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Die Liebe und der Liebesbegriff in Goethes "Die Leiden des jungen Werther" und Dostojewskis "Weiße Nächte"

Ein Vergleich unter der Berücksichtigung von Erich Fromms Begriff von Liebe

Title: Die Liebe und der Liebesbegriff in Goethes "Die Leiden des jungen Werther" und Dostojewskis "Weiße Nächte"

Term Paper , 2010 , 22 Pages , Grade: 1, 3

Autor:in: Verena Caroline Wernet (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die Hausarbeit erläutert zunächst Fromms Liebesbegriff. Anschließend wird auf Goethes "Die Leiden des jungen Werther" und Dostojewskis "Weiße Nächte" eingegangen. Im Zentrum der Analyse stehen (1) die Ausgangssituation des Protagonisten vor dem Liebeserlebnis, (2) die Begegnung mit der geliebten Frau und das sich daraus ergebende Liebesverständnis des Protagonisten und schließlich (3) die aus dem Liebeserlebnis resultierenden Folgen für den Protagonisten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1. Der partnerschaftliche Liebesbegriff nach Erich Fromm

2.1.1 Die Voraussetzungen für die Liebe

2.1.2 Die erfüllte Liebesbeziehung

2.1.3 Folgen der echten Liebe

2.2 Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werther

2.2.1 Werthers Leid an der Welt - die Situation Werthers vor der Begegnung mit Lotte

2.2.2 Werthers Liebe zu Lotte und sein Verständnis von Liebe

2.2.3 Die Folgen von Werthers Liebe zu Lotte

2.3 Fjodor Michailowitsch Dostojewski: Weiße Nächte

2.3.1 Das Leben des „halbkranken Städters“ vor der Begegnung mit Nastenka

2.3.2 Die Begegnung des Protagonisten mit Nastenka und seine Liebe zu ihr

2.3.3 Die Folgen der Liebe zu Nastenka

3 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit vergleicht das Liebesverständnis der männlichen Protagonisten aus Johann Wolfgang von Goethes Briefroman Die Leiden des jungen Werther und Fjodor Michailowitsch Dostojewskis Novelle Weiße Nächte unter Einbeziehung des Liebesbegriffs von Erich Fromm. Ziel ist es zu analysieren, ob die von den Protagonisten empfundene Liebe den Kriterien einer „reifen“ und „echten“ Liebe nach Fromm entspricht und welche psychologischen Konsequenzen sich aus ihren jeweiligen Liebeserfahrungen ergeben.

  • Grundlagen des partnerschaftlichen Liebesbegriffs nach Erich Fromm
  • Analyse der Ausgangslage und des Liebesverständnisses von Werther
  • Analyse der Ausgangslage und des Liebesverständnisses des „Träumers“
  • Kontrastierung der Ergebnisse mit den Kriterien für echte Liebe
  • Untersuchung der Folgen von Liebeserfahrungen für die Lebensgestaltung der Protagonisten

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Die erfüllte Liebesbeziehung

Fromm begreift den Wunsch das Gefühl seines Abgetrennt-Sein von der Welt zu überwinden als existentielles Bedürfnis jedes Menschen. Er stellt drei Wege zur Überwindung dieses Gefühls vor, die alle defizitär bleiben: orgiastische Zustände, zu denen er neben sexuellen Erlebnissen auch bestimmte kollektiv vollzogene Riten zählt, Konformität mit einer größeren Gruppe im Hinblick auf bestimmte Sitten, Praktiken und Überzeugungen, sowie schöpferisches Tätig-Sein, was jedoch lediglich hinsichtlich einer produktiven Arbeit zähle. Als vierten Weg stellt Fromm die Liebe in ausbalancierten Form vor, das heißt, dass es sich dabei nicht um eine symbiotische Vereinigung, die sich sowohl in Sadismus als auch in Masochismus äußern könne, sondern um die so genannte reife Liebe handle, wobei die eigene Integrität und Individualität bewahrt bleibt. Liebe ist eine aktive Kraft im Menschen. (…) Die Liebe lässt ihn das Gefühl der Isolation und Abgetrenntheit überwinden und erlaubt ihm trotzdem er selbst zu sein und seine Integrität zu behalten. In der Liebe kommt es zu dem Paradoxon, dass zwei Wesen eins werden und trotzdem zwei bleiben.

Nach Spinozas Definition von actiones und passiones ist die Liebe eine Aktivität und damit etwas, das man in sich selbst entwickelt, nicht etwas, dem man verfällt.

Zudem kann sie definitiv nicht erzwungen werden und basiert sowohl im zwischenmenschlichen als auch im sexuellen Bereich auf einem Geben, das zugleich ein Empfangen impliziere.

Außerdem beinhalte die aktive Liebe stets Fürsorge im Sinne von tätiger Sorge und Arbeit um etwas, Verantwortungsgefühl für den anderen beziehungsweise im Hinblick auf die Liebe zwischen Erwachsenen vor allem für seine seelischen Bedürfnisse, Achtung vor dem anderen, was bedeutet ihn in seiner Individualität zu anzunehmen und Erkenntnis, die bedeutet den anderen zu sehen, wie er wirklich ist. Dieses Erkennen ist nicht rational zu erklären, sondern nur im Erleben von Einheit als Akt der Liebe möglich.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das universelle Interesse an der Liebe und begründet die Notwendigkeit, für eine wissenschaftliche Analyse einen Konsensbegriff zu finden, wofür das Werk von Erich Fromm herangezogen wird.

2 Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Erich Fromm und die anschließende literarische Analyse von Goethes Werther sowie Dostojewskis Weißen Nächten.

2.1. Der partnerschaftliche Liebesbegriff nach Erich Fromm: Dieses Kapitel definiert die Voraussetzungen, Merkmale und Folgen einer „reifen“ und „echten“ Liebesbeziehung nach Fromm.

2.2 Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werther: Hier wird Werthers Weltbild, seine narzisstisch geprägte Liebe zu Lotte und das daraus resultierende Scheitern analysiert.

2.3 Fjodor Michailowitsch Dostojewski: Weiße Nächte: Dieses Kapitel untersucht die Isolation des „Träumers“, die Begegnung mit Nastenka und die Entwicklung hin zu einer selbstlosen Liebe.

3 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass der „Träumer“ dem Frommschen Ideal der Liebe näherkommt als Werther, dessen Liebe primär narzisstisch motiviert ist.

Schlüsselwörter

Liebe, Erich Fromm, Johann Wolfgang von Goethe, Die Leiden des jungen Werther, Fjodor Michailowitsch Dostojewski, Weiße Nächte, Liebesbegriff, Narzissmus, Isolation, reife Liebe, Träumer, Selbstlosigkeit, Literaturanalyse, Partnerschaft, Lebenskrise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit vergleicht das Liebesverständnis der männlichen Protagonisten aus Goethes Die Leiden des jungen Werther und Dostojewskis Weiße Nächte vor dem theoretischen Hintergrund von Erich Fromms Liebesbegriff.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?

Die zentralen Themen sind die psychologischen Voraussetzungen für echte Liebe, die Problematik der narzisstischen Liebe, die Isolation von Individuen in der Gesellschaft und die Auswirkungen von Liebeserfahrungen auf die Lebensführung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Analyse?

Das Ziel ist es zu untersuchen, ob die Liebe der literarischen Protagonisten als „reife Liebe“ im Sinne von Erich Fromm eingestuft werden kann und wie sich ihre jeweiligen Liebeskonzepte auf ihr Schicksal auswirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die auf der theoretischen Basis von Erich Fromms Werk Die Kunst des Liebens aufbaut und diese auf die Romanfiguren anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Kriterien von Fromm für erfüllte Liebe, analysiert Werthers Idealismus und Suizidmotivation sowie die Wandlung des „Träumers“ in Dostojewskis Novelle durch die Begegnung mit Nastenka.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Narzissmus, Isolation, reife Liebe, Selbstlosigkeit, Weltfremdheit und die literarische Auseinandersetzung mit existentiellen Lebenskrisen charakterisiert.

Warum wird Werthers Liebe nach Fromms Verständnis als problematisch eingestuft?

Werthers Liebe wird als narzisstisch und egoistisch eingeordnet, da er Lotte nicht als eigenständiges Individuum wahrnimmt, sondern sie lediglich zur Erfüllung seiner eigenen Sehnsüchte idealisiert und sich nicht in ihre Bedürfnisse einfühlen kann.

Wie unterscheidet sich die Entwicklung des „Träumers“ in Weiße Nächte von der Werthers?

Im Gegensatz zu Werther, der durch seine Liebe zunehmend den Realitätsbezug verliert, beginnt der „Träumer“ durch seine selbstlose Liebe zu Nastenka, Verantwortung zu übernehmen und real in der Welt zu agieren, was ihn reifen lässt.

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Details

Title
Die Liebe und der Liebesbegriff in Goethes "Die Leiden des jungen Werther" und Dostojewskis "Weiße Nächte"
Subtitle
Ein Vergleich unter der Berücksichtigung von Erich Fromms Begriff von Liebe
College
University of Freiburg  (Deutsches Seminar)
Course
Liebe als Begriff in der Weltliteratur
Grade
1, 3
Author
Verena Caroline Wernet (Author)
Publication Year
2010
Pages
22
Catalog Number
V272639
ISBN (eBook)
9783656641278
ISBN (Book)
9783656641261
Language
German
Tags
liebe liebesbegriff goethes leiden werther dostojewskis weiße nächte vergleich berücksichtigung erich fromms begriff
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena Caroline Wernet (Author), 2010, Die Liebe und der Liebesbegriff in Goethes "Die Leiden des jungen Werther" und Dostojewskis "Weiße Nächte", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272639
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