Bearbeitung zum Roman 1984 von George Orwell


Facharbeit (Schule), 2014
33 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhalt

Vorwort des Verfassers

Biographie des Autors – George Orwell

Inhaltsangabe

Thema des Buches
Die Zensur
Die Politik – Unterdrückung mit System
Die Gesellschaft
Der Überwachungsstaat
Die Kontinente

Interpretation und Historischer Bezug

Charakterisierung - Winston Smith

Aktueller Bezug

Philosophische Betrachtung

Persönlicher Kommentar – Rezension

Sammlung wichtiger Textstellen

Symbole

Glossar

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Vorwort des Verfassers

„Freiheit bedeutet die Freiheit, zu sagen, daß zwei und zwei vier ist. Gilt dies, ergibt sich alles Übrige.“[1] Mit diesem Zitat möchte ich in das Buch 1984 von George Orwell einsteigen. Ich glaube in unserer Zeit, in einem Land wie Deutschland und den meisten anderen demokrati­schen Ländern, würde jeder dieser Aussage zustimmen. Dem Sinn nach: solange man die Wahrheit aussprechen darf ist man frei. George Orwell hat eine Welt geschaffen, in der sogar der Gedanke an eine solche Wahrheit strafbar ist und in der die Welt von einer totalitaristi­schen Partei regiert wird. In dieser Literaturbearbeitung werde ich auf verschiedene Themen des Romans eingehen und diese bearbeiten. Der Historische Bezug und insbesondere der ak­tuelle Bezug im digitalen Zeitalter mit NSA und Leuten wie Edward Snowden sind hierbei be­sonders interessant und werden ein Schwerpunkt dieser Erarbeitung sein. Während des Le­sens kommt man gar nicht darum herum sich Gedanken über die Möglichkeit eines solchen Totalitarismus in unserer Zeit zu machen. George Orwell wirft in seinem Roman viele Fragen auf, wie die Frage nach Freiheit, zu der ich nun zurück kommen möchte. Solche Fragen bieten Diskussionsraum und auch wenn es nicht unbedingt soweit gehen muss wie im Buch 1984, kann man sich die Frage stellen, ob die Überwachung heutzutage noch etwas mit Freiheit zu tun hat. Ich möchte hierzu kurz meine Meinung äußern, da solche Betrachtungen, auch wenn sie nicht unbedingt zum Deutschunterricht gehören, meiner Meinung nach sehr wichtig für die Bearbeitung des Romans sind.

Sie haben die Freiheit diese Bearbeitung zu lesen, aber sie werden daraus keine Schlussfolge­rungen ziehen können, denn jegliche Schlussfolgerung, die sie hieraus ziehen ist falsch auch wenn sie logisch zu sein scheint. Denn die Wahrheit ist, was der „Große Bruder“ sagt.

„Und wenn alle anderen die von der Partei oktroyierten Lügen akzeptierten- wenn alle Be­richte gleich lauteten- dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.“[2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 George Orwell (http://static.guim.co.uk/sys-images/Observer/Pix/pictures/2009/5/9/1241876037386/George-Orwell-001.jpg)

Biographie des Autors – George Orwell

George Orwell wurde am 25. Juni 1903 in Motihari, damals Britisch-Indien mit dem Namen Eric Arthur Blair geboren. Als Sohn eines indischen Koloniebeamten und Bruder zweier Schwestern wuchs er in Henley-on-Thames in Oxfordshire auf nachdem er mit seiner Mutter und seiner älteren Schwes­ter dorthin umgezogen war. Der Vater blieb aufgrund seines Jobs in Indien und kehrte erst zu seiner Pensionierung 1921 zur Familie zurück. 1909-1911, im Alter von 6-8 Jahren, besuchte er die Kirchen­schule in Henley-on-Thames und wechselte auf ein Internat für Kinder der Oberschicht. Dort bekam er aufgrund seiner Leistungen ein Stipendium. Er wollte nicht wirklich studieren, sondern lebte den Traum Schriftsteller zu werden und wechselte deshalb von Wellington (1917) aufs Eton College wo er bis 1921 blieb.

Dann folgte ein auch für den Roman 1984 prägender Aufenthalt in Burma (Indien), wo er bei der bri­tischen Kolonialpolizei arbeitete. Aus Protest gegen deren menschenverachtendes und unterdrü­ckendes Vorgehen verließ er diesen Dienst 1927 wieder um nach England zurückzukehren. Danach lebte er in Armut in England und erst nach einem einjährigen Zwischenaufenthalt in Paris fand er sich letztendlich krank in England wieder, wo er dann zum ersten Mal seit dieser Zeit in Armut in Teilzeit­jobs als Privatlehrer und Buchhändler arbeitete. “Arme waren für ihn Opfer der Unterdrückung des Staates, was ihn an seine Zeit als Kolonialpolizist erinnerte.“[3] Bereits bis zu diesem Zeitpunkt hielt Orwell viele seiner Erlebnisse in Berichten fest, beispielsweise seine Erlebnisse bei der Kolonialpolizei oder sein Leben in Armut.

1937 nahm er am Spanischen Bürgerkrieg teil und kämpfte dort auf der Seite der Sozialisten. Er wurde dann im Bürgerkrieg schwer verwundetet und floh aus Spanien, wo er viele seiner Kameraden zurückließ. Ab 1939 arbeitete er als Buchkritiker, da er aufgrund einer latenten Tuberkuloseerkran­kung[4] keinen Kriegsdienst leisten musste.

Im Juni 1941 bekam er ein Stellenangebot von der BBC, wo er Kriegspropaganda schrieb. Aufgrund der dort herrschenden Zensur der er unterlag, kündigte er 1943 dann wieder. Auch seine Arbeit bei BBC hatte starken Einfluss auf seinen Roman 1984, da er die Atmosphäre bei der BBC mit der im Ro­man vergleicht. Danach schrieb er als Kriegsberichterstatter und kehrte 1944 aufgrund des plötzli­chen Todes seiner Frau nach England zurück.

„In einer Zeit des Universalbetruges ist die Wahrheit zu sagen eine revolutionäre Tat!“- George Orwell

Erst 1945 schrieb er den Roman „Die Farm der Tiere“ mit dem Ihm ein Durchbruch gelang und mit dem der bisher weniger erfolgreiche Autor in die Weltliteratur einging. Der Roman ist eine Satire des Scheiterns der Revolution aus dem Grunde, dass der Stalinismus dem Sozialismus seiner Meinung nach widersprach und damit „verraten“ hatte. Er selbst war Sozialist und Antikommunist, was der Grund für diese Satire war. Im Juni 1949 veröffentlichte er den Roman 1984 als eine Dystopie[5] der Entwicklung nach der Industriealisierung zum totalitären Überwachungsstaat. Er war prägend für weitere Romane dieser Art und ist vermutlich der bekannteste Roman Orwells. Der Ausdruck „big brother is watching you“ beispielsweise, wurde aufgrund dieses Romans berühmt.

Am 21. Januar 1950 starb George Orwell in London an seiner Tuberkulose, die kurz zuvor ausgebro­chen war.

Insbesondere seine politischen Einstellungen prägten sein Leben und auch seine Romane. Seine Er­lebnisse bei der Kolonialpolizei und sein Leben in Armut bestätigen seine politische Überzeugung und sind ebenso prägend für seine Romane wie seine Arbeit bei der BBC.

2007 wurde aufgrund eines Dossiers des Britischen Geheimdienstes bekannt, dass George Orwell von 1929 an bis zum zweiten Weltkrieg unter Verdacht Kommunist zu sein von Scotland Yard beobachtet wurde. Dem Geheimdienst wurde jedoch klar, dass Orwell überzeugter Antikommunist war. 1949 erschien dann der Roman, der den Überwachungsstaat kritisiert und vor dem Totalitarismus warnt.

Inhaltsangabe

In dem Roman 1984 von George Orwell, 1949 in London erschienen, geht es um Winston Smith, der in einem unterdrückendem, totalitaristischem Überwachungsstaat lebt und versucht sich gegen die­sen Aufzulehnen. Winston zerbricht letztendlich daran.

Winston Smith lebt in einer Welt, die sich in drei Kontinente einteilt: Eurasien, Ostasien und Ozea­nien. Winston lebt in Ozeanien, welches von der „Partei“ totalitär beherrscht wird. An der Spitze der Partei steht der „Große Bruder“, den niemand jemals persönlich gesehen hat, der lediglich in Propa­gandaansagen auf dem Teleschirm sichtbar wird. Die Gesellschaft wird durch die Partei in drei Schichten eingeteilt: Die Elite, die auch als Innere Partei bezeichnet wird, die Parteiangestellten oder auch Äußere Partei, und die Proles, welche die breite Masse darstellen und sich dem Einfluss der Partei weitgehend entziehen, was Winston im Laufe des Buches immer mehr bewundert. Diese leben jedoch in Armut.

Leitspruch der Partei lautet; „Krieg ist Frieden“, “Freiheit ist Sklaverei“ und „Unwissenheit ist Stärke“. Sie geht sogar soweit, die Sprache nach Ihrem Nutzen zu verändern und durch „Neusprech“ zu er­setzen. Dadurch gelingt es, die Bevölkerung weiter zu manipulieren. Die Partei gliedert sich in das Ministerium für Wahrheit, das Ministerium für Frieden, das Ministerium für Überfülle und das Minis­terium für Liebe. Das Ministerium für Wahrheit, für welches auch Winston arbeitet, beschäftigt sich damit, Zeitungsartikel und andere Medien anzupassen, um für die Partei unbequeme Tatsachen ver­schwinden zu lassen. Das Ministerium für Frieden hat die Aufgabe, sich um den Krieg, der zwischen den drei Kontinenten nach Aussage der Partei herrscht zu sorgen und das Ministerium für Überfülle ist in Sachen Wirtschaft und Ressourcen beschäftigt. Währenddessen ist das Ministerium für Liebe mit dem Geheimdienst gleichzusetzten. Es vernimmt Parteiverbrecher und bestraft diese.

Wie bereits erwähnt, sind jegliche Angriffe gegen die Partei verboten. Die Bevölkerung wird durch die Gedankenpolizei, Spione aber auch sogenannte Teleschirme überwacht, die in jedem Raum und an jeder Ecke hängen und alles filmen und abhören. Es gibt viele Arten von Verbrechen und sogar schon der Gedanke an Rebellion gegen die Partei ist verboten und zählt zu den Gedankenverbre­chen. Parteiverbrecher verschwinden spurlos aus der Geschichte und werden ausgelöscht („vapo­siert“, siehe Glossar), nachdem sie alles und jeden verraten haben, ohne dass sich jemand noch an sie erinnern sollte.

Es wurde ein Feind durch die Partei geschaffen, der fiktiven Ursprungs ist und gegen die die Partei die Bevölkerung aufhetzt. Sie hat das Ziel, die Bevölkerung systematisch in Angst und Unterdrückung leben zu lassen und ihnen jegliche andere positive Emotion zu nehmen. Selbst Kinder zu zeugen, wird zu einem Akt für die Partei und die Partei erzieht diese zu Spitzeln, welche Ihre eigenen Eltern verra­ten.

Winston lebt nun in dieser Welt und ist im Gegensatz zu den anderen Leuten nicht wirklich zufrieden mit seiner derzeitigen Situation. Ihm fällt es schwer, seinen Hass gegen die Partei zu verstecken und insbesondere die dauerhafte Beobachtung unter der er, wie jeder andere steht, macht Ihm das Le­ben schwer. Er arbeitet im Ministerium für Wahrheit und verfasst dort Tag für Tag Lügen für die Par­tei von denen er weiß, dass diese falsch sind; nach dem Doppeldenk sollten die Parteimitarbeiter jedoch im Normalfall glauben diese „Lügen“ seien die Wahrheit. Doch auch Logik wird durch die Par­tei nicht zugelassen. Sie gibt vor, dass 2 plus 2 gleich 5 sind und erwartet auch, dass solche Lügen nicht als Lügen gedeutet werden, sondern im Sinne des „Doppeldenk“ gedeutet werden.

Die Tatsachen müssen für falsch gehalten werden, da nur das, was die Partei sagt richtig ist, auch wenn die Tatsachen in offensichtlichem Widerspruch dazu stehen. Das fällt Winston im Gegensatz zu den anderen sehr schwer. Die Lügen sind für Ihn viel zu offensichtlich. Er sucht Gleichgesinnte in die­ser tristen Welt und sieht in einem Mitglied der Inneren Partei namens O’Brien einen solchen. Er weiß jedoch nicht wie er zu diesem Kontakt aufnehmen soll. In seiner Verzweiflung fängt er an heimlich Tagebuch zu schreiben, welches er verbotener Weise im Viertel der Proles erstanden hat. In seinen Worten lässt er seinem Hass gegen die Partei freien Lauf.

Im zweiten Teil des Buches lernt er Julia kennen, die er zunächst für ein Mitglied der Gedankenpolizei hält. Überraschender Weise steckt sie ihm dann aber im Flur des Ministeriums für Wahrheit heimlich einen Zettel zu, in dem sie ihm ihre Liebe gesteht. Die beiden treffen sich heimlich und so oft es geht, meistens in einer kleinen Wohnung im Viertel der Proles. Sie verlieben sich immer mehr ineinander, was insbesondere für Winston ein völlig neues Gefühl ist, weil die Partei solche Beziehungen verbie­tet. Auch Julia hasst die Partei und die beiden überlegen, wie sie eine Rebellion gewinnen könnten. Sie halten alles von der Partei Erdachte für falsch und auch den Krieg für eine Lüge, gegen die sie sich auflehnen wollen. Sie beschließen die Bruderschaft zu kontaktieren. Hierbei handelt es sich um den­selben fiktiven Feind, den die Partei sich ausgedacht hatte. Ob es wirklich eine solche Untergrundor­ganisation gibt, wird im Laufe des Buches nicht klar. Da Winston in O’Brien einen Gleichgesinnten sieht, kontaktieren sie ihn und dieser hält die Beiden in dem Glauben zur Bruderschaft zu gehören, was sich später als Lüge entpuppt. Sie erhalten von Ihm ein Buch, welches - wie sich später heraus­stellt - von der Partei selbst geschrieben wurde, aber nichtsdestotrotz die wahren Ziele beinhaltet. Das Buch beschreibt, wie die Partei die Mittelklasse und Unterklasse systematisch unterdrückt um langfristig an der Macht zu bleiben. Das passiert beispielsweise durch den von ihnen erdachten Krieg und durch die Ressourcenkürzung. Kurz darauf werden Julia und Winston durch die Gedankenpolizei und mit Hilfe O’ Briens und des Wohnungsbesitzers, die sich beide als Mitglieder der Gedankenpolizei zu erkennen geben, festgenommen.

Der dritte Teil beschreibt die Folter durch die Partei und den Versuch, Winston umzuerziehen. Julia und er hatten sich geschworen alles zu verraten, da sie wussten, dass Verbrecher durch die Folter der Partei immer alles gestanden - aber nicht ihre Liebe. Der Plan scheitert und durch die Folter verraten sie schließlich auch einander. Sie werden aus ihrer Gefangenschaft entlassen und leben im Trott der Partei weiter. Auch wenn Winston im tiefsten Inneren immer noch Zweifel verspürt, verschwinden diese sofort wieder aus Angst vor weiterer Folter. Während der Folter durch das Ministerium für Liebe wünscht Winston sich bereits den Tod doch die Partei lässt Parteiverbrecher nicht sterben, sondern foltert sie und zwingt ihnen ihre Ansichten auf, wie z.B. die Liebe zum „Großen Bruder“. Das Buch endet damit, dass Winston seine Zweifel verloren hat und den „Großen Bruder“ liebt, wie es von ihm erwartet wird. Er fiebert sogar mit den Kriegsergebnissen mit, die über den Teleschirm durchgegeben werden. Ihm wurden erfolgreich die Ansichten der Partei aufgezwungen.

Thema des Buches

Die Zensur

Winston arbeitet für das Ministerium für Wahrheit, welches für die Fälschung von Fakten verant­wortlich ist. In dem Roman kommt häufig die Aussage vor: „Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrol­liert die Vergangenheit.“[6] Nach diesem Prinzip arbeitet auch die Partei. Sie passt alle unbequemen Fakten ihren Bedürfnissen an, um als unfehlbar zu gelten. Diese Kontrolle nennen sie selbst unerläss­lich um an der Macht zu bleiben und die Mittelschicht auf Abstand zu halten. Solange sie keine gro­ben Fehler machen würden, würden sie an der Macht bleiben und die anderen Fehler konnten sie verwischen. Alle möglichen Daten und Fakten mussten fortlaufend angepasst werden, womit meh­rere hundert Menschen teilweise rund um die Uhr im Ministerium für Wahrheit beschäftigt waren. Dabei handelt es sich nicht nur um wirtschaftliche Engpässe, sondern auch um Personen, die durch die Partei ausgelöscht wurden und aus den Dokumenten verschwinden mussten. Dafür gab es Dru­ckerpressen, Fotostudios und Verbrennungsanlagen. Heute ist die Zensur verboten und in dem Aus­maße wäre eine solche Manipulation meiner Meinung nach nicht realistisch umsetzbar. Die Bevölke­rung würde sich dagegen auflehnen und wehren. Früher war die Zensur jedoch deutlich aktueller und ein beliebtes Mittel um Diktaturen durchzusetzen. Viele berühmte Autoren haben bereits gegen diese Zensur protestiert, ebenso Orwell, der bei seiner Arbeit bei der BBC als Schriftsteller von Kriegspropaganda der Zensur unterlag. In dem Roman 1984 wird eine schon dreiste Zensur betrie­ben, in der innerhalb von Wochen oder Minuten Daten geändert wurden und Plakate verbrannt und wieder neu aufgehängt wurden. Bestes Beispiel ist eine Textstelle bei der auf einer Ansammlung von Leuten in einer Rede Personen vorkamen, die kurz zuvor von der Partei ausgelöscht wurden:

„Die Rede mochte zwanzig Minuten gedauert haben, als ein Bote auf das Podium hastete und dem Sprecher einen Zettel zusteckte. Er entfaltete ihn und las, ohne seine Rede zu unterbrechen. Weder an seiner Stimme noch an seinem Gebaren, noch am Inhalt seiner Worte änderte sich etwas, doch auf einmal lauteten die Namen anders. Ohne das auch nur ein Wort gefallen wäre, durchlief die Menge eine Welle des Verstehens.“; (Orwell 2012.5) S. 219

Wo nun spätestens jetzt jeder denkt wie unmöglich diese Vision zu sein scheint, setzt Orwell ein wei­teres durch die Partei verwendetes Prinzip an: Doppeldenk [siehe Glossar]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Zensur (http://ueberwachungsbuerger.files.wordpress.com/2011/05/zensur.gif)

Die Politik – Unterdrückung mit System

Die Politik, die die Partei verfolgt, ist der Totalitarismus. Sie hat das Ziel, die natürliche Klassenent­wicklung zu unterbrechen und dauerhaft an der Macht zu bleiben. Dafür muss laut der Partei insbe­sondere die Mittelklasse systematisch unterdrückt werden, da sie sonst versuchen würde an die Macht zu gelangen. Dafür verwendet die Partei viele Strategien, beispielsweise die Zensur, die Über­wachung aber auch Unterdrückung, die sie durch eine ganz bestimmte politische Strategie erreichen.

Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind durch den Dreijahresplan kommunistisch geprägt. Dass dieses Konzept auch in der Realität nicht sonderlich erfolgreich war, zeigt sich auch im Buch. Die Daten ökonomischen Fakten müssen dauerhaft geändert werden um einen Überschuss vorzutäuschen und zu zeigen, dass die Partei unfehlbar ist. Die Ziele der Partei sind in einem Buch festgehalten, welches den Titel „Die Theorie und Praxis des oligarchischen Kollektivismus“ trägt und welches Winston ge­gen Ende des Buches lesen kann.

Dafür, dass es überhaupt zum Totalitarismus in Ozeanien kommen konnte, hatte der Ausbruch eines dritten Weltkriegs zwischen den drei Weltmächten gesorgt, den keiner gewinnen konnte. Die drei Weltmächte begannen daraufhin nur noch um eine Zwischenstellung zu kämpfen und stellten fest, dass der Krieg ihnen half, die Bevölkerung zu unterdrücken. Winston erinnert sich an manchen Stel­len im Roman an seine Vergangenheit und daran, dass heute nicht vieles besser ist als heute. Er erin­nert sich an die Nahrungsknappheit, die zu Beginn des dritten Weltkriegs herrschte und die im Grunde zum derzeitigen Zeitpunkt immer noch herrschte, auch wenn die Partei das Gegenteil be­hauptet. Genau dieses Kriegsgeschehen macht sich die Partei zu nutze. Ein Kriegszustand sorgt für Angst, die Rechtfertigung von Engpässen, die Möglichkeit Ressourcen zu verbrauchen und einen ge­meinsamen fiktiven Feind, der die Bevölkerung in ihrem Hass vereint und vom wahren Feind ablenkt. Alles was die Partei im Roman behauptet ist gelogen, die Ministerien betreiben im Grunde das Ge­genteil von dem was ihre Namen aussagen und der Leitspruch der Partei legt die eigentlichen Wider­sprüche offen. Trotzdem erkennt die Bevölkerung die Wahrheit nicht. Politisch gesehen genial kons­truiert. Eine weitere Art der Unterdrückung ist die der Einschränkung in Freizeitbeschäftigungen. Wer sich in seiner Freizeit nicht im Gemeindezentrum blicken lässt, macht sich verdächtig und wer durch das Viertel der Proles läuft ebenso, auch wenn es nicht direkt verboten ist. Wie bereits erwähnt dient auch die Fortpflanzung nur noch politischen Zwecken und Hochzeiten werden nur genehmigt, wenn die Beziehung kurz gesagt „nicht auf wahren Gefühlen basiert“. Ziel der Partei ist es, alles das endgül­tig abzuschaffen. So ist es möglich positive Emotionen zu unterdrücken und die Menschen weiterhin in Angst leben zu lassen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Leitspruch der Partei (http://sieleben.files.wordpress.com/2013/06/1984.jpg)

[...]


[1] (Orwell 2012.5) S.101

[2] (Orwell 2012.5) S.45

[3] (Bruhns, Bio II kein Datum)

[4] Immunologische Reaktion gegen M.tuberculosis Erreger ohne Symptome einer Erkrankung

[5] Zukunftsvision mit negativem Ausgang

[6] (Orwell 2012.5) S.298

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Bearbeitung zum Roman 1984 von George Orwell
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
33
Katalognummer
V273106
ISBN (eBook)
9783656650089
ISBN (Buch)
9783656650065
Dateigröße
1436 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
George Orwell, 1984, Überwachungsstaat
Arbeit zitieren
Fabian Heinrich (Autor), 2014, Bearbeitung zum Roman 1984 von George Orwell, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273106

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