„Der Kommissar unter Berücksichtigung der Aspekte von 68“ ist eine Analyse, um festzustellen, welche Auswirkungen der Zeitgeist der 68 - Generation auf einzelne Folgen der beliebten ZDF TV-Serie hatte. Bei der eingesetzten Filmmusik erfolgt die Zuordnung der Musikgeschichte der Jahre 1969 bis 1976. In einer hierfür angelegten Tabelle erfolgt die Auswertung der Mordmotive.
Inhaltsverzeichnis
Folge 1: „ Der Tote im Regen“ - Erstausstrahlung 03.01. 1969
Folge 5: „ Ein Mädchen meldet sich nicht mehr “ - Erstausstrahlung 14.03. 1969
Folge 9: „ Geld von toten Kassieren “ - Erstausstrahlung 16.05. 1969
Folge 12: „ Die Waggonspringer “ - Erstausstrahlung 07.11. 1969
Folge 13: „ Auf den Stundenplan Mord “ - Erstausstrahlung 28.11. 1969
Folge 15: „ Der Papierblumenmörder “ - Erstausstrahlung 16.01.1970
Folge 21: „ Wie Wölfe “ - Erstausstrahlung 15.05. 1970
Folge 47: „ Tod eines Schulmädchens “ - Erstausstrahlung 21.04. 1972
Folge 53: „ Mykonos “ - Erstausstrahlung 24.11. 1972
Folge 54: „ Blinde Spiele “ - Erstausstrahlung 24.12. 1972
Folge 56: „ Tod eines Hippiemädchens “ - Erstausstrahlung 02.02. 1973
Folge 93: „ Ein Playboy segnet Das Zeitliche“ Erstaustrahlung 24.10. 1975
Laissez-faire-Führungsstil von Kommissar Keller
Die Filmmusik der TV Serie: „Der Kommissar“ unter Berücksichtigung von Aspekten der Generation 68
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die deutsche Krimi-Fernsehserie „Der Kommissar“ und analysiert das Spannungsfeld zwischen den bürgerlichen Wertvorstellungen der Ermittler und den alternativen Lebensentwürfen der sogenannten „Generation 68“ anhand ausgewählter Episoden und deren musikalischer Untermalung.
- Gegenüberstellung bürgerlicher Milieus und 68er-Ideale
- Analyse der Rolle gesellschaftlicher Umbrüche in den Krimi-Handlungen
- Untersuchung der Filmmusik als Ausdruck von Zeitgeist und Milieu-Charakterisierung
- Statistische Auswertung von Mordmotiven im Kontext der Wertsysteme
Auszug aus dem Buch
Folge 15: „ Der Papierblumenmörder “ - Erstausstrahlung 16.01.1970
Aus der Erziehungsanstalt ist die in den Münchnern Hippiekreisen verkehrende Sibylle Hohner (Evi Mattes, Wechsel zum Vornamen Eva erfolgt erst später) entkommen. Die Anfang der Folge 51: „Fluchtwege“ hat den gleichen Aufbau, sowie gleiche Thema. Sie wird tot auf einem abgelegen Autofriedhof gefunden. Der Tod erfolgte durch den Gebrauch einer Pistole. Hier befindet sich ebenfalls abgeschoben eine Hippie Kommune. Dem Zeitgeist entsprechend am Rande der Gesellschaft, ob heutzutage Stadtverwaltungen mit einer solchen Vergabe durchkommen würden, wage ich zu bezweifeln. Die Ermittler werden von den Bewohnern der Kommune, als Eindringlinge empfunden, und sind entsprechende Beschimpfungen ausgesetzt. Es ist mit der Sorge verbunden, auch diesen begrenzten Lebensraum für eine alternative Lebensform zu verlieren.
Bei der Aufklärung soll die gut befreundete Freundin von Sybille Bonny (Christiane Schröder) das Team von Kommissar Keller unterstützen, mit der Auflage für den Zeitraum der Ermittlungen nicht in der Erziehungsanstalt zu übernachten. Dies wird von der Leitung erst nachdem die Psychologin (Gisela Fischer) sich zur Verfügung stellt Bonny zu begleiten, und Kommissar Keller seine Wohnung zum Übernachten zur Verfügung stellt, genehmigt. Die Psychologin bricht Regeln (nimmt nicht genehmigte Akten mit nach Hause), und setzt sich für die Rechte der Frauen in der Erziehungsanstalt ein. Diese Missstände zeigt der Autor Herbert Reinecker schonungslos auf. Eine Generation in Erziehungsanstalten um die eigenen Bildungschancen gebracht (Arbeit in Waschküchen bis zu über 10 Stunden täglich), und viele lebenslang begleitende psychische Erkrankungen für Opfer. Erst 2008 hat auch der Deutsche Bundestag in einem Petitionsausschuss-Beschluss „erlittenes Unrecht und Leid, das Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Kinder- und Erziehungsheimen in der alten Bundesrepublik in der Zeit zwischen 1945 und 1970 widerfahren ist“ anerkannt und bedauert. Die Psychologin gibt erst Informationen an die Polizei weiter, nachdem Sie dies in Abstimmung mit ihrem eigenen Gewissen vereinbaren kann.
Zusammenfassung der Kapitel
Folge 1: „ Der Tote im Regen“: Diese Episode verdeutlicht den Kontrast zwischen bürgerlichen Erwartungshaltungen an berufliche Karriere und den Werten der „Love & Peace“-Generation.
Folge 5: „ Ein Mädchen meldet sich nicht mehr “: Die Ermittlungen im studentischen Milieu zeigen, wie das Experimentieren mit Rauschmitteln von der etablierten Gesellschaft als Bedrohung wahrgenommen wird.
Folge 9: „ Geld von toten Kassieren “: Der Generationenkonflikt wird anhand einer Diskussion über Kleidung und gesellschaftliche Rollenbilder illustriert.
Folge 12: „ Die Waggonspringer “: Eine kriminelle Vereinigung und die Aussage eines Barons dienen als Aufhänger für eine ideologiekritische Betrachtung wirtschaftlicher Interessen.
Folge 13: „ Auf den Stundenplan Mord “: Schüler an Berufsschulen solidarisieren sich mit der 68er-Bewegung und verweigern den Unterricht, was auf Unverständnis bei der älteren Generation stößt.
Folge 15: „ Der Papierblumenmörder “: Die Folge beleuchtet die Missstände in Erziehungsanstalten und das Schicksal entkommener Jugendlicher im Milieu der Hippie-Kommunen.
Folge 21: „ Wie Wölfe “: Ein Jurastudent hinterfragt die Rechtswissenschaft, was zu einer philosophischen Diskussion über die historische Realität und das Konzept der „Stunde null“ führt.
Folge 47: „ Tod eines Schulmädchens “: Kirsten Benda verkörpert die 68er-Generation in einer Weise, die ihren Lehrer überfordert und zu einer tragischen Zuspitzung führt.
Folge 53: „ Mykonos “: Der Drogentransport zweier junger Menschen von Mykonos nach München verdeutlicht den Zusammenstoß unterschiedlicher Wertesysteme zwischen Eltern und Kindern.
Folge 54: „ Blinde Spiele “: Dieser Fall zeigt die moralischen Verstrickungen im bürgerlichen Milieu und dessen Schwierigkeiten mit „freien Beziehungen“.
Folge 56: „ Tod eines Hippiemädchens “: Eine Kommune in München bietet einen Lebensraum, der in bürgerlichen Kreisen auf strikte Ablehnung stößt und das Thema der freien Liebe problematisiert.
Folge 93: „ Ein Playboy segnet Das Zeitliche“: Der Mord an einem Fabrikerben leitet über zu visionären Gedanken über soziale Gerechtigkeit im Einklang mit der Erd-Charta.
Laissez-faire-Führungsstil von Kommissar Keller: Kommissar Keller zeichnet sich durch einen kooperativen Führungsstil aus, der seinen Mitarbeitern Freiheiten lässt und die Individualität fördert.
Die Filmmusik der TV Serie: „Der Kommissar“ unter Berücksichtigung von Aspekten der Generation 68: Eine detaillierte Analyse, wie die musikalische Untermalung der Serie den Zeitgeist und die jeweiligen Milieus vom Edgar-Wallace-Stil bis zur Soul- und Rockmusik transportiert.
Schlüsselwörter
Der Kommissar, 68er-Generation, bürgerliches Wertesystem, Studentenbewegung, Filmmusik, Hippie-Kommune, Generationenkonflikt, Kriminalistik, soziale Gerechtigkeit, Jugendkultur, Westdeutsches Fernsehen, gesellschaftlicher Wandel, Zeitgeist, Mordmotive, Musikgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Publikation analysiert die ZDF-Krimiserie „Der Kommissar“ vor dem Hintergrund der soziopolitischen Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere unter dem Einfluss der 68er-Generation.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen der Generationenkonflikt, die Gegenüberstellung bürgerlicher und alternativer Wertesysteme, die Analyse von Kriminalitätsmotiven sowie die soziokulturelle Bedeutung der Filmmusik.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Serie als Spiegel der damaligen gesellschaftlichen Spannungen aufzuzeigen und zu untersuchen, wie die verschiedenen Generationen und ihre Ideale in den einzelnen Folgen dargestellt und bewertet werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?
Die Arbeit nutzt eine qualitative Inhaltsanalyse ausgewählter Folgen, kombiniert mit einer systematischen Auswertung von Begleitdaten wie Filmmusikstilen und Mordmotiven.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Analyse zahlreicher Episoden, wobei jede Folge hinsichtlich ihrer gesellschaftspolitischen Relevanz und der verwendeten musikalischen Untermalung betrachtet wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Der Kommissar, 68er-Generation, bürgerliches Wertesystem, Filmmusik, Generationenkonflikt und gesellschaftlicher Wandel.
Wie steht die Filmmusik mit der 68er-Generation in Verbindung?
Die Arbeit zeigt auf, dass der musikalische Stil (z.B. von Jazz oder klassischem Krimi-Sound hin zu Rock, Soul und Discomusik) gezielt eingesetzt wurde, um den jeweiligen Zeitgeist und das Milieu der Charaktere zu untermalen.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Mordmotive?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass bürgerliche Wertvorstellungen in einem hohen Prozentsatz als Ursache für die in der Serie dargestellten Mordmotive identifiziert werden können.
- Arbeit zitieren
- Borwin Richter (Autor:in), 2013, Die TV-Serie "Der Kommissar" und das Lebensgefühl der Generation 68, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272640