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Geschmack - Küche - Nation. Globalisierung und nationale Esskultur

Gibt es einen nationalen Geschmack?

Titel: Geschmack - Küche - Nation. Globalisierung und nationale Esskultur

Hausarbeit , 2012 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Laura Zimmer (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Empirische Kulturwissenschaften
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Gibt es einen nationalen Geschmack? Nation und Geschmack haben eine wichtige Gemeinsamkeit: beides sind soziale Konstrukte, die von Menschen erschaffen wurden. Zum Leben bzw. Überleben des Menschen gehören Essen und Trinken. Jeder Mensch muss sich ernähren und tut dies in einem bestimmten soziokulturellen und nationalen Rahmen. Zunächst werden die Begriffe Geschmack und Nation definiert und erläutert. Im Anschluss wird ein kleiner Einblick in die Ernährungsgeschichte gegeben, um zu zeigen, wie sich die Esskultur, hauptsächlich die Europäische, entwickelt hat. Im darauf folgenden Abschnitt wird die Verbindung von Nation, Geschmack und Ernährung erklärt. Es wird erklärt, warum sich verschiedene regionale bzw. nationale Esskulturen herausbildeten. Hierbei spielen auch die Tabuisierungen und Nahrungsmeidungen eine wichtige Rolle. Zudem lassen sich Esskulturen über die Betrachtung der Verbindung von Essen und Sexualität beschreiben. Durch die Globalisierung und Europäisierung ist die industrielle Produktion von Lebensmitteln und die Normierung der Produkte gestiegen. Hierbei stellt sich die Frage, ob ein Einheitsgeschmack entsteht und welche „Maßnahmen“ entwickelt werden, um diesen Einheitsgeschmack abzuwenden. Die Slow Food Bewegung und das Konzept der Ursprungsbezeichnung werden hierzu im letzten Abschnitt vorgestellt. Die vorliegende Arbeit basiert auf Literaturrecherche.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Vorgehensweise

2 Geschmack

3 Nation

4 Geschichte der Esskultur

5 Nationale Esskultur

6 Globalisierung und Europäisierung- entsteht ein Einheitsgeschmack?

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen individuellen Geschmacksvorlieben, nationalen Identitäten und der historischen Entwicklung von Esskulturen. Ziel ist es zu ergründen, ob durch Globalisierungsprozesse ein globaler Einheitsgeschmack entsteht oder ob regionale sowie nationale kulinarische Identitäten weiterhin als stabilisierendes Element bestehen bleiben.

  • Die soziale Konstruktion von Geschmack und Nation.
  • Historische Entwicklung der Esskultur von der Antike bis zur Moderne.
  • Einfluss von Nahrungstabus und sozialen Normen auf das Essverhalten.
  • Die Rolle der Slow Food Bewegung als Gegenentwurf zur Lebensmittelindustrialisierung.
  • Bedeutung der Herkunftsbezeichnungen als Schutz traditioneller Lebensmittel.

Auszug aus dem Buch

Nationale Esskultur

Essen und Trinken geht über die physische Sättigung hinaus und hat in der Geschichte des Menschen schon immer weitere Bedeutungen gehabt. (Pudel 2005, S.61) Die Nahrungsaufnahme ist bei der Betrachtung kultureller Unterschiede sehr wichtig. „Essen ist allgegenwärtig“ (Hirschfelder 2005, S.124) und eignet sich gut für einen Kulturvergleich. (Hirschfelder 2005, S.124) Theoretisch hat jeder Mensch die Möglichkeit alles, was essbar ist, zu verzehren. Dennoch wird nicht alles, was essbar ist, von jedem Menschen verzehrt. (Pudel 2005, S.61) Grund dafür sind die bis heute bestehenden nationalen oder regionalen Esskulturen. Die Nahrungswahl eines Menschen erfolgt nie zufällig, sondern innerhalb von kulturellen Vorgaben. Diese Vorgaben definieren klar, was gegessen werden darf und was nicht.

Dadurch werden dem Menschen klare Grenzen gesetzt, innerhalb deren er ein individuelles Verhaltensmuster entwickeln kann. (Pudel 2005, S.62) Werden die Grenzen überschritten, führt dies zur Diskriminierung. Die Verhaltensmuster werden im Laufe des Sozialisationsprozesses erlernt und gefestigt. (Pudel 2005, S.62) In jeder Nation haben sich so „Geschmacksprofile“ (Pudel 2005, S.62) entwickelt. Dabei muss berücksichtigt werden, dass es Nationen zunächst nicht gab. Der Begriff Nation ist heute selbstverständlich und wird nicht hinterfragt. (Anderson 1996, S.20) Der Nationalgedanke musste sich erst einmal entwickeln, wohingegen regionale Unterschiede in der Esskultur schon länger bestanden. Erst mit der Entwicklung und Entstehung von Nationen, kann die Esskultur als nationale Esskultur zusammengefasst werden. Somit bestanden die „Geschmacksprofile“ (Pudel 2005, S.62) schon vorher, aber in der jeweiligen Nation bekamen sie eine neue Bedeutung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung und Vorgehensweise: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Konzepte Geschmack und Nation als soziale Konstrukte zu beleuchten und deren historisches sowie kulturelles Zusammenspiel zu untersuchen.

2 Geschmack: Dieses Kapitel erläutert die physiologischen und vor allem soziokulturellen Aspekte des Geschmacksinns, der als erlernter Prozess zur sozialen Identitätsbildung dient.

3 Nation: Hier wird der Nationsbegriff als vorgestellte politische Gemeinschaft definiert, die sich über gemeinsame Merkmale und bewusste Abgrenzung von anderen Gruppen konstituiert.

4 Geschichte der Esskultur: Der Abschnitt skizziert die dynamische Wandlung menschlicher Ernährung von der Urgeschichte bis zur modernen Industrialisierung unter Berücksichtigung sozialer Strukturen.

5 Nationale Esskultur: Dieses Kapitel vertieft, wie kulturelle Vorgaben und Nahrungstabus innerhalb nationaler Grenzen Identität stiften und als Mittel zur sozialen Abgrenzung fungieren.

6 Globalisierung und Europäisierung- entsteht ein Einheitsgeschmack?: Die Analyse der Standardisierung von Lebensmitteln durch industrielle Produktion stellt die Frage nach dem Verlust regionaler Identitäten und beleuchtet Gegenbewegungen wie Slow Food.

7 Fazit: Das Fazit bestätigt die existenzielle Verknüpfung von Küche, Nation und Identität und betont, dass trotz globaler Tendenzen der menschliche Bedarf an kultureller Sicherheit und Identität bestehen bleibt.

Schlüsselwörter

Geschmack, Nation, Esskultur, Ernährungsgeschichte, soziale Identität, Globalisierung, Slow Food, Terroir, Nahrungstabus, Kulturvergleich, Identitätsbildung, industrielle Lebensmittelproduktion, Sozialisation, Konsumideologie, Geschlechterordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwiefern Geschmack nicht nur biologisch, sondern als soziales und kulturelles Konstrukt eine zentrale Rolle für die Identitätsstiftung von Nationen spielt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Entwicklung der Esskultur, die Bedeutung von Nahrungstabus, die Auswirkungen der Globalisierung auf den Geschmack und Konzepte zur Bewahrung kulinarischer Vielfalt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob im Zuge von Globalisierung und Europäisierung ein globaler Einheitsgeschmack entsteht oder ob nationale und regionale Esskulturen als Identitätsmerkmale bestehen bleiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die vorliegende Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche zu ernährungssoziologischen und historischen Werken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der Esskultur, die soziale Funktion der Küche, die Rolle von Nahrungstabus sowie die gegensätzlichen Kräfte von Standardisierung und der Slow-Food-Bewegung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern zählen Geschmack, Nation, Esskultur, Identitätsbildung, Slow Food und globale Einheitsgeschmack-Tendenzen.

Welche Rolle spielen Nahrungstabus bei der Entstehung von nationaler Identität?

Nahrungstabus dienen dazu, Grenzen zu ziehen, Fremdes abzuwerten und soziale Solidarität innerhalb der eigenen Gruppe (der Nation) zu stärken.

Warum wird in der Arbeit das Konzept des „Terroirs“ als Gegenpol zur Globalisierung diskutiert?

Das Konzept des Terroirs wird als sozial konstruierter Gegenentwurf zur industriellen „Gleichmacherei“ diskutiert, um die Einzigartigkeit regionaler Produkte und Traditionen zu schützen.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von „Weiblichkeit“ in der Ernährung am Beispiel der Hua?

Bei den Hua dient die Ernährung als symbolisches System, in dem bestimmte Nahrungsmittel als „unrein“ oder „weiblich“ markiert werden, um die soziale Ordnung der Männer zu sichern und Männlichkeit zu definieren.

Warum wird der Geschmackssinn als „letzte Instanz“ bezeichnet?

Der Geschmackssinn wird so genannt, da er beim „Einverleiben“ von Nahrung als letzte sensorische Prüfung fungiert, um die Verträglichkeit und Angenehmheit der Substanz für den Organismus zu bewerten.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Geschmack - Küche - Nation. Globalisierung und nationale Esskultur
Untertitel
Gibt es einen nationalen Geschmack?
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Wirtschaftslehre des Haushalts und Verbrauchsforschung)
Veranstaltung
Gender & Ernährung
Note
1,0
Autor
Laura Zimmer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V272744
ISBN (eBook)
9783656649410
ISBN (Buch)
9783656696278
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschmack
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Laura Zimmer (Autor:in), 2012, Geschmack - Küche - Nation. Globalisierung und nationale Esskultur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272744
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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