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Vergleich der Eigenkapitalvorschriften nach den Standardansätzen von Solvency II und Basel III

Title: Vergleich der Eigenkapitalvorschriften nach den Standardansätzen von Solvency II und Basel III

Master's Thesis , 2013 , 76 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Alexander Just (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Die Finanzmarktkrise 2007 hat viele überrascht - die Auswirkungen sind bis heute zu spüren. Eine global vernetzte Finanzwelt führte zu ungeahnten Kettenreaktionen, unabhängig von Ländergrenzen waren viele am Finanzmarkt handelnde Akteure betroffen. Die Staatshilfen für verschiedene Banken und nicht zuletzt die Insolvenz der Bank Lehmann Brothers, verdeutlichte die Notwendigkeit der Verbesserung des Bankenaufsichtsrechts. Dieses, durch Basel II im Jahr 2006 zwar umfänglich reformierte und noch gar nicht flächendeckend eingeführt, zeigte Schwächen. Der Baseler Ausschuss reagierte mit ersten Maßnahmen, um die aufgedeckten Anomalien zu beheben. Es wurde die Ausarbeitung weiterer Maßnahmen verfolgt und mit der Veröffentlichung von Basel III im Jahr 2010 ein umfangreiches Maßnahmenpaket vorgestellt.
Die 2008 drohende, durch Staatshilfen abgewendete Insolvenz des Versicherers AIG (American International Group) offenbarte Schwächen - auch im Versicherungssektor. Das bereits 1999 vor dem Hintergrund eng vernetzter Finanzmärkte ins Leben gerufene EU-Projekt Solvency II gewann zunehmend an Bedeutung. In erster Linie wurde es zum besseren Schutz der Versicherten, als Reaktion eines geänderten Umfeldes, auch für die Versicherungsbranche, initiiert. Darüber hinaus sollte es die unterschiedlichen EU-Versicherungsaufsichtsrechten vereinheitlichen um grenzübergreifende Versicherungstätigkeiten zu erleichtern.
Nicht nur durch die Erfahrungen der Finanzmarktkrise und die Veränderungen von Basel II durch Basel III, sondern auch die Staatsschuldenkrise und die aktuelle Niedrigzinsphase machten es unerlässlich, vor der Einführung von Solvency II, weitere Adjustierungen vorzunehmen. Diese wurden teilweise durch Auswirkungsstudien getestet. Mit der Veröffentlichung der endgültigen Standards von Solvency II wird 2014 gerechnet, die Einführung soll im Jahr 2016 erfolgen.
Die gleichzeitige Änderung im Banken- wie auch Versicherungsaufsichtsrecht in einem schwierigen Markumfeld wird dabei kritisch beobachtet. Die vorliegende Arbeit soll daher einen Überblick über die geplanten Standards - insbesondere in Bezug auf die Standardansätze der ersten Säule - geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einführung in die aufsichtsrechtlichen Grundlagen

2.1 Geschäftsmodelle von Versicherungen, Banken und daraus resultierende Risiken

2.1.1 Funktion und Geschäftsmodell von Versicherungen

2.1.2 Funktion und Geschäftsmodell von Banken

2.1.3 Risiken, die sich aus den Geschäftsmodellen von Banken und Versicherungen ergeben

2.2 Zielsetzung, Entwicklung und Aufbau von Solvency II

2.2.1 Zielsetzung und Anwendungsbereich von Solvency II

2.2.2 Implementierung von Solvency II durch das Lamfalussy Verfahren

2.2.3 Der Aufbau von Solvency II als Drei-Säulen-Ansatz

2.3 Systematisierung der Baseler Akkorde mit besonderem Blick auf die Neuerungen durch Basel III

2.3.1 Die Entstehung der Baseler Akkorde und die Umsetzung innerhalb der Europäischen Union

2.3.2 Ziel eines stabileren Bankensektors – die Basel III Reform als Lehre aus der Finanzmarktkrise

2.3.3 Zusätzliche Anforderungen durch Einführung neuer Liquiditätskennzahlen mit Basel III

3 Beschreibung der Eigenkapitalanforderungen durch Solvency II und Basel III

3.1 Solvency II: Solvenzkapitalanforderungen und Bestandteile der Eigenmittel

3.1.1 Die Solvenzkapitalanforderungen und daraus resultierende Mindest-Risikokapitalanforderungen

3.1.2 Darstellung des Markrisikomoduls in der Zusammensetzung seiner Untermodule

3.1.3 Die Berechnung der Kapitalanforderungen für operationelle Risiken nach den Vorschriften von Solvency II

3.1.4 Bestandteile der Eigenmittel nach Solvency II

3.2 Basel III: Betrachtung der Mindestkapitalanforderungen und der Eigenkapitalkomponenten

3.2.1 Mindestkapitalanforderungen nach Basel III

3.2.2 Berechnung der Kapitalanforderungen der Marktrisiken

3.2.3 Berechnung der Kapitalanforderungen für das operationelle Risiko

3.2.4 Komponenten des Eigenkapitals und zu erfüllende Eigenkapitalquoten nach Basel III

4 Vergleich und Auswirkungen der Mindesteigenkapitalanforderungen nach Solvency II und Basel III

4.1 Vergleich der Mindesteigenkapitalanforderungen nach Solvency II und Basel III

4.1.1 Vergleich der Kapitalanforderungen im Bezug auf Anleihen, Aktien und Immobilien

4.1.2 Vergleich der Kapitalanforderungen für das operationelle Risiko und das Währungsrisiko

4.1.3 Vergleich der Anforderungen an die Komponenten der Eigenmittel

4.1.4 Vergleich der Mindesteigenkapitalanforderungen

4.2 Kritik an den Standardansätzen von Solvency II und Basel III und mögliche Auswirkungen

4.2.1 Solvency II: Kritik und mögliche Auswirkungen

4.2.2 Basel III: Kritik und mögliche Auswirkungen

4.2.3 Mögliche Auswirkungen auf die Geschäftspraxis von Banken und Versicherungen

4.2.4 Grenzen der Regulierung und Lösungsansätze

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Masterarbeit zielt darauf ab, einen systematischen Vergleich der Eigenkapitalvorschriften für Versicherungsunternehmen (Solvency II) und Banken (Basel III) zu ziehen, insbesondere im Hinblick auf deren Standardansätze der ersten Säule. Dabei soll analysiert werden, wie beide Aufsichtsregime mit identischen Risiken umgehen und welche Auswirkungen die jeweiligen Anforderungen auf die Geschäftspraxis und die zukünftige Zusammenarbeit dieser beiden Finanzsektoren haben.

  • Grundlegende Analyse der Geschäftsmodelle und Risikoprofile von Banken und Versicherungen.
  • Detaillierte Gegenüberstellung der quantitativen Kapitalanforderungen (Solvency II vs. Basel III).
  • Vergleich der Eigenkapitalkomponenten und deren qualitative Anforderungen.
  • Kritische Würdigung der Standardansätze und ihrer Auswirkungen auf das Anlageverhalten.
  • Untersuchung von Trends der branchenübergreifenden Finanzierung und regulatorischer Arbitrage.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Die Solvenzkapitalanforderungen und daraus resultierende Mindest-Risikokapitalanforderungen

Die aus der Geschäftstätigkeit eines Versicherungsunternehmens entstehenden Risiken (s. Kap. 2.1.3) sollen ganzheitlich erfasst werden. Es werden alle wesentlichen Risiken der Aktiv- wie auch der Passivseite zu Marktwerten bewertet und zu einem integrierten Modell zusammengeführt, Ausgangspunkt ist die Solvenzbilanz.98 Die quantitativen Anforderungen zur Absicherung des Versicherungsunternehmens ergeben sich durch den Quotienten von Eigenmitteln und Solvenzkapitalanforderungen, der größer oder gleich 100% sein muss.99

Die Solvenzkapitalanforderungen (Solvency Capital Requierement, SCR) werden auf Basis eines Zeithorizonts von zwölf Monaten, sowohl für laufende, als auch für erwartete Geschäftstätigkeit berechnet. Aus laufenden Geschäften werden nur unerwartete Verluste gedeckt. Sie entspricht dem Value-at-Risk (VaR) der Basiseigenmittel zu einem Konfidenzniveau von 99,5% über den Zeitraum eines Jahres auf dieser ist der Standardansatz kalibriert.

Sollten die Solvenzkapitalanforderungen unterschritten werden oder die Unterschreitung innerhalb der nächsten drei Monate drohen, ist die Aufsicht zu unterrichten.100 Innerhalb der nächsten zwei Monate muss das Versicherungsunternehmen einen realistischen Sanierungsplan zur Wiederherstellung gesunder Finanzverhältnisse zur Genehmigung vorlegen.101 Innerhalb von sechs Monaten nach Feststellung der Unterdeckung sollte das Unternehmen die Solvenzkapitalanforderungen wieder erfüllen.102

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit einer verbesserten Finanzmarktregulierung nach der Krise 2007 und definiert das Ziel der Arbeit, die Standardansätze von Solvency II und Basel III zu vergleichen.

2 Einführung in die aufsichtsrechtlichen Grundlagen: Dieses Kapitel erörtert die unterschiedlichen Geschäftsmodelle von Banken und Versicherungen, die daraus resultierenden Risiken und den Aufbau der regulatorischen Rahmenwerke.

3 Beschreibung der Eigenkapitalanforderungen durch Solvency II und Basel III: Hier werden die spezifischen Berechnungsmethoden der Eigenkapitalanforderungen und die Anforderungen an die Eigenkapitalkomponenten detailliert dargestellt.

4 Vergleich und Auswirkungen der Mindesteigenkapitalanforderungen nach Solvency II und Basel III: Dieser Hauptteil vergleicht die Ansätze bei verschiedenen Anlageklassen, analysiert die Auswirkungen auf das Anlageverhalten und übt Kritik an der regulatorischen Ausgestaltung.

5 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und diskutiert mögliche zukünftige Entwicklungen hinsichtlich der Harmonisierung und der Auswirkungen auf die Finanzmärkte.

Schlüsselwörter

Solvency II, Basel III, Eigenkapitalanforderungen, Risikomanagement, Standardansatz, Marktrisiko, Kreditrisiko, Operationelles Risiko, Versicherungsaufsicht, Bankenaufsicht, Eigenmittel, Liquiditätskennzahlen, Finanzmarktkrise, Regulatorische Arbitrage, Kapitalanlagerisiko.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die regulatorischen Eigenkapitalvorschriften für Banken (Basel III) und Versicherungen (Solvency II) und vergleicht, wie diese unterschiedlichen Aufsichtsregime mit den spezifischen Risiken ihrer jeweiligen Geschäftsmodelle umgehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die quantitative Unterlegung von Risiken, die Eigenkapitalkomponenten, das Risikomanagement in beiden Sektoren sowie die Auswirkungen der neuen Regeln auf die Anlagestrategien und die Zusammenarbeit zwischen Banken und Versicherungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, einen Überblick und einen direkten Vergleich der geplanten Standards, insbesondere der Standardansätze der ersten Säule, zu geben, um deren Auswirkungen auf die Geschäftspraxis zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse der regulatorischen Rahmenwerke (Solvency II Richtlinie vs. Basel III Akkorde) sowie eine Literaturanalyse und Fallbeispiele anhand eines stilisierten Marktportfolios, um die unterschiedlichen Kapitalbelastungen zu verdeutlichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der Berechnungsmethoden für Solvenzkapital bei Versicherern und Mindestkapital bei Banken sowie in den anschließenden Vergleich der Anforderungen für Anleihen, Aktien, Immobilien und operationelle Risiken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Solvency II, Basel III, regulatorische Eigenmittel, Marktrisiko, Kreditrisiko, Kapitalanlagerisiko und die interdisziplinäre Betrachtung von Finanzmarktstabilität geprägt.

Wie unterscheidet sich die Behandlung von Immobilien zwischen beiden Sektoren?

Während Immobilien bei Banken je nach Einordnung in das Handels- oder Anlagebuch behandelt werden, unterliegen sie bei Versicherungen (Solvency II) einem pauschalen Stressfaktor von 25% auf den Marktwert, was in der Praxis oft zu unterschiedlichen Kapitalanforderungen führt.

Welche Rolle spielt die "Regulatorische Arbitrage"?

Die Arbeit diskutiert, dass aufgrund der unterschiedlichen regulatorischen Behandlung von identischen Risiken Anreize für Finanzinstitute entstehen könnten, ihr Portfolio oder ihre Geschäftskonstruktionen so zu wählen, dass sie von einer vorteilhafteren Eigenkapitalbehandlung profitieren.

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Details

Title
Vergleich der Eigenkapitalvorschriften nach den Standardansätzen von Solvency II und Basel III
College
University of Duisburg-Essen
Grade
1,7
Author
Alexander Just (Author)
Publication Year
2013
Pages
76
Catalog Number
V273169
ISBN (eBook)
9783656648888
ISBN (Book)
9783656648840
Language
German
Tags
vergleich eigenkapitalvorschriften standardansätzen solvency basel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Just (Author), 2013, Vergleich der Eigenkapitalvorschriften nach den Standardansätzen von Solvency II und Basel III, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273169
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