Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Media Pedagogy

Der strukturanalytische Ansatz nach Michael Charlton und Klaus Neumann-Braun

Title: Der strukturanalytische Ansatz nach Michael Charlton und Klaus Neumann-Braun

Seminar Paper , 2000 , 20 Pages

Autor:in: Katrin Miller (Author)

Pedagogy - Media Pedagogy
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Ausgiebig gingen die Meinungen darüber auseinander, wie aktiv bzw. passiv die Rolle des Medienkonsumenten - und somit des Rezipienten - zu sehen ist. Die traditionelle Rezeptionsforschung ging lange Zeit von einem sehr einfachen Stimulus-Response – Denken aus und ließ den Rezipienten damit eine eher passive Rolle zukommen, da sie „[...]als (mehr oder weniger) reizkontrollierte, in ihren Verhaltensweisen umweltdeterminierte und reaktive Menschen betrachtet [...]“ wurden. Nicht zu Unrecht wurde von Kritikern der sehr einseitige und linear vom Sender zum Empfänger verlaufende Massenkommunikationsprozeß und die zu sehr isolierte Rolle des Rezipienten angefochten!

Erst durch eine Wende in der Sozialforschung, die sich von der klassischen Wirkungsforschung abhob, wurde der Rezipient als aktives Handlungssubjekt aufgefaßt, das selbstverantwortlich über sich und sein Leben in der Gesellschaft bestimmt und sein Handeln - und darin eingeschlossen: sein Medienhandeln zielgerichtet bestimmt. Aus dieser Perspektive werden Medieninhalte nicht mehr als Ursache angesehen, die im Konsumenten / Rezipienten Veränderungen nach regelhaften Schemata bewirken. Vielmehr wird der Mediennutzer nun als selbstverantwortliche Person aufgefaßt, die in bestimmtem Rahmen selbst entscheidet, welche Medieninformation sie gebrauchen will.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Neuakzentuierung im forschungsmethodologischen Bereich

2. Der strukturanalytische Ansatz von Michael Charlton und Klaus Neumann-Braun

2.1 Die 3 Ebenen der Handlungskonstruktion bzw. -koordination

2.1.1 Situativer und kultureller Kontext

2.1.1.1 kulturelles Sinnsystem

2.1.1.2 Sozialer Kontext

2.1.1.3 Das Subjekt

2.1.2 Phasen des eigentlichen Rezeptionsprozeß

2.1.2.1 Handlungsleitendes Thema

2.1.2.2 Medienrezeptionshandlung

2.1.3 Aufgaben der Lebensbewältigung und Identitätswahrung

2.2 Methodologie und Verfahren

2.3 Einzelfalldarstellungen

2.3.1 Die Falldarstellung "Moritz"

2.3.2 Die Falldarstellung "Esther"

2.3.3 Die Falldarstellung "Paul"

2.3.4 Die Falldarstellung "Wolfram"

3. Kritische Anmerkungen

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den strukturanalytischen Ansatz von Michael Charlton und Klaus Neumann-Braun, um die komplexe Rolle des aktiven Medienrezipienten im familiären Kontext zu beleuchten. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie Mediengebrauch und kindliche Identitätsentwicklung sowie Lebensbewältigung zusammenhängen.

  • Grundlagen des strukturanalytischen Ansatzes nach Charlton und Neumann-Braun
  • Die Bedeutung von Handlungsleitenden Themen in der Medienrezeption
  • Rolle des sozialen Kontextes und der Familie bei der Mediennutzung
  • Medienrezeption als aktiver Prozess der Identitätsbildung und Lebensbewältigung
  • Methodische Vorgehensweise der qualitativen Rezeptionsforschung

Auszug aus dem Buch

2.1.2.2 Medienrezeptionshandlung

Der Prozeß der Medienrezeptionshandlung besteht aus den Phasen thematisch voreingenommenes Sinnverstehen, Rezeptionssteuerungsstrategien und Spiegelung, wobei die Spannung von Identifikation und reflexiver Distanzierung als zentraler Punkt betrachtet werden muß.

Der Rezipient befindet sich zunächst in der Phase der thematischen Voreingenommenheit gegenüber den rezipierten Inhalten. Die einzelnen Medieninhalte besitzen im Leben ihrer Rezipienten unterschiedliche thematische Relevanz, je nach dem, welche Bedürfnisstruktur und welcher Grad der kognitiven Kompetenz beim Rezipienten vorliegt. So konnten Charlton und Neumann-Braun zeigen, daß in 39 von 80 Fällen das Kind oder die vorlesende Person die Mediengeschichte von vornherein so auswählten, daß das subjektive Thema des Kindes darin im Mittelpunkt stand. Die Zuwendung zu einzelnen Medieninhalten ist von diesem Faktor stark beeinflußt und sollte nach Charlton und Neumann-Braun als eigenständige Phase des Rezeptionsprozeß betrachtet werden. Denn die „[...] Voreingenommenheit beeinflußt nicht nur die Themenwahl, sondern auch die Ausdauer bei der Mediennutzung (Persistenz) und den Grad der inneren Beteiligung am Mediengeschehen (Involvment).“

„Kinder setzen sich mit sich und der Welt individuell durch ´die Brille´ ihres jeweiligen ´Entwicklungsthemas´ auseinander.“ Dadurch wird nicht nur das Verstehen und das Deuten der Medienbotschaften beeinflußt, sondern auch das „[...]erlebnismäßige Teilnehmen am Gesehenen oder Gehörten und Gelesenem.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Neuakzentuierung im forschungsmethodologischen Bereich: Dieses Kapitel skizziert den Paradigmenwechsel in der Medienforschung hin zu einer aktiven, lebensweltorientierten Perspektive auf den Rezipienten.

2. Der strukturanalytische Ansatz von Michael Charlton und Klaus Neumann-Braun: Das Hauptkapitel erläutert das theoretische Modell der Medienrezeption, das Handlungs- und Prozesselemente sowie soziale Einbettungen integriert.

2.1 Die 3 Ebenen der Handlungskonstruktion bzw. -koordination: Hier werden der situative Kontext, der Rezeptionsprozess und die Identitätswahrung als zentrale Ebenen der Handlungstheorie definiert.

2.1.1 Situativer und kultureller Kontext: Dieses Unterkapitel beschreibt, wie kulturelle Sinnsysteme, der soziale Kontext und die Rolle des Subjekts den Rahmen der Medienrezeption bilden.

2.1.2 Phasen des eigentlichen Rezeptionsprozeß: Die Analyse konzentriert sich hier auf handlungsleitende Themen und die Phasen der eigentlichen Medienrezeptionshandlung.

2.1.3 Aufgaben der Lebensbewältigung und Identitätswahrung: Es wird die Aneignungsphase thematisiert, in der Medien zur Unterstützung der Identitätsentwicklung und zur Bewältigung des Alltags dienen.

2.2 Methodologie und Verfahren: Dieses Kapitel stellt die teilnehmende Beobachtung im familiären Umfeld als zentrale Erhebungsmethode der Untersuchung dar.

2.3 Einzelfalldarstellungen: Hier werden die theoretischen Basistheorien anhand von konkreten Fallbeispielen wie "Moritz" oder "Paul" illustriert.

3. Kritische Anmerkungen: Das abschließende Kapitel reflektiert den Nutzen und die Grenzen des Modells, insbesondere hinsichtlich des Anspruchs auf Allgemeingültigkeit.

Schlüsselwörter

Strukturanalytische Rezeptionsforschung, Mediensozialisation, Lebensbewältigung, Identitätsentwicklung, Medienpädagogik, Qualitatives Verfahren, Kindliche Medienrezeption, Handlungsleitendes Thema, Familiärer Kontext, Medienkompetenz, Sinnstruktur, Rezeptionsstrategien, Individuelle Bedürfnisstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den strukturanalytischen Ansatz zur Medienrezeption von Kindern, der von Michael Charlton und Klaus Neumann-Braun entwickelt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Rolle des Rezipienten als aktives Subjekt, die Mediensozialisation im familiären Umfeld sowie der Zusammenhang von Mediennutzung und Identitätsaufbau.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Regeln zu untersuchen, nach denen Kinder mit Medien umgehen, und die Bedeutung des Mediengebrauchs für die individuelle Lebensbewältigung im Familienkontext aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine qualitativ orientierte Medienforschung genutzt, deren Kern die teilnehmende Beobachtung im häuslichen Umfeld der Kinder bildet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in das Struktur- und Prozessmodell der Medienrezeption, die methodische Vorgehensweise der Fallstudien und die theoretischen Ebenen der Handlungskonstruktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Strukturanalytische Rezeptionsforschung, Lebensbewältigung, Identitätsentwicklung, Mediensozialisation und Handlungsleitende Themen.

Wie unterscheidet sich dieser Ansatz von der klassischen Wirkungsforschung?

Im Gegensatz zum einfachen Stimulus-Response-Modell betrachtet dieser Ansatz den Rezipienten als selbstverantwortliche Person, die Medien aktiv zur Gestaltung ihres Alltags nutzt.

Welche Rolle spielt das Familienumfeld in diesem Modell?

Die Familie fungiert als sozialer Kontext und "Interaktionshelfer", der den Medienkonsum strukturiert und beeinflusst, wie das Kind Medienbotschaften verarbeitet.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
Der strukturanalytische Ansatz nach Michael Charlton und Klaus Neumann-Braun
College
University of Augsburg  (Lehrstuhl Medienpädagogik)
Author
Katrin Miller (Author)
Publication Year
2000
Pages
20
Catalog Number
V27301
ISBN (eBook)
9783638293860
Language
German
Tags
Ansatz Michael Charlton Klaus Neumann-Braun
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Miller (Author), 2000, Der strukturanalytische Ansatz nach Michael Charlton und Klaus Neumann-Braun, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27301
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint