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Clara Zetkin. Die politische Transformation einer Enttäuschten

Title: Clara Zetkin. Die politische Transformation einer Enttäuschten

Term Paper (Advanced seminar) , 2014 , 31 Pages

Autor:in: Kevin Rimek (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Mit der vorliegenden Arbeit soll dieser Antagonismus in den Forschungsergebnissen durch die folgende Annahme aufgelöst werden: Die sich widersprechenden Zetkin-Bilder und damit auch die sich widersprechenden Antworten auf die Frage nach der Prinzipientreue Zetkins sind primär dem Umstand geschuldet, dass das Handeln und Wirken Zetkins von zwei (methodisch) unterschiedlichen Standpunkten aus betrachtet wird. Badia als Vertreter des prinzipientreuen, ersten Zetkin-Bildes betrachtet die Radikalisierung des Handelns Zetkins unter der Prämisse eines statischen Katalogs von Idealen und Werten, welcher sich trotz der Parteiübertritte Zetkins und der Variationen in bestimmten politischen Positionen nicht bzw. nicht signifikant ändert. Die Befürworter des zweiten Zetkin-Bildes sehen hingegen eine Interdependenz zwischen dem politischen Handeln und den Idealen und Werten der Sozialistin, wobei die Zunahme der Radikalisierung beider Gegenstände entlang der zeitlichen Dimension proportional anwächst. Dieses Modell geht also von einem dynamischen Wertekatalog aus. Eine Ausnahme hierbei bildet die Zetkin-Biografie von Puschnerat, welche durch die Konstruktion einer Bildungsreligiosität einen stabilen, bürgerlichen Teilhabitus zugrundelegt. Die selektive Festsetzung von Werten bei Puschnerat führt jedoch dazu, dass die hiervon nicht betroffenen Werte Zetkins nach wie vor als dynamisch angesehen werden und Puschnerat somit zu einem ähnlichen Ergebnis gelangt wie Nettl. Das Ziel der vorliegenden Hausarbeit ist eine umfassendere Fixierung von Zetkins Werten, welche durch eine soziologische Betrachtung wesentlicher Sozialisationsmerkmale und Charakteristika Zetkins erreicht werden soll.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zetkins Sozialisation im bürgerlichen und im proletarischen Milieu

2.1 Die Frage der sozialen Gerechtigkeit innerhalb der bürgerlichen Familie und der bürgerlichen Ausbildung

2.2 Die protestantische Ethik bei Clara Zetkin

2.3 Die Sozialisation im proletarischen Milieu – neue Methoden, alte Werte

3 Zetkins Positionen Ende des 19. Jahrhunderts

3.1 Bourdieus Gruppensoziologie bei Zetkin – die Ideologie der „reinlichen Scheidung“

3.2 Die Gefahr der Mésalliance – Zetkin und die bürgerlichen Frauenrechtlerinnen in Preußen

4 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das politische Wirken und die ideologische Entwicklung von Clara Zetkin, wobei der Fokus auf ihrer Prinzipientreue im Kontext sozialistischer Bestrebungen liegt. Ziel ist es, durch eine soziologische Analyse ihrer Sozialisation und politischen Positionen aufzuzeigen, dass die oft als widersprüchlich wahrgenommene Radikalisierung ihrer Ansichten als konsequente Reaktion auf die Enttäuschung über die mangelnde Durchsetzbarkeit ihrer Ideale innerhalb bestehender politischer Systeme zu interpretieren ist.

  • Soziologische Analyse der Sozialisation von Clara Zetkin
  • Die Rolle bürgerlicher Werte und protestantischer Ethik für das sozialistische Weltbild
  • Anwendung von Bourdieus Gruppensoziologie auf die „reinliche Scheidung“ der Frauenbewegungen
  • Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zu bürgerlichen Frauenrechtlerinnen in Preußen
  • Interpretation von Zetkins Prinzipientreue versus politischer Anpassung

Auszug aus dem Buch

3.1 Bourdieus Gruppensoziologie bei Zetkin – die Ideologie der „reinlichen Scheidung“

Die Jahre unter dem Sozialistengesetz, welche im Rahmen dieser Arbeit nicht näher betrachtet werden können, stellen für Zetkin sozialdemokratische „Lehrjahre“ dar, in denen das diffuse, aus anarchistischen und revolutionären Ideen bestehende Theoriengebäude, welches Dornemann bei Zetkin zu Beginn ihres Daseins als Sozialdemokratin erkennen will, zu einer einheitlichen Weltanschauung marxistischer Prägung heranwächst. Neben den Schriften von Karl Marx waren es vor allem die großen Sozialdemokraten jener Tage, wie beispielsweise Engels mit seinem Werk „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates“, Bebel mit der Schrift „Die Frau und der Sozialismus“ oder auch Motteler als Vertreiber des Parteiblatts „Der Sozialdemokrat“, deren Schriften Zetkin nicht nur las, sondern zu denen sie auch eine persönliche Verbindung unterhielt. In Anlehnung an die Werke Bebels und Engels‘ erkannte Zetkin die Frauenfrage nicht als ein Problem an, welches durch ein separates Engagement von Frauen gelöst werden könne, vielmehr ergab es sich bei ihr als ein integraler Bestandteil der sozialen Frage. Hierfür wurde bereits auf die Rede „Für die Befreiung der Frau!“ vom 19. Juli 1889 hingewiesen, in der Zetkin weder eine „besondere Frauenfrage“ noch eine „besondere Arbeiterinnenfrage“ erkennen will. Dass Zetkin der Befreiung der Frau die Lösung der sozialen Frage vorangestellt hat, zeigt sich ebenso darin, dass sie in dem Aufkommen des Problems der durch den Kapitalismus verursachten sozialen Frage überhaupt erst den Ursprung ihrer Unterdrückung erkennt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die kontroversen Forschungsmeinungen zu Clara Zetkins Persönlichkeit dar und legt die Zielsetzung der Arbeit fest, ihren Werdegang soziologisch zu analysieren.

2 Zetkins Sozialisation im bürgerlichen und im proletarischen Milieu: Das Kapitel beleuchtet Zetkins familiäre Prägung, ihre Ausbildung unter Auguste Schmidt sowie den Einfluss liberaler und später sozialistischer Ideale auf ihr Selbstverständnis.

2.1 Die Frage der sozialen Gerechtigkeit innerhalb der bürgerlichen Familie und der bürgerlichen Ausbildung: Hier wird Zetkins frühe Hinwendung zur sozialen Frage und ihre Ausbildung im Lehrerinnenseminar thematisiert.

2.2 Die protestantische Ethik bei Clara Zetkin: Dieser Abschnitt analysiert den Einfluss protestantischer Arbeits- und Disziplinvorstellungen auf Zetkins Idealbild proletarischer Kämpferinnen.

2.3 Die Sozialisation im proletarischen Milieu – neue Methoden, alte Werte: Das Kapitel beschreibt Zetkins Auseinandersetzung mit russischen Nihilisten und Narodniki sowie ihre ideologische Weiterentwicklung.

3 Zetkins Positionen Ende des 19. Jahrhunderts: Fokus dieses Kapitels ist Zetkins marxistisch geprägte Frauenemanzipationstheorie im Kontext der Sozialdemokratie.

3.1 Bourdieus Gruppensoziologie bei Zetkin – die Ideologie der „reinlichen Scheidung“: Analyse der Trennung von bürgerlicher und proletarischer Frauenbewegung durch Zetkin mittels bourdieuscher Kategorien.

3.2 Die Gefahr der Mésalliance – Zetkin und die bürgerlichen Frauenrechtlerinnen in Preußen: Untersuchung der scharfen Abgrenzung Zetkins gegenüber reformerischen Tendenzen und bürgerlichen Akteurinnen wie Lily von Gizycki.

4 Fazit und Ausblick: Das Fazit bestätigt die Ausgangsthese, dass Zetkins Verhalten als prinzipientreue Reaktion auf systembedingte Enttäuschungen zu verstehen ist.

Schlüsselwörter

Clara Zetkin, Sozialisation, Sozialdemokratie, Frauenemanzipation, Klassenkampf, Proletariat, bürgerliche Frauenbewegung, reinliche Scheidung, Bourdieu, marxistische Ideologie, Prinzipientreue, soziale Frage, Arbeiterinnenbewegung, Sozialistengesetz, Bildungsreligiosität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die politische Transformation von Clara Zetkin, indem sie ihre frühe Sozialisation mit ihrer späteren radikalen politischen Positionierung in Verbindung setzt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Entwicklung von Zetkins marxistischem Frauenbild, ihr Verhältnis zur bürgerlichen Frauenbewegung und die Rolle ihrer früh erlernten bürgerlichen Werte innerhalb ihrer späteren revolutionären Arbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die widersprüchlichen Interpretationen von Zetkins Prinzipientreue aufzulösen, indem ihr Handeln als Reaktion auf Enttäuschungen innerhalb der politischen Praxis gedeutet wird.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit nutzt einen soziologischen Ansatz, insbesondere unter Anwendung von Pierre Bourdieus Gruppentheorie und Kategorien wie kulturelles und soziales Kapital, um Zetkins politische Grenzziehungen zu verstehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil erörtert Zetkins Sozialisationsgeschichte, ihre Interpretation der Frauenfrage als Teil der sozialen Frage sowie ihre explizite Abgrenzung von bürgerlichen Frauenrechtlerinnen durch die Maxime der „reinlichen Scheidung“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Klassenkampf“, „Frauenemanzipation“, „reinliche Scheidung“, „Prinzipientreue“ und „Sozialisation“ charakterisiert.

Warum lehnte Clara Zetkin eine Zusammenarbeit mit bürgerlichen Frauenrechtlerinnen ab?

Zetkin fürchtete eine Verwässerung der revolutionären Ziele und eine „Gefahr der Mésalliance“, da die bürgerliche Bewegung ihrer Ansicht nach lediglich Reformen innerhalb des kapitalistischen Systems anstrebte, statt dessen grundlegende Umwälzung zu fordern.

Wie bewertete Zetkin die „protestantische Ethik“ für ihr politisches Handeln?

Zetkin integrierte Werte wie Askese, Opferbereitschaft und ständige Selbstverbesserung in ihr Idealbild der proletarischen Frau, da sie Bildung als notwendiges Instrument zur Befreiung und Vervollkommnung des Individuums begriff.

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Details

Title
Clara Zetkin. Die politische Transformation einer Enttäuschten
College
Humboldt-University of Berlin  (Geschichte)
Author
Kevin Rimek (Author)
Publication Year
2014
Pages
31
Catalog Number
V272910
ISBN (eBook)
9783656646563
ISBN (Book)
9783656646556
Language
German
Tags
clara zetkin transformation enttäuschten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kevin Rimek (Author), 2014, Clara Zetkin. Die politische Transformation einer Enttäuschten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272910
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