Wettbewerbsfähigkeit von Logistikdienstleistern


Seminararbeit, 2012
19 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Problemstellung und Zielsetzung

2. Definition und Bedeutung des Begriffs „Wettbewerbsfähigkeit“

3. Einblick in das Logistikdienstleisterkonzept

4. Wettbewerbsrelevante Schlüsselfaktoren und Handlungen von Logistikdienstleistern
4.1 Standortwahl
4.2 Informations- und Kommunikationstechnologien
4.2.1. EDI
4.2.2. ERP
4.2.3. RFID

5.Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1:Verschiedene Logistikdienstleisterkonzepte

1. Problemstellung und Zielsetzung

Durch den steigenden Bedeutungszuwachs der Logistik in den letzten Jahren ist auch der Stellenwert von Logistikdienstleistern kontinuierlich gestiegen. Die derzeitige Wettbewerbssituation für Unternehmen führt durch die voranschreitende Globalisierung, verkürzte Produktlebenszyklen, sowie zunehmende Qualitäts- und Serviceansprüche bei gestiegener Umweltsensibilität zu einem steigenden Koordinationsbedarf, welchem Logistikdienstleister gerecht werden müssen.1

Ziel dieser Arbeit ist es, die Schlüsselfaktoren der Wettbewerbsstrategien zu erfas- sen, welche Logistikdienstleister nutzen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. In diesem Zusammenhang soll das Augenmerk hauptsächlich auf den eingesetzten Informations- und Kommunikationstechniken, die wichtigster Aspekt im Rahmen des Outsourcings von Logistikleistungen sind, liegen. Hierbei wird explizit folgender Fra- ge nachgegangen:

Durch welche Informations- und Kommunikationstechnologien verschaffen sich Lo- gistikdienstleister Wettbewerbsvorteile, um damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu si- chern?

Zu Beginn dieser Arbeit wird der Begriff der Wettbewerbsfähigkeit erklärt und deren Bedeutung für den unternehmerischen Erfolg in der Logistikbranche aufgezeigt. Als nächstes wird das Konzept von Logistikdienstleistern näher beleuchtet. Im Hauptteil werden die wichtigsten wettbewerbsrelevanten Erfolgsfaktoren und Handlungen die- ser Dienstleister beschrieben und die Auswirkung auf ihre Wettbewerbsfähigkeit auf- gezeigt. Als Grundlage für eine hohe Wettbewerbsfähigkeit ist der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologie unabdingbar. In diesem Zusammen- hang werden verschiedene IT Lösungen vorgestellt, mittels derer Logistikdienstleister den spezifischen Kundenansprüchen gerecht werden. Desweiteren wird die Stand- ortwahl als Schlüsselfaktor aufgezeigt. So steht der Kunde stets im Vordergrund, welcher durch maßgeschneiderte Produkte immer anspruchsvoller, aber auch attrak- tiver für den Dienstleistungssektor wird. Der Schlussteil fasst die zentralen Aussagen der Arbeit zusammen und gibt einen kurzen Ausblick auf die mögliche Entwicklung der IuK Techniken, welche über den unternehmerischen Erfolg der Dienstleister und ihrer Positionierung am Markt entscheiden.

2. Definition und Bedeutung des Begriffs „Wettbewerbsfähigkeit“

Unter dem Begriff Wettbewerbsfähigkeit wird das Leistungspotential von Unterneh- men verstanden, um Mittels gezieltem Einsatz von Schlüsselfaktoren Wettbewerbs- vorteile zu erlangen, aus denen eine gewinnbringende Position am Markt resultiert.2 Chancen und Risiken im internationalen Wettbewerb zu erkennen, eigene Stärken auszuspielen und die Schwächen überwinden ist das Primärziel von Unternehmen, die Logistikdienstleister eingeschlossen. Voraussetzung für die Sicherung der zu- künftigen Wettbewerbsfähigkeit ist eine gute Strategie, welche durch permanente Analyse des Unternehmensumfelds und des eigenen Unternehmens gebildet wird.3 Um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, müssen die Führungskräfte der Unter- nehmen gezielt den Zusammenhang zwischen den von ihnen gewählten Praktiken und der daraus resultierenden Wettbewerbsfähigkeit beachten.4

In Zeiten von immer kürzeren Produktlebenszyklen, höheren Flexibilitätsanforderun- gen und des rasanten technischen Fortschritts wird die Wettbewerbsfähigkeit nicht mehr ausschließlich durch die beiden klassischen Faktoren Kosten und Qualität be- stimmt, sondern primär durch die Zeit als latente Größe.5 Die Ausnutzung globaler Chancen auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten führt zur Bildung internationaler Wertschöpfungsnetzwerken, deren Entwicklung allerdings stark von dem jeweiligen Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnologien sowie lokaler Standort- faktoren abhängt. Die Bedeutung der Wettbewerbsfähigkeit geht also einher mit der Wahl der richtigen Strategie und Handlungen des Managements. Die relevantesten Schlüsselfaktoren aktueller Management Methoden um die betriebliche Leistung zu überwachen sowie deren Steuerung werden in Kapitel 4 ausführlich behandelt.

3. Einblick in das Logistikdienstleisterkonzept

Logistikdienstleister sind gewerbliche Unternehmen, die von klassischen Logistikauf- gaben wie Transport, Umschlag und Lagerhaltung bis zu fertigungsnahen Dienstleis- tungen, sämtliche Aufgaben von Firmen übernehmen, damit diese sich gleichzeitig auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und Kosten und Risiken minimieren kön- nen.6 Im Allgemeinen werden Routinefunktionen und Aufgaben die nicht zum Kern- geschäft gehören, ausgelagert, um die Lücke zwischen der Unternehmenserwartung und den eigenen Produktionsmöglichkeiten zu schließen.7 Liegt die Betrachtung bei den am Markt agierenden Dienstleistungsunternehmen, so kann eine Unterschei- dung hinsichtlich ihres Leistungsspektrums vorgenommen werden. Die Dienstleis- tungsbranche lässt sich anhand ihres Betätigungsfelds in „Transporteur“ und „Spedi- teur“ (2PL - second party logistics provider),3PL sowie 4PL einteilen. Allerdings wird üblicherweise die branchenunabhängige Klassifizierung in Einzel-, Verbund- und Systemdienstleister vorgenommen, insbesondere da das visionäre 4PL bzw. LLP Konzept derzeit nur in der Theorie existiert.8 Die verschiedenen Logistikdienstleister- konzepte sind in Abbildung 1 veranschaulicht dargestellt. Im Folgenden wird aller- dings keine Einteilung der Dienstleister vorgenommen und fortan vom Sammelbegriff Logistikdienstleister gesprochen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Verschiedene Logistikdienstleisterkonzepte mit Beispielen (Vgl. Arnold, D., u.a. (2008), S. 585)

4. Wettbewerbsrelevante Schlüsselfaktoren und Handlungen von Logistikdienstleistern

Die Reduktion von Kosten ist der Hauptgrund für das Outsourcing von Logistikleis- tungen. Allerdings sind durch die steigende internationale Vernetzung und der wach- senden Nachfrage nach individuell für den Kunden zugeschnittenen Logistikleistun- gen weitere Anforderungen an moderne Dienstleister entstanden, welche diese bei steigendem Kostendruck erfüllen müssen um langfristig wettbewerbsfähig zu blei- ben.9 Insbesondere durch die steigende internationale Konkurrenz, ist es ihnen kaum möglich durch eine Strategie der Kostenführerschaft Wettbewerbsvorteile zu gene- rieren.10 Im Folgenden werden die zwei zentralen Aspekte vorgestellt, welche im Rahmen der Auslagerung besondere Bedeutung zur Sicherung der Wettbewerbsfä- higkeit erlangt haben. Durch die umfassende Gestaltung von prozessorientierten Lo- gistiksystemen ist die IuK-Technologie heute die wichtigste Grundlage für effiziente Logistikprozesse, weswegen diese ausführlich beleuchtet wird.

4.1 Standortwahl

In Zeiten immer höherer Kraftstoffpreise, gestiegenen Zoll- und Steuerabgaben so- wie steigender Lohneinzelkosten ist die Wahl des richtigen Standortes wichtiger denn je.11 Speziell Spediteure und Transporteure wissen um die Relevanz der Infrastruk- turausstattung und Verkehrsanbindungen. Nach einer empirischen Studie über die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Regionen wurde festgestellt, dass die Transportkosten den größten Teil der Logistikkosten ausmachen, gefolgt von Lager- haltungskosten. Hierdurch könnte ein Kostenvorteil für östliche EU-Länder bestehen, welche durch niedrigere Kraftstoff- und Lohnkosten billiger transportieren können. Jedoch ist die logistische Leistungsfähigkeit, welche einhergeht mit dem Wirt- schaftswachstum, im westlichen Teil Europas erheblich höher.12 Es zeigt sich da- durch immer mehr, dass nur reine Standortkosten nicht länger das entscheidende Kriterium von Logistikdienstleistern sind, sondern dass durch die gestiegene Flexibili- tätsanforderung der damit verbundene zeitliche Faktor eine entscheidende Rolle spielt.13 So nutzen führende KEP-Unternehmen statt den älteren Standortstruktur- theorien das innovative Geomarketing Verfahren um klassische Standortkriterien wie der Grundstückspreis und die Verkehrsinfrastruktur zu gewichten und diese zu ihrer Entscheidungsfindung einzusetzen.14 Die Anwendung ermöglicht den Unternehmen Informationen über zukünftige Standorte sowie das aufkommende Sendungsvolumen darzustellen und schafft somit Transparenz in den Prozessen sowie eine vorherige Planung kostenoptimierter Routen.15 Laut Uwe Verres-Homm, Mitarbeiter der Fraun- hofer Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS, wissen Logistikdienstleister ganz genau, welches ihre Kundenbranchen sind, was diese fordern und konsumie- ren, wo Potenzial besteht und wie sie dieses am schnellsten befriedigen können.16

4.2 Informations- und Kommunikationstechnologien

Um auf die Innovationsgeschwindigkeit der internationalen Märkte reagieren zu kön- nen, ist der Einsatz moderner und effizienter IuK Technologie Voraussetzung für Lo- gistikdienstleister, die immer komplexeren und kundenspezifischeren Material- und Informationsflüsse erfolgreich bewältigen zu können.17 Fehlende Transparenz bei der Ressourcenplanung und Lagerung, das hohe Work- in-Progress und nicht zuletzt flexible Kundenanforderungen verlangen von innovativen Dienstleistern den Umgang mit leistungsfördernden Informations- und Kommunikationssystemen, um aus diesen Problemen Wettbewerbsvorteile zu schaffen.18 Die Instrumente der IuK Technologie umfasst Hard- und Software im weitesten Sinne. Dazu zählen Kapazitäten zur Spei- cherung, Verarbeitung und Übertragung, Rechenzeitgeschwindigkeiten, Kommunika- tionskanäle, Übertragungsmedien, Lese- und Empfangsgeräte sowie der Einsatz neuer Medien, speziell des Internets.19 Länderübergreifend haben sich hierbei der Elektronische Datenaustausch EDI, das Internet und das Lagerverwaltungssystem WMS als die drei Erfolgsfaktoren innerhalb der IuK Technologie herausgestellt.20

[...]


1 Vgl. Arnold (2004), S. 581ff

2 Vgl. Wirtschaftslexikon, URL siehe Literaturverzeichnis

3 Vgl. Seeger, K. (2008), S. 42

4 Vgl. Liu,X. (2011), S.252

5 Vgl. Hofman (2009) S.8

6 Vgl. Arnold, D. (2008),S. 581

7 Vgl. Hofenk,D.(2011), S.168

8 Vgl. Arnold, D. (2008),S. 589

9 Vgl. Kersten,W.,u.a. (2008), S.62

10 Vgl. Kersten,W., Koch,J. (2010), S.95

11 Vgl. Dubey, P.K., Shah, J. (2010), S. 79f

12 Vgl. Kersten,W.,u.a. (2008), S.61f

13 Vgl. Hofmann, E., Nothardt, F. (2009),S. 1

14 Vgl. Weber, R. (2010), S. 49

15 Vgl. Weber, R. (2010), S. 50f

16 Vgl. Weber, R. (2010), S. 49

17 Vgl. Nyhuis, P. (2008), S.20

18 Vgl. Bullinger, H., Kühner, M. (2007), S. 34f

19 Vgl. Arnold, D. (2008), S.593

20 Vgl. Liu, X. (2008), S. 260

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Wettbewerbsfähigkeit von Logistikdienstleistern
Hochschule
Universität Stuttgart
Note
2,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
19
Katalognummer
V272762
ISBN (eBook)
9783656650720
ISBN (Buch)
9783656650713
Dateigröße
487 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Durch welche Informations- und Kommunikationstechnologien verschaffen sich Logistikdienstleister Wettbewerbsvorteile, um damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern?
Schlagworte
Wettbewerbsfähigkeit, Logistikdienstleister, LDL, IuK, Informations-und Kommunikationstechnologien, Wettbewerbsvorteile, Dienstleistung, Logistik
Arbeit zitieren
Roman Gießwein (Autor), 2012, Wettbewerbsfähigkeit von Logistikdienstleistern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272762

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