Marktüberblick, Vergleich und Nutzwertanalyse führender Open Source Web-Content-Management-Systeme


Bachelorarbeit, 2014

72 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Thema und Motivation der Arbeit
1.2 Aufbau und Herangehensweise

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Content und Content-Management- Begriffliche Annäherung
2.2 WCMS- Funktionsweise und Einsatzbereiche
2.3 WCMS- Eine erste Kategorisierung
2.4 Open Source- und kommerzielle WCMS- Theoretische Annäherung

3 Einblick in Open Source WCMS
3.1 Marktüberblick Open Source WCMS und Begründung der Auswahl
3.2 Ausgewählte Open Source WCMS- Nutzung und Funktionalität
3.2.1 WordPress
3.2.2 Joomla!
3.2.3 Drupal
3.2.4 TYPO3
3.2.5 eZ Publish

4 Nutzwertanalyse
4.1 Vorstellung und Begründung der Methodenauswahl
4.2 Nutzwertanalyse an einem fiktiven Anwendungsbeispiel
4.2.1 Vorstellung, Voraussetzungen und Bedürfnisse des fiktiven CMS-Projekts
4.2.1.1 Hintergrund und Problemstellung
4.2.1.2 Zielsetzung und Herausforderung
4.2.1.3 Stakeholder
4.2.1.4 Anforderungen
4.2.1.5 Timing und Budget
4.2.1.6 Vorgehensweise
4.2.2 Kriterienauswahl, Begründung und Gewichtung
4.2.2.1 Kriterium 1: Usability & Inhaltsverwaltung
4.2.2.2 Kriterium 2: Rechte & Rollen
4.2.2.3 Kriterium 3: Kosten
4.2.2.4 Kriterium 4: Installation und Erweiterbarkeit
4.2.2.5 Kriterium 5: Bekanntheitsgrad, Service & Support
4.2.2.6 Kriterium 6: Funktionsumfang in der Basisausstattung
4.2.2.7 Ranking und Gewichtung der Kriterien
4.2.3 Argumentation und Benotung
4.2.3.1 Usability & Inhaltsverwaltung bei allen fünf CMS
4.2.3.2 Rechte & Rollen bei allen fünf CMS
4.2.3.3 Kosten bei allen fünf CMS
4.2.3.4 Installation und Erweiterbarkeit bei allen fünf CMS
4.2.3.5 Bekanntheitsgrad, Service & Support bei allen fünf CMS
4.2.4 Gegenüberstellung der Ergebnisse und Auswertung

5 Resümee und Ausblick

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Empirische Untersuchung- Kosten bei der Einführung eines ECMS in Euro

Tabelle 2: Ranking und Gewichtung der Kriterien

Tabelle 3: Definition der Noten

Tabelle 4: Benotung der Usability & Inhaltsverwaltung

Tabelle 5: Benotung der Rechte & Rollen

Tabelle 6: Benotung der Kosten

Tabelle 7: Benotung der Installation und Erweiterbarkeit

Tabelle 8: Benotung des Bekanntheitsgrads, Service & Support

Tabelle 9: Benotung des Funktionsumfangs in der Basisausstattung

Tabelle 10: Nutzwertanalyse WordPress

Tabelle 11: Nutzwertanalyse Joomla!

Tabelle 12: Nutzwertanalyse Drupal

Tabelle 13: Nutzwertanalyse TYPO3

Tabelle 14: Nutzwertanalyse eZ Publish

Tabelle 15: Gesamtergebnisse der Nutzwertanalyse

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Anzahl Webseiten mit ausgewählten Open Source CMS

Abbildung 2: Google Trends Analyse

Abbildung 3: Tools für die Erstellung von Webseiten in Deutschland

Abbildung 4: Versteckte Kosten bei Open Source CMS

Abbildung 5: Gesamtergebnisse aller CMS nach Benotung der Kriterien

Abbildung 6: Summen der Gesamtergebnisse

1 Einleitung

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit ist es ein Anliegen, einen Marktüberblick, einen Vergleich und darauf aufbauend eine Nutzwertanalyse führender Open Source Web- Content-Management-Systeme zu erarbeiten. Die Nutzwertanalyse wird am Beispiel eines fiktiven CMS-Projekts durchgeführt, um die für das spezielle Unternehmen geeignete CMS-Lösung zu finden. Wie dabei die Vorgehensweise ist und eine Annäherung an die Thematik erfolgt, soll im Folgenden erläutert werden.

1.1 Thema und Motivation der Arbeit

Fast jede Unternehmens-Webpräsenz basiert auf einem Content-Management-System. Unternehmen sind immer mehr auf der Suche nach einfachen und kostengünstigen Lösungen, um Investitionen im Bereich von CMS-Software zu vermeiden, insbesondere wenn diese keinen Mehrwert bringen. Durch die große Auswahl an Content- Management-Systemen auf dem Markt besteht jedoch die Herausforderung darin, das für die eigenen Bedürfnisse und den vorhandenen Grad an Expertise passende System zu finden.

Eine generelle Unterscheidung kann zwischen kommerziellen und Open Source CMS vorgenommen werden. Da Open Source Systeme eine hohe Nutzergemeinde und ein hohes Potential aufweisen, ist es Ziel der vorliegenden Arbeit, einen Überblick über fünf ausgewählte Open Source Content-Management-Systeme zu verschaffen und diese miteinander zu vergleichen, im Rahmen einer Nutzwertanalyse anhand ausgewählter Kriterien zu bewerten und die passende Lösung für das fiktive Beispiel zu finden.

1.2 Aufbau und Herangehensweise

Im Zuge der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der benannten Thematik erfolgt zunächst in Kapitel 2 eine Einführung in die theoretischen Grundlagen. Eine begriffliche Annäherung wird für `Content´ und `Content-Management´ (2.1), sowie für `WCMS´ vorgenommen, wobei die Funktionsweise erklärt und die Einsatzbereiche vorgestellt werden (2.2). Nach einer ersten Kategorisierung von WCMS (2.3) erfolgt eine theoretische Annäherung an Open Source und kommerziellen WCMS (2.4).

Kapitel 3 bietet einen Einblick speziell in Open Source WCMS, wobei zunächst ein Marktüberblick gewährt wird und die Auswahl der zu untersuchenden Systeme begründet wird (3.1). Im Folgenden werden die ausgewählten Open Source WCMS in ihrer Nutzung und Funktionalität vorgestellt: WordPress (3.2.1), Joomla! (3.2.2), Drupal (3.2.3), TYPO3 (3.2.4) und eZ Publish (3.2.5).

In Kapitel 4 folgt die Nutzwertanalyse zunächst mit einer Vorstellung und Begründung der Methodenauswahl (4.1) und die tatsächliche Nutzwertanalyse an einem fiktiven Anwendungsbeispiel (4.2). Daraus folgend wird das fiktive CMS-Projekt, seine Voraussetzungen und Bedürfnisse vorgestellt (4.2.1), anhand dessen die Kriterien für die Nutzwertanalyse ausgewählt, begründet und gewichtet werden (4.2.2). Daraufhin wird die Argumentation und Benotung der ausgewählten Systeme anhand des erstellten Notensystems vorgenommen (4.2.3) und in einem weiteren Schritt die Ergebnisse gegenübergestellt und ausgewertet (4.2.4).

Kapitel 5 beinhaltet das Resümee und den Ausblick. Es folgen das Literaturverzeichnis und die Internetquellen.

2 Theoretische Grundlagen

Um einen Einstieg in die für die vorliegende Arbeit relevanten theoretischen Grundlagen zu gewährleisten, wird im Folgenden eine Einordnung der fachlichen Formulierung rund um Content und Content-Management unternommen.

2.1 Content und Content-Management- Begriffliche Annäherung

Um die Hauptaufgabe eines CMS nachvollziehen zu können, macht es Sinn über die Begrifflichkeit des `Content´ zu sprechen, da so der Kern der zu lösenden Aufgaben, nämlich das Managen, besser verstanden wird. Eine Definition von Content kann nicht allumfassend und final sein, da es bei dem Begriff immer darauf ankommt, aus welcher Perspektive er betrachtet wird und um welche der durch ihn zu lösenden Aufgaben es sich handelt. Betrachtet man den Begriff aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung z.B., so sind unter anderem die Themen `Positionierung´, `Benennung´ und `Metainformationen´ relevant. Für die vorliegende Arbeit ist jedoch Content aus Sicht des Content-Managements zu betrachten.

Bei einem frühen Definitionsversuch wurde bereits im Jahr 2003 zusammengefasst, dass Content im Allgemeinen als `Information´ bzw. als `Informationsprodukt´ verstanden wird und somit auf alles anwendbar erscheint, was digital repräsentiert wird und darüber hinaus am Markt abgesetzt werden kann1.

Auch Riggert führt bezüglich der Begrifflichkeit des `Content´ an, dass die Definition nicht immer befriedigend, bzw. präzise ist:2

Als Content wird oft der Inhalt bezeichnet, welcher sich dem Betrachter auf einem Informationsträger optisch repräsentiert, sodass der Begriff im Wesentlichen die Summe der Einzelinformationen mit Struktur und Darstellungsform umfasst. Diese grundlegende Einteilung findet auch Eingang in die Verwaltung des eigentlichen Contents, seines Zugriffs, seiner Aktualisierung und Verteilung. Durch die stetig wachsende Bedeutung des Internets kommt es auch unweigerlich zu einer wachsenden Bedeutung der Sicherstellung der Aktualität, der Auffindbarkeit und der mehrfachen Verwendbarkeit jeglicher Form von Content. Da Unternehmen einer Fülle von Content in Form strukturierter und unstrukturierter Inhalte gegenüber stehen, stellt es eine Herausforderung dar, diese Fülle sinnvoll nach Relevanz zu klassifizieren. Informationsobjekte sind in den meisten Dokumenten enthalten, weshalb sich Auswirkungen von Änderungen und Aktualisierungen nur schwierig überblicken lassen, so dass die Bedeutung von Content-Management deutlich an Gewicht gewinnt, um die Masse an Content entsprechend zu verwalten.

Auch Dippold bestätigt, dass es sich bei Content um einen abstrakten Begriff handelt, welcher unterschiedlich interpretiert werden kann:3

Content kann in unterschiedliche Themen klassifiziert werden wie Inhalt, Struktur, Formatierung, Layout, Medienformat und schließlich dem Medium selbst. Aus unstrukturierten Daten wird durch Kombination Information, welche wiederum durch Konfektionierung zu strukturierten austauschbaren Einheiten, demzufolge zu `Content´ wird.

Bei Content-Management handelt es sich somit immer um die Verwaltung von Content, wofür unterschiedliche Systeme zur Verfügung stehen. Auch bezüglich ihrer Klassifizierung und Kategorisierung gibt es viele Ansätze und Herangehensweisen. Für das Verständnis der behandelten Thematik ist zunächst das Verständnis von ContentManagement-Systemen (CMS) in ihrer Abgrenzung zu Web-Content-Management- Systemen (WCMS) von Bedeutung, worauf im Folgenden eingegangen wird.

2.2 WCMS- Funktionsweise und Einsatzbereiche

Da ein CMS in einem Unternehmen der Gestaltung, Verwaltung, Speicherung und Darstellung von elektronischen Inhalten dient, gilt es als wichtiges Werkzeug- ein Web- Content-Management-System stellt dabei eine spezielle Ausprägung eines CMS dar und dient der einfachen und schnelleren Verwaltung und Pflege von Webseiten:4 Bezüglich der Kategorisierung von WCMS ist eine Unterscheidung in kleine, mittlere oder große Systeme möglich, welche jedoch nicht trennscharf voneinander abzugrenzen sind. Der Kategorie `klein´ zuzuordnende WCMS verfügen in der Standardversion zunächst über einen eingeschränkten Funktionsumfang, wodurch sie sich intuitiver bedienen lassen und vorzugsweise im privaten Bereich eingesetzt werden. Sie lassen sich bei Bedarf erweitern, die Anzahl der einzelnen Seiten ist jedoch überschaubar und es gibt kaum spezielle Anforderungen an den damit verbundenen Webspace. WCMS der `mittleren´ Kategorie werden meistens im geschäftlichen Umfeld eingesetzt und verfügen in der Basis-Version je nach System über einen höheren Funktionsumfang, was jedoch auch Schwierigkeiten mit sich bringen kann, da die Komplexität des Systems eine intensive Auseinandersetzung erfordert und ein Expertenwissen voraussetzt. In solchen Systemen können mehrere Personen Inhalte gleichzeitig pflegen und aktualisieren und die Anzahl der einzelnen Webseiten kann von überschaubar bis höher schwanken. Bei `groß´ kategorisierten WCMS handelt es sich oft um einen Bestandteil eines Enterprise Content-Management-Systems (ECMS). Diese WCMS werden in Großunternehmen eingesetzt und verfügen theoretisch über einen uneingeschränkten Funktionsumfang. Sie können ebenfalls von vielen Mitarbeitern verschiedener Abteilungen und sogar global genutzt werden, so dass diese Systeme eine Vielzahl von gleichzeitigen Eingaben verarbeiten können.

Die meisten WCMS sind komplexe Systeme, welche zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten bieten, wobei dies hauptsächlich daran liegt, dass sie nicht für die Verwendung in einen bestimmten Anwendungskontext entwickelt worden sind, sondern das Ziel verfolgen, die Anforderungen vieler Branchen und Anwendungsgebiete abzudecken- bei der ersten Installation erstellen die meisten WCMS eine Webseite mit einem bestimmten vordefinierten Aussehen und Funktionsumfang:5

Erst durch Anpassungen, welche sowohl menügesteuert als auch durch die Bearbeitung von Konfigurationsdateien möglich sind, wird eine Webseite individuell und unterscheidet sich spätestens zu diesem Zeitpunkt von anderen Webseiten, welche auf das gleiche System basieren. Natürlich kann je nach investiertem Aufwand der Individualisierungsgrad erhöht werden. In den meisten Fällen lassen sich Erweiterungskomponenten dazukaufen (sogenannte Add-ons), welche zum einen den Funktionsumfang um neue Möglichkeiten erweitern, aber auch die Inhomogenität einer Seite (in Punkto Bedienung und Erscheinung) unterstützen können. Auch sollte bei der Nutzung von WCMS der laufende Aufwand nicht unterschätzt werden (Wartung, Aktualisierung auf neue Versionen, Fehlerbehebungen, Hinzufügen neuer Komponenten, etc.), sodass man sich die berechtigte Frage stellen sollte (sofern das WCMS nur von wenigen Personen genutzt werden soll), ob es in der Einrichtung nicht mehr Arbeit erzeugt, als es einem später abnimmt.

Bezüglich der Begriffsnutzung ist im Zuge der vorliegenden Arbeit in den meisten Fällen `WCMS´ gemeint, obwohl im Sprachgebrauch und in der Literatur eher der Begriff `CMS´ verwendet wird. Aus diesem Grund wird zwar in den Kapitelüberschriften der Begriff `WCMS´ benutzt, jedoch im fortlaufenden Text, gemäß den literarischen Vorgaben, die Abkürzung `CMS´ gebraucht.

2.3 WCMS- Eine erste Kategorisierung

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Content-Management-Systemen. Über die genaue Anzahl der bestehenden CMS auf dem Markt herrscht jedoch Uneinigkeit, da sich die Entscheidung darüber, welche Systeme dazu gezählt werden, bereits als eine Kategorisierungsleistung herausstellt. Wenz/Hauser/Maurice bestätigen, dass unzählige CMS-Lösungen angeboten werden, führen jedoch an, dass sie sich in zwei Hauptkategorien einordnen lassen:6

Obwohl natürlich auch andere Unterscheidungskriterien existieren, wie z.B. eine Sortierung nach Branchenlösungen, können die Hauptkategorien von Open Source- und kommerziellen CMS unterschieden werden.

Bei jeweils unterschiedlichen Voraussetzungen bezüglich der Verwaltung, Darstellung und Nutzung von Informationen auf einer Intra- oder Internetseite ist, je nach Bedürfnissen und finanziellem Aufwand, den eine Privatperson oder ein Unternehmen bereit ist zu investieren, jeweils eine der beiden Systemarten der anderen vorzuziehen.

Oberstes Ziel beider Systemarten ist laut Spörrer eine effizientere Organisation von Webseiten und aller darin eingebundenen Objekte, sodass der Besucher eines Portals dabei unterstützt wird, möglichst schnell den Weg zu den gewünschten Informationen zu finden, wobei die Inhaltsobjekte schnell und einfach eingebunden, verändert und bereitgestellt werden sollen- die Portale, die durch CMS gesteuert werden, unterscheidet er in folgende drei Kategorien:7

- Unternehmensportale, bei denen die Inhalte nicht nur im Internet erreichbar sind, sondern meistens auch im Intranet, sodass auch Mitarbeiter die Möglichkeit haben, Unternehmensinformationen abzurufen. Auch Lieferanten und Kunden können bei Bedarf auf diese Portale zugreifen.
- Horizontale Portale, welche ein breites Feld an Informationen abdecken, wobei jedoch die Informationen nicht so stark in die Tiefe gehen, sondern dem Benutzer mehr einen ersten Einblick verschaffen. Horizontale Portale bieten zudem meist eine Anmeldungs- und Authentifizierungsmöglichkeit, sodass Personen bzw. Mitarbeitern Zugriff zu geschützten Bereichen gewährt werden kann. Über Links und Weiterleitungen können vertikale Portale angehängt werden. Beispiele für horizontale Portale sind T-Online oder Yahoo.
- Vertikale Portale sind meist nur durch eine Weiterleitung aus horizontalen Portalen erreichbar und haben die Aufgabe weitergehende und genauere Informationen zur Nutzung bereitzustellen, wodurch spezielle Interessen der Benutzer angesprochen werden.

2.4 Open Source- und kommerzielle WCMS- Theoretische Annäherung

Der englische Begriff `Open Source´ heißt wörtlich übersetzt `Offene Quelle´ was auch bedeutet, dass der Zugang zum Quelltext der Software, in diesem Fall CMS, offen ist. Die Informatiker Eric Raymon und Bruce Perens gründeten 1998 die Open Source Initiative, auch OSI genannt, und haben Kriterien zusammengestellt, welche eine Open Source Software erfüllen muss8.

Nach der Definition der Open Source Initiative erfüllt Open Source Software zusammengefasst folgende Voraussetzungen:9

Sie wird kostenlos distribuiert, inkludiert einen Quellcode, beinhaltet die Erlaubnis für Abwandlungen unter Lizenzbestimmungen der Original-Software und garantiert die Integrität des ursprünglichen Quellcodes. Die Lizenz darf nicht produktspezifisch sein oder Einschränkungen auf andere Software ausüben und muss zudem technologie- neutral sein. Zudem werden bei Open Source Software keine Personen oder Gruppen diskriminiert.

Open Source Content-Management-Systeme können nur mit großer Mühe zum ersten Mal aufgesetzt werden, da hier der Administrator nur bedingt Support vom Hersteller bekommen kann- in den meisten Fällen ist er auf die Nutzergemeinde angewiesen, wobei er auch die Anpassungen und Lösungsvorschläge selbst umsetzen muss10.

Open Source-Lösungen sind verantwortlich für die weite Verbreitung von CMS im Allgemeinen, da einzelne Open Source CMS einen großen Erfolg erzielten, weshalb sich immer mehr Unternehmen mit CMS beschäftigen:11

Hinter einem Open Source Projekt steckt meist eine große Entwicklergemeinde, welche stetig an der Weiterentwicklung der Systeme arbeitet, wobei im CMS-Bereich auch viele Lösungen von der eigenen Firma im Hintergrund weiterentwickelt werden (wie z.B. bei Contenido und eZ Publish). Tendenziell sind spezielle Lösungen wie Redaktionssysteme und Dokumentenmanagement eher im kommerziellen Bereich zu finden, wobei Open Source-Lösungen eher durch eine gute Abdeckung von Standardaufgaben und vielen Erweiterungen bestechen- mittlerweile hat sich jedoch unter den Erweiterungen auch im Bereich von Speziallösungen viel getan, sodass beispielsweise Joomla! oder TYPO3 eine Reihe solcher Spezialerweiterungen anbieten.

Kommerzielle CMS werden meist in großen Unternehmen eingesetzt, um Anforderungen von Content-Management zu erfüllen- Spörrer beschreibt `kommerzielle´ oder auch `Enterprise´ Content-Management-Systeme sehr eindeutig:12 Ein Enterprise Content-Management-System (ECMS) soll sämtliche vorhandene Content-Quellen erschließen und muss aus diesem Grund auch in der Lage sein, bestehende Systeme im Unternehmen anbinden zu können. ECMS soll ebenfalls möglichst plattformunabhängig sein und offene Standards verwenden.

Vor der Auswahl der richtigen ECMS-Lösung sollten wegen dem hohen Kostenfaktor Wirtschaftlichkeitsrechnungen durchgeführt werden:13

In der Praxis erweisen sich Wirtschaftlichkeitsanalysen vor der Einführung von ECMS als besonders schwierig, da die zu erwartenden Kosten nur teilweise abschätzbar und damit nur schwierig rechnerisch darstellbar sind. Zur Ermittlung der Wirtschaftlichkeit ist es unbedingt notwendig, die durch den ECMS-Einsatz verursachten Kosten (bestehend aus Investitions- und Betriebskosten) dem entstandenen Nutzen gegenüberzustellen. In frühen Projektphasen lassen sich Investitionskosten relativ gut identifizieren, jedoch ist es eher schwierig die erwarteten laufenden Kosten zu identifizieren, wobei hier Erfahrungswerte helfen könnten. Eggert beschreibt eine solche empirische Untersuchung, bei der 51 Organisationen bezüglich ihrer ECMS- Projekte befragt wurden, um die entstandenen Kosten zu vergleichen und im Nachhinein einen Durchschnittskostenwert zu erhalten:

Tab.1: Empirische Untersuchung- Kosten bei Einführung eines ECMS in Euro

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eggert 2007, S.235ff.

Tabelle 1 zeigt die durchschnittlichen Kostenwerte in Euro auf, die bei den 51 untersuchten Unternehmen entstanden sind. Sie sind unterteilt in Investitions- und laufende Kosten. Bezüglich der Investition, also den einmaligen Kosten, gibt es eine Aufteilung in `Internen Aufwand´, `Externer Beratung´, `Hardware´, `Software´, `Schulung´ und `Altbestandsübernahme´. Diese Kosten werden hinsichtlich der `Archivierung´, `Daten-Management-Systeme´ und `Content-Management-Systeme´ angeführt. Der höchste Posten ist hierbei, mit deutlicher Differenz zu den anderen, der Posten der `Externen Beratung´ bezüglich der Daten-Management-Systeme mit 300.000€. Zweithöchster Posten ist die Software für Daten-Management-Systeme mit durchschnittlich 65.000€ gefolgt von der Software für die Archivierung mit durchschnittlich 60.900€. Bezüglich der laufenden Kosten ist der Posten der Software- Anpassung in Daten-Management-Systeme am teuersten mit durchschnittlich 15.000€. Es wird deutlich, dass die Implementierung eines ECMS mit hohen Kosten verbunden ist. Einmalige Investitionskosten aber auch laufende Kosten kommen auf ein Unternehmen zu, das sich für die Einführung eines solchen Systems entscheidet. Somit sollte genau abgewogen werden, ob sich eine Umstellung lohnt und ob man in der Lage ist, die damit einhergehenden Kosten zu tragen.

Da im Rahmen der vorliegenden Arbeit Open Source CMS im Fokus sind, werden an dieser Stelle hauptsächlich die Vor- und Nachteile offener Systeme diskutiert. Beim Vergleich von kommerziellen mit Open Source Lösungen ergeben sich unterschiedliche Vor- und Nachteile, wobei jedoch klar zu erkennen ist, dass bei Open Source CMS die Vorteile eindeutig überwiegen:14

- Ein wichtiger Punkt ist der Kostenfaktor, da hier keine Lizenz- bzw. Wartungsgebühr zu zahlen ist. Lediglich die Implementierungskosten könnten anfallen, sofern ein externer Dienstleister beauftragt wird, jedoch sind dies Kosten, die auch bei kommerziellen Lösungen getragen werden müssen.
- Ein weiterer Vorteil von Open Source CMS ist die hohe Sicherheit, da durch die Offenheit des Quellcodes Sicherheitslücken oder sicherheitsrelevante Fehlfunktionen vorab sichtbar werden und sogar selbst korrigiert werden können, sofern das Wissen innerhalb der Organisation vorhanden ist.
- Die hohe Stabilität und Performance der Open Source Systeme resultieren in der Regel aus der breiteren Installationsbasis im Vergleich zu kommerzieller Software, wodurch diese ausgiebiger getestet werden können und durch die Erfahrungen vieler Entwickler optimiert sind.
- Der kostenlose Support spricht ebenfalls für den Einsatz von Open Source Lösungen, da bei solchen Systemen meist eine große Entwicklergemeinde existiert, weshalb sich Anwender in Foren oder Mailinglisten gegenseitig Hilfestellung leisten können.
- Die Unabhängigkeit vom Anbieter ist ein weiterer wichtiger Faktor, da auch viele Dienstleister ein spezielles Wissen bezüglich Open Source Lösungen mitbringen und ein Wechsel des Anbieters somit kein Problem darstellt, wenn der Dienstleister, welcher das Open Source Projekt installiert hat z.B. insolvent wird. Im Gegensatz dazu ist man bei kommerziellen Lösungen unter Umständen vollständig von einem Anbieter abhängig (z.B. für Pflegedienstleistungen).

Trotz der vielen genannten Vorteile ergeben sich bei Open Source Lösungen auch einige Nachteile, welche bei einigen Organisationen die Entscheidungsfindung beeinflussen können:15

- Die fehlende Gewährleistung z.B. kann als Nachteil angesehen werden, denn bei kommerziellen Lösungen ist diese im Gegensatz dazu vorhanden.
- Zudem sind Open Source CMS nur beschränkt individualisierbar, da nicht zu allen Systemen genug Entwicklungs-Know-how existiert.
- Mögliche konzeptionelle Schwachstellen der offenen Systeme sind auch ein negativer Aspekt, da deren Entwicklung ohne klassisches Projektmanagement begonnen wurde und durch die vielen unterschiedlichen Beteiligten, welche unkoordiniert an der Weiterentwicklung gearbeitet haben, verstärkt wurde.

Wie bereits festgestellt, gibt es eine Fülle an Content-Management-Systemen auf dem Markt- sowohl professionelle/kommerzielle, welche mit einem hohen finanziellen Aufwand erworben und implementiert werden müssen, als auch Open Source- Lösungen, welche mittlerweile auch teuren CMS weder in der Funktionalität noch in den Möglichkeiten wirklich nachstehen- besonders für kleine und mittlere Unternehmen mit begrenztem Budget sind Open Source CMS eine gute Alternative, die den Vergleich mit kommerziellen Produkten keinesfalls scheuen müssen16.

Die beschriebenen Kosten, die mit der Implementierung von kommerziellen CMS verbunden sind, stellen für viele kleine und mittelständische Unternehmen eine Hürde dar, welche sie nicht überwinden können. Zudem können mit genug Expertenwissen auch die Open Source Lösungen genutzt und eingeführt werden, was ihre Popularität steigert und sie stetig verbessern lässt, da Nutzer auf die Systeme Zugriff haben und zur Weiterentwicklung beitragen können.

3 Einblick in Open Source WCMS

Im Folgenden soll, als Grundlage für die Nutzwertanalyse, ein Marktüberblick der Open Source WCMS gewährt und die Auswahl der zu untersuchenden WCMS begründet werden. In Folge dessen werden die ausgesuchten Systeme bezüglich ihrer Nutzung und Funktionalität beschrieben.

3.1 Marktüberblick Open Source WCMS und Begründung der Auswahl

Um eine erste Einschätzung der Marktsituation vornehmen zu können, wurden Daten des Dienstleisterverzeichnis-Portals für Content-Management `contentmanager.de´ herangezogen. Hierbei handelt es sich um ein Expertenmagazin rund um die Themen CMS, Online-Recht, Suchmaschinen und Social Media, wobei dort Fachinformationen von Beratern und Wissenschaftlern, sowie relevante Nachrichten aus Unternehmen der Branche veröffentlicht werden17.

Auch Spörrer bezieht sich auf das genannte Portal, das bereits 2009 insgesamt 383 Content-Management-Systeme auflistete und zeigt im weiteren Verlauf auf, als wie schwierig sich die Wahl des geeignetsten CMS gestaltet:18

Innerhalb der bei seinen Ausführungen aus dem Jahr 2009 dort aufgelisteten 383 CMS werden 117 kommerzielle und 53 Open-Source-Lösungen benannt. Daneben werden noch Systeme wie Agenturlösungen, Groupwarelösungen, Redaktionssysteme und Intranet-Lösungen beschrieben, wobei es sich hierbei um spezielle Lösungen handelt, welche im Allgemeinen nicht zu der Kategorie der WCMS gehören und im Rahmen der vorliegenden Arbeit nicht behandelt werden. Spörrer zeigt auf, dass sich die Menge neuer angebotener Systeme tendenziell verringert, wobei generell immer mehr Lösungen auf Open-Source basieren, bei denen zwar ein kostenloses CMS angeboten wird, dieses jedoch oft mit zahlpflichtigem Support und Add-ons verknüpft ist.

Abbildung 1 zeigt eine aktuelle Darstellung vom 09.02.2014 der Firma BuiltWith, welche eine Aufstellung der Top 10 Open Source CMS weltweit angeführt hat. Es wird die Anzahl der Webseiten angegeben, welche auf die angeführten CMS basieren. BuiltWith ist ein australisches Unternehmen, welches seit seiner Gründung im Jahr 2007 eine große Anzahl von Nutzungsanalyse-Tools für Themen wie LeadGenerierung, Wettbewerbsanalyse und Business Intelligence anbietet19.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Anzahl Webseiten mit ausgewählten Open Source CMS

Quelle: BuiltWith.com 2014a (Stand: 09.02.2014)

Angeführt werden in Abbildung 1 die zehn meist genutzten CMS weltweit und die Anzahl der Webseiten, die damit laufen. Es ist deutlich zu erkennen, dass sich an der Spitze WordPress mit 12.325.231 Webseiten befindet (73,43% globaler Marktanteil unter Open Source CMS), wobei das zweitplatzierte System mit großem Abstand folgt.

Joomla! findet aktuell bei 3.026.094 Webseiten Verwendung (18,03% Marktanteil). An nächster Position befindet sich Drupal mit 749.892 Webseiten (4,47% Marktanteil) und TYPO3 mit 437.474 Webseiten (2,61% Marktanteil). Es folgen weitere Open Source CMS, welche sich zwischen 142.951 Webseiten mit DNN Software bis hin zu 3.467 Webseiten mit dem CMS Mura. Auch eZ Publish wird an der 7. Position in der Top 10- Tabelle mit 22.161 Webseiten (0,13% Marktanteil) angeführt.

Die im Rahmen der vorliegenden Arbeit ausgewählten Open Source CMS gehören zu den in der Abbildung angeführten Systemen. Untersucht werden die Marktführer WordPress, Joomla!, Drupal und TYPO3, welche auch die ersten vier Positionen belegen und eZ Publish. Die Auswahl eben dieser CMS begründet sich zudem darin, dass sie einen hohen Popularitätsgrad genießen, von Anbeginn der Open Source CMS existieren und seitdem stets weiterentwickelt wurden. Ein weiterer wichtiger Grund für die genannte Auswahl liegt darin, dass viele Webseiten von bekannten Organisationen und Institutionen mit diesen Systemen aufgesetzt wurden, wobei im weiteren Verlauf des Kapitels auf Referenzen der einzelnen Systeme näher eingegangen wird.

Auch Google Trends bestätigt die Popularität der Suchbegriffe. Mit dem Google Trends Tool bietet Google Nutzern die Möglichkeit nach bestimmten Keywords zu suchen und auf einen Blick abzulesen, wie sich die Suchhäufigkeit im Laufe eines Zeitraums verändert hat20.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Google Trends Analyse

Quelle: Google.de 2014 (Stand: 15.02.2014)

Abbildung 2 zeigt die Suchhäufigkeit der ausgewählten Open Source WCMS im Zeitraum vor 2005 bis heute. Auch hier führt WordPress mit großem Abstand. Die Abfolge der weiteren Open Source CMS in dem Ranking entspricht derjenigen von BuiltWith. Joomla!, Drupal, TYPO3 und eZ Publish erscheinen in der Popularität der Suchbegriffe in derselben Abfolge wie die Abfolge der Anzahl der Webseiten, die damit arbeiten.

Google Trends darf natürlich nicht als Maßstab genommen werden, da keine absoluten Zahlen angezeigt werden, sondern lediglich die relative Suchhäufigkeit bei Google in einer Skala von 1 bis 100 angegeben wird, obwohl auch diese Zahlen sehr aufschlussreich sind, da Google eine riesige Nutzergemeinde hat21.

Einen kleinen Einblick auf die Situation in Deutschland erlaubt Abbildung 3 mit den Ergebnissen einer Studie des `Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik´, welche die im Jahr 2013 am häufigsten installierten CMS in Deutschland in einem Ranking darstellt. Es ist hervorzuheben, dass die Auflistung nicht nur Open Source CMS aufführt- auch kommerzielle Systeme werden in der Häufigkeit ihrer Nutzung angegeben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3: Tools für die Erstellung von Webseiten in Deutschland

Quelle: Vgl. Breitenstrom/Micklisch/Mochól 2013, S.9 (Stand: 11.02.2014)

Auch bei dieser Studie führt WordPress mit 169.442 Installationen. Einen großen Unterschied zur weltweiten Auflistung stellt die Tatsache dar, dass TYPO3 sich einer höheren Beliebtheit erfreut- mit nur wenig Abstand zu WordPress hat sich dieses CMS in Deutschland etabliert und erscheint hier an der zweiten Position. Drupal erfreut sich in Deutschland mittelmäßiger Beliebtheit und befindet sich, den Ergebnissen dieser Studie zufolge, im Mittelfeld. Da in dieser Auflistung auch kommerzielle CMS mit aufgenommen wurden (NetObjects Fusion, Adobe GoLive, Incomedia Website X5 Evolution, xtCommerce, WEB.DE WebBaukasten), fällt erstaunlicherweise auf, dass Adobe GoLive sich mit 15.673 Webseiten, welche mit diesem CMS organisiert und aufgebaut wurden, auf der 7. Position bewegt- und das trotz der Tatsache, dass es ein kommerzielles CMS ist und nur mit hohen Kosten genutzt werden kann. Dies könnte sich einerseits in der Tatsache begründet sehen, dass Adobe in seiner angebotenen Software unter den kommerziellen nicht viel Konkurrenz hat, da die anderen angeführten kommerziellen Systeme auch in ihrem Funktionsumfang nicht mit Adobe mithalten können und andererseits daran liegen, dass sich Unternehmen im wirtschaftsstarken Deutschland ein teures jedoch hochwertiges System wie Adobe leisten können.

3.2 Ausgewählte Open Source WCMS- Nutzung und Funktionalität

Die fünf ausgewählten CMS werden nun in der Reihenfolge des Google Trends Ranking vorgestellt, um sie miteinander vergleichbar zu machen und eine Grundlage für die folgende Nutzwertanalyse zu schaffen.

3.2.1 WordPress

WordPress war zunächst als professioneller Blog gedacht, welcher jedoch noch weitere Funktionen mit sich brachte- mittlerweile hat sich dieses Open Source CMS durch unzählige Erweiterungen zu einem vollwertigen CMS entwickelt, sodass damit ganze Webseiten betrieben und gesteuert werden können- sogar große Online-Projekte können damit umgesetzt werden:22

Bereits im Jahr 2003 wurde die erste Version von WordPress vorgestellt, um das alltägliche Schreiben von Artikeln zu erleichtern, wobei zunächst nur eine Handvoll Anwender die Software nutzte, da sie zu Beginn in Ihrem Funktionsumfang noch stark eingeschränkt war. Von Version zu Version wurde diese Lösung immer ausgefeilter und umfangreicher, bis sie irgendwann zur weltberühmten Blogging-Software wurde. Heute ist WordPress Spitzenreiter auf dem aktuellen Markt für Blogging-Software und auch für Content-Management-Systeme. Durch das stetig steigende Interesse an Blogs, steigen auch jährlich die Nutzeranzahlen von WordPress.

WordPress wurde somit zu dem meist genutzten Open Source CMS mit der größten Anzahl von Nutzern und der höchsten Popularität, sodass man von einem großen Erfolg für das Open Source CMS sprechen kann:23

Als WordPress.org ausgerollt wurde, besagte die gängige Meinung, dass der Markt vollkommen übersättigt sei und dass es keinen Platz für ein weiteres Open Source CMS gäbe. WordPress hat das Gegenteil bewiesen. Auch heutzutage wird es kontinuierlich weiterentwickelt- laut eigenen Angaben werden fast täglich Programmaktualisierungen bereitgestellt und auch die meisten Add-ons kostenlos zur Verfügung gestellt, wobei nur vereinzelte Add-ons wie z.B. `custom design´ und `custom domain´ zahlungspflichtig angeboten werden.

Zudem basieren auch stark besuchte und umfangreiche Webseiten wie z.B. `TED´, `NBC SPORTS´, `UPS´, `TechCrunch´, `CNN´ und `CBSRADIO´ auf die Blogsoftware WordPress, wobei zusätzlich auf der Unternehmenswebseite der Umfang der Nutzung aus globaler Sicht dokumentiert wird:24 WordPress Webseiten sind in einer Vielfalt von 120 Spr achen geschrieben, wobei `Englisch´ mit 66% auf Platz eins der meistgenutzten Sprachen steht und `deutsch´ mit 1,8% bereits auf der 6. Position folgt.

3.2.2 Joomla!

Wie bereits im vorherigen Verlauf auch tabellarisch dargestellt, stellt Joomla! eine weit verbreitete Open Source CMS-Lösung dar, welche zur Erstellung und Verwaltung von ambitionierten Webprojekten aller Art und Größen dient:25

Joomla! (`Dschumla´ ausgesprochen) leitet sich aus dem Suaheli-Wort `Jumla´ ab, welches für ‚alle zusammen’ steht. Die Arbeit mit Joomla! als Redaktionssystem erfolgt ausschließlich über den Browser und basiert auf der weit verbreiteten Programmiersprache `PHP´ und nutzt `MySQL´ als Datenbank, welche heutzutage von fast jedem Hosting-Paket zur Verfügung gestellt wird.

Das Programm `Mambo´ stellt hierbei den Ursprung von Joomla! dar und wurde zuerst als Open Source Lösung von der australischen Firma `Miro´ im Jahr 2000 gegründet:26 Die für `Miro´ arbeitenden Entwickler gerieten einige Jahre nach der Gründung des Unternehmens in einen Disput, ob `Mambo´ weiterhin kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollte, oder ob es für das Unternehmen besser wäre, eine kommerzielle Lösung daraus zu entwickeln. Da sich die Entwickler über den weiteren Verlauf des Geschäftsmodells nicht einig wurden, haben sich im Jahre 2005 einige Entwickler von `Mambo´ abgespalten und das heute sehr bekannte und erfolgreiche Unternehmen Joomla! gegründet.

Die heutzutage prämierte Software unterliegt den Richtlinien der `GNU General Public Licence´ (GPL) und wird stets weiterentwickelt, wobei diese Richtlinien dafür stehen, dass alle Versionen eines Programmes für jeden frei zugänglich sein müssen, sowie verändert und geteilt werden dürfen27. Wenn nun die Software-Lösung umsonst zur Verfügung gestellt wird und frei zugänglich bleiben soll, stellt sich die Frage, ob man Joomla! für kommerzielle Seiten einsetzen darf- dies ist laut Ebersbach/Glaser/Kubani eindeutig möglich, denn die GPL bezieht sich in ihren Bestimmungen nur auf die Software und nicht auf die Inhalte, welche mit dieser Software erstellt werden können, sodass damit beispielsweise auch die Dienstleistung einer Installation oder Anpassung von Joomla! angeboten werden darf28.

Auch Kempkens bestätigt, dass es laut GPL zulässig ist, für eine Software unter dieser Lizenz auch Geld zu verlangen:29

Auch wenn das Joomla! Entwickler-Team bereits zu Beginn entschieden hat, dass Joomla! `frei´ zur Verfügung gestellt werden soll, bedeutet es nicht, dass Joomla! kein Geld kosten kann. Durch unterschiedliche bezahlpflichtige Erweiterungen bleibt Joomla! nicht kostenlos, jedoch bietet es bereits in der Basis-Version so viele Funktionen, dass eine Erweiterung nicht immer notwendig ist.

[...]


1 Vgl. Anding/Hess 2003, S.2

2 Vgl. Riggert 2009, S.1

3 Vgl. Dippold 2011, S.41

4 Vgl. Lombardo 2013, S.21ff.

5 Vgl. Brenner 2009, S.35f.

6 Vgl. Wenz/Hauser/Maurice 2011, S.812

7 Vgl. Spörrer 2009, S.27

8 Vgl. Open Source Initiative.org 2012b (Stand: 02.02.2014)

9 Vgl. Open Source Initiative.org 2012a (Stand: 02.02.2014)

10 Vgl. Brenner 2009, S.35

11 Vgl. Wenz/Hauser/Maurice 2011, S.812

12 Vgl. Spörrer 2009, S.9

13 Vgl. Eggert 2007, S.235ff.

14 Vgl. Institut für e-Management.org o.J. (Stand: 07.02.2014)

15 Vgl. Institut für e-Management.org o.J. (Stand: 07.02.2014)

16 Vgl. Dippold 2011, S.42

17 Vgl. Contentmanager.de o.J. (Stand: 13.01.2014)

18 Vgl. Spörrer 2009, S.2

19 Vgl. BuiltWith.com 2014b (Stand: 09.02.2014)

20 Vgl. Schulz 2013, S.184

21 Vgl. Schulz 2013, S.185

22 Vgl. Hetzel 2013, S.25ff.

23 Vgl. Wordpress.com 2014a (Stand: 13.02.2014)

24 Vgl. Wordpress.com 2014b (Stand: 13.02.2014)

25 Vgl. Joomla.de 2014a (Stand: 23.01.2014)

26 Vgl. Schmitz-Buchholz 2012, S.7

27 Vgl. Galileo computing.de 2009a (Stand: 02.02.2014)

28 Vgl. Galileo computing.de 2009b (Stand: 03.02.2014)

29 Vgl. Kempkens 2009, S.31

Ende der Leseprobe aus 72 Seiten

Details

Titel
Marktüberblick, Vergleich und Nutzwertanalyse führender Open Source Web-Content-Management-Systeme
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Frankfurt früher Fachhochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
72
Katalognummer
V273200
ISBN (eBook)
9783656649045
ISBN (Buch)
9783656649038
Dateigröße
1197 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
cms, drupal, typo3, typo, ez publish, ezpublish, wordpress, joomla, nutzwertanalyse, wcms, content, content management, vergleich
Arbeit zitieren
Georgios Dimoulis (Autor), 2014, Marktüberblick, Vergleich und Nutzwertanalyse führender Open Source Web-Content-Management-Systeme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273200

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