Einnahmen der Bundesligavereine. Optimierungsmöglichkeiten und Handlungsempfehlungen

Am Beispiel von FC Bayern München, Borussia Dortmund, FC Schalke 04, Hertha BSC, Eintracht Frankfurt


Seminar Paper, 2014
113 Pages, Grade: 1,0

Excerpt

Inhaltsverzeichnis

I. Zielsetzung

II. Finanzierung der Bundesliga
1. Allgemein
2. Internationaler Vergleich

III. Untersuchungsfeld: Vereine
1. Auswahl und Bedeutung
2. Rechtliche Struktur und Rahmenvoraussetzungen
a) Bayern München
b) Eintracht Frankfurt
c) Borussia Dortmund
d) Hertha BSC
e) Schalke 04

IV. Einnahmen
1. Spielbetrieb
a) Allgemeine Entwicklung
b) Bayern München
c) Borussia Dortmund
d) Schalke 04
e) Hertha BSC
f) Eintracht Frankfurt
2. TV-Rechte
a) Allgemein: Verteilung der TV-Rechte in der Bundesliga
b) Allgemein: Verteilung der Einnahmen im DFB-Pokal
c) Allgemein: Verteilung der Einnahmen im Europapokal (Champions League und Europa League)
d) Allgemein: Vermarktungserlöse DFL
e) Allgemeine Entwicklung
f) Bayern München
g) Borussia Dortmund
h) Schalke 04
i) Hertha BSC
j) Eintracht Frankfurt
3. Sponsoring
a) Allgemeine Entwicklung
b) Bayern München
c) Borussia Dortmund
d) Schalke 04
e) Hertha BSC
f) Eintracht Frankfurt
4. Merchandising
a) Allgemeine Entwicklung
b) Bayern München
c) Borussia Dortmund
d) Schalke 04
e) Hertha BSC
f) Eintracht Frankfurt
5. Transfers
a) Allgemeine Entwicklung
b) Bayern München
c) Borussia Dortmund
d) Schalke 04
e) Hertha BSC
f) Eintracht Frankfurt
6. Sonstige Einnahmen

V. Weiteres Einnahmepotential
1. Beteiligung von Anteilseignern
2. Anleihen
3. Social Media
4. Stärker Zentralisierte Einnahmenverteilung
5. Financial Fair Play

VI. Fazit Einnahmepotential
1. Spielbetrieb
2. TV-Rechte
3. Sponsoring
4. Merchandising
5. Transfers

VII. Anhang: Literatur

I. Zielsetzung

In der Studie soll das Potenzial fünf traditioneller Bundesligavereine im Hinblick auf die Optimierung der Einnahmequellen analysiert werden. Ausgangspunkt dabei ist zunächst die Analyse der Entwicklung der Einnahmen der letzten fünf Saisons beginnend mit 2008/2009 bis inklusive 2012/2013. Hierzu soll ein gegenseitiger Vergleich, ein allgemeiner Vergleich zur Bundesliga und, insofern möglich, ein internationaler Vergleich zu den weiteren führenden europäischen TOP 5 Ligen erstellt werden. Hierzu zählen neben der deutschen Bundesliga die englische Premier League, die spanische Primera División, die italienische Serie A und die französische Ligue 1. Durch den Vergleich mit anderen Vereinen und das Hinzunehmen bereits bewährter Maßnahmen, lassen sich für die betrachteten Vereine Handlungsmaßnahmen bzw. neue Anreize zur schrittweisen Optimierung der verschiedenen Einnahmequellen ableiten. Zur Analyse werden aus den Einnahmen durch Spielbetrieb, durch TV-Rechte, durch Sponsoren, durch Merchandising und durch Transfers die fünf wichtigsten Einnahmequellen ausgewählt. Sonstige Einnahmen, die bei jedem Verein variieren können, werden kurz angeschnitten.

Da bei Fußballvereinen die betrachteten klassischen Einnahmequellen irgendwann ausgeschöpft sind, spielen mittlerweile auch andere, neue Einnahmemodelle eine immer wichtigere Rolle in punkto Umsatzsteigerung. Aufgrund der sich wandelnden Wirtschaft müssen sich Fußballvereine den entsprechenden Änderungen anpassen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Die Arbeit schließt mit der Erläuterung neuester Einnahmemodelle, wie die Beteiligung von Anteilseignern oder die perfektionierte Nutzung von Social Medias, ab, mit deren Hilfe wiederum zusätzliche Einnahmepotenziale realisiert werden können.

II. Finanzierung der Bundesliga

1. Allgemein

Die Einführung der Fußball Bundesliga 1963 führte zum Durchbruch des Profifußballs. Grund hierfür waren sich anhäufende Beschwerden wegen illegaler Zahlungen im bezahlten Fußball. Folglich entstanden Forderungen nach der Gründung einer obersten Liga für Profifußballer. Aufgrund des damals geltenden Lizenzspielerstatuts, bei dem Lizenzspieler Prämien von 1200 DM im Monat, teilweise sogar bis zu 2500 DM erhielten, waren die Kosten für Spielergehälter im Vergleich zu heute minimal.1

Schon damals war das Interesse am Fußball entsprechend groß. Einnahmen wurden hauptsächlich durch den Erlös von Tickets generiert. Im Schnitt verfolgten 200.000 Zuschauer die Begegnungen pro Spieltag, also über 22.000 Zuschauer pro Spiel.2 In der Saison 2012/13 lag der Schnitt bei knapp 42.000 Zuschauern pro Spiel.3 1963 lagen die Gesamteinnahmen der Vereine zusammengerechnet bei etwa 22 Mio. €, 50 Jahre später schon bei über 2 Mrd. €, Tendenz steigend (s. Tabelle Umsatzentwicklung Bundesliga). Ein weiteres Beispiel, welch enorme wirtschaftliche Entwicklung die Bundesliga genommen hat: 1965/66 zahlten ARD und ZDF „Pauschalhonorare“ von 648.000 DM. Das entspricht in etwa 0,05%4 der knapp 620 Mio. €, die die Bundesliga in der Saison 2012/13 an TV-Einnahmen durch die TV-Sender erwirtschaften konnte.5 Ein Beleg dafür, dass die Kommerzialisierung des Fußballs eine Wandlung ermöglicht und diesen für breitere Schichten attraktiver macht. Der Fußball hat es geschafft, fast die komplette Bevölkerung zu erreichen, was selbstverständlich für Medien sowie Sponsoren lukrativ erscheint. Somit lassen sich entsprechend die drei wichtigsten Einnahmequellen der Bundesliga ableiten, Zuschauereinnahmen durch den Verkauf von Tickets, Medieneinahmen durch die Verwertung von Fernsehrechten, des weiteren Werbeeinnahmen durch ponsoren. Diese drei „Säulen“ bilden etwa drei Viertel des Umsatzes der Bundesliga.

Folgend die Umsatzentwicklung der Bundesliga in Mio. €:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: DFL, Bundesligareport 2005-2014

Die 1. Fußball Bundesliga hat ihren Platz als eine der umsatzstärksten Ligen in Europa mit einer eindrucksvollen Entwicklung gefestigt. Zum neunten Mal in Folge schaffte sie es, ihren Umsatz zu steigern und somit ein ums andere Mal den Umsatzrekord aus dem Vorjahr zu brechen.6 Erzielte man in der Saison 2003/04 noch einen Umsatz von 1,09 Mrd. €, so konnte man diesen binnen dieser neun Jahre in der Saison 2012/13 auf 2,17 Mrd. € praktisch verdoppeln. Herausragend und hauptverantwortlich sind die beiden Champions League Finalisten Borussia Dortmund und Bayern München, die das Umsatzergebnis stark prägen. Mit den jeweiligen Rekordumsätzen von über 300 Mio. € und über 400 Mio. €, folglich zusammen über 700 Mio. €, erwirtschafteten beide Klubs mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes der 1.Bundesliga.7 Bemerkenswert dennoch, dass acht Vereine einen Umsatz von über 100 Mio. € erzielen konnten. Laut dem aktuellsten Bericht aus 2014 der „Deloitte Money League“ hätte es ein Verein bereits mit einem Umsatz von über 120 Mio. € in die Top 20 geschafft.8

Das erneute Wachstum des Umsatzes um mehr als 7% lässt sich vor allem aufgrund des Anstiegs der drei Haupteinnahmequellen rechtfertigen.

Übersicht: Umsatzentwicklung in der Bundesliga 2008/2009 - 2012/2013

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: DFL, Bundesliga Report 2010-2014

Während die Einnahmen aus Spielertrag und Werbung kontinuierlich gestiegen sind und sich der prozentuale Anteil am Umsatz aufgrund des ebenfalls angestiegenen Gesamtumsatzes nicht geändert hat, so ist der deutlich höhere Zuwachs der medialen Verwertung bemerkenswert. In der Saison 2012/13 schaffte es die mediale Verwertung, den Einnahmesektor durch Werbung als „Einnahmespitzenreiter“ abzulösen. Der Anteil am Gesamtumsatz konnte von 26,2% auf satte 28,5% erhöht werden, was einem Zuwachs von über 73 Mio. € und 13,5% im Vergleich zu 2011/12 entspricht.9 Der prozentuale Anteil des Spielertrages mit kontinuierlichen 21-22% am Gesamterlös, sowie der Anteil der Werbung mit knapp 27% konnte durch einen jeweils entsprechenden Anstieg konstant gehalten werden. Der Anteil des Merchandisings am Gesamtumsatz, der mit einem Anstieg von über 28% eine stark steigende Tendenz vorzuweisen hat, konnte um etwa ein Prozent auf 5,5% erhöht werden, während die sonstigen Einnahmen und die stark schwankenden Einnahmen durch Transfers in absoluten Zahlen, somit auch prozentual, zurückgingen.

Entsprechend des Gesamterlöses ist auch der Gesamtaufwand um 4,1 % von 2,03 Mrd. € auf 2,11 Mrd. € in 2012/13 gestiegen.

Übersicht: Aufwand in der Bundesliga 2008/2009 - 2012/2013

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: DFL, Bundesliga Report 2010-2014

Hauptkostenfaktor ist der „Personal Spielbetrieb“ mit über 40 % am Gesamtaufwand. Die Vorsaison 2011/12 ausgeschlossen konnte der Anteil sogar gesenkt werden. Neben geringeren Ausgaben für den Spielbetrieb konnten auch geringfügigere Ausgaben für Transfers, die Verpflichtung von neuen Spielern, verbucht werden. Der Anteil für Personal, Handel, Leistungszentren und Sonstiges wie Verwaltung, Werbung, Material etc. ist hingegen annähernd konstant geblieben.

Neben sportlichem Erfolg hat ein gesundes finanzielles Wirtschaften oberste Priorität bei den Bundesliga Vereinen. Die Bundesliga weiß diese Dinge optimal miteinander zu kombinieren, was in naher Zukunft bezüglich des Eintretens des durch die UEFA auferlegten „Financial Fairplay“ mit großer Wahrscheinlichkeit noch mehr fruchten wird.10 Entsprechend unterstützt die Bundesliga das Konzept der UEFA und hat als oberstes Ziel den bestmöglichen sportlichen Erfolg unter Beachtung einer andauernden, nachhaltigen Entwicklung.11 Als Leitlinie gilt hierbei das vergleichsweise zu anderen europäischen Ligen strenge Lizenzierungsverfahren der Bundesliga. Selbstverständlich wird es immer Vereine geben, die aufgrund hoher Zukunftsinvestitionen beispielsweise in neue Stadien oder unerwartetem Misserfolg Verluste zu verbuchen haben. Als beste Beispiele dienen die aus der letzten Saison zwangsabgestiegenen MSV Duisburg aus der 2.Bundesliga in die 3.Liga sowie Kickers Offenbach aus der 3.Liga in die Regionalliga Südwest, die nun nicht nur in finanzieller

Hinsicht um ihr Überleben kämpfen müssen. Es droht der Verlust von Image verbunden mit einem Verlust bzw. geringerem Interesse von Medien, Sponsoren und Zuschauern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: DFL, Bundesliga Report 2010-2014

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: DFL, Bundesliga Report 2010-2014

Nichtdestotrotz befindet sich die Bundesliga im Allgemeinen in einer guten Verfassung, was sich durch den 8%-igen Anstieg des Eigenkapitals auf 840,8 Mio. € (Stand 2012/13, Anstieg um 62 Mio. € gegenüber 2011/12) und einer Eigenkapitalquote, die den Anteil am Gesamtkapital misst, von 46,1% sehr gut wiederspiegeln lässt.12 Erwähnenswert hierbei, dass Grafik „Entwicklung der Eigenkapitalquote).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: DFL, Bundesliga Report 2010-2014

Gleiches spiegelt sich, mit Ausnahme der Saison 2009/10, in der Gewinnentwicklung der Bundesliga, der Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben, wider. 2012/13 konnte der zweithöchste Gewinn nach Steuern in der Bundesligageschichte in Höhe von 62,64 Mio. € erzielt werden, wobei zwölf der achtzehn, somit zwei Drittel der Vereine ein positives Ergebnis verbuchen konnten.13 Lediglich in der Saison 2006/07 wurde ein deutlich höherer Gewinn von 108,91 Mio. € erzielt. Folglich konnten die Vereine ihr Eigenkapital aufstocken.

Die Bundesliga ist auf dem Weg nach oben, in finanzieller, aber auch in sportlicher Hinsicht. Spätestens seit dem deutschen Champions League Finale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München sollte man den deutschen Fußball mit auf dem Zettel haben.

2. Internationaler Vergleich

Wie bereits angedeutet, hat sich die deutsche Fußballbundesliga einen etablierten Platz im Vergleich zu den anderen Top Fußballligen aufgrund einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung erarbeitet. Dies lässt sich anhand der längerfristigen Entwicklung des Umsatzes14 im Vergleich zu den weiteren vier TOP 5 europäischen Ligen15 verdeutlichen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

* Inklusive Transfererlöse

Quelle: Deloitte/DFL

Gesamt betrachtet erzielten die „Europäischen TOP 5“ knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes des europäischen Fußballmarktes.16 Die Bundesliga sticht dabei als profitabelste Liga unter „Europas Großen“ heraus. „Neben kontinuierlich steigenden Umsatzerlösen basiert die Profitabilität der Bundesliga auf im internationalen Vergleich niedrigen operativen Kosten“.17

In punkto Umsatz scheint die Premier League meilenweit voraus, was sich in naher Zukunft allem Anschein nach auch erst einmal nicht ändern wird. Vergleicht man den aktuellen Umsatz mit dem der Premier League, so klafft hier ein Unterschied von grob aufgerundet fast einer Milliarde €. Die Prognose des Umsatzes der Premier League für 2012/13 liegt bei etwa drei Mrd. €, während die Bundesliga 2012/13 einen Umsatz von 2,17 Mrd € erzielen konnte. „Die Bundesliga ist auf dem Weg, die starke Position hinter der Premier League weiter auszubauen. Dennoch ist die Premier League Lichtjahre entfernt in den nächsten Jahren nicht einholbar, da die englischen Klubs mit Sicherheit die Drei-Milliarden-Grenze in 2012/13 erreicht haben werden.“18 Blickt man in der oberen Grafik „Umsatzentwicklung der TOP 5“ mehrere Jahre zurück, so konnte sich die Premier League in der Tat in den Jahren um die Jahrtausendwende herum deutlich von den anderen Ligen absetzten. Die Saison 2006/07 ist nur ein weiterer Beleg für die unglaubliche Dominanz der Premier League gegenüber anderen

Ligen. So wies die Premier League einen Umsatz von 2,27 Mrd. € auf, bereits hier geringfügig höher als der aktuelle Umsatz der Bundesliga in 2012/13. Die Bundesliga scheint sechs Jahre hinterher zu hängen, dennoch sind die Weichen weiterhin auf Wachstum gestellt, was der Vergleich der letzten fünf Jahre nochmals belegt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Vergleich zu den anderen TOP 5 Ligen zeigt der Trend der Bundesliga deutlicher nach oben.19 Einnahmen der französischen Ligue 1 sowie der Serie A scheinen zu stagnieren. Nationale und vor allem internationale Medienverträge werden in den nächsten Jahren ein Wachstum der Einnahmen für die deutschen Vereine garantieren.20 Nach Hollasch hat der Imagegewinn durch “jüngste sportliche Erfolge der deutschen Spitzenklubs auf europäischer Ebene“ zu einer Steigerung des Auslandsvermarktungspotenzials der Bundesliga geführt.21 Eine erfolgreiche Auslandsvermarktung lässt sich entsprechend als nächster „essentieller Schritt“ für eine weiterhin positive, wirtschaftlich nachhaltige Entwicklung einordnen.

Musste sich die Bundesliga gegen Ende der 90er Jahre noch an vierter Position einsortieren, so peilte man ab Anfang des neuen Jahrtausends den Platz der umsatzstärksten Liga hinter der Premier League an. In den letzten Jahren schien nur die spanische Primera Division mit Mühe und Not mit der Bundesliga aufgrund der zwei finanzstärksten Klubs Europas, Real Madrid und FC Barcelona, mithalten zu können.

„Deloitte Money League“ gut darstellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle/Bild: Deloitte Football Money League 2014

Die Dominanz der zwei spanischen „Supermächte“ ist enorm, bei der selbst Triple-Gewinner Bayern München in 2012/13 nicht mithalten kann, sich dennoch stark annähert und Boden gut macht. Bezieht man folgende Grafik mit ein, fällt der deutliche Klassenunterschied zwischen den beiden spanischen Topteams im Vergleich zu den restlichen Vereinen auf.

Inklusive dem gerade so in die Top 20 gerutschten Atlético Madrid hat die Primera Division lediglich drei Vereine vorzuweisen und somit weniger als England, Italien und Deutschland. Rechnet man den Umsatz von Real Madrid und FC Barcelona zusammen, fällt auf, dass die Summe von einer Mrd. € deutlich mehr als 50% des Gesamtumsatzes der 20 Vereine der Primera Division ausmacht. In Deutschland war es bei Dortmund und München vergleichsweise nur ein Drittel. Die Bundesliga erscheint deutlich ausgeglichener, hinzukommend, dass in der Bundesliga „nur“ 18 Vereine spielen.

Die französische Ligue 1 hat im Vergleich zum Vorjahr nachgelassen und mit Marseille und Lyon zwei Vereine aus den Top 20 verloren. Lediglich Paris St. Germain vertritt Frankreich in den Top 20, immerhin an fünfter Stelle und macht mit geschätzten 25-33% einen Riesenanteil am Gesamtumsatz der Ligue 1 aus, so dass man trotz Rückstandes der Ligue 1 nicht von den Top 4, sondern immer noch von den Top 5 europäischen Ligen sprechen kann.

Auffallend ist ebenfalls, dass die italienische Serie A genauso wie Deutschland mit vier Vereinen unter den Top 20 vertreten ist, obwohl die Bundesliga Vereine einen um fast 300 Mio. € höheren Umsatz als die Serie A zu verbuchen hatte.22 Wiederum ein Beleg für deutlich ausgeglichenere Vereine der Bundesliga. Dies lässt sich jedoch anhand der folgenden Grafik aufgrund der unterschiedlichen Broadcastingverteilung in Italien im Vergleich zu Deutschland erklären:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle/Bild: Deloitte Football Money League 2014

Auffallend hierbei ist die gleichmäßige Einnahmeverteilung der Bundesliga Vereine im Vergleich zu den anderen Vereinen. Die Klubs der Serie A beziehen Einnahmen hauptsächlich durch TV-Gelder. Die Spieltagserlöse sind vergleichsweise extrem niedrig. Dies entsprich einer extrem großen Abhängigkeit, was entsprechende Nachteile mit sich ziehen kann. Die Ausgeglichenheit der Einnahmen bei den Bundesligavereinen bringt Vorteile mit sich und schützt vor dem Wegfall eines Einnahmesektors. Passend hierzu die „Leo Kirch Krise“23 in 2002 mit der Folge des Ausbleibens der Zahlung der TV-Rechte durch Premiere an die Bundesliga. Trotz ausgeglichener Einnahmen war dies für die Bundesliga nur schwer aufzufangen und führte dementsprechend zu Planungsunsicherheit und zur Einstellung von Investitionen der Vereine.24 Für die Serie A wäre ein Wegfall der Einnahmen aus den Übertragungsrechten fatal für die Vereine, weshalb die Serie A mit großer Wahrscheinlichkeit zu Grunde gehen würde. Bei einem relativ stabilen und ausgeglichenen „Einnahme-Mix“ wie in der Bundesliga können der Ausfall eines Einnahmesektors besser kompensiert werden als bei einer einseitigen Finanzierung wie in Italien.

Erwähnenswert auf der Ausgabenseite (siehe Grafik Bundesliga Aufwand) ist, dass die Kosten „Personal Spielbetrieb“ in der Bundesliga mit über 40% zwar den größten Posten ausmachen und sich im Verhältnis zum Gesamterlös eine Personalkostenquote von 39% ergibt, diese jedoch im internationalen Vergleich relativ gering ist.25

Der Anteil der Spielergehälter am Gesamterlös beträgt im internationalen Durchschnitt mit 65% rund zwei Drittel und liegt mit einer über 25% höheren Personalkostenquote deutlich über der der Bundesliga.26 Ein weiterer Beleg dafür, dass die Bundesliga in verschiedene Sektoren investiert, aber vor allem in eine wirtschaftlich nachhaltige Entwicklung. Wie bereits erwähnt, wären dies Investitionen in Stadien oder auch in Leistungszentren.27

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bundesliga zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor herangewachsen ist, der durch wohlbedachte Investitionen ein stetiges und gesundes Wachstum anstrebt. Aufgrund einer in etwa gleichmäßigen Entwicklung und Beachtung der verschiedensten Einnahmequellen bzw. Finanzierungsmöglichkeiten steht der Bundesliga eine erfolgreiche Zukunft bevor. Neben der steigenden Kommerzialisierung gilt es, Werte des Sports wie Fairness, Solidarität und Verantwortung aufrecht zu erhalten, um Traditionen, Kulturen, den Fußball als „Spiel an sich“ zu bewahren.28

III. Untersuchungsfeld: Vereine

1. Auswahl und Bedeutung

Durch die bewusste Auswahl fünf traditioneller Bundesligavereine wie FC Bayern München, Borussia Dortmund, FC Schalke 04, Hertha BSC und Eintracht Frankfurt lässt sich ein gegenseitiger, nationaler und internationaler Vergleich gut darstellen. Aufgrund der Ausgliederung des Profibereichs im Fußball der genannten Vereine, obliegt die Möglichkeit der Analyse der Entwicklung der wichtigsten wirtschaftlichen Zahlen in den durch die Vereine veröffentlichten Geschäftsberichten. Insofern eine Zusammensetzung der Zahlen angegeben ist, lassen sich, anders als bei anderen Bundesligavereinen, bei denen die Zahlen meist in den Bilanzen des e.V. mit einberechnet sind, die Entwicklungen gut darstellen und interpretieren.

Um beispielhafte Unterschiede in Entwicklung und Potenzialen aufzuzeigen, haben wir bewusst Vereine mit voneinander abweichenden Entwicklungen ausgewählt. Somit haben wir uns mit Bayern München für den „Primus der Bundesliga“ entschieden, der in punkto Finanzen mögliche Optimierungen für die verbliebenen Vereine aufzeigen soll. Desweiteren haben wir mit Schalke und Dortmund zwei rivalisierende Nachbarvereine ausgewählt, die in der „wirtschaftlichen Rangliste“ auf München, jedoch mit Abstand, folgen. Der seit kurzem rasante Anstieg der Dortmunder kann im Vergleich mit den Schalkern, die sich seit kurzem hinter Dortmund einordnen müssen, auch für andere bzw. kleinere Vereine neue und interessante Potenziale aufzeigen. Als solche Vereine haben sich der „Hauptstadtverein Berlin“ und der „Finanzstadtverein Frankfurt“ als sehr passend empfohlen. Beide Vereine weisen aufgrund der genannten Städte enorme Potenziale bspw. in punkto Sponsoren, Zuschauer und vor allem Infrastruktur auf, die bisher „aus unerklärlichem Gründen“ nicht voll ausgenutzt werden. Hinzu kommt, dass beide genannten Vereine in der betrachteten Periode zweimal bzw. einmal den Gang in die 2.Bundesliga gehen mussten, was zu deutlichen Rückschritten der Entwicklung geführt hat.

Die folgende Grafik soll die angedeuteten Unterschiede der genannten Vereine aufzeigen. Durch einen etwaigen Vergleich zum Durchschnitt, der in der jeweils betrachteten Saison in der 1.Bundesliga spielenden 18 Mannschaften, soll eine Einordnung in den oberen, mittleren und unteren Teil des Umsatzrankings ermöglicht werden.

Übersicht: Umsatzentwicklung in Mio. € im Vergleich zum Bundesligaschnitt29

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie aus der Grafik gut ersichtlich haben mit München und Dortmund zwei Mannschaften in den letzten Jahren eine enorme positive Entwicklung und mit Schalke, Berlin und Frankfurt drei Mannschaften eine teilweise stagnierende bzw. leicht negative Entwicklung vorzuweisen. Diese uns unterschiedlich vorliegenden Entwicklungen ermöglichen eine Herangehensweise der Analyse aus verschiedenen Perspektiven.

Zusammenfassend versuchen wir die Entwicklung soweit wie möglich zu analysieren, um eventuelle Handlungsempfehlungen abzuleiten, insofern in den bestimmten Sektoren noch Potenzial für ein Wachstum besteht. Durch den nationalen und internationalen Vergleich mit anderen Vereinen lassen sich Nachholbedarf und Optimierungsansätze in den vergleichsweise schwächeren Einnahmefeldern der betrachteten Vereine aufzeigen.

2. Rechtliche Struktur und Rahmenvoraussetzungen

Bei der Entscheidung für eine Rechtsform sind die verschiedensten Gründe, insbesondere haftungs- und steuerrechtliche Aspekte sowie die Frage, inwieweit die einzelnen Rechtsformen für die Aufnahme externer Beteiligungspartner und Finanzierungen offen sind, maßgeblich.30

Die verbandsrechtlichen Grundlagen für eine Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung auf eigenständige Gesellschaften hat der DFB durch Änderung der Satzung am 24.10.1998 geschaffen.31 Bis dahin wurden lediglich eingetragene Vereine berechtigt am Fußballspielbetrieb teilnehmen zu können. Hintergrund war, inwiefern aus haftungs- und steuerrechtlichen Gründen und in Anbetracht der hohen Umsätze andere Rechtsformen als diejenige einer Abteilung eines gemeinnützigen Vereins anbietet.32

Ursprünglich waren die Vereine der Bundesliga als eingetragener Verein (e.V.) formiert. Heute allerdings sind nur noch wenige Vereine als klassischer Verein strukturiert. Die meisten Vereine haben ihre Lizenzspielerabteilung aus dem e.V. ausgegliedert.

Ursprünglich dienten die Lizenzspielerabteilungen als untergeordnete wirtschaftliche Geschäftsbetriebe, im Übrigen wurde der e.V. als gemeinnütziger Idealverein geführt.33 Das Idealbild des Profifußballs, der als Nebenzweck in den Verein eingegliedert ist und dessen Erträge zur Finanzierung des Hauptzwecks verwendet werden, entspricht aufgrund der enormen Wirtschaftlichkeit der Vereine nicht mehr der Realität.34

Bei einem Großteil der Vereine in der Bundesliga wurde deswegen die Fußballabteilung oder zu mindestens einzelne Geschäftsbereiche aus dem Verein ausgegliedert.

Um die dominierende Stellung der Vereine zu sichern und eine Fremdbestimmung des sportlichen Wettbewerbs zu vermeiden, wurde die sogenannte „50+1“ Regel eingeführt.35 In § 16c II DFB Satzung heißt es: „Eine Kapitalgesellschaft kann nur eine Lizenz für die Lizenzligen und damit die Mitgliedschaft im Ligaverband erwerben, wenn ein Verein mehrheitlich an ihr beteiligt ist, der über eine eigene Fußballabteilung verfügt und der im Zeitpunkt, in dem sie sich erstmals für eine Lizenz bewirbt, sportlich für die Teilnahme an einer Lizenzliga qualifiziert ist. Der Verein („Mutterverein“) ist an der Gesellschaft mehrheitlich beteiligt („Tochtergesellschaft“), wenn er über 50 % der Stimmenanteile zuzüglich mindestens eines weiteren Stimmenanteils in der Versammlung der Anteilseigner verfügt.“

Eine Ausnahme gilt dann, wenn der Verein für eine Ausgliederung seiner Lizenzspielerabteilung die Form der KGaA gewählt hat. Ebenfalls in § 16c II DFB Satzung heißt es:

„Bei der Kommanditgesellschaft auf Aktien muss der Mutterverein oder eine von ihm zu 100 % beherrschte Tochter die Stellung des Komplementärs haben. In diesem Fall genügt ein Stimmenanteil des Muttervereins von weniger als 50 %, wenn auf andere Weise sichergestellt ist, dass er eine vergleichbare Stellung hat, wie ein an der Tochtergesellschaft mehrheitlich beteiligter Gesellschafter. Dies setzt insbesondere vor- aus, dass dem Komplementär die kraft Gesetzes eingeräumte Vertretungs- und Geschäftsführungsbefugnis uneingeschränkt zusteht.“

Die Rechtsform der KGaA ermöglicht es den Vereinen, den Vorgaben des DFB zur Verhinderung der Dominanz dritter Anteilseigner Rechnung zu tragen, ohne zugleich Einschränkungen bei der Aufnahme externer Partner und der Einwerbung externen Kapitals in Kauf nehmen zu müssen.36

Eine Ausnahme vom Erfordernis einer mehrheitlichen Beteiligung des Muttervereins ist nur in Fällen möglich, in „denen ein Wirtschaftsunternehmen seit mehr als 20 Jahren vor dem 1.1.1999 den Fußballsport des Muttervereins ununterbrochen und erheblich gefördert hat“ und das Präsidium des DFB auf Antrag des Ligaverbandes entschieden hat (§ 16c II Satzung DFB am Ende).37

Die Vereine in der Bundesliga und die hier untersuchten Vereine haben dabei die unterschiedlichsten Möglichkeiten der Ausgliederung und Rechtsformwahlen je nach ihren individuellen Bedürfnissen genutzt.

a) Bayern München

Bayern München ist als Aktiengesellschaft (AG) organisiert und gliederte damit die Fußballabteilung und weitere Bereiche aus dem e.V. aus.

Exkurs: Die Aktiengesellschaft (AG) im Fußball

Die AG ist eine juristische Person und als solche Trägerin von Rechten und Pflichten.38 Ihre Aktionäre haften dabei nicht für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft, vielmehr stehen den Gläubigern der AG als Haftungsmasse das Gesellschaftsvermögen zur Verfügung (§ 1 I 2 AktG). Im Vergleich zu anderen Rechtsformen ist der Börsenhandel zugelassen, womit von einem großen Kreis von Anlegern große Kapitalbeträge eingesammelt werden können.39 Die Beteiligung der Aktionäre am Gewinn der AG richtet sich nach ihren Anteilen am Grundkapital, wobei die Satzung eine andere Art der Gewinnverteilung vorsehen kann (§ 60 I,3 AktG). Organe einer AG sind der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Hauptversammlung. Die ordentliche Hauptversammlung findet dabei mindestens einmal jährlich statt (§ 120 I 1 AktG). Stimmberechtigte Teilnehmer der Hauptversammlung sind dabei alle Halter von Stammaktien eines Unternehmens.40

Bei Bayern München besteht die Hauptversammlung also aus den Anteilseignern bzw. dessen Vertretern (FC Bayern München e.V., Audi AG, Allianz AG und der Adidas AG). Durch die Hauptversammlung übt der e.V. insbesondere sein Stimm-, Auskunfts- und Rederecht aus. Wesentliche Aufgabe der Hauptversammlung ist die Wahl der Aufsichtsratsmitglieder, die Verwendung des Bilanzgewinns, die Entlastung der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat, die Bestellung des Abschlussprüfers, Satzungsänderungen, Kapitalmaßnahmen und andere Strukturveränderungen (§ 119 I AktG). Der Einfluss des e.V. auf die Fußballabteilung bleibt also gewahrt.

Die Geschäftsführung einer AG liegt beim Vorstand, wobei er ausdrücklich nicht an Weisungen anderer Gesellschaftsorgane gebunden ist, gewählt wird er vom Aufsichtsrat (§§76 I, 84 I AktG). Bei Bayern München sitzen derzeit fünf Mitglieder im Vorstand, denen jeweils besondere Bereiche zugewiesen sind (siehe Abbildung unten).

Der Aufsichtsrat wird von der Hauptversammlung gewählt (§ 95 AktG). Wesentliche Aufgabe ist die Überwachung des Vorstandes, die durch umfangreiche Informations- und Einsichtsrechte sowie Berichtspflichten des Vorstandes gesichert werden (§ 111 AktG). Im Aufsichtsrat sind, wie auch bei Bayern München, meistens Vertreter der Anteilseigner vertreten.

Organigramm: Bayern München41

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die FC Bayern München AG ist das Mutterunternehmen des Konzerns.42 Neben dem Mutterunternehmen gibt es noch weitere Tochterunternehmen die sich um bestimmte Geschäftsfelder kümmern. Bei den Bayern München sind dies die „Allianz Arena München Stadion GmbH“, die „Allianz Arena Payment GmbH“ und die „Arena Stadion Beteiligungs GmbH & Co. KG“.43 Der Konzern betreibt insgesamt die zwei Geschäftsfelder „Fußball“ und „Allianz Arena“, welche auch rechtlich auf die Gesellschaften FC Bayern München AG und Allianz Arena München Stadion GmbH/Allianz Arena Payment GmbH aufgeteilt sind.44 Die Anteile an den Tochterunternehmen liegen mit Ausnahme der Allianz Arena Stadion GmbH zu 100% bei der Bayern München AG.

Das Grundkapital des Konzerns ist dabei in 27,5 Mio. Stückaktien aufgeteilt, die zum einen von dem FC Bayern München e. V. (75%) und auf der anderen Seite zu je 8,33% von der Adidas AG, der Audi AG und der Allianz AG gehalten werden.45

Die Bayern München AG besteht zum einen aus einem fünfköpfigen Vorstand, der die Verantwortung über die einzelnen Abteilungen der AG innehat. Außerdem berät und berichtet er an den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat besteht aus neun Personen, darunter auch Vertreter der Hauptsponsoren bzw. Teilhaber der Audi AG, Adidas AG und Telekom AG. Der Aufsichtsrat wählt den Vorstand und kann diesen auch abberufen.

Die Aufgabe der Bayern München AG liegt „in der Unterhaltung von Fußball-Mannschaften sowie deren Vermarktung auf allen zur Verfügung stehenden Märkten, der Verwertung eigener Rechte und dem Handel mit Produkten aus dem Bereich der Marke FC Bayern einschließlich aller gängigen Formen des Merchandisings”.46

Die Allianz Arena München Stadion GmbH hingegen betreibt und vermarktet die Allianz Arena als Fußballstadion in München.47 Das Stadion wird dabei vom FC Bayern selbst als auch vom TSV 1860 München entgeltlich zur Veranstaltung von Fußballspielen genutzt.48 Außerdem wird das Stadion Dritten (u.a. DFB, DFL, UEFA) zur Ausrichtung von Länderspielen, Liga-Pokal-Spielen, Finalspielen etc. angeboten.49 An Nichtspieltagen vermarktet die Gesellschaft gemeinsam mit Vertragspartnern das Stadion durch Ausrichtungen von Veranstaltungen (Events) oder Führungen durch das Stadion.50

Gegenstand der Allianz Arena Payment GmbH ist die Ausgabe einer elektronischen Karte in Form einer Pre-Paid-Card zum Kauf von Waren und Dienstleistungen in der Allianz Arena sowie die operative Abwicklung des computergestützten Terminalsystems und des Zahlungsverkehrs.51 Sie ist dabei ausschließlich als Dienstleistungsunternehmen für die Allianz Arena München Stadion GmbH tätig.52

Zweck der Arena Stadion Beteiligungs GmbH & Co. KG ist ausschließlich das Halten einer Beteiligung in der Höhe von 5,1 % an der Allianz Arena München Stadion GmbH.53

b) Eintracht Frankfurt

Auch Eintracht Frankfurt ist als AG organisiert. Der Eintracht Frankfurt e.V. hält dabei 67,9%, weitere Anteilseigner sind die Steubing AG (3,6%) und die Freunde der Eintracht Frankfurt AG (28,5%). Von der Struktur ist Eintracht Frankfurt demnach wie Bayern München aufgebaut bestehend aus Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung.

Organigramm Eintracht Frankfurt54

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Unterschiede gibt es allerdings bei den Tochterunternehmen und deren Anteile. Zum einen gibt es die Eintracht Frankfurt Museum gGmbH, bei der zu je 50% der e.V. und die AG beteiligt ist. Die gemeinnützige Gesellschaft hat sich die Förderung kultureller Zwecke und die Bewahrung des Bewusstseins der Geschichte des Vereins sowie der Frankfurter und hessischen Sportgeschichte mittels Aufbau, Betrieb und Unterhalt eines Museums zur Aufgabe gemacht.55

Die Eintracht Frankfurt ProSports GmbH, als 100%ige Tochter des e.V., hat ein weltweites uneingeschränktes Nutzungsrecht am Namen, an der Marke, an den Kurzbezeichnungen, Emblemen und Prädikaten von „Eintracht Frankfurt“.56 Zu Ihren primären Aufgaben gehört die Durchführung von Vermarktungs-, Verwaltungs-, Veranstaltungs-und Dienstleistungsgeschäften, vorwiegend für Eintracht Frankfurt e.V., sowie die PR- und Öffentlichkeitsarbeit für den Gesamtverein.57

Die Aufgabe der Eintracht Frankfurt Liegenschaftsverwaltung GmbH, als 100%ige Tochter des e.V., besteht in der Verwaltung der bestehenden und zukünftig hinzukommenden Liegenschaften von Eintracht Frankfurt e. V. und in der Erbringung aller Dienstleistungen, die zur ordnungsgemäßen Verwaltung der Liegenschaften erforderlich sind.58

Insgesamt hat der e.V. zwar weniger Anteile an der AG als Bayern München, der Einfluss auf die Tochterunternehmen ist dagegen höher.

c) Borussia Dortmund

Eine andere Rechtsform wählte Borussia Dortmund. Der Borussia Dortmund e.V. gliederte 2000 den Lizenzspielerbereich auf die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA mit anschließendem Börsengang aus.59 Im Gegensatz zu der Bayern München und Eintracht Frankfurt AG können Anteile direkt über die Börse erworben werden und stehen damit einem breiten Publikum zur Verfügung.

Exkurs: Die GmbH & KGaA im Fußball

Bei der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft, an der neben den Aktionären mindestens ein persönlich haftender Gesellschafter beteiligt ist (§ 278 I AktG). Im Gegensatz zur AG hat die KGaA zwei Arten von Gesellschaftern: Kommanditaktionäre, die am Grundkapital beteiligt sind und für die Gesellschaftsverbindlichkeiten nicht persönlich haften und einen Komplementär der den Gläubigern der Gesellschaft unmittelbar, unbeschränkt und persönlich haftet (§§ 278 I 1,2 AktG i.V.m §§ 161 II, 128 ff. HGB). Kommanditaktionäre bei Borussia Dortmund ist zunächst der e.V. (7,2%) und „Großaktionär“ Bernd Geske (11,87%), der auch im Aufsichtsrat vertreten ist. Der Rest befindet sich im Streubesitz. Persönlich haftender Gesellschafter ist dann die GmbH, deren Anteile zu 100% vom Verein gehalten werden. Bei Borussia Dortmund ist dies die Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH. Die Anteilsinhaberschaft an der GmbH und deren Stellung innerhalb der KGaA vermitteln so dem Verein die Möglichkeit der direkten Einflussnahme auf die ausgegliederte Fußballabteilung, gleichzeitig wird die persönliche Haftung auf die Geschäftsführungs-GmbH zu übertragen.60 Geschäftsführungs- und Vertretungsorgan der GmbH & KGaA ist die Geschäftsführungs-GmbH.61

Wie bei der AG gibt es eine Hauptversammlung, einen Vorstand und einen Aufsichtsrat. Im Gegensatz zu der AG besteht die Hautversammlung bei börsennotierter GmbH & Co. KGaA durch die hohe Anzahl der Anteilseignern aus wesentlich mehr Personen.

Organigramm Borussia Dortmund62

Wie die Bayern München AG und Eintracht Frankfurt AG hat auch die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA verschiedene Tochterunternehmen, die unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen.

Die Sports & Bytes GmbH ist für das eigene TV-Angebot BVB total! zuständig.63 Durch die BVB Merchandising GmbH wurde der Merchandising Bereich ausgegliedert.64 Genauere Angaben über die Aufgabenbereiche der BVB Stadionmanagement GmbH, der besttravel gemacht.

d) Hertha BSC

Hertha BSC hat seinen Lizenzspielerbereich, wie Borussia Dortmund, in eine GmbH & Co. KGaA ausgegliedert. Im Gegensatz zu den Dortmundern sind die Berliner aber nicht börsennotiert.

Organigramm Hertha BSC65

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Durch die nicht vorhandene Börsennotierung befinden sich im Vergleich zu den Dortmundern deutlich mehr Anteile beim e.V. (90,3%). Die restlichen 9,7% befinden sich beim Finanzinvestor KKR, der auch im Aufsichtsrat vertreten ist. Die weitere Struktur ist die der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA im Wesentlichen gleich.

Bei den Tochterunternehmen hat Hertha BSC seine Markenrechte „Hertha BSC" für Werbe- und Merchandisingzwecke in die Hertha BSC Rechte GmbH & Co. KG ausgegliedert66. Zu den Aufgaben den Hertha BSC Lizenz GmbH, der Hertha BSC Transfer GmbH & Co. KG Geschäftsbericht.

e) Schalke 04

Anders als die anderen Verein ist Schalke 04 im Grundsatz weiterhin als e.V. strukturiert, allerdings wurden einige Bereiche aus dem Verein ausgegliedert.

Organigramm Schalke 0467

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Organe von Schalke 04 sind im Wesentlichen identisch mit denen der anderen Vereine. Die Mitgliederversammlung entspricht der Hauptversammlung, es gibt außerdem Vorstand und Aufsichtsrat.

Der Schalke 04 e.V. hat eine zahleiche Anzahl von Tochterunternehmen.

[...]


1 Kracht, Fußball-Bundesliga: Die Gründerjahre 1963-1971, 14.11.2011, abrufbar unter: http://www.planet- wissen.de/sport_freizeit/ballsport/fussball_bundesliga_gruenderjahre/index.jsp

2 Kracht, Fußball-Bundesliga: Die Gründerjahre 1963-1971, 14.11.2011, abrufbar unter: http://www.planet- wissen.de/sport_freizeit/ballsport/fussball_bundesliga_gruenderjahre/index.jsp

3 DFL, Bundesliga Report 2014

4 Kracht, Fußball-Bundesliga: Die Gründerjahre 1963-1971, 14.11.2011, abrufbar unter: http://www.planet- wissen.de/sport_freizeit/ballsport/fussball_bundesliga_gruenderjahre/index.jsp

5 DFL, Bundesliga Report 2014

6 Bundesliga Report 2014, S.3 Entwicklung des Umsatzes der letzten 10 Jahre

7 Milliardengeschäft: Fußball-Bundesliga setzt Rekordsumme um, DFL-Vorsitzender der Geschäftsführung Christian Seifert bei der Veröffentlichung des Bundesliga Reports 2014, 28.01.2014, abrufbar unter: http://www.spiegel.de/sport/fussball/2-17-milliarden-euro- fussball-bundesliga-setzt-rekordsumme-um-a-946005.html

8 Deloitte Football Money League 2014, S.8

9 DFL, Bundesliga Report 2014, S.26

10 Siehe ausführlich S.95ff.

11 DFL, Bundesliga Report 2014, S. 7 Einstellung der DFL gegenüber der Einführung des Financial Fairplays der UEFA

12 DFL, Bundesliga Report 2014, Bilanz S.24 ff.

13 DFL, Bundesliga Report 2014, S. 28 Anzahl Clubs mit positivem Ergebnis

14 Transfererlöse wurden hier nicht mit einberechnet

15 TOP 5: Premier League in England, Bundesliga in Deutschland, Primera Division in Spanien, Serie A in Italien, Ligue 1 in Frankreich

16 Goal.com, Studie: Bundesliga bleibt profitabelste Liga - Premier League beim Umsatz vorne, 06.06.2013, abrufbar unter: http://www.goal.com/de/news/827/bundesliga/2013/06/06/4029523/studie-bundesliga-bleibt-profitabelste-liga-premier-league

17 Hollasch, Leiter Sport Business Group Deloitte Deutschland, über das operative Ergebnis der Bundesliga im Vergleich zu den TOP 5, Bundesliga auch wirtschaftlich auf Erfolgskurs, 06.06.2013, abrufbar unter: http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/1-9- milliarden-euro-gesamtumsatz-bundesliga-auch-wirtschaftlich-auf-erfolgskurs-12212032.html

18 Einschätzung der aktuellen Situation der Bundesliga durch den Vorsitzenden der DFL-Geschäftsführung Christian Seifert bei der Vorstellung des „Bundesliga-Reports 2014“ am 28.01.2014 in Frankfurt am Main, DFL präsentiert Bundesliga Report 2014: Neunte Umsatzsteigerung in Folge auf 2,17 Mrd. Euro, 28.01.2014, abrufbar unter: http://www.bundesliga.de/de/liga/news/2013/dfl-praesentiert- bundesliga-report-2014-neunte-umsatzsteigerung-in-folge-auf-2-17-mrd--euro.php

19 RP-Online: Die Umsatz-Entwicklung in Europas Top-Ligen, abrufbar unter: http://www.rp-online.de/sport/fussball/international/die- umsatz-entwicklung-in-europas-top-ligen-bid-1.1511900

20 Mies, Bundesliga - DFL vermeldet erneut Rekordumsatz, 28.01.2014, abrufbar unter: http://de.eurosport.yahoo.com/news/bundesliga-dfl- vermeldet-erneut-rekordumsatz-171545164--sow.html

21 Goal.com Studie: Bundesliga bleibt profitabelste Liga - Premier League beim Umsatz vorne, 06.06.2013, abrufbar unter: http://www.goal.com/de/news/827/bundesliga/2013/06/06/4029523/studie-bundesliga-bleibt-profitabelste-liga-premier-league Folgend lässt sich die Dominanz einzelner Vereine anhand des alljährlichen Rankings der

22 S. Umsatzentwicklung TOP 5 in Mio. €

23 Die KrichGruppe beantragte im April 2002 Insolvenz, die Übertragungsrechte verbunden mit wichtigen Einnahmen für die Fußball Bundesliga waren direkt miteinbezogen, Chronologie: Die wichtigsten Etappen der Kirch-Krise, 04.04.2002, abrufbar unter: http://www.spiegel.de/wirtschaft/chronologie-die-wichtigsten-etappen-der-kirch-krise-a-190236.html

24 Bossmann, Berries & Gartenschläger, Lars, Kirch-Krise lähmt Bundesliga, 08.04.2002, abrufbar unter: http://www.welt.de/print- welt/article382984/Kirch-Krise-laehmt-die-Bundesliga.html

25 DFL, Bundesligareport 2014, S.7, S.27-29

26 UEFA-Benchmarking Report 2013-14

27 DFL, Bundesliga Report 2014, S.9

28 Vöpel, Wirtschaftsmacht Bundesliga, 24.06.2013, abrufbar unter:http://www.bpb.de/apuz/163808/wirtschaftsmacht-bundesliga?p=all

29 Geschäftsbericht 2008/09-2012/13, DFL, Bundesliga Report 2010-2014 / *Vereine mit jährlicher Bilanzierung

30 Stopper/Lentze, Handbuch Fußball-Recht, S.801

31 Stopper/Lentze, Handbuch Fußball-Recht, S.801

32 Stopper/Lentze, Handbuch Fußball-Recht, S.801

33 Stopper/Lentze, Handbuch Fußball-Recht, S.795

34 Stopper/Lentze, Handbuch Fußball-Recht, S.795

35 Stopper/Lentze, Handbuch Fußball-Recht, S.802

36 Stopper/Lentze, Handbuch Fußball-Recht, S.803

37 Ausnahmeregelung von der Bayer Leverkusen und der VfL Wolfsburg Gebrauch gemacht haben

38 Stopper/Lentze, Handbuch Fußball-Recht, S.806

39 Stopper/Lentze, Handbuch Fußball-Recht, S.806

40 Stopper/Lentze, Handbuch Fußball-Recht, S.809

41 Basierend auf den Geschäftsberichten und Kicker-Online, „Ein großer Tag“: „Allianz“ steigt beim FC Bayern ein, 11.02.2014, abrufbar unter: http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/599343/artikel_ein-grosser-tag_allianz-steigt-beim-fc-bayern-ein.html

42 Geschäftsbericht Bayern München AG 2011/2012, S.2

43 Geschäftsbericht Bayern München AG 2011/2012, S.2

44 Geschäftsbericht Bayern München AG 2011/2012, S.2

45 Kicker-Online, „Ein großer Tag“: „Allianz“ steigt beim FC Bayern ein, 11.02.2014, abrufbar unter: http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/599343/artikel_ein-grosser-tag_allianz-steigt-beim-fc-bayern-ein.html

46 Geschäftsbericht Bayern München AG 2011/2012, S.2

47 Geschäftsbericht Bayern München AG 2011/2012, S.2

48 Geschäftsbericht Bayern München AG 2011/2012, S.2

49 Geschäftsbericht Bayern München AG 2011/2012, S.2

50 Geschäftsbericht Bayern München AG 2011/2012, S.2

51 Geschäftsbericht Bayern München AG 2011/2012, S.2

52 Geschäftsbericht Bayern München AG 2011/2012, S.2

53 Geschäftsbericht Bayern München AG 2011/2012, S.2

54 Basierend auf den Geschäftsberichten Eintracht Frankfurt Fußball AG 2012 und Eintracht-frankfurt.de, Gesellschaften des Vereins, abrufbar unter: http://www.eintracht-frankfurt.de/index.php?id=3510

55 Eintracht-frankfurt.de, Gesellschaften des Vereins, abrufbar unter: http://www.eintracht-frankfurt.de/index.php?id=3510

56 Eintracht-frankfurt.de, Gesellschaften des Vereins, abrufbar unter: http://www.eintracht-frankfurt.de/index.php?id=3510

57 Eintracht-frankfurt.de, Gesellschaften des Vereins, abrufbar unter: http://www.eintracht-frankfurt.de/index.php?id=3510

58 Eintracht-frankfurt.de, Gesellschaften des Vereins, abrufbar unter: http://www.eintracht-frankfurt.de/index.php?id=3510

59 Stopper/Lentze, Handbuch Fußball-Recht, S.796

60 Stopper/Lentze, Handbuch Fußball-Recht, S.816

61 Stopper/Lentze, Handbuch Fußball-Recht, S.816

62 Basierend auf den Geschäftsbericht Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA 2012/2013 und BVB.de, Borussia Dortmund vereinfacht Konzernstruktur, 27.11.2013, abrufbar unter: http://aktie.bvb.de/IR-News/Corporate-News/Borussia-Dortmund-vereinfacht-Konzernstruktur

63 Geschäftsbericht Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA 2012/2013, S.93

64 Geschäftsbericht Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA 2012/2013, S.127 dortmund GmbH und der Orthomed GmbH wurden in den Geschäftsberichten leider nicht

65 Basierend auf dem Geschäftsbericht Hertha BSC GmbH & Co. KGaA 2011/2012

66 Hertha BSC GmbH & Co. KGaA 2011/2012, S.8 und der Hertha BSC Infrastruktur GmbH gibt es keine näheren Erläuterungen im

67 Basierend auf dem Geschäftsbericht Konzern Schalke 04 2012

Excerpt out of 113 pages

Details

Title
Einnahmen der Bundesligavereine. Optimierungsmöglichkeiten und Handlungsempfehlungen
Subtitle
Am Beispiel von FC Bayern München, Borussia Dortmund, FC Schalke 04, Hertha BSC, Eintracht Frankfurt
College
Business and Information Technology School - The Entrepreneurial University Iserlohn
Grade
1,0
Authors
Year
2014
Pages
113
Catalog Number
V272767
ISBN (eBook)
9783656650768
ISBN (Book)
9783656650751
File size
2358 KB
Language
German
Tags
Fußball, Bundesliga, Einnahmen, Sportmanagement
Quote paper
LL.M. Max Randerath (Author)Maximilian Dapprich (Author), 2014, Einnahmen der Bundesligavereine. Optimierungsmöglichkeiten und Handlungsempfehlungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272767

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