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Ortlos wohnen: Der Bauwagenplatz als Heterotopie

Titel: Ortlos wohnen: Der Bauwagenplatz als Heterotopie

Seminararbeit , 2013 , 14 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anna Korchagina (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Seminararbeit möchte ich eine alternative Wohn- und Lebensform Bambule in
Bezug auf Heterotopien (aus griechischem „hetero“ - anders und „topos“ - Ort) untersuchen.
Heterotopien sind Räume, die nach eigenen Regeln existieren. Sie sind verwirklichte Utopien,
die als Alternative zur Außenwelt existieren und von dieser abgegrenzt sind.
Am Beispiel des Bauwagenplatzes Bambule in Hamburg soll untersucht werden, ob die
Bambule „eine verwirklichte Utopie“ ist und inwiefern man das Leben auf einem Bauwagenplatz
als Heterotopie bezeichnen kann.
Die Heterotopie-Theorien finden Anwendung in verschiedenen Wissenschaftszweigen, zum
Beispiel in der Stadtforschung, Literaturwissenschaft, Philosophie und weiteren Disziplinen.
Jürgen Hasse bietet eine allgemeine Einführung in die Lebens- und Wohnformen der Bauwagenplätze.
Es gibt dagegen kaum Studien speziell über die Bambule. Lediglich die Presse bietet eine
Auswahl an Artikeln darüber. Der mediale Diskurs ist politisch eher konservativ markiert. Es
dominiert ein einseitiges Bild von Zwangsräumungen und Protesten. In der vorliegenden Arbeit
wird jedoch Abstand von politischer Wertung und medialem Diskurs genommen.
Nach der Einleitung wird Michel Foucaults Theoriemodell der Heterotopie kurz erläutert.
Im dritten Abschnitt soll zuerst das Wohnen auf dem Bauwagenplatz als eine alternative Lebensform
dargestellt werden. Danach wird speziell auf die Bambule eingegangen. Anschließend
wird anhand von Foucaults Theoriemodell die Bambule auf die Merkmale einer Heterotopie untersucht.
Im Fazit werden wesentliche Ergebnisse der Arbeit thesenförmig zusammengefasst und
Fragestellungen beantwortet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Untersuchung des Bauwagenplatzes Bambule anhand Foucaults Heterotopien

2.1. Bauwagenplätze als alternative Wohnform

2.1. Eläuterung der Heterotopien von Michel Foucault

2.3. Die sechs Grundsätze der Heterotopie am Beispiel der Bambule

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Bauwagenplatz "Bambule" in Hamburg unter Anwendung der Heterotopie-Theorie von Michel Foucault, um zu prüfen, ob es sich dabei um eine verwirklichte Utopie handelt und inwiefern der Platz die Merkmale eines heterotopen Raumes erfüllt.

  • Analyse alternativer Wohn- und Lebensformen
  • Einführung in Foucaults Theorie der "anderen Räume"
  • Anwendung der sechs Heterotopie-Grundsätze auf den Bauwagenplatz
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Wohnwagenplatz und bürgerlicher Normalität
  • Betrachtung von Raum, Zeit, Ausschluss- und Einschlussmechanismen

Auszug aus dem Buch

2.1. Eläuterung der Heterotopien von Michel Foucault

Michel Foucault (1984 - 1926) war ein französischer Philosoph des Poststrukturalismus. Er erläutert in seinem Vortrag im “Cercle d’etudes architecturales” und in einem Radiointerview bei Radio France die Grundlagen der Heterotopien, der gesellschaftlichen Gegenorte, die er auch als „andre Räume“ bezeichnet. „Es handelt sich also um Orte, die auf Machtverhältnissen basieren, die ein Wissen produzieren, einsetzen und aktivieren, das dem Restraum fremd und unheimlich ist.“ Diese Räume stehen in Verbindung zu allen anderen Räumen, widersprechen ihnen aber. Foucault unterscheidet bei diesen Räumen zwischen Utopie und Heterotopie.

Heterotopien im Gegensatz dazu sind reale Orte, die eine „verwirklichte Utopie“ darstellen. Heterotopien existieren in unserer Gesellschaft und haben oft einen widersprüchlichen Charakter. „Es gibt […]wirkliche Orte, wirksame Orte, die in die Einrichtung der Gesellschaft hineingezeichnet sind, sozusagen Gegenplatzierungen oder Widerlager, tatsächlich realisierte Utopien, in denen die wirklichten Plätze innerhalb der Kultur gleichzeitig repräsentiert, bestritten und gewendet sind; gewissermaßen Orte außerhalb aller Orte“. Heterotopien sind realisierte Utopien, die mythisch und real den Raum bestreiten. Beispiele für Heterotopien sind Altersheime, Friedhöfe, Kinos, Museen, Bordelle und Psychiatrien. Sie können unwirklich erscheinen, in verschiedenen Zeiten existieren, eine Illusion oder Wunschvorstellung sein oder ebenso auch ein anderes Dimensionssystem besitzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt das persönliche Interesse an der Bauwagensiedlung "Bambule" dar und definiert die Forschungsfrage, ob diese Siedlung als "verwirklichte Utopie" im Sinne von Foucaults Heterotopien verstanden werden kann.

2. Untersuchung des Bauwagenplatzes Bambule anhand Foucaults Heterotopien: Dieses Kapitel erläutert zunächst alternative Wohnformen sowie Foucaults Theorie und prüft anschließend die Bambule anhand der sechs Grundsätze von Heterotopien.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Bambule in fast allen wesentlichen Merkmalen einen heterotopen Charakter aufweist, auch wenn die Funktionsveränderung als Kriterium problematisch bleibt.

Schlüsselwörter

Heterotopie, Bauwagenplatz, Bambule, Michel Foucault, alternative Wohnform, verwirklichte Utopie, Stadtforschung, Lebensform, soziale Ausgrenzung, Raumtheorie, Gegenorte, Wohnwagengesetz, gesellschaftliche Normalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert das Leben auf dem Bauwagenplatz "Bambule" in Hamburg durch die theoretische Brille der Heterotopie-Konzepte von Michel Foucault.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind alternative Lebensentwürfe, das Spannungsverhältnis zur bürgerlichen Gesellschaft, Raumtheorie und die soziologische Einordnung von Wohnprojekten.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob der Bauwagenplatz Bambule als "verwirklichte Utopie" bezeichnet werden kann und inwieweit er die Kriterien einer Heterotopie erfüllt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der Foucaults Modell der Heterotopie systematisch auf das empirische Beispiel der Bambule angewendet wird.

Welche Aspekte werden im Hauptteil beleuchtet?

Im Hauptteil werden alternative Wohnkonzepte, Foucaults Theorie der "anderen Räume" und die sechs heterotopen Grundsätze im Kontext der Bambule untersucht.

Was sind die prägenden Schlüsselwörter der Untersuchung?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Heterotopie, Bambule, alternative Wohnformen, Raumtheorie und gesellschaftliche Gegenorte.

Warum wird die Bambule als "Abweichungsheterotopie" klassifiziert?

Der Bauwagenplatz wird so eingeordnet, da er ein Ort ist, an dem das menschliche Verhalten vom Durchschnitt oder der geforderten Norm abweicht, ähnlich wie in anderen von Foucault genannten Beispielen.

Welche Rolle spielt die Zeit in der Analyse des Bauwagenplatzes?

Die Analyse berücksichtigt die Dimension der Heterochronie, wobei insbesondere die ständigen Räumungsdrohungen und die temporäre Unsicherheit der Bewohner untersucht werden.

Wie unterscheidet sich die Bambule von einer "normalen" Wohnsituation?

Sie zeichnet sich durch kollektive Entscheidungsfindungen, ökologische Lebensweise und die bewusste Abgrenzung von einer durch Konsum geprägten bürgerlichen Normalität aus.

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Details

Titel
Ortlos wohnen: Der Bauwagenplatz als Heterotopie
Hochschule
HafenCity Universität Hamburg
Veranstaltung
Kulturtheorie
Note
2,0
Autor
Anna Korchagina (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
14
Katalognummer
V272654
ISBN (eBook)
9783656648222
ISBN (Buch)
9783656648215
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ortlos bauwagenplatz heterotopie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna Korchagina (Autor:in), 2013, Ortlos wohnen: Der Bauwagenplatz als Heterotopie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272654
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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