Eine kritische Reflexion zum Modul Business Psychologie 2 - Die analytische Psychologie und die Archetypen C. G. Jungs als Erklärungsmodell für Krisen in der Wirtschaft und Wege aus der Krise durch alternative Wirtschaftsansätze.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition von Krise
2.1 Der Wirtschaftszyklus
2.2 Die Analytische Psychologie
2.3 Das kollektive Unbewußte und die Archetypen
2.4 Archetypen bei Joseph Campbell
2.5 Lösungsansätze
2.5.1 Alternative Wirtschaftsansätze
2.5.2 Achtsamkeit
3.0 Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die Ansätze der heterodoxen Wirtschaftspsychologie zu geben, um ein tieferes Verständnis für die menschliche Komponente in wirtschaftlichen Krisendynamiken zu wecken, die über das klassische homo-oeconomicus-Modell hinausgehen.
- Kritik am Menschenbild des homo oeconomicus
- Einsatz der Analytischen Psychologie nach C. G. Jung zur Krisenerklärung
- Die Heldenreise nach Joseph Campbell als strukturgebendes Muster
- Alternative Ansätze zur Wirtschaftsgestaltung und Währungssystemen
- Die Rolle von Achtsamkeit und Bewusstsein für berufliche Stabilität
Auszug aus dem Buch
2.3 Das kollektive Unbewußte und die Archetypen
Nach Jung ist das kollektive Unbewußte ein Teil der Psyche, der von einem persönlichen Unbewußten dadurch negativ unterschieden werden kann, daß er seine Existenz nicht persönlicher Erfahrung verdankt und daher keine persönliche Erwerbung ist. Das persönliche Unbewußte besteht wesentlich aus Inhalten, die zu einer Zeit bewußt waren, aus dem Bewußtsein jedoch entschwunden sind, indem sie entweder vergessen oder verdrängt wurden, waren die Inhalte des kollektiven Unbewußten nie im Bewußtsein und wurden somit nie individuell erworben, sondern verdanken ihr Dasein ausschließlich der Vererbung. Jung schreibt, daß der Begriff des Archetypus, ein unumgängliches Korrelat zur Idee des kollektiven Unbewußten bildet, und deutet das Vorhandensein bestimmter Formen in der Psyche an, die allgegenwärtig oder überall verbreitet sind.
In der mythologischen Forschung nennt man sie „Motive“; in der Psychologie Primitiver Lévy-Bruhls entsprechen sie dem Begriff der „représentations collectives“, und in der vergleichenden Religionswissenschaft wurden sie von Hubert und Mauss als „Kategorien der Imagination“ definiert. Adolf Bastian bezeichnet sie als „Elementar- oder Urgedanken“. Jung folgert daraus, daß seine Vorstellung vom Archetypus – wörtlich einer präexistenten Form – auch in anderen Wissensbereichen anerkannt und benannt ist. Daraus leitet er die These ab, daß es im Unterschied zur persönlichen Natur der bewußten Psyche ein zweites psychisches System, von kollektivem, nicht-persönlichem Charakter, neben dem Bewußtsein gibt, das seinerseits durchaus persönlicher Natur ist und das der Mensch – selbst wenn er das persönliche Unbewußte als Anhängsel hinzufügt – für die einzig erfahrbare Psyche hält. Das kollektive Unbewußte entwickelt sich nicht individuell, sondern wird ererbt. Es besteht nach Jung aus präexistenten Formen, Archetypen, die erst sekundär bewußt werden können und den Inhalten des Bewußtseins festumrissene Formen verleihen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Grenzen des homo-oeconomicus-Modells in der Wirtschaftswissenschaft und führt die Analytische Psychologie als alternative Linse zur Krisenbetrachtung ein.
2. Definition von Krise: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Krise sowohl allgemein als auch wirtschaftswissenschaftlich und erläutert den Konjunkturzyklus in seinen vier Phasen.
2.1 Der Wirtschaftszyklus: Hier werden die vier Phasen des Konjunkturzyklus detailliert beschrieben und verschiedene bekannte Zyklen (Kitchin, Juglar, Kondratieff) vorgestellt.
2.2 Die Analytische Psychologie: Das Kapitel stellt C. G. Jung und sein tiefenpsychologisches Modell vor, das durch historische und kulturgeschichtliche Vergleiche die Psyche zu verstehen sucht.
2.3 Das kollektive Unbewußte und die Archetypen: Es wird die Theorie des kollektiven Unbewussten dargelegt, welches als ererbtes System aus präexistenten Formen (Archetypen) besteht.
2.4 Archetypen bei Joseph Campbell: Dieses Kapitel erläutert die "Heldenreise" als universelles Muster menschlicher Tiefenstrukturen und deren Bedeutung in Geschichten und Mythen.
2.5 Lösungsansätze: Hier werden psychologische und strukturelle Ansätze zur Krisenbewältigung diskutiert, darunter der Umgang mit Ängsten und archetypischen Polaritäten.
2.5.1 Alternative Wirtschaftsansätze: Das Kapitel untersucht Währungsmonopole und präsentiert komplementäre, lokale Währungsmodelle als Zukunftsansätze.
2.5.2 Achtsamkeit: Es wird die Bedeutung von Achtsamkeit als Fähigkeit zur Emotionsregulation und zur Steigerung der beruflichen Zufriedenheit erörtert.
3.0 Fazit: Das Fazit resümiert, dass die heterodoxe Wirtschaftspsychologie zwar akademisch noch nicht voll anerkannt ist, jedoch wertvolle Ansätze für ein zeitgemäßes Verständnis wirtschaftlichen Handelns bietet.
Schlüsselwörter
Heterodoxe Wirtschaftspsychologie, homo oeconomicus, Analytische Psychologie, C. G. Jung, kollektives Unbewusstes, Archetypen, Heldenreise, Joseph Campbell, Konjunkturzyklus, Krise, Achtsamkeit, Schattenintegration, alternative Währungen, Individuation, Wirtschaftsökonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem alternativen, psychologisch fundierten Blick auf wirtschaftliche Phänomene und Krisen, abseits der klassischen ökonomischen Lehrmeinung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind tiefenpsychologische Erklärungsmodelle für menschliches Handeln in der Wirtschaft, die Analyse von Konjunkturkrisen und die Anwendung von Achtsamkeit im beruflichen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über Ansätze der heterodoxen Wirtschaftspsychologie zu geben und Interesse an einer ganzheitlicheren Sichtweise auf wirtschaftliches Handeln zu wecken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und verknüpft dabei Konzepte der Analytischen Psychologie nach C. G. Jung mit wirtschaftswissenschaftlichen Theorien und Mythenforschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Krisen, die Vorstellung des Konjunkturzyklus, die Einführung in Jungs Tiefenpsychologie sowie Lösungsansätze durch alternative Ökonomie und Achtsamkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Schlüsselbegriffe sind heterodoxe Wirtschaftspsychologie, Archetypen, kollektives Unbewusstes, homo oeconomicus und Achtsamkeit.
Wie unterscheidet sich das kollektive Unbewusste laut der Arbeit vom persönlichen Unbewussten?
Während das persönliche Unbewusste auf individueller Erfahrung und Verdrängung basiert, ist das kollektive Unbewusste ererbt und enthält universelle, präexistente Formen (Archetypen).
Welche Rolle spielt die "Heldenreise" von Joseph Campbell im wirtschaftlichen Kontext?
Die Heldenreise dient als Muster, um Tiefenstrukturen in menschlichen Geschichten zu identifizieren, die auch auf individuelle Entwicklungsprozesse und Transformationsphasen übertragbar sind.
Warum hält der Autor die herkömmliche Lehre des homo oeconomicus für problematisch?
Der Autor argumentiert, dass das Modell des stets rational handelnden homo oeconomicus die tatsächliche Irrationalität menschlicher Entscheidungen und die Dynamik von Krisen nicht hinreichend erklären kann.
- Arbeit zitieren
- Alexander Gleisberg-Almstetter (Autor:in), 2014, Überblick über die heterodoxe Wirtschaftspsychologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272734