Betrachtung der heutigen Geschichtsbücher im Schulunterricht. Bei der Analyse der Schulbücher lege ich meinen Fokus zuerst auf die Hauptschule und dann auf das Gymnasium.
Die drei Hauptbiographien sind zum einen Hamann , Ullrich und Reuth , sowie Steinert als Schnellnachschlagewerk.
Als Grundlage dienen die drei verschiedenen Auflagen des Buchs „Mein Kampf“ von Adolf Hitler. Neben der psychologischen Betrachtung der Familie Hitler werde ich mein Hauptaugenmerk auf die Schulbücher legen und die Missstände in diesen darstellen. Unser wichtigstes Gut sind unsere Kinder und deren Bildung. Sie werden erstaunt sein, wie wenig hier auf die Qualitätssicherung der Schulbücher Wert gelegt wird.
Inhaltsverzeichnis
Die Familie Hitler:
Der Vater: Alois Hitler
Die Mutter: Klara Hitler, geb. Pölzl
Der Sohn: Adolf Hitler
Darstellung in den Schulbüchern:
Die Hauptschule
damals – heute – morgen. Geschichte/Gemeinschaftskunde 9. Klasse
Doppelpunkt 9. Geschichte/Gemeinschaftskunde
Forum Geschichte. Band 4: Vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zur Gegenwart
Buchners Kolleg Geschichte. Weimarer Republik – Nationalsozialismus
Gymnasium
Geschichte – Herausforderungen der Moderne
Grundriss der Geschichte, Ausgabe, B Band III
Geschichte Geschehen 4
Geschichtsbild
Entkräftigung der Aussage „In Wien wurde ich zum Antisemiten!“
Ursachen für das verschobene Geschichtsbild in den Geschichtsbüchern
Mögliche Lösungen des Problems
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die kritische Darstellung der Biographie Adolf Hitlers in deutschen Schulbüchern und analysiert, inwieweit diese durch Mythen und unkritische Übernahmen aus "Mein Kampf" geprägt ist, um ein tieferes Verständnis für die Qualitätssicherung in der schulischen Bildung zu fördern.
- Kritische Analyse von Hitler-Biographien in aktuellen Schulbüchern.
- Dekonstruktion von Mythen bezüglich der Radikalisierung Hitlers in Wien.
- Untersuchung der psychologischen und familiären Einflüsse auf Hitler.
- Evaluation des Einflusses fachfremden Unterrichts auf das Geschichtsbild.
- Entwicklung von Forderungen zur Qualitätssicherung und Quellenarbeit in Schulen.
Auszug aus dem Buch
Die Mutter: Klara Hitler, geb. Pölzl
In der Zeit Hitlers Kindheit glich Heiraten für die von der Männergesellschaft unterdrückte Frau ihrer Entwurzelung. Im Regelfall musste die junge Frau alles verlassen, was ihr lieb und teuer war und musste nach der Hochzeit viele Funktionen übernehmen: Mutter, Hausfrau und Rückendeckung ihres Mannes sowie natürlich auch die Frau des Mannes zu sein. Sie konnte sich ihren zukünftigen Ehemann nicht aussuchen oder diesen kennen lernen. Er wurde entweder von den Eltern ausgewählt, oder er erwählte die Frau selbst. Sie durfte keinen Beruf erlernen und wurde auf Nähen, Kochen, Kindererziehung, Kleider und Lebensmittel gedrillt. Ihre Daseinsberechtigung suchte die Frau in ihren Kindern. Ähnlich war dies auch im Fall von Hitlers Mutter Klara.
Klara wurde am 12. August 1860 in Spital geboren. Der Ziehvater ihres zukünftigen Ehemanns Alois Schicklgruber, Johann Nepomuk Hüttler, war ihr Großvater mütterlicherseits. Klara selbst nannte ihren Mann Alois stets nur unterwürfig „Onkel“.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Familie Hitler: Dieses Kapitel beleuchtet die familiären Hintergründe und psychologischen Prägungen von Adolf Hitler durch seinen Vater Alois und seine Mutter Klara.
Darstellung in den Schulbüchern: Hier erfolgt eine Analyse verschiedener Schulbücher für Hauptschule und Gymnasium hinsichtlich ihrer inhaltlichen Korrektheit und didaktischen Aufarbeitung.
Geschichtsbild: Dieser Abschnitt erörtert theoretische Grundlagen der Geschichtsbewusstseinstheorie und deren Anwendung auf das Hitler-Bild.
Entkräftigung der Aussage „In Wien wurde ich zum Antisemiten!“: Die Autorin widerlegt die gängige These der Wiener Radikalisierung Hitlers mittels historischer Fakten und Quellenkritik.
Ursachen für das verschobene Geschichtsbild in den Geschichtsbüchern: Eine Untersuchung der Gründe für mangelhafte Darstellungen, von der Lehrerausbildung bis hin zu fehlenden Kontrollinstanzen.
Mögliche Lösungen des Problems: Abschließende Forderungen für eine verbesserte Qualitätssicherung in der Schulbuchproduktion und eine stärkere Gewichtung von Quellenarbeit im Unterricht.
Schlüsselwörter
Adolf Hitler, Geschichtsbücher, Schulbildung, Nationalsozialismus, Mein Kampf, Antisemitismus, Quellenkritik, Geschichtsdidaktik, Qualitätssicherung, Biographie, Erziehung, Geschichtsbild, Klara Hitler, Alois Hitler, Radikalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich kritisch mit der Darstellung der Biographie Adolf Hitlers in deutschen Schulbüchern und zeigt auf, dass diese häufig auf Mythen und unkritischen Übernahmen aus "Mein Kampf" basiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die psychologische Prägung Hitlers durch sein Elternhaus, die Fehleranfälligkeit aktueller Schulbuch-Verfassertexte sowie die didaktische Notwendigkeit einer quellenbasierten Geschichtsvermittlung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, auf die Defizite in der aktuellen Schulbuchlandschaft hinzuweisen und die Notwendigkeit einer staatlichen Qualitätssicherung zu begründen, um Schülern ein wissenschaftlich korrektes Bild zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse von Schulbuchbiographien und stellt diese modernen Forschungsergebnissen sowie Primärquellen gegenüber, ergänzt durch eine psychoanalytische Betrachtung von Hitlers Herkunft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Geschichtsbücher für Hauptschulen und Gymnasien, widerlegt den Mythos der Wiener Radikalisierung und reflektiert über die Auswirkungen der Lehrerausbildung auf den Geschichtsunterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Geschichtsdidaktik, Quellenkritik, Schulbuchanalyse, Nationalsozialismus und Qualitätssicherung charakterisiert.
Warum wird die These der Wiener Radikalisierung von der Autorin in Frage gestellt?
Die Autorin stützt sich auf aktuelle historische Forschung, die belegt, dass Hitler seine antisemitische Weltanschauung erst nach dem Ersten Weltkrieg und nicht bereits während seiner Wiener Zeit entwickelte.
Welche Rolle spielt "Mein Kampf" in der Argumentation der Autorin?
Die Autorin identifiziert "Mein Kampf" als eine manipulierte Autobiografie, deren unkritische Übernahme in Schulbüchern zu einer Mythenbildung führt, die historische Fakten verzerrt.
- Arbeit zitieren
- Louise Dober (Autor:in), 2014, Wie viel Hitlermythos steckt noch heute in deutschen Geschichtsbüchern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272595