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Pathologien der Aufklärung. Das Ende von Erkenntnis, Moral und Subjektivität

Titel: Pathologien der Aufklärung. Das Ende von Erkenntnis, Moral und Subjektivität

Hausarbeit , 2009 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Felix Mayer (Autor:in)

Philosophie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Dialektik der Aufklärung will „zum Verständnis (beitragen, d.A.) ..., daß die Ursache des Rückfalls von Aufklärung in Mythologie ... bei der in der Furcht vor der Wahrheit erstarrenden Aufklärung selbst zu suchen ist.“ Das dialektische an der Aufklärung ist, dass sie einerseits das Potenzial zur Befreiung des Menschen als selbstbestimmtes Individuum beinhaltet, andererseits aber „schon den Keim zu jenem Rückschritt (enthält, d.A.) ..., der heute überall sich ereignet“, des Rückfalls in die Barbarei, der konkret wird in der faschistischen Realität. Dialektisches Denken versucht Aufklärung als eine, beide Elemente enthaltende, widersprüchliche Geistesbewegung zu denken, damit aber Aufklärung zu retten. „Nimmt Aufklärung dieses rückläufige Moment nicht in sich auf, so besiegelt sie ihr eigenes Schicksal.“ Ihr rückläufiges Moment macht sich in drei Phänomenen bemerkbar, der Erkrankung von Erkenntnis, Moral und Subjektivität. Vernunft, einst das Vermögen, dem menschlichen Handeln Sinn und Zweck zu geben, ist nur noch Werkzeug von Herrschaft. Die faschistischen Herren gebrauchen sie um Wahrheit zu machen. Moral, die in der kantschen Philosophie die Autonomie des Individuums begründete, besteht nur noch in dem Zwang zum Konformismus an die durch Führerwillen und das Kollektiv legitimierten Verhaltensnormen. Subjektivität schließlich, welche die aufklärerische Befreiung von Heteronomie möglich machen sollte, geht als das Besondere völlig im Allgemeinen der beherrschten Gesellschaft unter. In der totalen Gesellschaft reicht Herrschaft bis in die Seelen der Beherrschten, sodass es zum Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft nicht mehr kommt, an dem das Individuum sich erst konstituierte. Diese Arbeit ist ein Versuch, die Erkrankung von Erkenntnis, Moral und Subjektivität zur Darstellung zu bringen. Ihre Aufgabe wird es sein, sie nicht als voneinander unabhängige Phänomene, sondern zusammen zu denken, als Momente der „Selbstzerstörung der Aufklärung“.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erkenntnis

3. Moral

4. Subjektivität

5. Konklusion

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die von Horkheimer und Adorno in der Dialektik der Aufklärung beschriebene Erkrankung von Erkenntnis, Moral und Subjektivität als Momente der Selbstzerstörung der Aufklärung im Kontext einer totalen, von Herrschaft geprägten Gesellschaft.

  • Die Dialektik zwischen Aufklärung und ihrem Rückfall in die Mythologie.
  • Die Objektivierung von Erkenntnis und deren Einordnung in herrschaftsrelevante Zwecke.
  • Die Auflösung moralischer Urteilskraft durch den Zwang zum Konformismus.
  • Die Entstellung des Individuums durch die Verleugnung der Natur im Menschen.
  • Das Potenzial und die Grenzen des kritischen Subjekts in einer Industriegesellschaft.

Auszug aus dem Buch

3. Moral

Moral ist die Utopie „einer Menschheit, die, selbst nicht mehr entstellt, der Entstellung nicht länger bedarf.“ (DA: 127) Sie ist utopisch, weil sie möglich wäre erst dann, wenn Vernunft und Herrschaft nicht länger identisch wären. Herrschaft ist die Realität. Sie besteht in der sich als objektiv gebärdenden Subjektivität. Das absolute und einzige Subjekt ist die Industriegesellschaft. Ihr Interesse ist Selbsterhalt. Rationalität ist ihr modus vivendi. Rational verfährt sie mit Arbeitern, Waren und Konsumenten. Den Beherrschten selbst wird Rationalität als Moral eingeprägt. Rational nimmt die Arbeiterin ihre Karrierechancen wahr, rational vergleicht sie die Preise der Discountsupermärkte, rational überlegt sie, wann sich eine „Babypause“ einschieben lasse, etc.

Rationalität aber enthält, entgegen ihrem Selbstverständnis als systematisch, einen Widerspruch in sich selbst, den schon Kant sah. Vernunft ist für Kant einerseits das „transzendentale überindividuelle Ich“ (DA: 90), die Instanz, die es den Einzelnen ermöglicht, ihr prinzipiell gemeinsames Interesse mit den Anderen zu erkennen, andererseits „die Instanz des kalkulierenden Denkens, das die Welt für die Zwecke der Selbsterhaltung zurichtet.“ (Ibid.) Der Widerspruch ist der zwischen Individuum und Gesellschaft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das dialektische Verständnis der Aufklärung ein, welche sowohl Befreiungspotenzial als auch den Keim zur Barbarei in sich trägt, und definiert das Ziel der Arbeit, die Erkrankung von Erkenntnis, Moral und Subjektivität darzustellen.

2. Erkenntnis: Dieses Kapitel analysiert, wie Erkenntnis durch ihre Objektivierung und den Ausschluss des subjektiven Moments ihre Fähigkeit zur Wahrheit verliert und zu einem bloßen Werkzeug der Naturbeherrschung und herrschenden Interessen wird.

3. Moral: Der Autor zeigt auf, wie moralisches Handeln in einer Industriegesellschaft durch Konformismus und den Zwang zur Selbsterhaltung ersetzt wird, wodurch die Moral als autonomes Urteilsvermögen des Subjekts zunehmend ausgehöhlt wird.

4. Subjektivität: Dieses Kapitel thematisiert die Liquidation des Subjekts durch die Verleugnung der Natur im Menschen und die daraus resultierende Integration des Individuums in das System der Herrschaft.

5. Konklusion: Das Schlusskapitel fasst zusammen, dass eine Rettung von Moral und Erkenntnis nur in einem herrschaftsfreien Diskurs möglich wäre, und ordnet die von Horkheimer und Adorno beschriebene Tendenz zur Abschaffung des Subjekts kritisch ein.

Schlüsselwörter

Dialektik der Aufklärung, Horkheimer, Adorno, Herrschaft, Erkenntnis, Moral, Subjektivität, Vernunft, Selbsterhalt, Objektivierung, Industriegesellschaft, Reflexion, Naturbeherrschung, Partikularismus, Emanzipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit setzt sich mit der Dialektik der Aufklärung von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno auseinander, um die strukturelle Erkrankung von Erkenntnis, Moral und Subjektivität in der modernen Gesellschaft zu beleuchten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Schwerpunkte sind die Transformation von Aufklärung in Mythologie, die Instrumentalisierung der Vernunft für Zwecke der Herrschaft und die schleichende Entfremdung des Individuums von seinem eigenen Urteilsvermögen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, Erkenntnis, Moral und Subjektivität nicht als isolierte Phänomene, sondern als zusammenhängende Momente einer fortschreitenden Selbstzerstörung der Aufklärung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen philosophisch-kritischen Ansatz, der sich eng an die dialektische Methode der Kritischen Theorie anlehnt, um die Widersprüche zwischen individuellem Anspruch und gesellschaftlicher Realität zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analysen von Erkenntnis, Moral und Subjektivität, wobei jeweils aufgezeigt wird, wie diese Bereiche durch die Logik der Herrschaft und das Diktat der Selbsterhaltung deformiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Herrschaft, Objektivierung, Entfremdung, Dialektik, Vernunft und Subjektivität definiert.

Inwiefern beeinflusst die "Industriegesellschaft" laut der Arbeit die menschliche Moral?

Die Industriegesellschaft setzt moralische Normen unter den Zwang zum ökonomischen Erfolg und zur Anpassung, wodurch Moral von einer bewussten ethischen Entscheidung zu einer bloßen Anpassungsleistung an das System wird.

Was bedeutet "Verleugnung der Natur im Menschen" im Kontext des Textes?

Dies bezieht sich auf den zivilisatorischen Prozess, in dem das Subjekt versucht, seine körperliche Natur und seine Triebe zu unterdrücken, um sich als reiner Herrscher über Natur und Welt zu konstituieren, was letztlich zur Zerstörung der eigenen Subjektivität führt.

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Details

Titel
Pathologien der Aufklärung. Das Ende von Erkenntnis, Moral und Subjektivität
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Adorno & Horkheimer: Die Dialektik der Aufklärung
Note
1,3
Autor
Felix Mayer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V272868
ISBN (eBook)
9783656646464
ISBN (Buch)
9783656646457
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Adorno Aufklärung Dialektik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Felix Mayer (Autor:in), 2009, Pathologien der Aufklärung. Das Ende von Erkenntnis, Moral und Subjektivität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272868
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