In dieser Arbeit werde ich mich mit dem Zusammenhang von Kindern und Werbung beschäftigen. Gibt es einen Zusammenhang? Darf es überhaupt einen geben? Als Quellen verwende ich für meine Arbeit jegliche Art von Werbung. Bei dem Produkt Lego habe ich mich auf ein Prospekt und ein Plakat beschränkt.
In meiner Arbeit werde ich versuchen, das Verhältnis von Kindern und Werbung näher zu untersuchen. Die Werbung hat Zielgruppen, die gezielt durch Werbetechniken angesprochen werden. Gelten auch Kinder schon als Zielgruppe? Wenn ja, verwenden die Werbeleute spezielle Stilmittel für sie? Beschäftigen sie sich mit den Interessen der Kinder um sie direkt ansprechen zu können? Ist Werbung überhaupt ein Thema im Leben der Kinder? All dies sind Fragen, die ich versuchen möchte im Folgenden zu beantworten und so das Verhältnis von Kindern und Werbung zu charakterisieren.
Ich möchte aber auch noch eine andere Perspektive beleuchten, indem ich mich damit beschäftige, ob Kinder auch als Stilmittel benutzt werden? Wirbt man mit ihnen für Erwachsenenprodukte? Hierzu möchte ich auch auf rechtliche Dinge eingehen. Gibt es Gesetzte die Werbung für Kinder regeln? Hat die Werbung freie Hand bei der Gestaltung von Werbung oder gibt es Richtlinien, welche Sie einhalten müssen? Hiermit verbunden gibt es bestimmt auch Probleme bei der Werbung für und mit Kindern. Welche Kenntnisse gibt es über solche Probleme?
Abschließend möchte ich das Thema noch als Unterrichtsthema beurteilen. Ist es sinnvoll es im Unterricht zu bearbeiten? Hierfür möchte ich didaktische Vorteile suchen, warum Werbung in der Schule thematisiert werden sollte und welche Lernziele mit dem Thema verfolgt werden könnten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärungen
3. Rolle der Medien im Alltag
4. Kinder als Zielgruppe von Werbung
5. Probleme mit Kinderwerbung
6. Das Beispiel Lego
6.1. Die Lego Story
6.2. Analyse Lego Werbung
6.2.1. Lego-Prospekt
6.2.2. Lego-Plakat
6.2.3. Fazit
7. Werbung als Unterrichtsthema
8. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen Kindern und Werbung. Ziel ist es, zu analysieren, wie Werbestrategien auf diese Zielgruppe wirken, welche Risiken bestehen und wie Kinder durch pädagogische Ansätze eine kritische Medienkompetenz entwickeln können, um als mündige Verbraucher zu agieren.
- Die Rolle der Medien in der Lebenswelt von Kindern
- Die ökonomische Bedeutung von Kindern als Zielgruppe
- Ethische und rechtliche Problematiken bei der Kinderwerbung
- Analyse praktischer Beispiele (Lego)
- Werbung als didaktisches Thema im Unterricht
Auszug aus dem Buch
6.2.1. Lego-Prospekt
Bei dem mir vorliegendem Prospekt handelt es sich um den aktuellen Katalog Herbst/Winter 2010 des Herstellers Lego Deutschland/Schweiz/Österreich. Zu erhalten ist er in allen Spielzeugmärkten, die Lego führen und über die aktuelle Lego- Internetseite.
Inhaltlich ist das Prospekt mit nur wenig Text gestaltet, lediglich Inhaltsverzeichnis, kurze Produktbeschreibung und die Einleitung zu einem Produktthema sind in Worte gefasst. Hauptbestandteil sind Bilder von den aufgebauten Produkten, um die vielfältigen Möglichkeiten des Spielzeuges darzustellen. Die Bilder sorgen dafür, dass der Prospekt eine Explosion der Farben ist. Je bunter desto ansprechender für die Kinder. Auf den Bildern sind auch spielende Kinder zu entdecken (S.2, 10, etc.). Stellt sich die Frage, ob Lego die inoffiziellen Regeln der Werbung nicht bekannt sind oder eventuell auch einfach egal sind.
Die Regeln existieren um die Kinder zu schützen und sollen Beachtung finden. Besonderheiten in dem Prospekt sind vor allem die zusätzliche Werbung für den Lego-Club (Mitte). Geworben wird damit, dass der Club kostenlos ist, viele Vorteile bietet und einige lukrative Gewinnspiele angeboten werden. Außerdem wird das im Handel erhältliche Lego-Magazin beworben. Die „Wunderbare Welt“ des Lego im Internet (S.56) soll den Einblick des Prospektes noch vertiefen, ein Besuch wird sehr empfohlen. Genau wie ein Besuch im Lego-Land, der durch einen Gutschein über freien Eintritt noch interessanter gemacht wird.
Die Syntax des weinigen Textes ist sehr einfach und prägnant (parataktisch), damit sie für die Kinder verständlich sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema der Kinderwerbung ein, erläutert die Relevanz der Mediennutzung von Kindern und stellt die Forschungsfrage nach dem Verhältnis zwischen Werbemethoden und kindlicher Zielgruppe.
2. Begriffserklärungen: Hier werden zentrale Termini wie Werbung, Kinder, Werbekinder und Kinderwerbung definiert und die fünf grundlegenden Sozialtechniken der Werbepsychologie skizziert.
3. Rolle der Medien im Alltag: Dieses Kapitel beleuchtet den Einfluss von Fernsehen, Internet und Marken auf den Tagesablauf und das Konsumverhalten von Kindern.
4. Kinder als Zielgruppe von Werbung: Es wird analysiert, warum Kinder aufgrund von Taschengeld und indirekter Kaufbeeinflussung für Unternehmen eine lukrative und strategisch wichtige Zielgruppe darstellen.
5. Probleme mit Kinderwerbung: Dieses Kapitel behandelt ethische Bedenken, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die Schwierigkeit, eine heterogene Zielgruppe mit kindgerechten und glaubwürdigen Botschaften anzusprechen.
6. Das Beispiel Lego: Basierend auf der Unternehmensgeschichte wird aufgezeigt, wie durch eine gezielte Produkt- und Marketingstrategie verschiedene Zielgruppen bedient werden.
6.1. Die Lego Story: Ein Überblick über die Historie des Unternehmens vom Holzspielzeug zum modernen, weltweit agierenden Konzern.
6.2. Analyse Lego Werbung: Methodische Herangehensweise zur Untersuchung von Werbemitteln anhand formaler, inhaltlicher, wirtschaftlicher und pädagogischer Kriterien.
6.2.1. Lego-Prospekt: Die Untersuchung zeigt eine aggressive, auf Konsumdruck ausgelegte Werbestrategie, bei der Kinder aktiv als Kaufentscheider angesprochen werden.
6.2.2. Lego-Plakat: Im Gegensatz zum Prospekt zeichnet sich das Plakat durch eine neutrale, bildorientierte Gestaltung aus, die eher die kindliche Kreativität anregt.
6.2.3. Fazit: Zusammenfassende Gegenüberstellung der zwei unterschiedlichen Werbeansätze des Herstellers für dasselbe Produktsegment.
7. Werbung als Unterrichtsthema: Eine pädagogische Beurteilung, warum Werbung als Unterrichtsgegenstand zur Förderung von Konsumkritik und Medienkompetenz bei Schülern essenziell ist.
8. Schluss: Abschließende Reflexion über die Rolle von Kindern als Zielgruppe und das Fazit der Analyse, dass eine kritische Auseinandersetzung mit Werbung für Kinder unverzichtbar ist.
Schlüsselwörter
Kinderwerbung, Konsumverhalten, Werbestrategien, Medienkompetenz, Zielgruppe, Werbekinder, Marketing, Verbraucherbildung, Pädagogik, Konsumdruck, Spielwaren, Lego, Sozialtechniken, Medienkindheit, Werbekritik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung, wie Werbung Kinder gezielt als Zielgruppe anspricht und welche Auswirkungen dies auf deren Lebenswelt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verbindet medienpädagogische Aspekte mit psychologischen Werbetechniken und wirtschaftlichen Interessen von Unternehmen, insbesondere am Beispiel des Herstellers Lego.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, das Verhältnis zwischen Kindern und Werbung zu charakterisieren, dabei auftretende Probleme zu identifizieren und den Nutzen von Werbung als Unterrichtsthema an Schulen zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine analytische Untersuchung von Werbemitteln (Prospekt und Plakat) nach den vier Analysepunkten von Anna Elisabeth Mayer durchgeführt, ergänzt durch eine pädagogische Perspektive.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen zur Mediennutzung von Kindern, die Analyse von Werbetechniken für Kinder und eine vergleichende Fallstudie von Legowerbung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Kinderwerbung, Medienkompetenz, Konsumverhalten, Zielgruppenansprache und kritischer Verbraucherbildung.
Wie unterscheidet sich die Werbung im Lego-Prospekt vom Lego-Plakat?
Während der Prospekt klassische Sozialtechniken und Konsumdruck nutzt, wirkt das Plakat laut Autor eher neutral und fördert durch die bildhafte Darstellung die Phantasie der Kinder.
Warum hält der Autor Werbung als Unterrichtsthema für sinnvoll?
Der Autor argumentiert, dass eine Auseinandersetzung mit dem Thema Werbung Kindern dabei hilft, die Mechanismen von Konsum zu durchschauen und eine schützende, kritische Haltung als Verbraucher zu entwickeln.
- Quote paper
- Melanie Mertens (Author), 2010, Kinder und Werbung. Sind Kinder ein Stilmittel oder eine Zielgruppe der modernen Werbetechniken?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272827