Generelle Ziele und Aufgaben der internen Geschäftsprozesse mit Hilfe der Balanced Scorecard
Um die Balanced Scorecard richtig einsetzen zu können muss von der Unternehmensleitung zuerst ein strategisches, also langfristiges, Ziel definiert werden, welches von allen Anteilseignern akzeptiert werden muss. Dies ist mit Kennzahlen bzw. Messgrößen zahlenmäßig zu bewerten. Operative (kurzfristige) Ziele, die in Teilziele und Teilaufgaben Top-Down heruntergebrochen werden, sind dann festzulegen. Darauffolgend werden Initiativen und Maßnahmen bestimmt. Es kann vorkommen, dass die kurzfristigen operativen Teilziele, die aber zur Erreichung dieses Ziels notwendig sind, nicht viel mit dem strategischen Gesamtziel zu tun haben.
Primäres Ziel ist die Beantwortung der Frage: „Bei welchen internen Geschäftsprozessen müssen wir (die Unternehmung) hervorragendes leisten, um die Kunden und Teilhaber zu befriedigen?“ Aber gerade hier liegt das Problem. Denn es ist zwingend erforderlich, Geschäftsprozesse in Teilprozesse, also Teilziele und -aufgaben, herunterzubrechen, aber in einem ganzheitlichen Unternehmensverständnis der Unternehmung.
Der Einsatz der BSC will erreichen, dass eine Vielzahl von Erkenntnissen zu Strategieentwicklung, Kopplung von Strategie und operativer Umsetzung, Kennzahlenbildung und –abbildung sowie Unternehmenssteuerung zu einem schlüssigen Gesamtkonzept miteinander verknüpft werden. Die Defizite der Kommunikation der Strategie und die mangelnde Verknüpfung von strategischer und operativer Planung sollen mit Hilfe der BSC vermieden werden. Somit soll strategisches Denken und Handeln auf jeder Ebene der Unternehmung befördert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Balanced Scorecard
1.1. Definition: Was ist die Balanced Scorecard?
1.2. Die vier Perspektiven der Balanced Scorecard
2. Generelle Ziele und Aufgaben der internen Geschäftsprozesse mit Hilfe der Balanced Scorecard
3. Die internen Geschäftsprozesse und deren Optimierung am Beispiel der Balanced Scorecard
3.1. Übersicht der internen Prozessoptimierung und Prozesscontrolling
3.2. Interne Prozessoptimierung mit Hilfe der Balanced Scorecard
3.2.1. Innovationsprozess
3.2.2. Betriebsprozess
3.2.3. Kundendienstprozess
4. Kennzahlen der internen Geschäftsprozesse
5. Kritische Würdigung der Balanced Scorecard
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Rolle der internen Geschäftsprozessperspektive innerhalb der Balanced Scorecard (BSC). Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Optimierung dieser Prozesse strategische Unternehmensziele operationalisiert und die Kundenzufriedenheit sowie der Unternehmenserfolg nachhaltig gesteigert werden können.
- Grundlagen und Struktur der Balanced Scorecard
- Methodik der internen Prozessoptimierung
- Analyse von Innovations-, Betriebs- und Kundendienstprozessen
- Anwendung finanzieller und nicht finanzieller Kennzahlen
- Kritische Reflexion des BSC-Ansatzes in der Unternehmenspraxis
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Innovationsprozess
Beim Innovationsprozess geht es weniger um die Verbesserung schon bestehender Geschäftsprozesse (z.B. Benchmarking). Wichtiger ist hier vielmehr, gegenwärtige und zukünftige potentielle Kundenwünsche zu identifizieren, die Produkt- und Prozessneuentwicklung voranzutreiben, sie zu beschleunigen und Lösungen für diese Wünsche und Ziele zu finden.
Denn gerade heute ist Innovation sehr gefragt. Es sollen nicht nur Kundenwünsche befriedigt, sondern darüber hinaus eine dauerhafte Kundenzufriedenheit sichergestellt werden. Fakten wie Effizienz, Termintreue und Effektivität im Innovationsprozess werden immer wichtiger. Dieser Prozess wird durch die Forschung und Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen vorangetrieben und gewinnt somit immer mehr an Bedeutung.
Als „lange Welle“ der Wertschöpfung wird der Innovationsprozess in der Literatur bezeichnet. D.h. zuerst müssen neue Märkte, neue Kunden und aufkommende sowie latente Wünsche erkannt und befriedigt werden. Danach werden auf dem Weg der Wertschöpfung und des Wachstums neue P&DL geschaffen und entwickelt, um neue Märkte zu erschließen, neue Kunden zu erreichen und deren Wünsche zu befriedigen. Wie aus der Abb. 4 zu erkennen ist, ist der Innovationsprozess der eigentlichen Produktion vorgelagert. Es kommt ganz auf die Branche und auf das Produkt an, wie lange ein solcher F&E-Prozess dauert. Wichtig ist auf jeden Fall, dass der Kundenwunsch bekannt sein muss, um erforschen zu können, auf welchen Märkten die Unternehmung ggf. einsteigen will. Nachfolgend wird dann das neue Angebot geschaffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Balanced Scorecard: Einführung in das Konzept von Kaplan und Norton als Management- und Controlling-Instrument zur Umsetzung strategischer Ziele.
2. Generelle Ziele und Aufgaben der internen Geschäftsprozesse mit Hilfe der Balanced Scorecard: Erläuterung der Notwendigkeit, strategische langfristige Ziele in operative Teilaufgaben für interne Prozesse zu übersetzen.
3. Die internen Geschäftsprozesse und deren Optimierung am Beispiel der Balanced Scorecard: Detaillierte Betrachtung des Innovations-, Betriebs- und Kundendienstprozesses zur Erfüllung von Kundenerwartungen.
4. Kennzahlen der internen Geschäftsprozesse: Diskussion über die Auswahl geeigneter quantitativer und qualitativer Kennzahlen zur Erfolgsmessung entlang der Wertschöpfungskette.
5. Kritische Würdigung der Balanced Scorecard: Kritische Reflexion der Stärken und Herausforderungen beim Einsatz der Balanced Scorecard in der Unternehmenspraxis.
Schlüsselwörter
Balanced Scorecard, Interne Geschäftsprozesse, Prozessoptimierung, Innovationsprozess, Betriebsprozess, Kundendienstprozess, Kennzahlen, Controlling, Strategieumsetzung, Ursache-Wirkung-Ketten, Unternehmensführung, Kundenorientierung, Wertschöpfungskette, Leistungsmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Balanced Scorecard mit einem speziellen Fokus auf die Perspektive der internen Geschäftsprozesse und deren Beitrag zum Unternehmenserfolg.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition der Balanced Scorecard, die Prozessoptimierung, das Prozesscontrolling sowie die Anwendung von Kennzahlen in verschiedenen Unternehmensphasen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie interne Geschäftsprozesse als Hebel zur Erreichung strategischer Ziele dienen und wie sie durch die Balanced Scorecard gesteuert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse des Konzepts von Kaplan und Norton sowie weiterer fachspezifischer Quellen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die interne Prozessperspektive, unterteilt in Innovationsprozesse, Betriebsprozesse und Kundendienstprozesse, inklusive der Anwendung von Kennzahlen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Balanced Scorecard, Prozessoptimierung, Kennzahlen, Strategieumsetzung und Wertschöpfung charakterisiert.
Warum ist der Kundendienstprozess Teil der internen Prozesse?
Der Kundendienst rundet den Prozess nach dem Kauf ab und bietet die Möglichkeit, Kundenzufriedenheit direkt zu prüfen und Impulse für neue Innovationen zu gewinnen.
Welche Rolle spielen Ursache-Wirkung-Ketten in der BSC?
Sie sind entscheidend, um den Zusammenhang zwischen nicht finanziellen Frühindikatoren und dem letztendlichen finanziellen Unternehmenserfolg transparent zu machen.
- Quote paper
- René Rüßler (Author), 2001, Balanced Scorecard-Fokus: Die internen Geschäftprozesse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2725