Es gibt viele verschiedene Auslöser dafür, dass Unternehmen zunehmend
nicht mehr nur den Heimatmarkt bearbeiten, sondern ihre Aktivitäten auf
Auslandsmärkte ausweiten wollen. Die Bildung von großen Wirtschaftszonen,
wie z.B. des europäischen Binnenmarktes, dem Mercado de Común
del Sur (Mercosur), der South African Development Community (SADC)
oder der Association of South East Asian Nations (ASEAN) aber auch die
Deregulierung einzelner Wirtschaftszweige haben die Internationalisierung
der Unternehmen vorangetrieben. Aufgrund dieser fortschreitenden Internationalisierung
in der Wirtschaft sollten sich Unternehmen nicht mehr nur
auf den Heimatmarkt konzentrieren. Die Ausweitung der Unternehmenstätigkeit
auf ausländische Märkte hilft oft nicht nur die Existenz des eigenen
Unternehmens sicherzustellen, sondern auch das Gewinn- und Wachstumspotenzial
zu nutzen, das einem ausländische Märkte bieten können.
Um diese Potenziale nutzen zu können, ist eine gezielte Vorgehensweise
und das Treffen wichtiger Marketingentscheidungen auf Basis der zuvor
betriebenen Marktforschung zwingend notwendig.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung und –abgrenzung
3. Aufgaben der Marktforschung und Anforderungen an die Marktforschung
4. Arten der Informationsgewinnung
4.1. Primärforschung
4.2. Sekundärforschung
5. Art und Umfang des Informationsbedarfs
5.1. Globale Rahmenbedingungen
5.2. Branche und Wettbewerb
5.3. Unternehmensspezifische Faktoren
6. Probleme und Besonderheiten internationaler Marktforschung
7. Äquivalenzbedingungen
7.1. Äquivalenz der Untersuchungssachverhalte
7.2. Äquivalenz der Untersuchungsmethoden
7.3. Äquivalenz der Untersuchungseinheiten
7.4. Äquivalenz der Untersuchungssituationen und der -datenaufbereitungen
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Herausforderungen und Anforderungen der internationalen Marktforschung. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, warum eine systematische Informationsbeschaffung für den internationalen Markterfolg essenziell ist und welche methodischen Voraussetzungen – insbesondere das Konzept der Äquivalenz – erfüllt sein müssen, um valide und vergleichbare Ergebnisse über Ländergrenzen hinweg zu erzielen.
- Grundlagen der internationalen Marktforschung und Begriffsdefinition
- Methoden der Informationsgewinnung (Primär- vs. Sekundärforschung)
- Analyse des Informationsbedarfs in globalen Rahmenbedingungen
- Herausforderungen und Problematiken im internationalen Kontext
- Zentrale Bedeutung der Äquivalenzbedingungen für die Vergleichbarkeit von Daten
Auszug aus dem Buch
7.1. Äquivalenz der Untersuchungssachverhalte
Die Äquivalenz der Untersuchungssachverhalte, die erste der fünf Bedingungen, wird nochmals unterteilt in funktionale Äquivalenz, konzeptionelle Äquivalenz und kategoriale Äquivalenz. Die funktionale Äquivalenz ist gegeben, wenn die Produkte in den relevanten Ländern die gleiche bzw. eine ähnliche Funktion erfüllen. Funktionale Äquivalenz fehlt z.B. bei einer heißen Schokolade, die in den Vereinigten Staaten von Amerika ein Abendgetränk darstellt, während es in Südamerika morgens konsumiert wird. Die konzeptionelle Äquivalenz beschäftigt sich im Gegensatz zu der funktionalen Äquivalenz nicht speziell mit dem Produkt oder dessen Funktion, sondern mit der Auslegung von Objekten, Verhaltensmustern und Einstellungen, die von Kultur zu Kultur stark variieren können. Konzeptionelle Äquivalenz ist nicht gegeben, wenn z.B. eine Frage in unterschiedlichen Kulturen das Zielkonstrukt ungleich repräsentiert. Als Beispiel sei hier das Konstrukt der emotionalen Verbundenheit von Eltern mit ihrem Kind genannt. Die Antwort auf die Frage, ob und wie oft Eltern ihr Kind in den Arm nehmen, kann in diesem Fall keine ausreichende Beantwortung der Frage nach der Verbundenheit der Eltern mit ihrem Kind geben, da eben diese Verbundenheit von Kultur zu Kultur unterschiedlich ausgedrückt wird. Als letzter Bereich der Äquivalenz der Untersuchungssachverhalte ist die kategoriale Äquivalenz zu nennen. Diese ist gegeben, wenn Produkte in den zu untersuchenden Ländern auch denselben Produktkategorien zugeordnet werden. Dies ist nicht immer zwangsläufig gegeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die zunehmende Internationalisierung von Unternehmen erfordert eine fundierte Marktforschung als Basis für strategische Entscheidungen auf Auslandsmärkten.
2. Begriffsbestimmung und –abgrenzung: Marktforschung wird als systematische Informationsbeschaffung und -auswertung definiert, die als Grundlage für das internationale Marketingmanagement dient.
3. Aufgaben der Marktforschung und Anforderungen an die Marktforschung: Das Kapitel erläutert die vier Aufgabenbereiche (Erkundung, Analyse, Beobachtung, Prognose) und betont die Notwendigkeit von Datenrelevanz, Genauigkeit und Aktualität.
4. Arten der Informationsgewinnung: Es wird zwischen der Primär- und Sekundärforschung unterschieden, wobei der erhöhte Aufwand und die Komplexität im internationalen Kontext hervorgehoben werden.
5. Art und Umfang des Informationsbedarfs: Diese Sektion analysiert die Analysefelder für den Informationsbedarf, unterteilt in globale Rahmenbedingungen, Branche und Wettbewerb sowie unternehmensspezifische Faktoren.
6. Probleme und Besonderheiten internationaler Marktforschung: Das Kapitel beleuchtet kulturelle, rechtliche und infrastrukturelle Hürden sowie sprachliche Probleme, die die internationale Marktforschung erschweren.
7. Äquivalenzbedingungen: Die Arbeit führt das essenzielle Konzept der Äquivalenz ein, um die internationale Vergleichbarkeit von Untersuchungssachverhalten, Methoden, Einheiten und Situationen sicherzustellen.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass die Herstellung von Äquivalenz die größte Herausforderung darstellt, jedoch für den Erfolg im internationalen Umfeld unerlässlich ist.
Schlüsselwörter
Internationale Marktforschung, Internationales Marketing, Marktanalyse, Primärforschung, Sekundärforschung, Äquivalenzbedingungen, Marktbeobachtung, Markterkundung, Globale Rahmenbedingungen, Wettbewerbsanalyse, Kulturelle Unterschiede, Datenauswertung, Marketingentscheidungen, Stichprobenbildung, Informationsbedarf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Besonderheiten und methodischen Herausforderungen, denen sich Unternehmen bei der Durchführung von Marktforschung auf internationalen Märkten gegenübersehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Informationsbeschaffung, die Analyse von Marktumfeldern und insbesondere das Konzept der Äquivalenz, welches die Vergleichbarkeit von internationalen Daten sicherstellt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Unternehmen fundierte und verlässliche Marketingentscheidungen für den Auslandseintritt treffen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse, die verschiedene Ansätze zur Marktforschung und Äquivalenzsicherung in einen systematischen Gesamtzusammenhang bringt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Arten der Informationsgewinnung, den Umfang des Informationsbedarfs, die spezifischen Probleme des internationalen Umfelds sowie die fünf Dimensionen der Äquivalenzbedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte umfassen Internationale Marktforschung, Äquivalenz, Informationsbedarf, Marktanalyse und kulturelle Rahmenbedingungen.
Warum ist die Unterscheidung zwischen funktionaler und konzeptioneller Äquivalenz so wichtig?
Diese Differenzierung ist notwendig, da Produkte in verschiedenen Ländern zwar die gleiche Funktion erfüllen können (funktionale Äquivalenz), jedoch kulturell unterschiedlich wahrgenommen oder interpretiert werden (konzeptionelle Äquivalenz), was die Vergleichbarkeit der Marktdaten beeinträchtigen kann.
Welche Rolle spielen kulturelle Faktoren bei der Datenerhebung?
Kulturelle Faktoren beeinflussen, wie Fragen verstanden werden, ob Personen überhaupt zu Auskünften bereit sind und welche Erhebungsmethoden in einem Land als angemessen oder höflich empfunden werden.
- Quote paper
- Nadine Hardt (Author), 2013, Besonderheiten internationaler Marktforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272773