Bereits 1997 schrieb die damalige deutsche Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth im Heilpraktiker Jahrbuch, dass die Bedeutung der Naturheilkunde in den Jahren davor zugenommen habe. Mittlerweile gehen an die zehn Millionen Bundesbürger regelmäßig oder gelegentlich zum Heilpraktiker. Das Bedürfnis nach Naturheilverfahren ist in den letzten Jahren nachhaltig gestiegen. Zu den Aufgaben und Tätigkeiten eines Heilpraktikers gehören die Anamnese (Erfragen der Lebens- und Umweltbedingungen des Patienten) und das Erstellen einer Diagnose (Zuordnen von Beschwerden und Symptomen zu einem Krankheitsbild), das Führen von Beratungsgesprächen und das Durchführen therapeutischer Maßnahmen sowie die Organisation der Praxis.
In der Auswahl der angewandten Diagnose und Therapieverfahren ist der Heilpraktiker völlig frei. Jedoch ist die zuständige Gesundheitsbehörde im Einzelfall ermächtigt, eine Behandlungsmethode, deren Wirksamkeit und Gefährlichkeit umstritten ist, durch Ordnungsverfügung zu untersagen.
Diese Arbeit beleuchtet den Beruf des Heilpraktikers und seine Hintergründe, rechtlichen Anforderungen und Formen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung zum Thema
1.2. Historischer Hintergrund
1.3. Aktuelle Umfragen zur Naturheilkunde
1.4. Zahlen und Fakten
1.5. Trends und Entwicklungen
1.6. Erfolgsfaktoren und Problemfelder des Berufsstandes
1.7. Persönliche Anforderungen
2. Rechtliche Erfordernisse
2.1. Rechtliche Grundlage des Heilpraktikerberufs
2.2. Relevante Gesetze und Vorschriften
2.2.1. Heilpraktikergesetz
2.2.2. Gesetzliche Einschränkungen
2.2.3. Wettbewerbsgesetze
2.2.4. Sonstige Vorschriften
2.3. Pflichten des Heilpraktikers
2.3.1. Berufsordnung
2.3.2. Aufklärungspflicht
2.3.3. Sorgfaltspflicht
2.3.4. Schweigepflicht
2.4. Behandlungsvertrag
2.5. Kontrollen
3. Betätigungsfelder
3.1. Haupttätigkeit als Therapeut
3.2. Nebentätigkeiten
3.2.1. Kurse, Seminare, Vorträge
3.2.2. Verband, Arzneimittelkommission, Prüfungsgremium
3.2.3. Veröffentlichungen
3.2.4. Lehrauftrag
3.2.5. Verkauf
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über das Berufsbild des Heilpraktikers in Deutschland zu geben, indem sie dessen historische Entwicklung, die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die vielfältigen Betätigungsfelder analysiert, um angehenden Praktikern Orientierung zu bieten.
- Historische Entwicklung und aktueller Status des Heilpraktikerberufs in Deutschland
- Detaillierte Analyse der rechtlichen Grundlagen und Pflichten
- Auseinandersetzung mit Erfolgsfaktoren und aktuellen Medientrends
- Vielfältige Möglichkeiten der beruflichen Betätigung innerhalb und außerhalb der Praxistätigkeit
Auszug aus dem Buch
1.2. Historischer Hintergrund
Die Gewerbeordnung von 1869 gab Bürgern im Deutschen Reich, die sich berufen fühlten, Krankheiten zu erkennen und zu heilen, die Möglichkeit, ein Schild an der Tür anzubringen und Kranke mit Schlangengift, Heilerde oder sonstigen, beliebigen Heilmitteln zu behandeln. Einzig das Ausüben der Heiltätigkeit im Umherziehen war verboten. Auf verschiedenen Jahrmärkten Heilelixiere anzubieten und Kranke zu behandeln, wie vormals üblich, war durch die Gewerbeordnung strafbar geworden. Unter dem nationalsozialistischen Regime wurde im Jahre 1939 ein Gesetz erlassen, das es für Heilkundige, die keine Ärzte waren, erforderlich machte eine Erlaubnis zu besitzen. Zugleich wurde den Heilern verboten, Ausbildungsstätten einzurichten. Somit war der Berufsstand auf Eis gelegt. Nur wenigen Ausnahmetalenten gelang es, durch ein Gutachtergremium zum Arzt für Naturheilkunde ernannt zu werden.
Nach dem Krieg organisierten sich die Heilpraktiker und zogen vor Gericht. 1957 entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass nach rechtsstaatlichen Grundsätzen jeder Bewerber einen Anspruch auf Erteilung der Berufserlaubnis besitzt [vgl. Mehler 1986, 121].
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung zum Thema: Dieses Kapitel definiert den Heilpraktikerberuf, erläutert dessen Bedeutung im Gesundheitssystem und beleuchtet aktuelle Statistiken sowie Trends.
2. Rechtliche Erfordernisse: Das Kapitel bietet eine fundierte Übersicht über das Heilpraktikergesetz, einschlägige Vorschriften sowie die berufsspezifischen Pflichten und Kontrollmechanismen.
3. Betätigungsfelder: Hier werden die verschiedenen Optionen zur beruflichen Entfaltung dargestellt, angefangen bei der therapeutischen Arbeit bis hin zu Nebentätigkeiten wie Dozententätigkeit oder Veröffentlichungen.
Schlüsselwörter
Heilpraktiker, Naturheilkunde, Heilpraktikergesetz, Praxiseröffnung, Gesundheitsmarkt, Berufsordnung, Behandlungsmethoden, alternative Medizin, Rechtssicherheit, Patientenberatung, Praxisführung, Selbstständigkeit, Heilberufe, Medizinisches Versorgungszentrum, Fortbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet das Berufsbild des Heilpraktikers unter historischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind die historische Entwicklung, die rechtlichen Voraussetzungen der Ausübung, die Pflichten sowie die vielfältigen Betätigungsmöglichkeiten.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es, ein umfassendes Nachschlagewerk für (angehende) Heilpraktiker zu schaffen, das Klarheit über regulatorische und praktische Aspekte bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse von Gesetzestexten, Urteilen, Studien und Branchenberichten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der rechtlichen Grundlagen, die Pflichten des Berufsstandes sowie eine detaillierte Analyse der beruflichen Betätigungsfelder.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Heilpraktikergesetz, Naturheilkunde, Praxiseröffnung, Berufsordnung und Gesundheitsmarkt.
Warum ist das Heilpraktikergesetz von 1939 für heutige Heilpraktiker relevant?
Es bildet die nach wie vor gültige rechtliche Grundlage für die Berufsausübung ohne ärztliche Bestallung in Deutschland.
Welche Rolle spielen die Berufsverbände für den einzelnen Heilpraktiker?
Verbände bieten Interessenvertretung, Organisation von Fortbildungen und definieren durch ihre Berufsordnungen (BOH) freiwillige Standards für die Berufsausübung.
Warum ist die räumliche Trennung bei Nebentätigkeiten wie dem Verkauf von Waren steuerrechtlich wichtig?
Eine saubere Trennung zwischen der heilkundlichen Tätigkeit und gewerblichen Verkaufsaktivitäten ist für die steuerliche Einordnung der Praxis unerlässlich.
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- Diplom Betriebswirt (FH) Ulrich Andrös (Author), 2008, Der Beruf des Heilpraktikers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273088