Der Templerorden als typische Grenzinstitution


Hausarbeit, 2013

7 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

1. Einleitung

Das Aufkommen der Ritter veränderte das Kriegswesen im Mittelalter zusehends. Waren davor nur Bauern im Rahmen des Lehenswesens mit zeitlich beschränkten Verpflichtungen in den Krieg gezogen, so traten an ihrer Stelle nun gut ausgerüstete Berufskämpfer. Die Kirche verstand es bald, diese neue Kampftruppe in ihr System einzubauen und ihr die Aufgabe zuzuweisen, das Christentum überall im Reich gegen Heiden und Andersgläubige zu verteidigen. Der erste religiöse und militärische Ritterorden war der Templerorden. Gegründet alleine aus der Forderung christliche Pilger im Heiligen Land zu schützen, avancierte er in den folgenden zwei Jahrhunderten zu einem der mächtigsten und einflussreichsten Ritterorden.

Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich im Kern mit dem Grenzkampf des Templerordens beschäftigten und geht dabei der Frage nach, inwiefern der Templerorden gut für den Grenzkampf ausgelegt war. Dabei wird durch den historischen Kontext in den Sachverhalt eingeführt und anschließend die Entstehung und der Aufbau des Ordens thematisiert. Im letzten Teil der Hausarbeit wird auf das Scheitern des Ordens eingegangen und im Fazit die Fragestellung der Hausarbeit beantwortet.

2. Vorgeschichte

Nachdem Jerusalem 1099 erfolgreich von den Muslimen zurückerobert worden war, entstanden in den heutigen Staaten Israel, Libanon und Jordanien feudale Staaten, wo die Kreuzfahrer ihre Herrschaft festigen konnten. Ein Großteil der Kreuzritter zog nach Beendigung des Kreuzzugs wieder zurück, doch einige blieben, jedoch nicht zahlreich genug, um die eroberten Gebiete zu halten.[1] Dies wurde zu einem Problem, da die wichtigste Zugangsstraße nach Jerusalem für die Pilger direkt von Jaffa führte, deren Ebene ein ständiges Schlachtfeld war. Dies zog Räuber und Banditen an, die die christlichen Pilger ausraubten.[2]

3. Entstehung

Dieses Problem gab den Anlass für Hugo von Payens und einige seiner Gefährten, die allesamt zur französischen Adelsschicht gehörten und Ritter waren, sich zusammenzuschließen und unter Einhaltung mönchischer Gelübde zu verpflichten, die Sicherheit der Christen auf den Pilgerwegen zu erhalten.[3] Das genaue Datum der Gründung ist nicht bekannt und wird von Historikern zwischen 1118 und 1120 vermutet.[4] Ihr militärischer Charakter, der es den Ordensleuten aber auch erlaubte, einen religiösen Lebenswandel zu führen, stieß auf heftigen Widerstand, da dies die Lehre von den „drei ordines“ widersprach, also die der Betenden, der Kämpfenden und der Arbeitenden ihren jeweiligen Platz zuwies und die man nicht trennen konnte.[5] Dies verlangte von der Kirche die Neuordnung ihrer Theologie, um das Rittertum in der christlichen Gesellschaft aufzunehmen, da das Christentum Kriege und Gewalt verurteilte. Es verband deshalb das Rittertum mit ihrer Idee des „gerechten Kriegs“, das im 5. Jahrhundert entwickelt wurde und das dem Rittertum nun den eigenen Heilsweg eröffnete.[6] Maßgebliche Hilfe erhielten die Templer von dem Abt Bernhard von Clairvaux, einer der bedeutendsten Mönche seiner Zeit, der sich fortwährend für den Orden aussprach, bis dieser schließlich auf dem Konzil von Troyes 1129 offiziell von der lateinischen Kirche anerkannt wurde.[7] Papst Innozenz II. bezeichnete die Templer in seiner Bulle Omne Datum Optimum von 1139, durch welche der Rechtsstatus der Templer innerhalb der Christenheit festgelegt wurde, als religio, also als eine kirchenrechtlich anerkannte Gemeinschaft, die sich dem Leben nach einer Ordensregel und unter Einhaltung des mönchischen Gelübde, der Armut, Keuschheit und Gehorsam verschrieben hat. Außerdem wurde der Orden der päpstlichen Autorität unterstellt und erhielt eine eigene Gerichtsbarkeit.[8] Durch zahlreiche Schenkungen erhielt der Orden neue Mitglieder und häufte viele Schätze an, die er dazu benutzte, Finanzpolitik zu betreiben und sich auch in die weltlichen Angelegenheiten, so wie in die Politik einzumischen.[9]

4. Aufbau

Der Templerorden besaß eine strenge, hierarchisch aufgebaute Ordnung, die sich an die Ständeordnung im Mittelalter, nämlich die der Kämpfenden, die Ritter, der Betenden, die Kapläne, und die der Arbeitenden, die dienenden Brüder, orientierte.[10] Die Kapläne waren die einzigen Priester des Ordens, die Gottesdienste hielten und die Beichte abnehmen. Der Stand der Kämpfenden wurde in Ritter und dienende Brüder unterteilt, der die soziale Kluft zwischen Adligen und Nichtadligen deutlich aufzeigte. So konnten nur die Adligen Ritter werden, die als Nachkommen von einem Ritter abstammten, auch weil nur sie das Geld hatten, ein gutes Pferd und eine gute Ausrüstung zu kaufen.[11] Die dienenden Brüder, servientes, waren nur leicht bewaffnet und ungeübt. Somit lässt sich feststellen, dass die gesellschaftliche Stellung in der Welt auch den Platz in der Hierarchie im Orden bestimmte.[12] Zu den drei Klassen kamen auch die milites ad terminum hinzu, Ritter, die sich nur für eine bestimmte Zeit dem Ordensleben verpflichteten. Die donati waren Menschen, die sich selbst und Teile ihres Besitzes an den Orden vermachten ihres Seelenheils wegen. Schließlich gab es noch die confratres, Förderer des Ordens, zu denen auch Frauen gehören konnten.[13]

[...]


[1] Alain Demurger: Die Templer. Aufstieg und Untergang, 1118-1314, München 1991, S. 20f. (im Folgenden zitiert als: Demurger: Der Aufstieg und Untergang der Templer)

[2] Demurger: Der Aufstieg und Untergang der Templer, S. 21.

[3] Anthony Luttrell: Der Johanniter- und Templerorden, in: Feliciano Novoa Portela/ Carlos de Ayala Martínez (Hgg.): Ritterorden im Mittelalter, Stuttgart 2006, S. 45-76, S. 46. (im Folgenden zitiert als: Luttrell: Templer)

[4] Demurger: Der Aufstieg und Untergang der Templer, S. 23.

[5] Alain Demurger: Art. Templer, in LexMa 8 (1997), Sp. 534-537, Sp. 535. (im Folgenden zitiert als: Demurger: Templer)

[6] Demurger: Templer, Sp. 535

[7] Christian Vogel: Das Recht der Templer. Ausgewählte Aspekte des Templerrechts unter besonderer Berücksichtigung der Statutenhandschriften aus Paris, Rom, Baltimore und Barcelona (Vita Regularis. Abhandlungen 33), Münster 2007, S. 32f. (im Folgenden zitiert als: Vogel: Templer)

[8] Vogel: Templer, S. 38f.

[9] Luttrell: Templer, S. 47f.

[10] Demurger: Der Aufstieg und Untergang der Templer, S.76.

[11] Nikolas Jaspert: Die Kreuzzüge, 5. bibliographisch aktualisierte Auflage, Darmstadt 2010, S. 148. (im Folgenden zitiert als: Jaspert: Kreuzzüge)

[12] Demurger: Der Aufstieg und Untergang der Templer, S. 77.

[13] Demurger: Der Aufstieg und Untergang der Templer, S. 78f.

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Der Templerorden als typische Grenzinstitution
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
7
Katalognummer
V273003
ISBN (eBook)
9783656649557
ISBN (Buch)
9783656649526
Dateigröße
408 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Templerorden, Ritterorden, Die Templer, Templer
Arbeit zitieren
Mishel Marcus (Autor), 2013, Der Templerorden als typische Grenzinstitution, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273003

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