Der Biafrakrieg als Medienereignis


Examensarbeit, 2013

56 Seiten, Note: 1.3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wahl und Bedeutung des Themas

3. Forschungslage

4. Geschichte des nigerianischen Bürgerkriegs 1967-
4.1. Ursachen des Bürgerkrieges
4.2. Der Weg in den Bürgerkrieg
4.3. Dimension und Auswirkung des Bürgerkrieges
4.4. Propaganda
4.5. Kriegsende und Nachkriegszeit
4.6. Reintegration und die politische Ordnung in der Nachkriegszeit

5. Darstellung des Krieges in der medialen Repräsentation
5.1. These und Zielsetzung der Untersuchung
5.2. Die Konstruktion von Wirklichkeit und die Rolle der Medien
5.3. Die Privatisierung der Kriegspropaganda
5.4. Die Kriegsberichterstattung in den deutschen Medien
5.4.1. Die Berichterstattung nach der Unabhängigkeit und dem Beginn der militärischen Auseinandersetzung in ausgewählten Deutschen Zeitungen
5.4.2. Die Berichterstattung in Der Spiegel
5.4.3. Qualitative Bewertung der Berichterstattung in Der Spiegel

6. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Versicherung an Eides Statt:

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Religius and Ethnic map of Nigeria. Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/de/Religius_and_Ethnic_map_of_Nigeria.png, zuletzt aktualisiert am 23.07.2012, zuletzt geprüft am 17.10.2013. 10

Abbildung 2: Lt. Col. Yakubu Gowon. Quelle: http://igbofocus.com/How-Yakubu-Gowon-Caused-The-Ni/Yakubu-Gowon.jpg, zuletzt aktualisiert am 30.09.2013, zuletzt geprüft am 17.10.2013.. 14

Abbildung 3: Chukwuemeka Odumegwu Ojukwu. Quelle: http://d3trabu2dfbdfb.cloudfront.net/1/2/1270137_o_1.jpeg, zuletzt aktualisiert am 26.11.2011, zuletzt geprüft am 17.10.2013.. 16

Abbildung 4: Titelblatt Der Spiegel, 19.08.1968. Quelle: ONLINE, SPIEGEL; Hamburg; Germany: DER SPIEGEL 34/1968 - Biafra Todesurteil für ein Volk. Online verfügbar unter http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-21112596.html, zuletzt geprüft am 21.10.2013.. 38

Abbildung 5: Starving Children of Biafra War. Quelle: Life, 12.07.1968 - Titelseite: Starving Children of Biafra War, S. 1. 39

Abbildung 6: Ein Volk stirbt, 02.09.1968. Quelle: Der Spiegel 36 (1968), S. 94-95. 41

Abbildung 7: PR – Die heimliche Großmacht, Public Relations in Deutschland, 08.07.1968. Quelle: Der Spiegel 28 (1968), S. 32-42. 42

1. Einleitung

Der afrikanische Kontinent gilt heute weiterhin als „fremd“, „triebhaft“, „kulturlos“ und „vernunftlos“. Diese Argumentationen dienten in der Vergangenheit zur Legitimierung, Unterdrückung und Kolonisierung eines ganzen Kontinents. Der „Schwarze Kontinent“ wird durch eine diskreditierende Berichterstattung seiner Würde beraubt. Unsere Wahrnehmung des afrikanischen Kontinents wird weniger durch die Wirklichkeit als durch die Repräsentation in den vermittelten Medien bestimmt. In dieser Form entfachen Medien Feindbilder und erweitern die Kluft zwischen den Kulturen. Der Rezipient der Massenmedien wird tagtäglich mit Bildern und Informationen über den Zusammenbruch von Staaten in der „Dritten Welt“ konfrontiert. In der Vergangenheit gab es immer wieder Phasen, in denen Bilder und Informationen im Überfluss über uns hineinbrechen. Durch das plötzliche Verschwinden der Berichterstattung, wird dem Konsumenten nicht deutlich, wieso es zu derartigen Katastrophen und Kriegen gekommen ist und worin die Ursachen dafür lagen.

Die gezielte Auseinandersetzung mit dem Thema des Biafrakrieges mit einigen journalistischen Beispielen, soll die kritische Betrachtung der Berichterstattung deutlich machen. In den 1970er Jahren wurde Afrika und speziell Biafra zu einem allumfassenden Thema in der deutschen Medienlandschaft. Biafra wurde zu einem Synonym für Hungerleiden und Massensterben. Die gezeigten Bilder waren erschreckend und zeigten in entwürdigender Art und Weise sterbende und verhungernde Menschen. Fotos und andere Medien sollten aufgrund einer Maschinerie von Propaganda ein bestimmtes Bild Afrikas suggerieren. Das Bild, welches bereits in den meisten Köpfen vorhanden war und immer noch vorherrscht, ist das der „Wildheit“ und „Kulturlosigkeit“ des afrikanischen Kontinents. Das Wissen um den „Schwarzen Kontinent“ ist nicht besonders groß, dementsprechend schreiben, reden und filmen wir über Afrika. Die Aufklärung über das wirkliche Bild Afrikas bleibt ein mühseliges Geschäft.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Untersuchung der Berichterstattung über den Biafrakrieg in den deutschen Printmedien. Die Fragestellung der Arbeit bezieht sich vor allem auf die gezielte Beeinflussung von Presseagenturen und der erzielten Wirkung in der deutschen Gesellschaft.

Zunächst wird diese Arbeit einen kurzen darstellenden Überblick der Ereignisse geben, welche zum Bürgerkrieg in Nigeria geführt haben. Des Weiteren werden die Kriegszeit sowie die Nachkriegszeit dargestellt. Daran anschließend wird zur Analyse der Berichterstattung anhand ausgewählter deutscher Zeitungen übergegangen. Im Anschluss wird vor allem die Berichterstattung der Zeitschrift Der Spiegel in das Zentrum der Untersuchung gerückt. Es folgt eine qualitative Untersuchung aller Spiegel- Artikel vom 05.06.1967 bis zum 16.02.1970, die einem direkten Zusammenhang mit dem Biafrakrieg zugeordnet werden konnten.

Im Kontext verschiedener Medien werden Versuche unternommen, das wechselseitige Zusammenspiel von Presseagenturen und veröffentlichten Medien aufzuklären.

2. Wahl und Bedeutung des Themas

Mein persönliches Interesse an diesem Thema ist durch einen Vortrag von Herrn Dr. Dr. Johannes Harnischfeger im „Kolloquium zur außereuropäischen und frühneuzeitlichen Geschichte“ an der Universität Duisburg-Essen im Sommersemester 2012, geleitet von Herrn Prof. Dr. Christoph Marx und Herrn Prof. Dr. Stefan Brakensiek, entstanden. Der Vortrag trug den Titel „Igbo – Nationalismus und Biafra“ und stellt meine persönliche Grundlage zu diesem Thema dar.

Der Biafrakrieg in Nigeria (1967-1970) rief in den internationalen Medien ein großes Echo hervor, speziell in Deutschland zeigten die Medien die Bilder des Krieges, hauptsächlich von verhungernden Kindern und verstümmelten Soldaten.

Die Ursachen des nigerianischen Bürgerkrieges, welcher ausbrach, als sich die Igbo und eine Mehrzahl von Minoritätenvölker im Südosten Nigerias unter dem Namen „Biafra“ abgespaltet hatten, sind in dem sozioökonomischen und kulturellen Nord-Süd-Gefälle des Landes zu suchen, welche die nigerianische Politik vor und nach der Unabhängigkeit prägte. Die politischen und militärischen Eliten setzten nach der Unabhängigkeit Nigerias eine Dynamik der ethnischen Konkurrenz in Gang.[1] Die politisierte Ethnizität des Landes wird als die wichtigste Determinante im politischen System benannt, sie war Massen- und Mobilisierungsbasis für die politischen Parteien.[2] Wachsendes ethnisches Misstrauen und die daraus resultierenden politischen Krisen erschütterten Nigeria nach der Unabhängigkeit nachhaltig und mündeten in einem Bürgerkrieg.

Der Biafrakrieg, zunächst ein Jahr lang im Abseits der internationalen Aufmerksamkeit geführt, wurde durch die Veröffentlichung der Kriegsbilder und anderen Medien zu einem internationalen Kriegs- und Medienereignis. Das Echo der Zeitungsleser, Fernsehzuschauer in Europa und dem Rest der Welt war empathisch und rief große Spendenbereitschaft hervor.

Durch die Verbreitung von Bildern der hungernden Zivilbevölkerung, wurden humanitäre Organisationen auf den Plan gerufen, diese wurden ebenfalls zu wichtigen Akteuren im Bürgerkrieg.

Die unterschiedlichen Perspektiven der medialen Darstellung und der Selbstwahrnehmung der Kriegsparteien ergeben zusammengenommen ein komplexes, differenziertes Bild vom Krieg und den daraus resultierenden Folgen. Die Geschichte des nigerianischen Bürgerkrieges ist prädestiniert für eine genauere Analyse der medialen Erzeugnisse, die während der Kriegszeit publiziert worden sind. Eine Auseinandersetzung mit diesem Thema impliziert auch die Frage, ob der gezielte Einsatz der Medien im Biafrakrieg einen manipulativen oder gar propagandistischen Charakter hatte.

3. Forschungslage

Die Literaturgrundlage zu diesem Thema ist vor allem stark durch englischsprachige Autoren und Autorinnen geprägt. Die Hochzeit dieses Thema ist in den 1970er Jahren zu verorten, wobei auch nachfolgend viel Literatur zum Biafrakrieg publiziert worden ist. Die wichtigsten Werke, welche in der vorliegenden Arbeit häufig Verwendung gefunden haben, sind im deutschsprachigen Raum die Publikationen von: Axel Harneit-Sievers, Martin Sturmer und Gernot Zieser. Im englischsprachigen Raum zählen vor allem John De St. Jorre, John Stremlau, Ikzepe Nnaemeka sowie Kenneth Post und Michael Vickers zu den wichtigsten Autoren. Die deutschsprachige Forschung ist geprägt durch die Erarbeitung von Überblicksdarstellungen, welche sich oft ähneln. Die englischsprachige und vor allem die nigerianische Forschung sind durch subjektive Eindrücke der Zeit geprägt.

Bei der Literaturarbeit sind vor allem die Werke von C. Odumegwu Ojukwu und Olsegun Obersanjo auffällig in Erscheinung getreten, da sie die jeweils gegenteilige Meinung beider Parteien darstellen.

Wichtig für die Erarbeitung des medialen Aspekts ist vor allem die Ausarbeitung von Gernot Zieser, der schon früh die Propagandastrategien Biafras im nigerianischen Bürgerkrieg zum Forschungsaspekt gemacht hat. Mit seiner Dissertation über die Propagandastrategien Biafras war Gernot Zieser der erste in ganz Westeuropa, der über die Arbeit von Public Relations im Auftrag von Regierungen forschte. Darüber hinaus untersuchte Zieser die interkulturelle Kommunikation zwischen Entwicklungs- und Industrieländern.

4. Geschichte des nigerianischen Bürgerkriegs 1967-1970

Die Geschichte des nigerianischen Bürgerkrieges ist in der aktuellen Forschungsliteratur hinreichend dokumentiert. In groß angelegten Arbeiten sind sowohl Ursachen, als auch der Verlauf des Biafrakrieges umfassend aufgearbeitet worden. An dieser Stelle der Arbeit möchte ich auf eine ausführliche Darstellung verzichten und verweise auf die einschlägige Literatur zum Thema.[3]

Stattdessen möchte ich den für die vorliegende Arbeit relevanten historischen und kulturellen Kontext kurz darstellen. Zu Beginn werden die Ursachen des Konflikts, die zum Teil aus der Kolonialzeit herrühren, überblicksartig zusammengestellt.

Die Vorgeschichte des Biafrakrieges und dessen Verlauf folgen, wobei auf die Position der Propaganda eingegangen wird. Das Kriegsende, die Neuordnung Nigerias und die damit einhergehenden Problemen, werden in den nachfolgenden Abschnitten thematisiert. Im weiteren Verlauf wird das Augenmerk auf den öffentlichen Diskurs und die mediale Repräsentation des Krieges gerichtet, welcher zugleich in den Hauptteil der Arbeit überleitet.

4.1. Ursachen des Bürgerkrieges

Die Geschichte Nigerias in seinen heutigen Grenzen beginnt im Jahre 1914 mit der Errichtung britischer Protektorate über Nord- und Südnigeria und deren spätere Zusammenlegung. Während der Norden Nigerias als Provinz bestehen blieb, wurde der Süden in eine Ost- und Westregion unterteilt.

Infolge dessen entstand ein Gebiet mit einer ausgesprochen heterogenen Ethnizität.

Bis auf die Hauptstadt Lagos, die eine Sonderstellung hatte, gab es drei Regionen, in denen eine Vielzahl von Ethnien mit unterschiedlichen Kulturen, Sprachen und Regierungsformen zusammenlebte. In den drei Regionen dominieren jeweils eine der großen drei Ethnien Nigerias: im Norden die Hausas/Fulani, im Südwesten die Yoruba und im Südosten die Igbo.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Religius and Ethnic map of Nigeria.

Insgesamt machen diese großen Ethnien ca. 60 % der Gesamtbevölkerung aus. Daneben gibt es eine Vielzahl von Minderheiten. Im damaligen Norden, der flächenmäßig größten Region, lebt rund die Hälfte der Gesamtbevölkerung Nigerias. Die Verwaltung der britischen Kolonie basierte auf dem System der „indirect rule“, welches so angelegt ist, dass es sich der Macht der traditionellen Herrscher bedient und sich so durch sie etabliert. Die bereits angesprochene Dreiteilung in autonome Regionen, welche jeweils durch ein Mehrheitsvolk beherrscht wurde, sorgte für eine gesellschaftliche Polarisierung. Die gesellschaftlichen Minoritäten, ca. 40% der Gesamtbevölkerung, wurden in diesem System benachteiligt, denn ihnen standen der Verfassung nach zu urteilen weder Rechte noch besonderer Schutz zu.[4]

Mit der Unabhängigkeit Nigerias im Jahr 1960 und der Errichtung einer parlamentarischen Demokratie, war die regionale Autonomie bereits tief in der Gesellschaft verankert. Innerhalb der Regionen vertraten die jeweiligen Parteien die Interessen der Eliten, die damit einen Anspruch auf die Macht erhoben und somit Einfluss auf die Verteilung des Staatshaushaltes nehmen konnten.[5] Auf föderaler sowie auf regionaler Ebene bildete sich eine neue politische Klasse heraus. Deren Interesse bestand darin, sich im Kampf um Privilegien und dem Zugriff auf staatliche Ressourcen Vorteile zu verschaffen. Um diese Privilegien zu erhalten war ihnen jedes Mittel recht: Amtsmissbrauch, Korruption und Manipulation der politischen Institution zur Selbstbereicherung.

Politische Spielregeln wurden kaum eingehalten, so dass es besonders vor und während verschiedener Wahlen zu militanten Ausschreitungen kam.[6]

Der Kolonialismus in Nigeria bewirkte nicht nur die Integration der Ökonomie in den Welthandel, oder einen Verstädterungsprozess, sondern schuf eine „politische Zwangsintegration“[7] von Gruppen mit unterschiedlichen kulturellen, religiösen und ethnischen Differenzen. Die Spannungen aus Inklusion und Differenz verstärkten die ethnisch-regionalen Unterschiede. Mit der Einführung des Protektorates in Nigeria, sollte eine stärkere Selbstverwaltung der indigenen Bevölkerung vorangetrieben werden. Die koloniale Herrschaft Nigerias war eng verbunden mit der direkten politischen Verbindung von Kolonialbeamten und lokalen, traditionellen Herrschern.[8]

In Folge der Kolonialherrschaft und der damit verbundenen politischen Zusammenarbeit von Kolonialherren und lokalen Autoritäten bildeten sich ethnische Disparitäten aus.

„[e]ine kollektive Identität ´der´ Yorubas, ´der´Igbo usw. als voneinander unterschiedene ethnische Gruppen hatte in der vorkolonialen Periode nicht existiert. Identität war – jedenfalls außerhalb der islamischen Welt – vor allem kommunal definiert […][9]

Die Instrumentalisierung der ethnischen Identität wurde spätestens ab den 1950er Jahren politisiert. Um Wähler zu akquirieren, die politische Unabhängigkeit zu legitimieren und im späteren Verlauf die Kontrolle des politischen Systems zu gewinnen, benötigten die nigerianischen Eliten eine breite Masse der Bevölkerung.[10]

Die zunehmend ethnische Dimension der Politik wurde über Appelle der regionalen und ethnischen Zugehörigkeit, bzw. über Drohungen und Marginalisierungen vorangetrieben. Der Ethnonationalismus wurde durch die Wahlkämpfe der Parteichefs bis in die kleinsten Kommunen transportiert, wo sie als Verteidiger und Beschützer stilisiert wurden. Die Diversität der Ethnien wurde von den Politikern instrumentalisiert und galt als probates Mittel zur Rekrutierung von Wählern, wenn andere Argumente der Wählermobilisierung ihre Wirkung verfehlten.[11] Es ist davon auszugehen, dass der Grundstein der ethnisch-kulturellen Differenzen bereits „die wichtigste Determinante im entstehenden politischen System Nigerias“[12] war.

4.2. Der Weg in den Bürgerkrieg

Am Erhalt des Systems waren alle Eliten interessiert, verfolgten jedoch partiell eigene Interessen, sodass das labile politische Systems Nigerias innerhalb der Regionen und Koalitionen nach der Erklärung der Unabhängigkeit schnell zu zerbrechen begann.[13] Auf der regionalen Ebene wurde das Klientelwesen gefördert und auf der nationalen Ebene eine Konkurrenz geschaffen, in der die ethnischen Auseinandersetzungen die politischen Konflikte lediglich verschärften.[14] Die fragile politische Balance zwischen den drei Regionen und ihren Eliten, welche bereits nach der Unabhängigkeit eine weitreichende Autonomie besaßen, drohte in einer „eskalierenden Serie politischer Krisen“[15] zusammenzubrechen. Am 15. Januar 1966 unternahmen junge Offiziere einen Militärputsch, welcher den Höhepunkt der gewalttätigen Auseinandersetzungen darstellte.

Bei diesem Putsch wurden führende Politiker aus den Nord- und Westregionen getötet. Die Absichten der Putschisten, welche mehrheitlich Igbos waren, waren zunächst sozialrevolutionär und sie stellten sich gegen Korruption, Amtsmissbrauch und forderten die Abkehr vom Tribalismus.[16] Die Putschisten stammten mehrheitlich aus Südnigeria, dieser Umstand verstärkte das interethnische Misstrauen.

[...]


[1] Harneit-Sievers, Axel:"´Though Tribe and Tongue May Differ, in Brotherhood We Stand´: Nationalismus, Ethnizität und Föderalismus in Nigeria." In: Bruckmüller, Ernst, Sepp Linhart und Christian Mährdel (Hg.): Nationalismus. Wien 1994, S. 220.

[2] Harneit-Sievers, Axel: Kriegsfolgen und Kriegsbewältigung in Afrika: Der nigerianische Bürgerkrieg 1967-1970. Hannover 1992, S.15

[3] Für die Geschichte Nigerias vgl. Harneit-Sievers, Axel (2000): Afrikanische Geschichte und Weltgeschichte. Regionale und universale Themen in Forschung und Lehre. Berlin: Das Arabische Buch (Arbeitshefte / Zentrum Moderner Orient, Geisteswissenschaftliche Zentren Berlin e.V, 17).; Jean Bühler (1968): Biafra: Tragödie eines begabten Volkes. Zürich, Stuttgart: Flamberg, Schweizer Spiegel.; Isichei, Elisabeth (1983): A History of Nigeria. London.; Graf, William D. (1988): The Nigerian State. Political Economy, State Class and Political System in the Post-Colonial Era. London.

Für den Bürgerkrieg vgl. Harneit-Sievers, Axel (1992): Der Sezessionskrieg um Biafra. ´Keine Sieger, keine Besiegten´ - eine afrikanische Erfolgsgeschichte? In: Hofmeier, Rolf und Volker Mattheis (Hg.): Vergessene Kriege in Afrika. Göttingen, S. 277-318.; Wirtz, Albert (1982): Krieg in Afrika. Die nachkolonialen Konflikte in Nigeria, Sudan, Tschad und Kongo. Wiesbaden.

Mit der Nachkriegszeit befassen sich: Nnaemeka, Ikzepe (2000): Post Biafra Marginalization of the Igbo. London, New York: Zed Books.; Eghose E. Osaghae, Ebere Onwudiwe, Rotimi T. Suberu (Hg.) (2002): The Nigerian Civil War and its aftermath: John Archers.

[4] Vgl. Graf, William D.: The Nigerian State, S. 15.

[5] Post, Kenneth, Vickers, Michael (1973): Structure and Conflict in Nigeria 1960-1964.London. S.63-106.

[6] Zu erwähnen ist hier die Zensuskontroverse 1963.

[7] Osterhammel, Jürgen; Jansen, Jan C. (2012): Kolonialismus. Geschichte, Formen, Folgen. 7., vollst. überarb. und aktualis. Aufl., Orig.-Ausg. München: Beck (Beck'sche Reihe, 2002 : C. H. Beck Wissen). S. 88.

[8] Marx, Christoph (2005): Geschichte Afrikas. Von 1800 bis zur Gegenwart. 1. Aufl. Stuttgart: UTB Geschichte. S. 161.

[9] Harneit-Sievers, Axel: Kriegsfolgen und Kriegsbewältigung. In: Afrika, S. 15.

[10] Wirtz, Albert: Krieg in Afrika, S. 78-62.

[11] Vgl. Graf, William D.: The Nigerian State, S. 32.

[12] Harneit-Sievers, Axel: Kriegsfolgen und Kriegsbewältigung. In: Afrika, S. 15.

[13] Harneit-Sievers, Axel: Der Sezessionskrieg um Biafra, S. 279.

[14] Heerten, Lasse (2011): A wie Auschwitz, B wie Biafra. Der Bürgerkrieg in Nigeria (1967-1970) und die Universalisierung des Holocaust. In: Zeithistorische Forschung/Studies in Contemporary History (8), H 13.

[15] Diamond, L. (1988): Class, Ethnicity and democracy in Nigeria. The Failure of the First Republic. London. S. 173.

[16] Harneit-Sievers, Axel: Der Sezessionskrieg um Biafra, S. 279.

Ende der Leseprobe aus 56 Seiten

Details

Titel
Der Biafrakrieg als Medienereignis
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Historisches Institut - Außereuropäische Geschichte)
Note
1.3
Autor
Jahr
2013
Seiten
56
Katalognummer
V272962
ISBN (eBook)
9783656682134
ISBN (Buch)
9783656682219
Dateigröße
1318 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Biafra, Nigeria, Bürgerkrieg, Medienereignis, Medien, Hunger
Arbeit zitieren
Gerrit Hinnen (Autor), 2013, Der Biafrakrieg als Medienereignis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272962

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