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Die Französische Revolution als Ausdruck politischer Gewalt?

Title: Die Französische Revolution als Ausdruck politischer Gewalt?

Seminar Paper , 2013 , 10 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Mishel Marcus (Author)

History - Miscellaneous
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Der Historiker Hans-Ulrich Thamer bezeichnete einst die Französische Revolution als „Laboratorium der Moderne“, indem diese einen wichtigen Prozess der Politisierung der Gesellschaft auslöste und damit den Durchbruch zur politischen Freiheit erkämpfte. Die Revolution setzte zwar enorme gesellschaftliche und politische Gestaltungsmöglichkeiten frei, aber sie führte nicht unbedingt in eine neue, in sich stabile Ordnung. Das von den Verfassungsstiftern in der Nationalversammlung anfangs als kompaktes Neugestaltungsprogramm konzipiert, erwies sich in Verbindung mit dem revolutionären Prozess als ein höchst komplexes Unterfangen, das die rationale Gestaltungskraft zunehmend überforderte und bald außer Kontrolle geriet .

In diesem Zusammenhang soll im Folgenden anhand des Forschungsansatzes des französischen Historikers François Furet untersucht werden, ob in den Ideen von 1789 das „Abgleiten“ (dérapage) der Revolution in politische Gewalt und in eine systematische Politik der Schreckensherrschaft bereits angelegt war. Anders als die sozialistisch-marxistischen Forscher (u.a. A. Mathiez, G. Lefebvre, A. Soboul, W. Markov), die die Französische Revolution im Sinne des historischen Materialismus als das Ergebnis eines Klassenkampfes interpretieren, liegt das Hauptaugenmerk von François Furet auf der Erforschung der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte . Als Eckdaten gelten die Jahre 1789 bis 1799.

Die vorliegende Arbeit soll zuerst die Ursachen der Französischen Revolution beleuchten. Dem schließen sich die konkreten Abläufe der Revolution bei den Generalständen in Versailles, der Stadtbevölkerung in Paris und bei den Provinzstädten sowie den Bauern auf dem Land an. Im weiteren Verlauf sollen die Auswirkungen der politischen Radikalisierung ab 1791 thematisiert werden. Im letzten Abschnitt wird das Ergebnis der vorliegenden Hausarbeit in einem Fazit zusammengefasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Krise des Ancien Régime

3. Die Entstehung der Revolution

4. Drei Ereignisse – eine Revolution

5. Die revolutionäre Eskalation

6. Der terreur

7. Herrschaft der Thermidorianer und Bonapartes Machtübernahme

8. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis des Forschungsansatzes von François Furet, inwiefern das „Abgleiten“ der Französischen Revolution in politische Gewalt und Schreckensherrschaft bereits in den Ideen von 1789 angelegt war. Dabei wird der historische Verlauf von den Ursachen über die Radikalisierung bis hin zur Machtübernahme durch Napoleon Bonaparte analysiert.

  • Ursachen der Krise des Ancien Régime
  • Die Entstehung und Etablierung revolutionärer Kräfte
  • Die Dynamik der Radikalisierung ab 1791
  • Strukturen und Mechanismen der Schreckensherrschaft (terreur)
  • Der Übergang zur Ära der Thermidorianer und Napoleon Bonaparte

Auszug aus dem Buch

Die Entstehung der Revolution

Die Reformkräfte wurden zum Teil von einer einflussreichen Schicht liberaler Adliger unterstützt und konnten sich maßgeblich auf die Akzeptanz weiter Teile der Bevölkerung stützen. Für die Mobilisierung der Bevölkerung im Frühjahr 1789 spielte die demographische Entwicklung eine entscheidende Rolle. Denn im Laufe des 18. Jahrhunderts war Frankreich aufgrund des Bevölkerungswachstums und sinkender Kindersterblichkeit zu einer jugendlich geprägten Gesellschaft geworden, in der viele Menschen auf allen Ebenen nach neuen Positionen suchten und sich nach sozialen und politischen Veränderungen sehnten. Die ständische Privilegienordnung mit Steuerfreiheit und exklusivem Zugang des Adels und des Klerus zu den besseren Positionen im Staat brachte die Kritik eines Bürgertums zum Ausdruck, das im Lichte der Aufklärung an seinen Leistungen gemessen werden wollte. Die Wahlen zu den Generalständen, bei denen alle über 25-jährigen Männern wahlberechtigt waren, führten zu einer umfassenden Politisierung der Bevölkerung. Es ging ihnen nun nicht mehr darum, die Königsherrschaft durch den Rückgriff auf ständische Repräsentationsformen einzuschränken, sondern sie strebten eine grundlegende Neuordnung der politischen Repräsentation an, in der die gesellschaftliche Relevanz des Dritten Standes einen angemessenen Ausdruck finden sollte.

Die Missernte von 1788 und der sehr strenge Winter von 1788/89 führten zum Anstieg des Getreidepreises. Während die Speicher der weltlichen und geistlichen Grundherren mit Produkten gefüllt waren, überrollte eine Welle von Hungersnöten das Land, die die grundsätzlichen Wiedersprüche und Probleme der sozialen Ordnung offenlegten und dem politischen Prozess damit einen neuen Impuls gaben. Die Landbevölkerung distanzierte sich dadurch vor allem gegen die Reste der längst unterhöhlten Feudalordnung und gegen ihre diversen Abgabeverpflichtungen. Die mit der Lebensmittelknappheit verbundene Hungersnot und die ungleiche Verteilung von Reichtum und Armut riefen in den Städten Proteste hervor, die sich am Ende April 1789 zu einem allgemeinen Aufstand ausweiteten, als die Arbeiter der Papierfabrik Réveillon im Pariser Vorort Saint-Antoine für höhere Löhne zu streiken begannen. Bei der Niederschlagung der Unruhen kam es zu Hunderten von Toten. Als die Generalstände in Versailles zusammentraten, herrschte in Paris und in weiten Teilen Frankreichs eine aufgewühlte und vorrevolutionäre Stimmung, die Fahrt aufnahm, als der

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Französischen Revolution als "Laboratorium der Moderne" ein und erläutert den Fokus auf François Furets Forschungsansatz.

2. Die Krise des Ancien Régime: Das Kapitel analysiert die finanziellen und innenpolitischen Konflikte des vorrevolutionären Frankreichs, die zur Einberufung der Generalstände führten.

3. Die Entstehung der Revolution: Hier werden die demographischen, sozialen und wirtschaftlichen Ursachen der Revolution sowie die Politisierung des Dritten Standes beleuchtet.

4. Drei Ereignisse – eine Revolution: Dieser Abschnitt beschreibt den Auftakt zur Revolution, symbolisiert durch den Sturm auf die Bastille und die Munizipalrevolution.

5. Die revolutionäre Eskalation: Das Kapitel untersucht die Radikalisierung nach 1791, bedingt durch Krieg und Furcht vor Verschwörungen, die zu den Septembermorden führten.

6. Der terreur: Hier wird die Phase der Schreckensherrschaft, ihre Zentralisierung unter Robespierre und die ideologische Rechtfertigung des Terrors analysiert.

7. Herrschaft der Thermidorianer und Bonapartes Machtübernahme: Das Kapitel behandelt die Konsolidierungsversuche der Thermidorianer sowie den Aufstieg Napoleon Bonapartes.

8. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst das Ergebnis zusammen und diskutiert die Ambivalenz der Revolution sowie ihr Vermächtnis als Modell der Moderne.

Schlüsselwörter

Französische Revolution, Ancien Régime, François Furet, Radikalisierung, Generalstände, Aufklärung, Schreckensherrschaft, terreur, Robespierre, Bastille, Septembermorde, Thermidorianer, Napoleon Bonaparte, Moderne, Volkssouveränität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Französische Revolution von 1789 bis 1799 mit einem speziellen Fokus auf die Frage, ob die spätere Gewalteskalation und der Terror bereits in den frühen Revolutionsideen angelegt waren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Krise des Absolutismus, die Rolle des Dritten Standes, die Dynamiken der Radikalisierung, die Schreckensherrschaft unter Robespierre sowie der Übergang zum napoleonischen Zeitalter.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, anhand des Forschungsansatzes von François Furet zu klären, warum und wie die Revolution in ein "Abgleiten" (dérapage) in Gewalt und systematischer Schreckensherrschaft mündete.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung zentraler fachwissenschaftlicher Literatur und zeitgenössischer Forschungsansätze basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte: von der Krise des Ancien Régime über die Entstehung der Revolution und ihre Eskalationsphasen bis hin zur Konsolidierung unter den Thermidorianern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie Französische Revolution, Radikalisierung, terreur, Aufklärung, Volkssouveränität und den Forschungsansatz von François Furet.

Welche Rolle spielten die "Septembermorde" für die Revolution?

Die Septembermorde gelten als eines der dunkelsten Kapitel der Revolution und markieren den Wendepunkt der politischen Radikalisierung und den Ausbruch einer kollektiven Psychose vor der Ausrufung der Republik.

Warum wird die Revolution als „Laboratorium der Moderne“ bezeichnet?

Der Historiker Hans-Ulrich Thamer verwendet diesen Begriff, weil die Revolution fundamentale politische Ausdrucksformen, eine demokratische Kultur und eine bürgerlich-individualistische Gesellschaftsverfassung hervorbrachte, die das 19. und 20. Jahrhundert prägten.

Wie bewertet der Text die Rolle von Robespierre?

Robespierre wird als führende Figur der Jakobiner im Wohlfahrtsausschuss dargestellt, dessen Wirken eng mit der systematischen Zentralisierung der revolutionären Macht und dem blutigsten Abschnitt der Schreckensherrschaft verbunden ist.

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Details

Title
Die Französische Revolution als Ausdruck politischer Gewalt?
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
2,7
Author
Mishel Marcus (Author)
Publication Year
2013
Pages
10
Catalog Number
V273004
ISBN (eBook)
9783656649540
ISBN (Book)
9783656649533
Language
German
Tags
Französische Revolution Politische Gewalt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mishel Marcus (Author), 2013, Die Französische Revolution als Ausdruck politischer Gewalt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273004
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