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Das Berufsvorbereitungsjahr

Eine zweite Chance für Jugendliche mit Lernschwierigkeiten für den Berufseinstieg

Titel: Das Berufsvorbereitungsjahr

Hausarbeit , 2011 , 26 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Julia Hellmuth (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Laut Daten des Statistischen Bundesamtes verfügten in 2009 3,9 % der Deutschen über keinen
allgemeinen Schulabschluss (Statistisches Bundesamt, 2010). Geschichtet nach dem Alter
der befragten Personen liegt der prozentuale Anteil der 15 -20 Jährigen ohne allgemeinen
Schulabschluss sogar bei 5,3 %, womit diese Altersgruppe hier den Negativrekord hält.
Die Gründe, warum Jugendliche die Schule vorzeitig ohne Bildungsabschluss verlassen sind
dabei vielschichtig. Oftmals spielen Entwicklungs-& Lernstörungen oder Probleme der persönlichen
Entwicklung (oftmals hervorgerufen durch familial oder biografisch bedingte Benachteiligungsfaktoren)
eine Rolle. Aber auch negative Lernerfahrungen aus der früheren
Schulzeit können mitverantwortlich dafür sein, dass Jugendliche resignieren und die Schule
ohne Abschluss verlassen. Die Motivation für weiterführende Bildungsangebote hat sich zu
diesem Zeitpunkt meist bereits gegen Null genähert. Doch es ist schwer ohne einen Schulabschluss
eine Lehrstelle zu finden- das Schicksal der betroffenen Jugendlichen scheint besiegelt:
Arbeitslosigkeit, Hartz IV, ein Leben am unteren Rand der Gesellschaft. Meist kommt
diese bittere Erkenntnis erst spät- zu spät. Gerade die Jugendphase birgt schnell die Gefahr
Schule und Lernen zu vernachlässigen, zu verlockend erscheinen andere Dinge. Auch aus
dieser „Null- Bock- auf- Schule“- Einstellung kann sich sehr schnell ein schulisches Scheitern
ergeben. Es gibt also viele Faktoren, die dazu führen können, dass Jugendliche keinen oder
einen nur sehr schlechten Hauptschulabschluss besitzen. Das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ)
bietet diesen jungen Menschen mit Lernschwierigkeiten die Möglichkeit, den verpassten Abschluss
durch einen dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschluss zu kompensieren,
ihn zu verbessern und in einigen wenigen Fällen sogar die mittlere Reife nachzuholen.
Im Folgenden soll der Frage nachgegangen werden, ob das Berufsvorbereitungsjahr als eine
zweite Chance für Jugendliche mit Lernschwierigkeiten, den Berufseinstieg zu meistern, angesehen
werden kann.
Dazu wird das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) zunächst vorgestellt, anschließend folgt eine
Betrachtung des Stellenwertes des Berufsvorbereitungsjahres, sowie die Vorstellung der
Lernumgebung und Organisation und letztlich wird die Notwendigkeit einer BVJ- begleitenden
Sozialarbeit, sowie deren Aufgaben beleuchtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Allgemeine Informationen zum Berufsvorbereitungsjahr

1.1 Definition

1.2 Einordnung im Bildungssystem

1.3 Zielgruppen

1.4 Ziele und Aufgaben

II. Stellenwert des Berufsvorbereitungsjahrs

2.1 Entwicklungsstationen

2.2 Tendenzen und Trends der letzten Jahre

2.3 Aktuelle Bedeutung

III Lernumgebung und Organisation

3.1 Übergeordnete Lernziele

3.2 Organisation

3.3 Unterrichtsplanung

3.4 Curricula

3.5 Fächerstruktur

3.6 Betriebspraktika

IV Begleitende Sozialarbeit im Berufsvorbereitungsjahr

4.1 Notwendigkeit einer BVJ- begleitenden Sozialarbeit

4.2 Aufgaben der BVJ- begleitenden Sozialarbeit

Reflexion und „Ausblick“

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) als bildungspolitische Maßnahme und analysiert dessen Potenzial als „zweite Chance“ für lernbeeinträchtigte Jugendliche, den Übergang in das Berufsleben erfolgreich zu gestalten. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie durch organisatorische Rahmenbedingungen und begleitende sozialpädagogische Unterstützung die Ausbildungsreife der Jugendlichen gefördert werden kann.

  • Strukturelle Einordnung und Definition des Berufsvorbereitungsjahrs
  • Entwicklung und aktuelle Bedeutung des BVJ im deutschen Bildungssystem
  • Pädagogische Organisation, Lernumgebung und Curricula
  • Die Rolle und Notwendigkeit begleitender Schulsozialarbeit
  • Förderung von Ausbildungsreife und Bewältigungsstrategien

Auszug aus dem Buch

1.1 Definition

Rahn (2005) zufolge ist das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ), „eine Institution in der Übergangsphase von der allgemein bildenden Schule zum Arbeitsmarkt [...] Das Berufsvorbereitungsjahr gibt als einjährige Maßnahme SchulabgängerInnen ohne Ausbildungsvertrag eine zweite Chance. Sie können Ihren Hauptschulabschluss nachholen oder verbessern und so darauf hoffen, den verpassten Einstieg in die betriebliche oder schulische Berufsausbildung im zweiten Anlauf zu realisieren. Das BVJ ist somit die klassische Form der Berufsausbildungsvorbereitung“ (Rahn, 2005, S.17). Rahns Aussage impliziert, dass das BVJ Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten die Möglichkeit bietet sich weiter zu qualifizieren, Versäumtes aus der Schulzeit nachzuholen (sei es nun Lernstoff oder bspw. einen dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschluss) und sich so aktiv auf ihren Start in das bevorstehende Berufsleben und die damit verbundenen Anforderungen vorzubereiten. Rahn erwähnt hierbei den Begriff der zweiten Chance, welcher ganz bewusst auch für die Titelwahl der Ausarbeitung ausgesucht wurde. Vielmals haben Jugendliche, welche sich für den Besuch eines BVJ entschieden haben, in der Vergangenheit (und hier konkret während der Schulzeit) viele negative Lernerfahrungen gemacht, teilweise resultierend aus Lernschwierigkeiten, denen im schulischen Kontext allein nicht entgegengewirkt wurde bzw. werden konnte. Das BVJ wird in den meisten deutschen Bundesländern in Vollzeitform angeboten (vgl. BMBF, 2007). Anders als das ebenfalls berufsvorbereitende Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) wird das Berufsvorbereitungsjahr nicht auf eine nachfolgende Berufsausbildung angerechnet (vgl. Schroeder/ Thielen, 2009).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Problematik der Schulabgänger ohne Bildungsabschluss und führt in die Fragestellung ein, ob das BVJ als zweite Chance dienen kann.

I. Allgemeine Informationen zum Berufsvorbereitungsjahr: Hier wird das BVJ definiert, in das Bildungssystem eingeordnet und die Zielgruppe sowie die Kernaufgaben der Maßnahme skizziert.

II. Stellenwert des Berufsvorbereitungsjahrs: Dieses Kapitel behandelt die historische Entwicklung des BVJ sowie aktuelle Trends und die Bedeutung innerhalb der deutschen Bildungslandschaft.

III Lernumgebung und Organisation: Es werden die Lernziele, der organisatorische Rahmen, die Unterrichtsgestaltung, Lehrpläne sowie die Bedeutung von Betriebspraktika analysiert.

IV Begleitende Sozialarbeit im Berufsvorbereitungsjahr: Der Fokus liegt hier auf der Notwendigkeit und den Aufgaben der Schulsozialarbeit zur Unterstützung lernbeeinträchtigter Jugendlicher.

Reflexion und „Ausblick“: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ausgangsfrage und bewertet das Potenzial des BVJ kritisch vor dem Hintergrund seines gesellschaftlichen Ansehens.

Schlüsselwörter

Berufsvorbereitungsjahr, BVJ, Schulabgänger, Lernschwierigkeiten, Berufseinstieg, Ausbildungsreife, Übergangssystem, Schulsozialarbeit, Berufspraktika, Kompetenzmodell, Bildungsabschluss, Berufsorientierung, pädagogische Förderung, Jugendhilfe, Heterogenität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) als eine Maßnahme, die lernbeeinträchtigten Jugendlichen helfen soll, einen Schulabschluss nachzuholen und die Ausbildungsreife zu erlangen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der pädagogischen Gestaltung, der organisatorischen Struktur der Lernumgebung sowie der integrativen Bedeutung der begleitenden Sozialarbeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, ob das BVJ effektiv als „zweite Chance“ für benachteiligte Jugendliche fungieren kann, um den Einstieg in das Berufsleben erfolgreich zu meistern.

Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?

Es handelt sich um eine theoretische Bestandsaufnahme, die auf einer umfassenden Literaturanalyse aktueller Bildungsberichte, Gesetze und fachwissenschaftlicher Fachliteratur basiert.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Rahmenbedingungen des BVJ, die Analyse von Tendenzen, die Beschreibung der Lernorganisation (Fächer, Praktika) und die Darstellung der sozialpädagogischen Notwendigkeit.

Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Berufsvorbereitungsjahr, Lernschwierigkeiten, Ausbildungsreife, Übergangssystem und Schulsozialarbeit definiert.

Wie wird die Rolle der Betriebspraktika bewertet?

Praktika werden als essenziell erachtet, da sie den Jugendlichen unmittelbare Einblicke in die Arbeitswelt ermöglichen, Fehlvorstellungen korrigieren und erste berufliche Kontakte fördern.

Warum wird begleitende Sozialarbeit als notwendig erachtet?

Da viele Jugendliche im BVJ negative Lernerfahrungen und Defizite in der Persönlichkeitsentwicklung mitbringen, ist eine sozialpädagogische Begleitung erforderlich, um individuelle Barrieren abzubauen, die über den reinen Fachunterricht hinausgehen.

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Details

Titel
Das Berufsvorbereitungsjahr
Untertitel
Eine zweite Chance für Jugendliche mit Lernschwierigkeiten für den Berufseinstieg
Hochschule
Universität Erfurt
Veranstaltung
Veränderung von Organisationen durch Supervision, Evaluation und Coaching. Der Mobile Sonderpädagogische Dienst (MSD) in Thüringen und seine potentielle Bedeutung für "Schulentwicklung".
Note
1,0
Autor
Julia Hellmuth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
26
Katalognummer
V273267
ISBN (eBook)
9783656653646
ISBN (Buch)
9783656653615
Sprache
Deutsch
Schlagworte
berufsvorbereitungsjahr zweite chance jugendliche lernschwierigkeiten einstieg berufsleben
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Hellmuth (Autor:in), 2011, Das Berufsvorbereitungsjahr, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273267
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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