Durch den steigenden Bedeutungszuwachs der Logistik in den letzten Jahren ist auch der Stellenwert von Logistikdienstleistern kontinuierlich gestiegen. Die derzeitige Wettbewerbssituation für Unternehmen führt durch die voranschreitende Globalisierung, verkürzte Produktlebenszyklen, sowie zunehmende Qualitäts- und Serviceansprüche bei gestiegener Umweltsensibilität zu einem steigenden Koordinationsbedarf, welchem Logistikdienstleister gerecht werden müssen.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Schlüsselfaktoren der Wettbewerbsstrategien zu erfas-sen, welche Logistikdienstleister nutzen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. In diesem Zusammenhang soll das Augenmerk hauptsächlich auf den eingesetzten Informations- und Kommunikationstechniken, die wichtigster Aspekt im Rahmen des Outsourcings von Logistikleistungen sind, liegen. Hierbei wird explizit folgender Frage nachgegangen:
Durch welche Informations- und Kommunikationstechnologien verschaffen sich Logistikdienstleister Wettbewerbsvorteile, um damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern?
Zu Beginn dieser Arbeit wird der Begriff der Wettbewerbsfähigkeit erklärt und deren Bedeutung für den unternehmerischen Erfolg in der Logistikbranche aufgezeigt. Als nächstes wird das Konzept von Logistikdienstleistern näher beleuchtet. Im Hauptteil werden die wichtigsten wettbewerbsrelevanten Erfolgsfaktoren und Handlungen dieser Dienstleister beschrieben und die Auswirkung auf ihre Wettbewerbsfähigkeit aufgezeigt. Als Grundlage für eine hohe Wettbewerbsfähigkeit ist der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologie unabdingbar. In diesem Zusammenhang werden verschiedene IT Lösungen vorgestellt, mittels derer Logistikdienstleister den spezifischen Kundenansprüchen gerecht werden. Desweiteren wird die Stand-ortwahl als Schlüsselfaktor aufgezeigt. So steht der Kunde stets im Vordergrund, welcher durch maßgeschneiderte Produkte immer anspruchsvoller, aber auch attraktiver für den Dienstleistungssektor wird. Der Schlussteil fasst die zentralen Aussagen der Arbeit zusammen und gibt einen kurzen Ausblick auf die mögliche Entwicklung der IuK Techniken, welche über den unternehmerischen Erfolg der Dienstleister und ihrer Positionierung am Markt entscheiden.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung und Zielsetzung
2. Definition und Bedeutung des Begriffs „Wettbewerbsfähigkeit“
3. Einblick in das Logistikdienstleisterkonzept
4. Wettbewerbsrelevante Schlüsselfaktoren und Handlungen von Logistikdienstleistern
4.1 Standortwahl
4.2 Informations- und Kommunikationstechnologien
4.2.1. EDI
4.2.2. ERP
4.2.3. RFID
5.Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Schlüsselfaktoren, durch die Logistikdienstleister ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem durch Globalisierung, kürzere Produktlebenszyklen und hohe Kundenanforderungen geprägten Marktumfeld sichern können, wobei ein besonderer Fokus auf modernen Informations- und Kommunikationstechnologien liegt.
- Bedeutung von Wettbewerbsfähigkeit in der Logistik
- Logistikdienstleisterkonzepte und deren Klassifizierung
- Standortwahl als strategischer Erfolgsfaktor
- Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (EDI, ERP, RFID)
- Optimierung von Logistikprozessen durch IT-Lösungen
Auszug aus dem Buch
4.2.2. RFID
Die Radiofrequenzidentifikation, kurz RFID, ist ein funkbasiertes Identifizierungssystem für die mobile Datenerfassung innerhalb einer logistischen Kette. Die Datenübermittlung erfolgt zwischen einem, im Transponder integrierten, Mikrochip und einer Lese- bzw. Schreibeinrichtung, dem Scanner. Die Hauptaufgabe des kabellosen Identifikationssystems ist die Zuordnung von Informationen zu Waren mittels integrierter Transponder. Dies ist der wesentliche Unterschied zur Nutzung von Barcodes, da hierbei die Kommunikation über eine direkte Sichtverbindung zwischen Datenträger und Lesegerät bestehen muss, wohingegen die RFID Transponder ohne direkten Sichtkontakt, über Funk, kommunizieren. Befindet sich der Transponder in Nähe des Lesegeräts wird automatisch eine wechselseitige Kommunikation durch die in beiden Endgeräten integrierten Antennen ausgelöst. Der Datenaustausch erfolgt dann durch magnetische- oder elektromagnetische Wellen, wobei sich die Übertragungsgeschwindigkeit sowie die Reichweite in niedrige, hohe und sehr hohe Frequenzen bis hin zu Mikrowellen Frequenzen einteilen lässt.
Aus Sicht der Logistikdienstleister ist die Nutzung der RFID Technologie, zur Optimierung ihrer physischen Distributionsprozesse, von höchster Priorität. Der Einsatz dieses Identifikationssystems kann die eigenen Geschäftsprozesse entlang der gesamten Lieferkette effektiver gestalten und Kundenbeziehungen fördern. Mit Hilfe von RFID können Logistikdienstleister die Steuerung, Planung und Kontrolle des Materialflusses über das Tracking und Tracing ständig überwachen, und kundenorientierte Änderungswünsche vornehmen. Vorher existierende, überhöhte Sicherheitsbestände, Lehrfahrten oder fehlerhafte manuelle Erfassung und Sortierung in der Supply Chain führen unter Verwendung der RFID Technik zu einer optimierten Betriebsmittelauslastung und somit nicht nur zu einer Zeit- und Kostenersparnis, sondern auch zu einer Qualitätssteigerung hinsichtlich direkter Wettbewerber. Insbesondere im Transport von Waren ist die RFID Technik für die meisten Logistikdienstleister unerlässlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung und Zielsetzung: Einführung in die wachsende Bedeutung der Logistik und Definition der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Wettbewerbsvorteile durch IuK-Technologien.
2. Definition und Bedeutung des Begriffs „Wettbewerbsfähigkeit“: Erläuterung der Wettbewerbsfähigkeit als Leistungspotenzial, das durch strategische Analyse und effizienten Einsatz von Ressourcen gesichert wird.
3. Einblick in das Logistikdienstleisterkonzept: Übersicht über verschiedene Typen von Logistikdienstleistern und deren Rolle bei der Auslagerung von Routineaufgaben.
4. Wettbewerbsrelevante Schlüsselfaktoren und Handlungen von Logistikdienstleistern: Detaillierte Analyse der strategischen Standortwahl sowie der Bedeutung von IuK-Systemen zur Prozessoptimierung.
4.1 Standortwahl: Untersuchung der Faktoren, die neben reinen Kosten die Standortentscheidung beeinflussen, wie Infrastruktur und Flexibilität.
4.2 Informations- und Kommunikationstechnologien: Darstellung der Bedeutung von IT-Infrastrukturen für die Bewältigung komplexer Material- und Informationsflüsse.
4.2.1. EDI: Analyse des Electronic Data Interchange Verfahrens zur automatisierten Nachrichtenübermittlung zwischen Unternehmen.
4.2.2. ERP: Untersuchung integrierter Anwendungspakete zur unternehmensübergreifenden Steuerung und Planung von Geschäftsprozessen.
4.2.3. RFID: Erläuterung der funkbasierten Identifikationstechnologie zur Echtzeit-Überwachung und Optimierung logistischer Distributionsprozesse.
5.Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der technologischen Entwicklungen und Ausblick auf die wachsende Rolle mobiler IuK-Systeme in der Zukunft.
Schlüsselwörter
Logistikdienstleister, Wettbewerbsfähigkeit, Outsourcing, Informations- und Kommunikationstechnologie, Standortwahl, EDI, ERP, RFID, Supply Chain Management, Prozessoptimierung, Kostenreduktion, Tracking und Tracing, Logistikprozesse, Wettbewerbsvorteil, Innovationsgeschwindigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Wettbewerbsfähigkeit von Logistikdienstleistern im Kontext sich wandelnder externer Rahmenbedingungen und der steigenden Bedeutung technischer Lösungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören das Outsourcing von Logistikleistungen, die strategische Standortwahl sowie der Einsatz moderner IT-Systeme zur Effizienzsteigerung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Identifikation der Schlüsselfaktoren von Wettbewerbsstrategien, wobei konkret untersucht wird, durch welche IuK-Technologien sich Logistikdienstleister Wettbewerbsvorteile verschaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung auf Basis aktueller Literatur, Fachstudien und logistischer Konzepte, um Erfolgsfaktoren für das Management in der Logistikbranche zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Standortwahl und spezifische IT-Technologien wie EDI, ERP-Systeme und die RFID-Technik detailliert als Instrumente zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Logistikdienstleister, Wettbewerbsfähigkeit, EDI, ERP, RFID und Supply Chain Management charakterisiert.
Warum spielt die Standortwahl trotz globaler Vernetzung eine so wichtige Rolle?
Die Standortwahl ist nicht mehr nur eine Kostenfrage; Faktoren wie Verkehrsinfrastruktur, regionale Leistungsfähigkeit und Flexibilität spielen eine entscheidende Rolle für die logistische Effizienz.
Welchen strategischen Mehrwert bietet RFID gegenüber Barcodesystemen?
RFID ermöglicht die mobile Datenerfassung ohne direkten Sichtkontakt, was eine automatisierte, lückenlose Nachverfolgung (Tracking und Tracing) der Güter in Echtzeit erlaubt.
Ist der Einsatz von ERP-Systemen für jedes Logistikunternehmen ein Wettbewerbsvorteil?
Während ERP-Systeme für Großunternehmen fast schon Standard sind, stellen sie eine notwendige Basis dar, um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden; für mittelständische Unternehmen bieten sie zudem Möglichkeiten zur besseren Anbindung von Partnern in der Supply Chain.
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- Roman Gießwein (Author), 2012, Wettbewerbsfähigkeit von Logistikdienstleistern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272762