Die Politik in Harry Potter

Die Parallelen der deutschen Politik zwischen 1933 und 1945 und der deutschen Staatssicherheit mit dem Todesser-Regime


Studienarbeit, 2013
22 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

3. Kindheit und Jugend
3.1 Adolf Hitler
3.2 Tom Marvolo Riddle
3.3 Vergleich

4. Ideologie
4.1 Hitler
4.2 Lord Voldemort
4.3 Vergleich
4.4 Rasse
4.4.1 Herrenrasse
4.4.2 Reinblüter
4.4.3 Vergleich
4.3 Verfolgung der „Außenseiter“
4.3.1 1935-1945
4.3.2 „Nicht-Reinblüter“
4.3.3 Vergleich

5. Überwachung
5.1 Über Dritte
5.1.1 DDR
5.1.2 Magische Gemeinschaft
5.1.3 Vergleich
5.2 Über Medien, Technik & Post
5.2.1 DDR
5.2.2 Magische Gemeinschaft
5.2.3 Vergleich

6.Flüchtlinge
6.1 Fluchtversuche und deren Ahndung
6.1.1 DDR
6.1.2 Magische Gemeinschaft
6.1.3 Vergleich

7. Auswertung
7.1 Parallelen zwischen Hitler und Voldemort und deren Regimen
7.2 Parallelen zwischen der DDR Politik und Lord Voldemort
7.3 Zusammenfassung

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Buchquellen

Internetquellen

Anhang

1. Einleitung

Jeder, der Harry Potter nicht nur gesehen, sondern auch insbesondere gelesen hat, dem wird beim Lesen oder darüber nachdenken aufgefallen sein, dass das Todesserregime viele Parallelen zum Nationalsozialismus in Deutschland aufweist, ebenso wie zur StaSi zu Zeiten der DDR.

So erging es auch mir beim Lesen. Jedes Mal fühlte ich mich an den Geschichtsunterricht erinnert: die Ideologie der Todesser, wer als reinblütig gilt und wer nicht, was man mit nicht-Reinblütern anstellte, die Überwachung der Medien und durch Dritte.

Die Autorin Joanne K. Rowling selbst, hat bestätigt, dass sie diese Parallelen bewusst gesetzt hat:

„Die Parallelen des Todesserregimes und der Ideologien von einer überlegenen Rasse erinnern absichtlich an das Nazi-Regime. Die Harry-Potter-Serie will zeigen, dass die Schrecken in der Magischen Welt überall zu finden sind und appelliert an Toleranz. Sie warnt davor, blind an die öffentlich verbreitete Meinung und an die Autoritäten zu glauben.“1

Für diese Mini-Bachelorarbeit habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, diese Parallelen genauer zu untersuchen und hervorzuheben. Als Hauptquelle werden mir dazu der sechste und siebte Band der Harry Potter Reihe dienen. Denn erst in diesen Bänden wird Voldemorts Kindheit und das Regime richtig deutlich beschrieben und auch ausgelebt: nachdem Dumbledore gestorben ist und die Todesser an der Macht gekommen sind und nachdem Harry und seine Freunde nicht mehr hinter den Mauern Hogwarts eingeengt sind, sondern draußen in der richtigen Welt teilhaben.

Als erstes werde ich die Kindheit von Hitler und Voldemort beleuchten, um herauszufinden, wo alles angefangen hat, und im Anschluss werde ich die Ideologien der Todesser und des Nationalsozialismus vergleichen. Wer zählt als Reinblut, wer nicht, was passiert mit denen, die nicht der „Norm“ entsprechen? Kann man die Nicht- Reinblüter mit Juden vergleichen? Und gibt es Parallelen zwischen den beiden Führern der magischen und der echten Welt? Als nächstes werde ich auf die Überwachung eingehen. Wie wurden Nicht-Reinblüter überwacht und ausfindig gemacht?

Im letzten Punkt werde ich über die Flüchtlinge schreiben. Wie versuchten sie ihre Flucht, was passierte, wenn sie ertappt wurden und wie gestaltete sich die Jagd, die auf sie gemacht wurde.

2. Begriffsklärung

Muggel

Ein Muggel ist in der Welt von Harry Potter ein Mensch wie wir, der keinerlei magische Fähigkeiten besitzt. Die Eltern eines Muggels besitzen beide ebenfalls keine magischen Fähigkeiten.

Muggelstämmig

Als Muggelstämmige gelten die Menschen, die in der HP-Welt als Zauberer oder Hexe geboren werden, deren Eltern aber beide keinerlei magische Fähigkeiten besitzen. Unter den Verächtern der unreinen Blutlinien werden sie auch als „Schlammblut“ beschimpft.

Squib

Als Squib zählt jeder Mensch der HP Welt, der keine magischen Fähigkeiten besitzt, obwohl entweder ein oder beide Elternteile Hexe und Zauberer sind.

Halbblut

Als Halbblut werden die Menschen bezeichnet, die in der HP Welt zwar Zauberer sind, die aber nur einen magischen Elternteil besitzen.

Reinblut

Ein Reinblut ist in der HP Welt ein Mensch, der magische Fähigkeiten besitzt und dessen Eltern ebenfalls Hexe und Zauberer sind. In den Augen mancher Zaubrer ist diese Beschreibung eines Reinblutes jedoch grenzwertig, denn streng gesehen sind in dessen Augen nur diejenigen Reinblüter, die seit Generationen reinblütig sind, ohne einen Muggel in der Linie gehabt zu haben.

Todesser

Ein Todesser zählt als ergebener Anhänger Lord Voldemorts, gleichzusetzen mit den NSDAP Mitgliedern Hitlers. Nach Voldemorts Ideologie, ist jeder Todesser reinblütig (Ausnahmen sind Severus Snape und Lord Voldemort selbst). Es gibt nur sehr weniger von ihnen, da sie sie treusten Anhänger des Lords und die wenigen sind, denen er vertraut. Man erkennt die Todesser an einer Tätowierung am Oberarm, welches als Erkennungszeichen gilt und schmerzt, wenn der Lord seine Anhänger versammeln will. Die Tätowierung besteht aus einer Schlange, die aus dem Mund eines Totenkopfes empor kriecht und wird auch „das dunkle Mal“ genannt.

Potter Watch

Dies ist ein geheimer Radiosender zu den Machtzeiten Lord Voldemorts, der zur Berichtserstattung aktueller Lagen genutzt wird. Er ist magisch durch ein Passwort geschützt, welches man nur durch Insider erfährt und welches sich alle paar Tage ändert. Die Weasley-Zwillinge und ein Freund sind Moderatoren dieses Senders und halten die magische Welt auf dem Laufenden, wer gerade gesucht wird, geschnappt oder gar ermordet wurde, wo gerade Greifer unterwegs oder wo geheime Zufluchtsorte vorhanden sind.

Flohnetzwerk

Das Flohnetzwerk ist eine Art Reise- und Videotelefnoieportal der magischen Gemeinschaft in Kaminen. Mit Hilfe von Flohpulver kann man so von Kamin zu Kamin reisen oder Ferngespräche führen, insofern die gewünschten Kamine an das Flohnetzwerk angeschlossen sind. Das Flohnetzwerk ist außerdem an das Ministerium angeknüpft und wird regelmäßig überwacht.

Greifer

Greifer sind quasi Kopfgeldjäger. Sie sind Anhänger Lord Voldemorts und verfolgen alle Squibs, Halbblüter und Muggelstämmige, die ihnen bekannt sind, und liefern sie, je nach Verlangen, tot oder lebendig den Todessern aus. Sollte Harry Potter geschnappt werden, soll dieser sogar Lord Voldemort höchtpersönlich überbracht werden - lebend.

Cruciatus-Fluch

Einer der drei unverzeihlichen Flüche und daher verboten. Er bereitet seinem Opfer ungemeine Schmerzen im gesamten Körper. Manche Opfer haben die Schmerzen sogar um den Verstand gebracht, wie zum Beispiel die Familie Longbottom.

Imperius-Fluch

Der Imperius-Fluch ist ebenfalls einer der unverzeihlichen Flüche. Er zwingt das Opfer, das zu tun, was der Ausführer des Zaubers möchte.

Avada Kedavra

Avada Kedavra ist der dritte verbotene Fluch. Seine Ausführung bewirkt den sofortigen Tod seines Opfers.

Horkrux

Ein Horkrux ist ein schwarzmagisches Gefäß, welches einen Teil einer gespaltenen Seele aufbewahrt. Voldemort erschuf sieben davon - unbewusst sogar acht - nachdem er seine Seele in neun Teile gespalten hatte, die in seinem Körper inklusive, um sich quasi „unsterblich“ zu machen. Um ihn zu töten, ist es also nötig, alle sieben Horkruxe und Voldemort selbst zu vernichten.

Heiligtümer des Todes

Um die Heiligtümer des Todes rankt sich die Legende, dass sie denjenigen unterblich und unbesiegbar machen, der in den Besitz aller drei gelangt. Sie setzen sich zusammen aus dem Elderstab, einem Zauberstab, der unendliche Macht verleiht, dem Stein der Auferstehung, der die Toten zurück ins Leben holt und dem Tarnumhang, der seine Träger unsichtbar macht, sogar vor dem Tod. Dargestellt werden die Heiligtümer durch ein Symbol, in dem ein Dreieck (der Umhang) den Stein und den Stab umhüllt.2

Askaban

Askaban ist das sicherste Hochsicherheitsgefängnis der Zaubererwelt, welches sich abgeschieden auf einer kleinen Insel mitten in der Nordsee befindet. Es wird rund um die Uhr von Auroren bewacht, ebenso wie von Dementoren. Dort werden die gefährlichsten Zauberer und Hexen inhaftiert, wie beispielsweise auch die Todesser. Bisher ist es nur drei Mal jemandem gelungen, dort auszubrechen: Sirius Black in seiner Gestalt als Hund - Harrys Pate -, dem Todesser Barty Crouch Jr. und später gab es einen Massenausbruch der Todesser, kurz vor Voldemorts Rückkehr.

Dementoren

Dementoren sind düstere, magische Geschöpfe, die jeden Menschen, der in ihre Nähe kommt, frieren lässt. Zum Schutz vor Ausbrüchen, werden sie in Askaban eingesetzt. Als Lord Voldemort an der Macht ist, nutzt er sie zu seinen Zwecken. Ihre Nahrung und somit auch gefährlichste Waffe ist der Kuss des Dementors. Bei diesem saugt er den Menschen seine Seele und damit alle glücklichen Momente seines Lebens über den Mund aus.

Auroren

Die Auroren haben einen der härtesten Berufe in der Zauberwelt, denn ihre Aufgabe ist es, Todesser zu jagen und nach Askaban zu bringen.

3. Kindheit und Jugend

3.1 Adolf Hitler

Adolf Hitler wurde 1889 auf dem Land in eine Familie von eigenständigen Bauern hinein geboren: Nur sein Vater Alois brach erstmals aus dem Bauerntum aus und wurde Beamter. Durch diese Position hatte Hitlers Familie nicht das Los der Armut gezogen und musste daher auch keine Entbehrung kennen lernen. Alois galt als selbstsüchtiger und autoritärer Mann, der wenig Verständnis für Frau und Kinder aufbrachte, sein Sohn wurde jedoch nie schlecht behandelt.3 Hitler war ein guter Schüler, am besten war er im Zeichnen. Durch seinen Eigensinn, seine Respektlosigkeit und seiner Abneigung gegenüber der Disziplin, galt er dennoch als Außenseiter4.

Hingegen mancher Gerüchte war Adolf Hitler höchstwahrscheinlich keiner jüdischen Abstammung. Die Annahme, Hitlers Großvater sei Jude gewesen, wurde von Hitlers Generalgouverneur von Polen, Hans Frank, in Umlauf gebracht. Nachprüfbare Belege gibt es allerdings nicht.5

Nach seiner Schulzeit beschäftigte er sich zwei Jahre lang mit dem Malen und Zeichnen, bevor er sich an einer Kunsthochschule bewarb. Er träumte davon, einmal ein Künstler zu werden und damit die Welt zu bewegen. Wäre es nach seiner Mutter gegangen, hätte Adolf Hitler sich direkt nach der Schule auf ein Studium beworben, anstatt zwei Jahre lang arbeitslos durch die Welt zu laufen. Aber Hitler sah sich selbst als heroischer Rebell, als ein künstlerisches Genie, was auch sein Selbstverständnis in seinem jungen Erwachsenenalter prägte. Außerdem war Hitler ein großer Verehrer von Wagner, von dem er jedes Stück gesehen hat und aus dessen Stücken er immer wieder Inspiration ziehen konnte.6

Hitlers politisches Denken wurde durch Bismarcks Einführung eines preußisch dominierten, deutschen Kaiserreiches geprägt, da er dadurch in eine Rolle des Bürgers gerutscht war, der seiner Vormachtstellung verteidigen musste, und er wurde somit zu einem fanatischen Deutschnationalen. Mit dieser Einstellung zog er später auch nach Wien.7

Nachdem er sich, auf Nachdruck seiner Mutter hin, im Alter von achtzehn Jahren endlich in Wien für Kunst beworben hatte, erhielt er eine Absage und den Hinweis, als Architekt besser geeignet zu sein. Zu dieser Bewerbung kam es jedoch nicht, da Hitler zu dieser Zeit nicht sonderlich strebsam war und so verbrachte er weiter arbeitslose Zeit in Wien. Wenige Zeit später versuchte er es erneut erfolglos mit einer Kunstbewerbung.8

Anschließend tauchte Hitler in der Anonymität der Großstadt unter und gab das letzte Erbe seines Vaters aus, welches ihm noch geblieben war. 1909 kam er an einem existenziellen Tiefpunkt an, hatte kein Geld mehr, lebte im Obdachlosenasyl. Nachdem ein anderer Obdachloser ihm aus der Situation herausgeholfen hatte aus der Situation, zog Hitler ins Männerwohnheim und verdiente sich einen kleinen Unterhalt mit Stadtmalereien auf Postkarten. In diesem Männerwohnheim hatte er eine Lesegruppe, die ihm das bot, was Hitler für seine Zukunft brauchte: Zuhörer. Gerade zu politischen Themen, die ihn ärgerten, ließ seinem Frust freien Lauf.9

Trotz der Tiefphase in seinem Leben kämpfte Adolf Hitler nun immer wieder darum, seine Existenz zu wahren und sich durchzukämpfen, ganz anders als noch die Jahre zuvor, in denen er sein Geld raus warf und durch das Leben tänzelte. Diese Willenskraft sollte die Grundlage zu seiner politischen Zukunft bilden, genauso wie seine Verbitterung, die durch sein künstlerisches Misslingen und Demütigung von außen immer wieder auf ihn herein prasselten.10 Aber nicht nur dies waren Grundlagen. Geprägt wurde sein schon vorherrschender Nationalsozialismus durch den großen Anteil nicht-österreichischer Bürger in Wien, den Marxismus und das Judentum. Außerdem war er zu dem Zeitpunkt selbst ein Teil der Unterschicht dieser Stadt.

3.2 Tom Marvolo Riddle

Tom Marvolo Riddle (im Deutschen: Tom Vorlost Riddle) wurde 1926 als Halbblut in dem kleinen englischen Städtchen Little Hangleton geboren. Nicht aus echter Liebe gezeugt, wurde er von der Hexe Merope Gaunt zur Welt gebracht. Sein Vater war ein arroganter, selbstverliebter, wohlhabender Muggel, der die arme, hässliche, zerlumpte Merope angeblich nur deshalb heiratete und mit ihr ein Kind zeugte, weil sie versucht hatte, ihn mit einem Liebestrank an sich zu binden. Als sie ihm dies gestand, verließ er sie erzürnt und ließ sie alleine und schwanger zurück. Die Familie Gaunt jedoch war arm und außerdem wurde Merope von ihrer reinblütigen Familie verstoßen, weil sie sich in einen Muggel verliebt hatte. Arm und schwach kämpfte sie sich bis London vor, wo sie Tom in einer stürmischen Silvesternacht in einem Waisenhaus zur Welt brachte und innerhalb der nächsten Stunde starb. In diesem Waisenhaus sollte Tom Riddle fortan seine Kindheit verbringen.11

Auf Wunsch seiner Mutter, wurde Tom nach seinem Vater (Tom Riddle) und Großvater (Marvolo) benannt. Da sich Tom Riddle Sr. von ihnen abgewandt hatte und sonst niemand weiter von dem Kind wusste oder wissen wollte, wurde Tom Riddle niemals aus dem Waisenhaus abgeholt.12

Schon als Baby war er etwas Besonderes, da er so gut wie nie weinte und kaum einen Ton von sich gab. Schon damals war er ruhig gewesen. Als er älter wurde, wurde er schnell selbstständig13 und urteilte leichtfertig und arrogant14, aber auch seltsamer und verängstigte die anderen Kinder. Schon damals hatte er bemerkt, dass er in geisser Weise Kontrolle über andere Menschen übernehmen konnte und nutzte seine bis dahin unbewusste Magie somit bewusst gegen andere.15 Allerdings konnte er nie belangt werden, da es keine Hinweise auf Mobbing oder Mord an Haustieren der anderen Kinder gab. Dass er ein Zauberer war wussten weder er noch alle anderen im Heim, sodass er durch diese merkwürdigen Aktionen zum Außenseiter wurde. Niemand weinte ihm nach, als er das Waisenhaus schließlich verließ.16 Auf Grund der fehlenden Familie erfuhr Tom niemals, was Liebe ist und wuchs in armen, distanzierten Verhältnissen auf. Nachdem Riddle von Dumbledore erfuhr, dass er ein Zauberer war, hatte er keinerlei Zweifel daran und glaubte ihm ohne zu zögern. Diese Erkenntnis eröffnete Tom eine Welt, in der er nicht irgendwie anders und verrückt, sondern etwas Besonderes und Großartiges war. Gerade die Neuigkeit, dass seine Fähigkeit mit Schlangen zu sprechen, eine Seltenheit war, brachte Tom dazu, ein noch höheres Bild von sich zu haben.17

Die Tatsache, dass Riddles Vorname Tom lautete, missfiel dem Jungen schon als Zehnjähriger, da es ein weitverbreiteter Name war. Schon früher wollte er sich von der Masse empor: Der Grund, warum er sich später den Namen „Lord Voldemort“ gab, ein Name, den sonst niemand trägt, der ihn über alle anderen stellte und der Angst und Schrecken verbreitet.18 Unterteilt man den Namen in seine Silben, erhält man Vol-de- Mort. Das ist französisch und bedeutet auf Deutsch so viel wie „Flug des Todes“.

Nachdem Tom Riddle endlich sein ersehntes Hogwarts besuchte, blieb er auch dort weiterhin Außenseiter. Er blieb viel für sich und studierte die Zauberbücher in der Bibliothek, um der Beste zu sein. Die Zauberei war alles, was ihm etwas bedeutete. Riddle wurde zum Musterschüler und zum Lieblingsschüler der Lehrerschaft, da er stets bestrebt war, mehr zu erfahren, und außerdem seinen Schülercharme auszuspielen wusste: so wurde er sogar zum Vertrauensschüler ernannt.19 Dumbledore jedoch war der einzige, der diesem Charme nicht unterlag und hatte stets ein wachsames Auge auf den Jungen, da er ihm misstraute.20

Nachdem Riddle herausgefunden hatte, dass seine magische Abstammung von seiner Mutter her rührt und diese eine Nachfahrin eines Hogwartsmitbegründer Salazar Slytherin war21, wollte er als Erbe Slytherins die Schule in dessen Sinne zu einer „richtigen“ Schule machen und begann in seinem fünften Schuljahr mit Hilfe eines Basilisken, die muggelstämmigen Schüler anzugreifen, was jedoch nach nur einem Todesfall rechtzeitig gestoppt werden konnte.22 Spätestens mit dieser Aktion wurde klar, dass Riddle die dunkle Seite eingeschlagen hatte. Während seiner Schulzeit folgten noch mehr solcher Taten, wie beispielsweise die Erforschung und Herstellung von Horkruxen.23

Nach der Schule jobbte Riddle bei „Borgin & Burkes“, einem Handel für schwarzmagische Artefakte, wo Riddle ein paar Gegenstände für Horkruxe heranschaffte, um seinen zukünftigen Weg als „unbesiegbar“ zu ebnen. Im Hintergrund baute er sich unterdessen eine kleine Gefolgschaft auf, die später als Todesser bekannt wurden.24 Einige von ihnen lernte er schon zu Schulzeiten kennen und wurde von ihnen dort schon mit Respekt behandelt und bewundert.25

3.3 Vergleich

Vergleicht man die Kindheit der beiden Führer, so lassen sich nur wenige gemeinsame Nenner finden, die begründen könnten, warum sie beide zu dem geworden sind, was sie waren.

War doch Adolf Hitler eher der aufsässige, bequeme und verschwenderische Mensch, der mit seinen Eltern auf dem Land aufwuchs, so war Tom Riddle ein Waise, der seine Kindheit ohne Liebe und Geld im Waisenhaus einer Großstadt verbrachte und ein sehr strebsamer, ordentlicher Schüler war.

Gemeinsamkeiten lassen sich nur darin finden, dass beide als Außenseiter galten durch ihre „eigene Art“ und Arroganz, die sie an den Tag legten. Doch auch beide gewannen damit später Bewunderer, die ihnen zum Aufstieg ihrer Macht verhalfen.

Auch väterlicherseits gibt es einige Parallelen. Beide Väter hatten Geld, waren arrogant und kümmerten sich nicht um ihre Söhne, weshalb sowohl Hitler als auch Voldemort einen Groll gegen ihre Väter hegten.

Gemeinsame Kindheitsgrundlagen weisen sie also kaum auf. Was sie jedoch auf jeden Fall gemeinsam hatten und was eine Basis ihrer Schreckensherrschaft war, ist die

Tatsache, dass beide Rassisten waren, die Menschen in unterschiedliche Werte und Rassen einteilten und das unreine Blut ausrotten wollten. Bei Hitler waren es die Juden, bei Lord Voldemort alle, die nicht aus reinen Zaubererfamilien stammten.

4. Ideologie

4.1 Hitler

Hitler hat sich zu seiner Herrschaftszeit sein eigenes Menschenbild geschaffen, geprägt durch die Ereignisse in seinen Wiener Jahren. Diese Einstellung verbreitete er unter dem Volk.

Die wichtigste und größte Rolle in Hitlers Ideologie spielten der Rassismus und der Antisemitismus und das Streben nach einer Diktatur. Sein Ziel war es, die arische Linie aufrecht zu erhalten.26

Die Menschen wurden in unterschiedliche Rassen eingeteilt, deren Wertstellung ebenfalls variierte. Das oberste Gebot war hierbei die Herrenrasse, auch als Arier bekannt, die seiner Meinung nach den alleinigen Anspruch auf die Herrschaft hatten. Außerdem war einer von Hitlers Grundgedanken die These, dass die Vermischung der „Rassen“ schädlich sei für die höhere Rasse - die Herrenrasse.27

Die unterste Kategorie stellten die Juden dar, die in Hitlers Augen das Übel alles Bösen waren und somit ausgerottet werden sollten. Seine Verschwörungstheorie besagte, dass das internationale Judentum sich verschworen hätte, um an die Weltherrschaft zu gelangen.28

Desweiteren war Hitler stark gläubig und ließ während seiner Herrschaft, in Spanien und auf den Kanarischen Inseln nach dem heiligen Gral suchen, der ihm Kräfte zum Sieg des Weltkrieges verleihen sollte. Spitzenleiter der SS, Heinrich Himmler, war überzeugt davon, die Quelle der rassischen Überlegenheit in Spanien auffinden zu können und suchte dort im Jahre 1940 höchstpersönlich nach dem Gral.29

4.2 Lord Voldemort

Tom Marvolo Riddle, der sich später selbst Lord Voldemort nannte, hatte ein ähnliches Menschenbild. Hitlers Juden, waren Voldemorts Muggel, Halbblüter und insbesondere die Muggelgeborenen - von ihm und seinem Gefolge verächtlich Schlammblüter genannt. Für ihn zählte nur das reine Zaubererblut. Muggelgeborene waren für ihn Diebe, die die Magie den Zauberern gestohlen hatten. „Nein, das glaube ich nicht, Mrs Cattermole. Zauberstäbe suchen sich nur Hexen oder Zauberer. Sie sind keine Hexe.“ So lauten die Worte von Dolores Umbridge, vorrübergehende Richterin, in einem Prozess.30 Außerdem wurden auch magische Kreaturen wir Zentauren und Kobolde verfolgt, da auch diese als unrein galten und das Zauberblut der „Wilden“ in sich trugen.

Voldemorts Ziel war es, eine Diktatur in einer Welt mit reinen Zauberern zu schaffen, weshalb er anfing, die Nichtreinblüter systematisch zu vernichten.

[...]


1 Time Lists, Rowling answers 10 Questions about Harry 4

2 Vgl. Abb. 1 - Heiligtümer des Todes Symbol

3 Vgl. Bullock, Alan (1991): Hitler und Stalin. Parallele Leben. Berlin, S. 18/19

4 Vgl. Bullock, Alan (1991): Hitler und Stalin. Parallele Leben. Berlin, S. 16/20

5 Vgl. Holocaust Referenz - Argumente gegen Ausschwitzleugner

6 Vgl. Bullock, Alan (1991): Hitler und Stalin. Parallele Leben. Berlin, S. 21

7 Vgl. Bullock, Alan (1991): Hitler und Stalin. Parallele Leben. Berlin, S. 13

8 Vgl. Bullock, Alan (1991): Hitler und Stalin. Parallele Leben. Berlin, S. 23/24

9 Vgl. Bullock, Alan (1991): Hitler und Stalin. Parallele Leben. Berlin, S. 36/37

10 Vgl. Bullock, Alan (1991): Hitler und Stalin. Parallele Leben. Berlin, S. 37 7

11 Vgl. Rowling, Joanne K. (2005): Harry Potter und der Halbblutprinz. Hamburg, S. 217/218

12 Vgl. Rowling, Joanne K. (2005): Harry Potter and the Half-Blood Prince. London, S. 249/250

13 Vgl. Rowling, Joanne K. (2005): Harry Potter and the Half-Blood Prince. London, S. 257

14 Vgl. Rowling, Joanne K. (2005): Harry Potter and the Half-Blood Prince. London, S. 257,

15 Vgl. Rowling, Joanne K. (2005): Harry Potter and the Half-Blood Prince. London, S. 259

16 Vgl. Rowling, Joanne K. (2005): Harry Potter and the Half-Blood Prince. London, S. 250/251

17 Vgl. Rowling, Joanne K. (2005): Harry Potter and the Half-Blood Prince. London, S. 258 8

18 Vgl. Rowling, Joanne K. (2005): Harry Potter and the Half-Blood Prince. London, S. 259

19 Vgl. Rowling, Joanne K. (2005): Harry Potter and the Half-Blood Prince, London, S. 337

20 Vgl. Rowling, Joanne K. (2005): Harry Potter and the Half-Blood Prince, London, S. 338

21 Vgl. Rowling, Joanne K. (2005): Harry Potter and the Half-Blood Prince, London, S. 339

22 Vgl. Rowling, Joanne K. (1999): Hamburg, Harry Potter und die Kammer des Schreckens S. 321

23 Vgl. Rowling, Joanne K. (2007): Harry Potter and the Half-Blood Prince, London, S. 347

24 Vgl. Rowling, Joanne K. (2007): Harry Potter and the Half-Blood Prince, London, S. ?

25 Vgl. Rowling, Joanne K. (2007): Harry Potter and the Half-Blood Prince, London, S. 338 9

26 Vgl. Nationalsozialistische Diktatur. Ideologieansätze des Nationalsoialismus.

27 Vgl. Nationalsozialismus.ch. Programmatik „Mein Kampf“

28 Vgl. Wippermann, Wolfgang (2007): Agenten des Bösen. Verschwörungstheorien von Luther bis heute. Berlin, S. 78-93

29 Vgl. Die Welt - Hitlers Forscher und die Jagd nach dem „Ur-Arier“

30 Rowling, Joanne K. (2007): Harry Potter und die Heiligtümer des Todes. Hamburg, S. 269 10

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Die Politik in Harry Potter
Untertitel
Die Parallelen der deutschen Politik zwischen 1933 und 1945 und der deutschen Staatssicherheit mit dem Todesser-Regime
Hochschule
Hochschule Mittweida (FH)  (Medien)
Note
2,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
22
Katalognummer
V273147
ISBN (eBook)
9783656654520
ISBN (Buch)
9783656654513
Dateigröße
675 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
harry potter, zweiter weltkrieg, politik, voldemort, parallelen, regime, stasi, staatssicherheit, vergleich, adolf hitler
Arbeit zitieren
Lisa Gehricke (Autor), 2013, Die Politik in Harry Potter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273147

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