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Der Biafrakrieg als Medienereignis

Title: Der Biafrakrieg als Medienereignis

Examination Thesis , 2013 , 56 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Gerrit Hinnen (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
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Der afrikanische Kontinent gilt heute weiterhin als „fremd“, „triebhaft“, „kulturlos“ und „vernunftlos“. Diese Argumentationen dienten in der Vergangenheit zur Legitimierung, Unterdrückung und Kolonisierung eines ganzen Kontinents. Der „Schwarze Kontinent“ wird durch eine diskreditierende Berichterstattung seiner Würde beraubt. Unsere Wahrnehmung des afrikanischen Kontinents wird weniger durch die Wirklichkeit als durch die Repräsentation in den vermittelten Medien bestimmt. In dieser Form entfachen Medien Feindbilder und erweitern die Kluft zwischen den Kulturen. Der Rezipient der Massenmedien wird tagtäglich mit Bildern und Informationen über den Zusammenbruch von Staaten in der „Dritten Welt“ konfrontiert. In der Vergangenheit gab es immer wieder Phasen, in denen Bilder und Informationen im Überfluss über uns hineinbrechen. Durch das plötzliche Verschwinden der Berichterstattung, wird dem Konsumenten nicht deutlich, wieso es zu derartigen Katastrophen und Kriegen gekommen ist und worin die Ursachen dafür lagen. Die gezielte Auseinandersetzung mit dem Thema des Biafrakrieges mit einigen journalistischen Beispielen, soll die kritische Betrachtung der Berichterstattung deutlich machen. In den 1970er Jahren wurde Afrika und speziell Biafra zu einem allumfassenden Thema in der deutschen Medienlandschaft. Biafra wurde zu einem Synonym für Hungerleiden und Massensterben. Die gezeigten Bilder waren erschreckend und zeigten in entwürdigender Art und Weise sterbende und verhungernde Menschen. Fotos und andere Medien sollten aufgrund einer Maschinerie von Propaganda ein bestimmtes Bild Afrikas suggerieren. Das Bild, welches bereits in den meisten Köpfen vorhanden war und immer noch vorherrscht, ist das der „Wildheit“ und „Kulturlosigkeit“ des afrikanischen Kontinents. Das Wissen um den „Schwarzen Kontinent“ ist nicht besonders groß, dementsprechend schreiben, reden und filmen wir über Afrika. Die Aufklärung über das wirkliche Bild Afrikas bleibt ein mühseliges Geschäft. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Untersuchung der Berichterstattung über den Biafrakrieg in den deutschen Printmedien. Die Fragestellung der Arbeit bezieht sich vor allem auf die gezielte Beeinflussung von Presseagenturen und der erzielten Wirkung in der deutschen Gesellschaft. Zunächst wird diese Arbeit einen kurzen darstellenden Überblick der Ereignisse geben, welche zum Bürgerkrieg in Nigeria geführt haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wahl und Bedeutung des Themas

3. Forschungslage

4. Geschichte des nigerianischen Bürgerkriegs 1967-1970

4.1. Ursachen des Bürgerkrieges

4.2. Der Weg in den Bürgerkrieg

4.3. Dimension und Auswirkung des Bürgerkrieges

4.4. Propaganda

4.5. Kriegsende und Nachkriegszeit

4.6. Reintegration und die politische Ordnung in der Nachkriegszeit

5. Darstellung des Krieges in der medialen Repräsentation

5.1. These und Zielsetzung der Untersuchung

5.2. Die Konstruktion von Wirklichkeit und die Rolle der Medien

5.3. Die Privatisierung der Kriegspropaganda

5.4. Die Kriegsberichterstattung in den deutschen Medien

5.4.1. Die Berichterstattung nach der Unabhängigkeit und dem Beginn der militärischen Auseinandersetzung in ausgewählten Deutschen Zeitungen

5.4.2. Die Berichterstattung in Der Spiegel

5.4.3. Qualitative Bewertung der Berichterstattung in Der Spiegel

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Berichterstattung über den Biafrakrieg in deutschen Printmedien, wobei insbesondere die Rolle von Presseagenturen bei der Beeinflussung der öffentlichen Meinung und deren Auswirkungen auf die deutsche Gesellschaft analysiert wird.

  • Historischer und kultureller Kontext des nigerianischen Bürgerkriegs
  • Die Rolle der Propaganda und PR-Agenturen (Markpress)
  • Konstruktion von Wirklichkeit durch mediale Repräsentation
  • Analyse der Berichterstattung, insbesondere im Magazin "Der Spiegel"
  • Diskussion über ethische Aspekte und die Verantwortung der Medien

Auszug aus dem Buch

5.2. Die Konstruktion von Wirklichkeit und die Rolle der Medien

Die menschliche Wahrnehmung stellt zusammen mit der Kommunikation ein System dar, welches durch eine Vielzahl von Filtern bestimmt ist. Jeder Reiz und jede Wahrnehmung wird durch das Wissens- und Wertesystem des Beobachters geleitet. Der Beobachter ordnet die Informationen, Ereignisse und Eindrücke in bekannte Strukturen ein und konstruiert aufgrund von Hintergrundinformationen, Vorurteilen und Vorkenntnisse ein eigenes Bild. Gibt nun der Beobachter sein „Bild“ weiter, so ist das von ihm wahrgenommene Ereignis, bzw. die Information bereits durch sein eigenes Denk- und Wertesystem bestimmt und wird dementsprechend gewichtet und formuliert weitergegeben.

Diese beschriebene Konstruktion von Wirklichkeit ist nicht nur individuell möglich, sondern auch kollektiv, wenn eine Gruppe von Personen gemeinsame Erfahrungen, Werte und Vorkenntnisse teilen. Der Vorgang kann unbewusst ablaufen, er kann aber auch ein manipulierter Prozess sein. Bei einem manipulierten Prozess der Wirklichkeitskonstruktion, wird das Wissen ausgenutzt, um bestimmte Wahrnehmungsmuster anzusprechen.

Möglichkeiten der Beeinflussung durch die Massenmedien bestehen vor allem in der Auswahl gezielter Informationen, in ihrer Bewertung und Gewichtung. Als Vermittler von Informationen und Wissen haben die Massenmedien eine gewisse Machtposition inne, da sie das Wirklichkeitsbild ihrer Rezipienten bewusst oder unbewusst bestimmen. Public Relations haben primär eine organisatorische Funktion und erbringen interessengeleitete Selbstdarstellungen. Dabei verfolgt die PR-Agentur Einzelinteressen, in dem sie Entwürfe der „Wirklichkeit“ eines Auftraggebers verbreiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Wahrnehmung des afrikanischen Kontinents in den Medien und definiert den Biafrakrieg als zentralen Untersuchungsgegenstand für eine kritische Medienanalyse.

2. Wahl und Bedeutung des Themas: Dieses Kapitel erläutert das persönliche Interesse des Autors am Thema und beschreibt die sozioökonomischen Ursachen sowie die ethnische Dynamik, die zum Ausbruch des Biafrakrieges führte.

3. Forschungslage: Hier wird ein Überblick über die bestehende Literatur zum Biafrakrieg gegeben, wobei der Schwerpunkt auf englischsprachigen Autoren sowie wichtigen deutschsprachigen Beiträgen zur Propagandaforschung liegt.

4. Geschichte des nigerianischen Bürgerkriegs 1967-1970: Das Kapitel bietet eine historische Einordnung der Konfliktursachen, des Verlaufs, der Propaganda-Strategien sowie der schwierigen Nachkriegszeit und der Reintegrationsbemühungen.

5. Darstellung des Krieges in der medialen Repräsentation: Dieser Hauptteil analysiert, wie Medien Wirklichkeit konstruieren, und untersucht detailliert die Rolle von PR-Agenturen sowie die spezifische Berichterstattung deutscher Printmedien und des "Spiegel".

6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass die deutsche Afrika-Berichterstattung stark von Klischees geprägt war und dass mediale Manipulation durch PR-Agenturen einen signifikanten Einfluss auf die Wahrnehmung und den Verlauf des Konflikts hatte.

Schlüsselwörter

Biafrakrieg, Nigeria, Medienberichterstattung, Public Relations, Markpress, Propaganda, Genozid, Wirklichkeitskonstruktion, Afrika-Bild, Der Spiegel, Kriegskommunikation, Ethnonationalismus, Hunger, Kriegsikonographie, Medienethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, wie der Biafrakrieg in den 1960er und 70er Jahren in deutschen Printmedien dargestellt wurde und welche Rolle externe Akteure wie PR-Agenturen dabei spielten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themenfelder umfassen die Geschichte des nigerianischen Bürgerkriegs, Mechanismen der Medienmanipulation, die Rolle der Öffentlichkeitsarbeit (PR) in Kriegszeiten und die kritische Analyse von Sprachstereotypen in der Berichterstattung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die gezielte Beeinflussung der Medien durch Presseagenturen aufzudecken und zu analysieren, wie diese die öffentliche Meinung in Deutschland und die Wahrnehmung Afrikas geprägt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine qualitative Analyse durch, die auf der Auswertung von zeitgenössischen Printmedien, insbesondere dem Magazin "Der Spiegel", und der Heranziehung bestehender Fachliteratur zu Propagandastrategien basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Fundierung der Medienwirkungsforschung, der Rolle der PR-Agentur "Markpress" bei der Inszenierung des Krieges und einer detaillierten Fallstudie zur Berichterstattung in deutschen Zeitungen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind Biafrakrieg, Medienmanipulation, PR-Agenturen, "Der Spiegel", Wirklichkeitskonstruktion und Afrika-Berichterstattung.

Welche Rolle spielte die PR-Agentur "Markpress" konkret im Biafrakrieg?

Die Agentur Markpress wurde beauftragt, das Image Biafras international zu verbessern, indem sie gezielt Begriffe wie "Genozid" und "Völkermord" in die Medien brachte, um internationale Hilfe und Aufmerksamkeit zu mobilisieren.

Wie bewertet der Autor die Berichterstattung des "Spiegel"?

Der Autor stuft die Berichterstattung des Spiegel als qualitativ und quantitativ ungenügend ein, da sie stark von kolonial-rassistischen Stereotypen geprägt war und das Leid in Biafra vor allem zur materiellen Schwächung des Gegners instrumentalisierte.

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Details

Title
Der Biafrakrieg als Medienereignis
College
University of Duisburg-Essen  (Historisches Institut - Außereuropäische Geschichte)
Grade
1.3
Author
Gerrit Hinnen (Author)
Publication Year
2013
Pages
56
Catalog Number
V272962
ISBN (eBook)
9783656682134
ISBN (Book)
9783656682219
Language
German
Tags
Biafra Nigeria Bürgerkrieg Medienereignis Medien Hunger
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gerrit Hinnen (Author), 2013, Der Biafrakrieg als Medienereignis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272962
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