In der vorliegenden Arbeit sollen Familienhebammen als Form der Frühen Hilfen in der Kinder- und Jugendhilfe dargestellt werden. Denn in diesem Hilfesystem wurde der Einsatz der Familienhebammen durch das Bundeskinderschutzgesetz nunmehr gesetzlich verankert und als Leistungsangebot der Kinder- und Jugendhilfe dauerhaft implementiert. Im Bereich der Frühen Hilfen fand in Deutschland in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung statt. In den Kommunen wurden zahlreiche Konzepte Früher Hilfen entwickelt und die Forschung erlangte durch umfassende wissenschaftliche Studien wichtige Erkenntnisse zur Weiterentwicklung der Frühen Hilfen. Aufgrund der unterschiedlichen Entstehungsprozesse und spezifischer regionaler Rahmenbedingungen gibt es in Deutschland keine einheitlichen und allgemein gültigen Konzepte zu Frühen Hilfen respektive zum Einsatz von Familienhebammen. Diese Arbeit bietet den verantwortlichen Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe, insbesondere den Netzwerkkoordinatorinnen der öffentlichen Träger einen umfassenden Überblick über die aktuelle Gesetzeslage und den Forschungsstand zum Einsatz von Familienhebammen in den Frühen Hilfen. Mit der kritischen Diskussion sollen die Fachkräfte auf Probleme und mögliche Stolpersteine bei der praktischen Umsetzung aufmerksam gemacht werden. Möglicherweise kann die Diskussion als Grundlage einer differenzierten Auseinandersetzung mit dem Thema "Familienhebammen in der Kinder- und Jugendhilfe" dienen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Kapitel: Kinder- und Jugendhilfe
1.1 Auftrag und Ziele der Kinder- und Jugendhilfe
1.1.1 Gesellschaftlicher Auftrag
1.1.2 Zielsetzungen
1.2 Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe
1.2.1 Leistungen
1.2.2 Andere Aufgaben
1.2.3 Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung
1.3 Strukturmerkmale und Prinzipien der Kinder- und Jugendhilfe
1.3.1 Strukturmerkmale
1.3.2 Prinzipien
2. Kapitel: Frühe Hilfen in der Kinder- und Jugendhilfe
2.1 Entwicklung in Deutschland
2.1.1 Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz
2.1.2 Aktionsprogramm der Bundesregierung
2.1.3 Nationales Zentrum Frühe Hilfen
2.1.4 Bundeskinderschutzgesetz
2.2 Begriffsbestimmung "Frühe Hilfen"
2.2.1 Definition des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen
2.2.2 Anforderungen an Frühe Hilfen
2.2.3 Frühe Hilfen und Lebensweltorientierung
2.3 Frühe Hilfen und Kinderschutz
2.3.1 Kinderschutz durch Prävention
2.3.2 Kinderschutz durch Kooperation
3. Kapitel: Familienhebammen als Form der Frühen Hilfen
3.1 Entwicklungen in Deutschland
3.1.1 Familienhebammen in Bremen
3.1.2 Aktionsprogramm der Bundesregierung
3.1.3 Bundesinitiative der Bundesregierung
3.2 Ziele und Handlungsfelder Familienhebammen
3.2.1 Ziele und Tätigkeiten
3.2.2 Gesundheitsförderung
3.2.3 Prävention
3.3 Qualifikation der Familienhebammen
3.3.1 Weiterbildung
3.3.2 Kompetenzen
3.4 Umsetzung auf kommunaler Ebene
3.4.1 Netzwerkarbeit
3.4.2 Verortung und Arbeitsstruktur
3.4.3 Vergütung
3.4.4 Datenschutz
4. Kapitel: Kritische Diskussion der Bundesinitiative
4.1 Familienhebammen als Regelleistung
4.2 Familienhebammen als "Parallelsystem"
4.3 "Familienhebamme" als Weiterbildung
4.4 Familienhebammen als Konzept auf kommunaler Ebene
Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht die Rolle von Familienhebammen als integrale Form der Frühen Hilfen innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe, wobei die Implementierung durch die Bundesinitiative kritisch analysiert wird.
- Theoretische Grundlagen der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Frühen Hilfen.
- Die historische Entwicklung und gesetzliche Verankerung von Familienhebammen.
- Qualifikationsprofile, Aufgabenbereiche und Handlungsfelder der Familienhebammen.
- Strukturvorgaben und die praktische Umsetzung auf kommunaler Ebene.
- Kritische Diskussion der Familienhebamme als Regelleistung versus Parallelsystem.
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Gesundheitsförderung
Gesundheitsförderung ist nach einer Definition der World Health Organization (WHO) von 1948 "ein Prozess, der es Menschen ermöglicht ihre Gesundheit aus eigener Kraft zu verbessern (...) ein positives Konzept, das soziale und persönliche Kompetenzen und physische Möglichkeiten berücksichtigt" (Schäfers 2011, S. 1). Das bedeutet, bei der Gesundheitserziehung und -aufklärung müssen individuelle Bedürfnisse, Ressourcen und Möglichkeiten der Zielgruppe berücksichtigt werden, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Gesundheitsfördernde Maßnahmen im Allgemeinen sind demnach alle Handlungen der Ressourcenermittlung und -förderung, die sich auf die Gesundheit des Individuums und seiner Umwelt beziehen. Gesundheitsfördernde Maßnahmen durch Hebammen erfolgen insbesondere während der Schwangerschaft, bei der Geburt, im Wochenbett und in der Stillzeit. Dies sind zum Beispiel die Vermeidung von Schwangerschaftsbeschwerden, die Beratung, wo und wie die Entbindung stattfinden kann oder die Aufklärung über eine gesunde Ernährungs- und Lebensweise (vgl. Schäfers 2011).
Laut dem NZFH (Lange und Liebald 2012, S. 14-15) werden die Tätigkeiten der Familienhebamme im Rahmen der Gesundheitsförderung wie folgt differenziert:
Förderung der Teilnahme an Vorsorge- und Präventionsmaßnahmen der Schwangeren,
Unterstützung beim Schaffen einer für das Kind förderlichen Umgebung,
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Familienhebammen als Teil der Frühen Hilfen ein und beschreibt das Ziel der Arbeit, eine kritische Diskussion der aktuellen gesetzlichen und fachlichen Situation zu bieten.
1. Kapitel: Kinder- und Jugendhilfe: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Grundlagen, den gesellschaftlichen Auftrag sowie die zentralen Aufgaben, Prinzipien und Strukturmerkmale der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe nach dem SGB VIII.
2. Kapitel: Frühe Hilfen in der Kinder- und Jugendhilfe: Hier werden die Entwicklung der Frühen Hilfen in Deutschland, die relevanten Gesetze und Akteure sowie die fachliche Definition und Anforderungen an diese Unterstützungsangebote beschrieben.
3. Kapitel: Familienhebammen als Form der Frühen Hilfen: Dieses Kapitel behandelt das Modell der Familienhebammen, ihre Ziele, Tätigkeitsfelder, die notwendigen Qualifikationen sowie die spezifischen Rahmenbedingungen für die Umsetzung auf kommunaler Ebene.
4. Kapitel: Kritische Diskussion der Bundesinitiative: Im letzten Hauptkapitel erfolgt eine kritische Reflexion des Konzepts der Familienhebammen, insbesondere im Hinblick auf deren Rolle als Regelleistung und die Abgrenzung zu anderen Hilfesystemen.
Schlüsselwörter
Familienhebammen, Frühe Hilfen, Kinderschutz, Kinder- und Jugendhilfe, SGB VIII, Bundeskinderschutzgesetz, Gesundheitsförderung, Prävention, Netzwerkarbeit, Qualifikation, Lebensweltorientierung, Sozialpädagogische Familienhilfe, Interdisziplinäre Zusammenarbeit, Regelleistung, Kommunale Ebene.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Familienhebammen als eine spezifische Unterstützungsform innerhalb des Systems der Frühen Hilfen in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit deckt die gesetzlichen Grundlagen der Kinder- und Jugendhilfe, die Definition von Frühen Hilfen sowie die Ausbildung, den Kompetenzbereich und die kommunale Verankerung von Familienhebammen ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine fundierte fachliche Diskussion über die Einführung von Familienhebammen als Regelleistung sowie deren Rolle im Vergleich zu bestehenden Hilfsangeboten.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine literatur- und konzeptbasierte Analyse, die den aktuellen Forschungsstand und die rechtlichen Rahmenbedingungen der Bundesinitiative diskutiert.
Welche Themen behandelt der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Darstellung des Modells der Familienhebamme und eine kritische Auseinandersetzung mit deren Implementierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind insbesondere Familienhebammen, Frühe Hilfen, Kinderschutz und Netzwerkarbeit innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe.
Welche Herausforderungen bei der Umsetzung auf kommunaler Ebene werden genannt?
Die Arbeit identifiziert die notwendige Vernetzung, die Sicherung der Finanzierung und die Klärung der Schnittstellen zwischen Gesundheitssystem und Jugendhilfe als wesentliche kommunale Herausforderungen.
Wie unterscheidet sich die Rolle der Familienhebamme von der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH)?
Die Arbeit weist auf inhaltliche Überschneidungen und die Gefahr einer Konkurrenzsituation hin, da beide Berufsgruppen als aufsuchende Hilfe agieren, jedoch unterschiedliche professionelle Hintergründe haben.
- Citar trabajo
- Antje Gebhardt (Autor), 2013, Familienhebammen als eine Form der Frühen Hilfen in der Kinder- und Jugendhilfe., Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272632